{"id":458601,"date":"2025-09-29T04:18:12","date_gmt":"2025-09-29T04:18:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/458601\/"},"modified":"2025-09-29T04:18:12","modified_gmt":"2025-09-29T04:18:12","slug":"estland-dieses-kleine-land-zeigt-wie-man-russland-die-stirn-bietet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/458601\/","title":{"rendered":"Estland: Dieses kleine Land zeigt, wie man Russland die Stirn bietet"},"content":{"rendered":"<p>Estland sieht sich immer wieder mit russischen Provokationen konfrontiert. J\u00fcngst drangen russische Kampfjets in seinen Luftraum ein. Die Rivalit\u00e4t seit der Abkopplung von Russland erreicht nun ihren H\u00f6hepunkt. Das l\u00e4sst sich bei einem der letzten offenen Grenz\u00fcberg\u00e4nge beobachten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Als der Reisebus aus Tallinn fr\u00fchmorgens auf den Petersplatz in Estlands drittgr\u00f6\u00dfter Stadt Narwa rollt, wird es gerade hell. Hinter dem Platz str\u00f6mt der Narwa-Fluss vorbei, blaurosa von der Morgensonne gef\u00e4rbt. Er markiert die Ostgrenze von Estland, EU und Nato. Auf der anderen Seite liegt <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/russland-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/russland-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a>, nicht mal hundert Meter entfernt. Am Ufer stehen sich zwei Festungen gegen\u00fcber, wie verfeindete Bastionen, sinnbildlich in der heutigen Zeit.<\/p>\n<p>Die Passagiere im Bus reiben sich die Augen, als Fahrer Sergej das Licht anknipst. \u201eWir haben den Grenz\u00fcbergang erreicht. Ich hoffe, Sie konnten gut schlafen und Kr\u00e4fte sammeln. Die werden sie brauchen\u201c, brummt er in sein Mikrofon. Der Bus h\u00e4lt vor einem Klinkerbau, dem estnisch-russischen Grenz\u00fcbergang. Der \u00f6ffnet erst um sieben, doch vor den verschlossenen Eing\u00e4ngen warten bereits dutzende Menschen. Es sind Russen aus ganz Europa. Sie m\u00f6chten heute die Narwa \u00fcberqueren, zu Fu\u00df, einmal \u00fcber die Br\u00fccke, nach Russland.<\/p>\n<p>Obwohl die Differenzen der Europ\u00e4er mit Russland gr\u00f6\u00dfer sind als je zuvor, bleibt es ein Nachbar. Und noch immer bestehen viele grenz\u00fcberschreitende Verbindungen: Im fr\u00fcher sowjetischen Baltikum leben eine Million Russen, in Frankreich sind es eine halbe Million. In Deutschland geht man aufgrund der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/russlanddeutsche\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/russlanddeutsche\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sogenannten Russlanddeutschen<\/a> von etwa zwei Millionen Russen und russisch sozialisierter Sp\u00e4taussiedler aus. Viele von ihnen haben Verbindungen in das Land jenseits des Narwa-Flusses.<\/p>\n<p>Verschlafen steigen die Russen aus dem Bus. Der Grenz\u00fcbertritt wird viele Stunden dauern. Die J\u00fcngeren haben Schnaps dabei, die \u00c4lteren Klappst\u00fchle. Bei Regen gibt es keinen Unterstand, bei einem Bed\u00fcrfnis keine Toilette in der N\u00e4he. Aber da es keine direkten Fl\u00fcge mehr gibt und Verbindungen \u00fcber Kairo oder Istanbul teuer sind, queren viele Menschen die Landgrenze, um nach Russland zu gelangen. <\/p>\n<p>Hier stehen Europas Russen, die Verwandte und Freunde besuchen, nach Hause reisen oder Beh\u00f6rdliches erledigen m\u00fcssen. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256088298\/Narwa-Auge-in-Auge-mit-Putin.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256088298\/Narwa-Auge-in-Auge-mit-Putin.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Narwa ist ein Nadel\u00f6hr<\/a>, einer von zehn verbliebenen Grenz\u00fcberg\u00e4ngen zwischen Russland und der EU, viele arbeiten nur noch eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Auch falsche B\u00e4rte sind Sanktionsware<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um sieben Uhr sperrt Erik Purgel die Pforten des Klinkerbaus auf. Der 35-J\u00e4hrige ist Leiter des Grenzschutzb\u00fcros und verantwortlich f\u00fcr die sogenannte \u201eBr\u00fccke der Freundschaft\u201c, die nach Russland hin\u00fcberf\u00fchrt. Vor einigen Jahren querten hier noch Busse und Autos die Grenze, sogar ein Radwegschild steht noch, dass Fahrradtouristen einst den Weg nach Russland wies. