{"id":456462,"date":"2025-09-28T07:52:18","date_gmt":"2025-09-28T07:52:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456462\/"},"modified":"2025-09-28T07:52:18","modified_gmt":"2025-09-28T07:52:18","slug":"konzert-in-der-schleyerhalle-keine-macht-den-daemonen-wie-wars-bei-volbeat-in-stuttgart-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456462\/","title":{"rendered":"Konzert in der Schleyerhalle: Keine Macht den D\u00e4monen \u2013 Wie war\u2019s bei Volbeat in Stuttgart?"},"content":{"rendered":"<p>Antisemitismus verabscheuen die vier Musikerinnen von Witch Fever aus Manchester. Genauso wie den \u201eGenozid in Gaza\u201c, wie Frontfrau Amy Walpole am Freitagabend in der fast vollbesetzten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Hanns-Martin-Schleyer-Halle\" title=\"Schleyerhalle\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schleyerhalle<\/a> klar stellt. Witch Fever spielen im Vorprogramm der d\u00e4nischen Metalband Volbeat, die gerade mit der britischen Alternative-Rock-Band Bush durch Europa tourt. Subsumieren l\u00e4sst sich das musikalische Konzept von Witch Fever mit Elementen aus Post-Punk, Dark Wave und Ankl\u00e4ngen an Metal und Grunge vielleicht am ehesten als in Musik \u00fcbersetzte Wut. <\/p>\n<p>Am Ende des kurzen Sets erkl\u00e4rt sich die Band solidarisch mit den Menschen in der Ukraine, in Gaza und in den USA, die aktuell unter \u201eFaschismus und Gier\u201c zu leiden h\u00e4tten, wie Walpole sagt. Mit einem knappen \u201aGoodnight\u2018 verabschieden sich die vier, als h\u00e4tten sie keine Zeit f\u00fcr Applaus. Ohne die strenge Taktung k\u00f6nnte man die drei Auftritte hintereinander aber auch kaum \u00fcber die B\u00fchne bringen. <\/p>\n<p>Der Headliner Volbeat ist bekannt f\u00fcr melodisch eing\u00e4ngigen Metal mit Anleihen bei Country, Blues und dem klassischen Rock\u2019n\u2019Roll der 1950er; der Sound von Bush klingt dagegen dunkler und introvertierter. Die seit Jahrzehnten bestehenden, rein mit M\u00e4nnern besetzten Bands mit dem eigenwilligen Sound der Newcomerinnen von Witch Fever zu konfrontieren, erweist sich als reizvoll, so erlebt man an diesem Abend drei unterschiedliche musikalische Strategien auf Basis \u00e4hnlicher Quellen.<\/p>\n<p>Bush zeigen Vielschichtigkeit <\/p>\n<p>In den fr\u00fchen 1990ern wurden Bush vorschnell in die Grunge-Schublade gesteckt; beim Live-Auftritt beweist die Band ihre Vielschichtigkeit. Der Gesang des inzwischen sechzigj\u00e4hrigen Frontmanns Gavin Rossdale klingt unver\u00e4ndert; in den tieferen Lagen angeraut und warm, die H\u00f6hen meistert er m\u00fchelos.<\/p>\n<p> Drummer Nik Hughes h\u00e4mmert schwer aber auch virtuos, Chris Traynor steuert tief grollende Gitarrenfl\u00e4chen bei, die Rossdale bei mehreren Songs erg\u00e4nzt. Das Publikum bleibt erstaunlich ruhig, obwohl Songs wie \u201eMore than Machines\u201c oder \u201eIn the Land of Milk and Honey\u201c mit ihrer zornigen Energie ansteckend wirken. Rossdale macht allerdings nur wenige Ansagen, sucht erst im letzten Drittel des gut 50-min\u00fctigen Sets den Kontakt zum Publikum, als er von der B\u00fchne springt, um sich den Weg durch die Massen auf die Trib\u00fcne und zur\u00fcck zu bahnen.<\/p>\n<p>Volbeat zwischen Spielfreude und Johnny-Cash-Hommage <\/p>\n<p>Statt wie Bush auf Introspektion setzen Volbeat auf Vollgas. Nach raschem Umbau flimmern auf zwei Leinw\u00e4nden witzig klischeebeladene Horrorbilder von einem M\u00e4dchen mit blinden Augen und einer Ziege als Stellvertreterin des Teufels, passend zum Opener \u201eThe Devil\u2019s Bleeding Crown\u201c, mit dem Volbeat das enorme Tempo ihres Sets vorgeben. Der Ernst der voran gegangenen Auftritte weicht ausgelassener Spielfreude. <\/p>\n<p>Michael Poulsen gibt den geborenen Entertainer, der lachend bekennt, er habe sich von seinem Idol Johnny Cash nicht blo\u00df inspirieren lassen, sondern dreist von ihm geklaut. Zum Beweis schrammelt er Cashs \u201eRing of Fire\u201c auf seiner Gitarre, aus dem er das Volbeat-St\u00fcck \u201eSad Man\u2019 s Tongue\u201c entwickelt. Das erinnert wiederum sehr an Cashs \u201eFolsom Prison Blues\u201c. <\/p>\n<p>Subtil politisch wird Poulsen nur einmal, als er auf die Teufelssymbolik in seinen Songs zu sprechen kommt. Das sei alles Quatsch, den man nicht zu ernst nehmen sollte, echte D\u00e4monen gebe es nur in den Nachrichten. Sp\u00e4ter l\u00e4dt er noch einige Kinder aus dem Publikum auf die B\u00fchne ein, um sie als neue Fan-Generation willkommen zu hei\u00dfen. W\u00e4hrend D\u00e4monen in den Nachrichten von Zerst\u00f6rung faseln, zelebriert der Heavy Metal Zuversicht, zeigt der Abend \u2013 verdammt r\u00fchrend.<\/p>\n<p>  Setlist Volbeat in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>  <\/p>\n<ul>\n<li>The Devil\u2019s Bleeding Crown<\/li>\n<li>Lola Montez<\/li>\n<li>Sad Man\u2019s Tongue<\/li>\n<li>Demonic Depression<\/li>\n<li>Fallen<\/li>\n<li>Shotgun Blues<\/li>\n<li>In the Barn of the Goat \u2026<\/li>\n<li>By a Monster\u2019s Hand<\/li>\n<li>Heaven nor Hell<\/li>\n<li>The Devil Rages on<\/li>\n<li>Die to Live<\/li>\n<li>Time Will Heal<\/li>\n<li>Black Rose<\/li>\n<li>Seal The Deal<\/li>\n<li>Lonely Fields<\/li>\n<li>For Evigt<\/li>\n<li>Still Counting<\/li>\n<li>A Warrior\u2019s Call<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Antisemitismus verabscheuen die vier Musikerinnen von Witch Fever aus Manchester. 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