{"id":458067,"date":"2025-09-28T23:05:28","date_gmt":"2025-09-28T23:05:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/458067\/"},"modified":"2025-09-28T23:05:28","modified_gmt":"2025-09-28T23:05:28","slug":"die-schliessung-der-kita-nordstrasse-wird-nicht-rueckgaengig-gemacht-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/458067\/","title":{"rendered":"Die Schlie\u00dfung der Kita Nordstra\u00dfe wird nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Wohl ein letztes Mal wurde die Kindertagesst\u00e4tte Nordstra\u00dfe am 24. September Thema im Stadtrat. Da kam die Petition des Elternbeirats der Kita zum Aufruf, die die sofortige Aufhebung der Schlie\u00dfungsentscheidung zum Inhalt hatte. Im Juni hatte die Stadt nach einem ziemlich deutlichen Gutachten der DEKRA die sofortige Schlie\u00dfung der Kindertagesst\u00e4tte angeordnet. Bis Juli wurden die Kinder auf andere Einrichtungen verteilt. Nur eine nicht ganz unwichtige Frage besch\u00e4ftigte den Petitionsausschuss, f\u00fcr den am 24. September dessen Vorsitzende Beate Ehms noch einmal ans Pult trat.<\/p>\n<p>Die Eltern der Kinder aus der Kita Nordstra\u00dfe hatten sehr wohl mitbekommen, dass Leipzigs Haushalt in schweres Fahrwasser geraten ist. L\u00e4ngst war bekannt, dass die Verwaltungsspitze h\u00e4nderingend nach Einsparungen im Umfang von 100 Millionen Euro suchte, um den im M\u00e4rz beschlossenen Doppelhaushalt bei der Landesdirektion Sachsen genehmigt zu bekommen.\u00a0<\/p>\n<p>Und in ihrer Petition \u00e4u\u00dferten die Eltern auch die Bef\u00fcrchtung, dass noch weitere Kindertagesst\u00e4tten allein aus Sparzw\u00e4ngen in n\u00e4chster Zeit geschlossen werden.\u00a0Es gibt tats\u00e4chlich solche Schlie\u00dfungen. Doch sie stehen mit einer anderen unerwarteten Entwicklung in Zusammenhang: <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/familie-und-kinder\/2025\/06\/der-stadtrat-tagte-leipzig-18-kitas-geschlossen-geld-sanierungen-knapp-628291\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">dem drastischen Geburtenr\u00fcckgang in Leipzig.<\/a> In der Nordstra\u00dfe war es etwas anders. Hier sorgte vor allem die veraltete Elektrik daf\u00fcr, dass die Stadt aus Sicherheitsgr\u00fcnden schnell reagieren musste.<\/p>\n<p>\u201eAm 10. Juni 2025 wurden wir Eltern v\u00f6llig \u00fcberraschend informiert, dass die Kita Nordstra\u00dfe bereits zum 8. August 2025 geschlossen werden soll \u2013 mit nur acht Wochen Vorlaufzeit. Grundlage dieser Entscheidung ist ein Pr\u00fcfgutachten aus dem Mai 2025, das M\u00e4ngel an der Elektroanlage festgestellt haben soll. Die Stadt m\u00f6chte diese aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht beheben.<\/p>\n<p>Eine Einsicht in die Unterlagen wurde uns bisher nicht gew\u00e4hrt. Laut Aussage der DEKRA kann das Gutachten nicht die alleinige Grundlage f\u00fcr die Schlie\u00dfung sein. F\u00fcr die Kinder hat das gravierende Auswirkungen: 135 Kinder sollen nun kurzfristig auf f\u00fcnf verschiedene Einrichtungen im Stadtgebiet verteilt werden. Ein gemeinsamer Umzug in ein Interimsobjekt im Sozialraum sei laut Stadt aufgrund der Kurzfristigkeit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Interimskita der Stadt in der Reichelstra\u00dfe wurde an einen freien Tr\u00e4ger vergeben, dessen Sanierung fr\u00fchestens Ende 2026 beginnt. Ein \u00fcbergangsm\u00e4\u00dfiger Umzug in dieses Geb\u00e4ude w\u00fcrde der Stadt und auch den Familien ausreichend Zeit einr\u00e4umen, echte Alternativen zu finden\u201c, hatten die Eltern in ihrer Petition geschrieben.<\/p>\n<p>Und sie merkten auch an, dass die Eile zum Schluss so eigentlich nicht erkl\u00e4rlich war. Denn: \u201eDie Stadt Leipzig wusste \u00fcber die M\u00e4ngel bereits Ende 2024 Bescheid. Warum sich die Stadt zu diesem Zeitpunkt keinerlei Gedanken dar\u00fcber gemacht hat, was im Falle der Best\u00e4tigung der M\u00e4ngel mit der Kita geschehen soll, kann seitens der Stadt nicht beantwortet werden.<\/p>\n<p>Statt vorschneller Ma\u00dfnahmen mit erheblichen Nachteilen fordern wir eine transparente und sachlich fundierte Bewertung und das Pr\u00fcfen aller alternativen M\u00f6glichkeiten \u2013 im Sinne der Kinder, Familien und Besch\u00e4ftigten. Ein solcher Umgang mit Kindern, Eltern und auch den P\u00e4dagogen kann nicht geduldet werden.\u201c<\/p>\n<p>Warum wurde nicht schon im Herbst 2024 reagiert?