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255040072\/Estland-Wenn-die-Invasion-erst-einmal-laeuft-ist-es-schon-zu-spaet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255040072\/Estland-Wenn-die-Invasion-erst-einmal-laeuft-ist-es-schon-zu-spaet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heute liegen Stacheldrahtrollen und Panzersperren auf der Fahrbahn<\/a>, nur noch ein enger Korridor f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger ist passierbar.<\/p>\n<p>\u201eDie Leute beschweren sich, dass sie so viele Stunden anstehen m\u00fcssen\u201c, erz\u00e4hlt Purgel. \u201eDas k\u00f6nnen wir aber nicht \u00e4ndern. Wir m\u00fcssen sicherstellen, dass <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256418538\/krieg-in-der-ukraine-einigung-in-bruessel-eu-verhaengt-neue-sanktionen-gegen-russland.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256418538\/krieg-in-der-ukraine-einigung-in-bruessel-eu-verhaengt-neue-sanktionen-gegen-russland.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">keine sanktionierten G\u00fcter nach Russland<\/a> gelangen.\u201c Estland hatte im Fr\u00fchjahr 2024 eine l\u00fcckenlose Zollkontrolle eingef\u00fchrt. Jeder, der nach Russland will, wird aufwendig durchsucht. <\/p>\n<p>Deshalb seien die Kontrollen zeitintensiv, gerade, wenn die Menschen viel Gep\u00e4ck dabeih\u00e4tten, so Purgel. \u201eTrotzdem findet man die verr\u00fccktesten Sachen in den Koffern: Wein f\u00fcr viertausend Euro, Smart-TVs, wegen der Halbleiter, Waffenteile, Motor\u00f6l.\u201c Verboten sind auch Dinge wie Gerbextrakte oder Fingerabdruckpulver, Toilettenpapier, falsche B\u00e4rte oder Spazierst\u00f6cke.<\/p>\n<p>Estland hat eine 300 Kilometer lange Grenze zu Russland und keine guten Erfahrungen mit dem gro\u00dfen Nachbarn. Es erkl\u00e4rte sich erstmals 1918 f\u00fcr unabh\u00e4ngig, wurde aber 1940 von der Sowjetunion annektiert. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article150946610\/Litauen-91-Gorbatschow-wollte-die-UdSSR-gewaltsam-retten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article150946610\/Litauen-91-Gorbatschow-wollte-die-UdSSR-gewaltsam-retten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Im Jahr 1991 folgte die zweite Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung.<\/a> <\/p>\n<p>Estland hat einen bemerkenswerten Umgang mit seinem Nachbarn gefunden. Im Gegensatz zu Deutschland begann die Entkopplung nicht erst mit der russischen Vollinvasion im Februar 2022. Denn Moskau betrachtet das Land noch immer als Teil seiner Einflusssph\u00e4re, mischt sich mit <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article255738622\/Jaan-Kross-Wie-Estland-um-seine-Identitaet-kaempfte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article255738622\/Jaan-Kross-Wie-Estland-um-seine-Identitaet-kaempfte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Geld, Desinformation, Kulturkampagnen und Energiepolitik<\/a> in innerstaatliche Angelegenheiten ein. Im Jahr 2007 wurde Estland von einem gro\u00df angelegten Cyberangriff lahmgelegt. Immer wieder wurden russische Agenten in der estnischen Politik enttarnt.<\/p>\n<p>Deutschland sah den russischen Nachbarn deutlich gelassener: als Partner, der sich mit finanziellen Anreizen und Handel aufs europ\u00e4ische Gleis setzen lassen w\u00fcrde. Als Nordstream 2 im Jahr 2015 an den Start ging, hatte Putin bereits die Krim annektiert. Die Warnungen osteurop\u00e4ischer Politiker, etwa vom ehemaligen estnischen Au\u00dfenminister Sven Mikser, verhallten in Angela Merkels Deutschland. <\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend im estnischen Internet schon Freiwillige gegen Putins Desinformationskampagnen anschrieben, traten deutsche Politiker noch beim russischen Auslandsfernsehen Russia Today auf.<\/p>\n<p>Immer mehr russische Touristen in Deutschland<\/p>\n<p>F\u00fcr Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern und seiner wesentlich schw\u00e4cheren Wirtschaft ist die Entflechtung von Russland besonders schwierig, es kann Sanktionsfolgen nur schlecht abfedern. Schon seit 2022 beziehen die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen keinen g\u00fcnstigen russischen Strom mehr, im Februar dieses Jahres kappten sie die Verbindungen ganz und schlossen sich dem kontinentaleurop\u00e4ischen Netz an.<\/p>\n<p>Hinzu kommen steigende Kosten durch Verteidigungsausgaben. Im Juli wurde die Mehrwertsteuer schon zum zweiten Mal angehoben, aber die Mehrheit der Esten nimmt das in Kauf.