{"id":456554,"date":"2025-09-28T08:46:17","date_gmt":"2025-09-28T08:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456554\/"},"modified":"2025-09-28T08:46:17","modified_gmt":"2025-09-28T08:46:17","slug":"das-ende-der-iss-startschuss-fuer-us-privatunternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/456554\/","title":{"rendered":"Das Ende der ISS: Startschuss f\u00fcr US-Privatunternehmen"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/shutterstock_2286925155-a37312fd4f313629.jpeg\"  width=\"4869\" height=\"2735\"  alt=\"Die ISS schwebt im All\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Nur noch f\u00fcnf Jahre: die ISS. <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/international-space-station-spaceship-iss-near-2286925155\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Grafik<\/a>: Dima Zel, shutterstock<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Das Ende der ISS r\u00fcckt immer n\u00e4her. Schon wird der Absturz geplant. Doch wie machen die USA weiter im Orbit?<\/p>\n<p>Seit November 2000 haben die US-Raumfahrtbeh\u00f6rde NASA und ihre internationalen Partner eine kontinuierliche menschliche Pr\u00e4senz in der erdnahen Umlaufbahn aufrechterhalten \u2013 stets mit mindestens einem US-Amerikaner an Bord. Das sind jetzt fast 25 Jahre.<\/p>\n<p>Die Internationale Raumstation (ISS) ist ein bemerkenswertes Beispiel f\u00fcr Zusammenarbeit im All zwischen den USA, Europa, Kanada, Japan und Russland. Mittlerweile waren fast 300 Menschen aus 26 L\u00e4ndern dort zu Besuch.<\/p>\n<p>Doch 2030 wird die ISS aus dem Orbit geholt und in einem abgelegenen Gebiet im Pazifik zum Absturz gebracht.<\/p>\n<p>Die ISS wird beim Absturz nicht komplett vergl\u00fchen<\/p>\n<p>Ende Juni hat NASA SpaceX <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/news-release\/nasa-selects-international-space-station-us-deorbit-vehicle\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">ausgew\u00e4hlt<\/a>, um ein Raumfahrzeug zu bauen, das die ISS nach ihrer Au\u00dferdienststellung 2030 durch die Erdatmosph\u00e4re zur\u00fcckf\u00fchrt. Die Auftragssumme bel\u00e4uft sich auf stolze 843 Millionen US-Dollar. Daf\u00fcr soll ein Raumfahrzeug entwickelt und gebaut werden, das als Deorbit Vehicle bezeichnet wird.<\/p>\n<p>Diese Vorgehensweise ist neu. Denn bisher wurden Satelliten und auch Raumstationen durch die bordeigenen Steuerd\u00fcsen gebremst und zum kontrollierten Absturz gebracht. Mit 430 Tonnen Gewicht, entsprechend elf gro\u00dfen Lkws, ist die ISS jedoch die bei weitem gr\u00f6\u00dfte, je im All errichtete Struktur.<\/p>\n<p>Die NASA-Ingenieure erwarten, dass die ISS beim Absturz in drei Phasen auseinanderbricht: Zuerst werden die massiven Solarpaneele und die Radiatoren, die das Orbitallabor k\u00fchlen, abfallen; dann l\u00f6sen sich einzelne Module vom Tr\u00e4gerger\u00fcst \u2013 dem R\u00fcckgrat der Station. Schlie\u00dflich zerrei\u00dfen das Ger\u00fcst und die Module selbst.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil des Materials wird vergl\u00fchen, doch es ist zu erwarten, dass gr\u00f6\u00dfere St\u00fccke den Wiedereintritt \u00fcberstehen. Aus diesem Grund wird die NASA die Orbitalstation in einem Gebiet im Pazifik versenken, das Point Nemo genannt wird. Es ist dies eine der entlegensten Regionen der Welt und bekannt als Friedhof f\u00fcr Satelliten und Raumfahrzeuge.<\/p>\n<p>Hort der Forschung<\/p>\n<p>Seit die ersten Bauteile der Internationalen Raumstation 1998 gestartet wurden, wurde in der Station praktisch ununterbrochen <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/missions\/station\/20-breakthroughs-from-20-years-of-science-aboard-the-international-space-station\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">geforscht<\/a>. Bedeutende Ergebnisse wurden in so diversen Bereichen wie Materialwissenschaften, Biotechnologie, Astronomie und Astrophysik, Erdbeobachtung und Verbrennungsforschung erzielt.<\/p>\n<p>Einige davon haben unser Verst\u00e4ndnis von Gewittern <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41526-023-00257-4\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">vorangebracht<\/a>, zur genaueren Steuerung der Herstellung von Krebsmedikamenten <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41526-019-0090-3\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">gef\u00fchrt<\/a>, die Verarbeitung optischer Fasern <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/missions\/station\/iss-research\/optical-fiber-production\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">verbessert<\/a> oder erforscht, wie man DNA im Orbit <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41598-017-18364-0\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">sequenziert<\/a>.