<\/p>\n<p>Die Frage bewegte dann auch den Petitionsausschuss, der zwar der Argumentation des Amtes f\u00fcr Jugend und Familie folgte, aber genauso dar\u00fcber r\u00e4tselte, warum da nicht schon im Herbst 2024 gehandelt wurde. Oder gar noch fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Denn \u2013 so Beate Ehms \u2013 erste Hinweise darauf, dass die Bedingungen in der Kita problematisch sein k\u00f6nnten, habe es schon 2019 gegeben. Im Herbst 2024 best\u00e4tigte sich dann bei einer st\u00e4dtischen Begehung, dass die Stadt w\u00fcrde handeln m\u00fcssen. Aber sie beauftragte erst einmal noch ein Gutachten bei der DEKRA, das dann aber erst im Mai 2025 vorlag. Und genau das war die Nachfrage von Beate Ehms: Warum kam das Gutachten erst so sp\u00e4t, wenn man im Herbst schon wusste, dass man w\u00fcrde handeln m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Aber die Frage konnte Jugendb\u00fcrgermeisterin Vicki Felthaus in der Ratsversammlung am 24. September nicht genauer beantworten. Wurde das Gutachten zu sp\u00e4t beauftragt? Hat es die DEKRA zu sp\u00e4t abgearbeitet?<\/p>\n<p>Am eigentlichen Kern des Ganzen \u00e4nderte sich trotzdem nichts. Die Stadt hat aktuell nicht das Geld, um in solchen F\u00e4llen schnell zu handeln und beispielsweise die komplette Elektrik aus dem vergangenen Jahrhundert auszuwechseln.<\/p>\n<p>Betreiber zur sofortigen Reaktion verpflichtet<\/p>\n<p>Die Schlie\u00dfung war aus Sicht der Verwaltung unumg\u00e4nglich: \u201eIm Rahmen einer Pr\u00fcfung durch einen externen Sachverst\u00e4ndigen der DEKRA wurde am 5. Mai 2025 ein gravierender Mangel an der elektrischen Anlage festgestellt. Insbesondere fehlt ein durchg\u00e4ngiger Fehlerstromschutz (RCD). Der Sachverst\u00e4ndige kam zu dem Schluss, dass ein Weiterbetrieb der Anlage nicht sicher sei. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV Vorschrift 3) verpflichtet Betreiber in solchen F\u00e4llen zur sofortigen Reaktion \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob es bereits zu einem Schaden gekommen ist\u201c, zitiert der Petitionsausschuss die Stellungnahme des Amtes f\u00fcr Juhgend und Familie.<\/p>\n<p>\u201eEine Fortsetzung des Betriebs h\u00e4tte bedeutet, dass Stadt Leipzig als Betreiberin der Einrichtung wissentlich ein Risiko f\u00fcr Leib und Leben der betreuten Kinder und Besch\u00e4ftigten in Kauf genommen h\u00e4tte. Dies ist mit der Betreiberverantwortung, den Anforderungen der Unfallkasse und den Haftungsgrunds\u00e4tzen im \u00f6ffentlichen Dienst nicht vereinbar.<\/p>\n<p>Die Entscheidung zur Schlie\u00dfung wurde daher unmittelbar nach Vorlage des Gutachtens, unter Einbeziehung der beteiligten Fach\u00e4mter (u.\u202fa. Amt f\u00fcr Geb\u00e4udemanagement, Amt f\u00fcr Schule) getroffen. Eine Aussetzung oder Verz\u00f6gerung dieser Entscheidung ist aus rechtlichen Gr\u00fcnden ausgeschlossen.\u201c<\/p>\n<p>Die Eltern h\u00e4tten nat\u00fcrlich auch das Recht, Einsicht in das Gutachten zu nehmen. Nur sei es der Stadt unm\u00f6glich, die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Schlie\u00dfung der Einrichtung kurzfristig zu beseitigen.<\/p>\n<p>\u201eDie Stadt Leipzig hat seit Bekanntwerden der Pr\u00fcfergebnisse intensiv gepr\u00fcft, ob eine technische Nachbesserung oder Sanierung der Elektroanlage m\u00f6glich w\u00e4re, um den Betrieb \u2013 zumindest \u00fcbergangsweise \u2013 aufrechtzuerhalten. Das Ergebnis dieser Pr\u00fcfung ist jedoch eindeutig\u201c, stellte das Amt f\u00fcr Jugend und Familie fest.<\/p>\n<p>\u201eEine vollst\u00e4ndige Neuinstallation der Elektroanlage ist nur im Rahmen einer umfassenden Sanierung realisierbar, da mit einer Neuverkabelung zwingend auch Eingriffe in Wandstrukturen, Brandschutzma\u00dfnahmen und bauliche Folgema\u00dfnahmen einhergehen. Dies w\u00fcrde einen Zeitraum von mindestens zwei bis drei Jahren beanspruchen, in dem das Geb\u00e4ude nicht nutzbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist eine Sanierung technisch nicht im laufenden Betrieb umsetzbar, wirtschaftlich nicht vertretbar und mit Blick auf die bereits beschlossene Neubauplanung auch nicht zielf\u00fchrend.\u201c<\/p>\n<p>Womit denn auch dem Petitionsausschuss kein Spielraum mehr blieb, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2026671&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2174400\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">der dann der Ratsversammlung die Beschlussempfehlung vorlegte, die Petition abzulehnen<\/a>. Das sah im Grunde auch die Ratsmehrheit so. 13 Ratsmitglieder enthielten sich ihrer Stimme, die Mehrheit folgte der Empfehlung, die Petition abzulehnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wohl ein letztes Mal wurde die Kindertagesst\u00e4tte Nordstra\u00dfe am 24. 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