<\/p>\n<p>Unter den Nato-Beitragszahlern liegt <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256120726\/Russland-provoziert-Nato-Estland-warnt-vor-Eskalation-rund-um-russische-Schattenflotte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256120726\/Russland-provoziert-Nato-Estland-warnt-vor-Eskalation-rund-um-russische-Schattenflotte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Estland mit 3,43 Prozent des BIP nach Polen auf dem zweiten Platz<\/a> und deutlich vor Deutschland, das gerade einmal das Zwei-Prozent-Ziel erreicht. Parallel entsteht bei Narwa eine Nato-Milit\u00e4rbasis in direkter Grenzn\u00e4he.<\/p>\n<p>Die estnische Wirtschaft ist schwer getroffen. Das Handelsvolumen mit Russland ist um 90 Prozent eingebrochen, die geografische N\u00e4he zum Aggressor schreckt Investoren ab. Au\u00dferdem l\u00e4sst Estland keine russischen Touristen mehr ins Land, im Gegensatz zu Deutschland, wo die Zahl der an Russen ausgestellten Schengen-Visa im vergangenen Jahr sogar wieder anstieg. <\/p>\n<p>F\u00fcr Estland bedeutet das Einreiseverbot, dass Kurorte, Hotels und Einkaufszentren in Grenzn\u00e4he, die fr\u00fcher vornehmlich von Russen besucht wurden, leer stehen. Die Inflationsrate ist deutlich h\u00f6her als in Deutschland, zwischenzeitlich lag sie bei fast zwanzig Prozent. Hinzu kommen eine hohe Arbeitslosigkeit und die teilweise Verarmung der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Was es auch kostet, ein Krieg mit Russland ist teurer<\/p>\n<p>Auch Sprache und Kultur sind Teil der Entflechtung. Bis 2029 soll das gesamte Bildungssystem auf Estnisch umgestellt werden. Die russische Sprache soll an Bedeutung verlieren, denn \u00fcber sie nimmt Russland Einfluss. Deshalb sind russische Fernsehsender deutlich strenger reguliert als in Deutschland. Trotzdem ist <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article255738622\/Jaan-Kross-Wie-Estland-um-seine-Identitaet-kaempfte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article255738622\/Jaan-Kross-Wie-Estland-um-seine-Identitaet-kaempfte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Regierung in Tallinn im Umgang mit der gro\u00dfen russischen Minderheit vorsichtig.<\/a> Deswegen hat Estland die Grenze nicht komplett geschlossen, wie etwa Finnland das tat.<\/p>\n<p>Der Vergleich mit Deutschland zeigt, wie viel ernster die russische Bedrohung in Estland genommen wird. Dies zeigen auch Umfragen, ob die Menschen im Ernstfall bereit w\u00e4ren, ihr Land zu verteidigen. W\u00e4hrend in Deutschland nur 16 Prozent zustimmten, waren es in Estland 60 Prozent. Auch ist die allgemeine Bereitschaft in Estland h\u00f6her, Einbu\u00dfen in Kaufkraft und Lebensqualit\u00e4t im Sinne der Sicherheit hinzunehmen. Dahinter steht die Einsicht, dass die Kosten, so hoch sie auch sind, bei einem Krieg mit Russland unendlich viel h\u00f6her w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Sind Ger\u00e4te zur Kreuzotterabwehr erlaubt?<\/p>\n<p>Es ist Mittag, inzwischen wartet vor dem Grenz\u00fcbergang eine Gruppe von sechzig Leuten. Rauchende V\u00e4ter und quengelnde Kinder stehen gelangweilt herum. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1723396727706790\/\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1723396727706790\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">In Facebookgruppen<\/a> tauschen sie sich \u00fcber lange Wartezeiten oder besondere Vorkommnisse aus. \u201eMeine Tochter musste am Zoll ganz schnell ihr Eis aufessen, Milchprodukte d\u00fcrfen nicht \u00fcber die Grenze\u201c, schreibt dort eine Diana. Ob man ein Ger\u00e4t zur Kreuzotterabwehr nach Russland einf\u00fchren d\u00fcrfe oder ob das Sanktionsware sei, fragt eine Ljubow. Die Wartenden sind unruhig, denn um 23 Uhr schlie\u00dft der Grenzposten. Wer bis dahin nicht hin\u00fcber gelassen wurde, hat Pech gehabt und bleibt in Estland.<\/p>\n<p>Purgel, der Leiter des Grenzschutzb\u00fcros, deutet auf ein H\u00e4uschen in der Br\u00fcckenmitte: \u201eDort treffen wir uns mit den russischen Beamten, wenn es Gespr\u00e4chsbedarf gibt.\u201c Etwa bei illegalen Grenz\u00fcberquerungen oder Festnahmen. \u201eKommt es zu einem Vorfall, senden wir uns ein Fax\u201c, sagt Purgel lachend. Daran habe sich seit 1991 nichts ge\u00e4ndert. <\/p>\n<p><b>Julius Fitzke ist seit Juli 2025 Volont\u00e4r bei der WELT im Ressort Au\u00dfenpolitik.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Estland sieht sich immer wieder mit russischen Provokationen konfrontiert. J\u00fcngst drangen russische Kampfjets in seinen Luftraum ein. 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