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden an Bord der ISS mehr als 4.000 Experimente durchgef\u00fchrt, aus denen \u00fcber 4.400 Forschungsarbeiten hervorgegangen sind. Der besondere Wert der Forschung auf der ISS besteht im einzigartigen Umfeld dort oben \u2013sehr geringer Schwerkraft (Mikrogravitation), Vakuum, extreme Temperaturzyklen und Strahlung. Das erm\u00f6glicht es, das Verst\u00e4ndnis diverser physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse voranzubringen.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Wie geht es weiter?<\/p>\n<p>Doch geben die NASA und ihre internationalen Partner ihre Projekte in der erdnahen Umlaufbahn nicht auf \u2013 auch, wenn Russland k\u00fcnftig und China weiterhin ausgeschlossen werden. Stattdessen werden Nachfolger projektiert, um das Potenzial der erdnahen Umlaufbahn als ganz besonderes Forschungslabor weiterhin zu nutzen.<\/p>\n<p>Bereits im Dezember 2021 hatte die NASA Auftr\u00e4ge im Volumen von 415 Mio. US-Dollar an drei Firmen <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/news-release\/nasa-selects-companies-to-develop-commercial-destinations-in-space\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">vergeben<\/a>, um den Bau und die Entwicklung kommerzieller Raumstationen zu <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/commercialspacestations\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">f\u00f6rdern<\/a>.<\/p>\n<p>Zusch\u00fcsse erhielten Blue Origin aus Kent, Washington, (130 Mio. US-Dollar), Nanoracks LLC aus Houston (160 Mio. US-Dollar) sowie Northrop Grumman aus Dulles, Virginia (125,6 Mio. US-Dollar).<\/p>\n<p>Privatunternehmen springen ein<\/p>\n<p>Seit Jahren versorgt die NASA die Internationale Raumstation mithilfe kommerzieller Partner mit <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/international-space-station\/commercial-resupply\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Nachschub<\/a>. Zudem hat die Beh\u00f6rde \u00e4hnliche Gesch\u00e4ftsmodelle mit SpaceX und Boeing f\u00fcr den Transport von Crews an Bord der Dragon- bzw. Starliner-Raumschiffe etabliert.<\/p>\n<p>Nun startete die NASA die <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/humans-in-space\/commercial-space\/leo-economy\/nasa-seeks-industry-input-on-next-phase-of-commercial-space-stations\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">zweite Ausschreibungsrunde<\/a>. Ausgew\u00e4hlte Unternehmen erhalten Mittel f\u00fcr Designpr\u00fcfungen und sollen Raumstationen im All pr\u00e4sentieren, die vier Personen f\u00fcr mindestens 30 Tage im Orbit beherbergen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wird die NASA mit der formalen Designabnahme und Zertifizierung fortfahren, um sicherzustellen, dass diese Stationen die strengen Sicherheitsanforderungen der NASA erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Erster Start schon 2026?<\/p>\n<p>Die erste kommerzielle Station, die <a href=\"https:\/\/www.vastspace.com\/haven-1\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Haven 1<\/a>, soll schon n\u00e4chstes Jahr \u2013 allerdings nur f\u00fcr zwei Wochen \u2013 mit einer Dragon Rakete von Space X in die Umlaufbahn geschossen werden. Ab 2028 will die in Kalifornien beheimatete Firma Vast dann eine modulare Raumstation aufbauen, die die ISS beerben soll.<\/p>\n<p>2030 soll diese Orbitalstation aus f\u00fcnf, 2032 dann aus neun Modulen bestehen. Zum Vergleich: Die ISS besteht aus 43, die chinesische Raumstation Tiangong derzeit aus drei Modulen.<\/p>\n<p>Auch Axiom Space, Blue Origin und Starlab sind bestrebt, in den kommenden Jahren private Raumstationen zu <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/science\/vast-worlds-first-commercial-space-station-spc\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">starten<\/a>. Der Betrieb von Raumstationen ist allerdings ein kostspieliges Unterfangen. Die aktuellen Betriebskosten der ISS liegen bei etwa zw\u00f6lf Millionen Dollar pro Tag, wovon etwa die H\u00e4lfte auf die Transportkosten f\u00fcr Besatzung und Fracht zur und von der Station entfallen.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Betriebskosten m\u00fcssen halbiert werden<\/p>\n<p>Um \u00fcberhaupt eine Chance auf Rentabilit\u00e4t zu haben, m\u00fcssen die j\u00e4hrlichen Betriebskosten einer zuk\u00fcnftigen kommerziellen Raumstation zwischen einer und zwei Milliarden US-Dollar liegen, was 2,7 bis 5,5 Millionen US-Dollar pro Tag entspricht \u2013 also weniger als die H\u00e4lfte der Kosten der ISS.<\/p>\n<p>Vast nannte keine Betriebskosten, deutete jedoch an, dass bis zum Start von Haven-1 etwa eine Milliarde US-Dollar investiert werden muss. Das Geld kommt teils vom Unternehmensgr\u00fcnder <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Jed_McCaleb\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Jed McCaleb<\/a> selbst, der zuvor ein Verm\u00f6gen mit einer Blockchain-gest\u00fctzten Kryptow\u00e4hrung gemacht hat, und Einnahmen von Kunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nur noch f\u00fcnf Jahre: die ISS. Grafik: Dima Zel, shutterstock Das Ende der ISS r\u00fcckt immer n\u00e4her. 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