{"id":458653,"date":"2025-09-29T04:50:12","date_gmt":"2025-09-29T04:50:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/458653\/"},"modified":"2025-09-29T04:50:12","modified_gmt":"2025-09-29T04:50:12","slug":"ringen-um-stammzelltherapien-stuttgarter-klinikstreit-eskaliert-und-landet-vor-dem-sozialgericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/458653\/","title":{"rendered":"Ringen um Stammzelltherapien: Stuttgarter Klinikstreit eskaliert \u2013 und landet vor dem Sozialgericht"},"content":{"rendered":"<p>Das Sozialgericht hat dem Klinikum Stuttgart eine bestimmte Form der Stammzelltherapie untersagt. Das will sich nun wehren. Auch das Land pr\u00fcft rechtliche Schritte.<\/p>\n<p>Es braucht mindestens 40 Transplantationen pro Jahr  <\/p>\n<p>Doch es haperte an Patientenzahlen. Die sind aber wichtig, weil der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) \u2013 wichtigstes Organ der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen \u2013 festgelegt hat, dass nur Kliniken, die mindestens 40 <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Patienten\" title=\"Patienten\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Patienten<\/a> pro Jahr mit einer allogenen Stammzelltherapie behandeln, auch die Lizenz daf\u00fcr erhalten. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.folgen-der-krankenhausreform-stammzelltherapie-wie-stuttgarter-kliniken-um-patienten-buhlen.f5447caf-7372-42d5-89fe-51e61ca4e2c5.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Diese konnte das Klinikum Stuttgart in seiner Prognose f\u00fcr 2025 Ende vorigen Jahres nicht vorweisen<\/a>. Mit Unterst\u00fctzung der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Landesregierung\" title=\"Landesregierung\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Landesregierung<\/a> erwirkte es jedoch eine Ausnahmegenehmigung in dieser Sache. <\/p>\n<p>Sehr zum \u00c4rger zweier weiterer Krankenh\u00e4user der Stadt: Auch das Diakonie-Klinikum Stuttgart (Diak) und das Robert Bosch <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Krankenhaus\" title=\"Krankenhaus\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krankenhaus<\/a> Stuttgart (RBK) bieten seit mehr als zehn Jahren die allogene Stammzelltransplantation an \u2013 mit stabilen Patientenzahlen oberhalb der Mindestmenge. Mit dem Klinikum Stuttgart als Konkurrent in dieser Sparte w\u00fcrden diese Transplantationszahlen k\u00fcnftig nicht mehr zu halten sein, bef\u00fcrchten die beiden Krankenh\u00e4user.<\/p>\n<p>Gericht weist Landesregierung in seine Schranken <\/p>\n<p>Das Diak ist gegen das Vorgehen des Landes vor Gericht gezogen. \u201eUnserer Auffassung zufolge besteht f\u00fcr Krankenh\u00e4user, die eine positive Prognose f\u00fcr die vorgegebenen Mindestmengen erhalten haben, Rechtsschutz\u201c, sagt der Diak-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bernd R\u00fchle. \u201eAls Haus mit der l\u00e4ngsten Erfahrung in der Stammzelltherapie in Stuttgart freuen wir uns dar\u00fcber, dass das Sozialgericht diese Rechtsauffassung best\u00e4rkt.\u201c Auch sei man \u201ezuversichtlich, dass im noch ausstehenden Hauptverfahren eine Kl\u00e4rung im Sinne einer hochwertigen und gesicherten Patientenversorgung erfolgen wird\u201c.<\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/sozialgericht-stuttgart.justiz-bw.de\/pb\/site\/pbs-bw-rebrush-jum\/get\/documents_E1016092496\/jum1\/JuM\/Sozialgericht%2520Stuttgart\/Pressemitteilung23.09.2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zun\u00e4chst ist es nur ein einstweiliger Rechtsschutz, den das Sozialgericht dem Diakonie-Klinikum zugestanden hat<\/a>. Eine Verletzung eigener Rechte des Diaks als ortsans\u00e4ssiges Krankenhaus durch die dem Klinikum Stuttgart erteilte Ausnahmegenehmigung k\u00f6nne nicht ausgeschlossen werden, argumentiert das Gericht. Weiter ist das Gericht davon ausgegangen, dass die Klage des Diaks aufschiebende Wirkung habe. \u00dcber das Hauptsacheverfahren muss noch entschieden werden, sagt der Sprecher des Sozialgerichts, Marco Martin. Bis dahin darf die erteilte Ausnahmegenehmigung des Landes f\u00fcr das Klinikum Stuttgart nicht umgesetzt werden. Sprich: Im dortigen Krebstherapiezentrum d\u00fcrfen keine weiteren allogenen Stammzelltherapien ausgef\u00fchrt werden. <\/p>\n<p>Sozialministerium will sich juristisch zur Wehr setzen <\/p>\n<p>Der Gerichtsbeschluss kann daher als eine erste Niederlage f\u00fcr das Land gewertet werden. Im Sozialministerium werden nun die weiteren rechtlichen Schritte dagegen gepr\u00fcft: \u201eWir sind der Meinung, dass die Anfechtungsklage eines konkurrierenden Anbieters keine aufschiebende Wirkung hat\u201c, so der Ministeriumssprecher Markus Jox. \u201eDer Beschluss best\u00e4tigt aus unserer Sicht, dass \u00fcber Regelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses, die eigentlich die Verg\u00fctung betreffen, ein ganz ma\u00dfgeblicher Einfluss auf die Landeshoheit zur Krankenhausplanung erfolgt.\u201c <\/p>\n<p>Bislang geht die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Klinikums Stuttgart von keinen unmittelbaren Auswirkungen auf die Patientenversorgung aus. Fest steht: \u201eWir gehen gegen diese aufschiebende Wirkung entsprechend vor und werden jede Einschr\u00e4nkung f\u00fcr die uns anvertrauten Patienten abwehren, die weiterhin die bestm\u00f6gliche <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Behandlung\" title=\"Behandlung\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Behandlung<\/a> in schwieriger Lage zugesichert bekommen\u201c, sagt der Sprecher Stefan M\u00f6bius. <\/p>\n<p> Klinikum Stuttgart sucht weiter nach Kooperationspartnern <\/p>\n<p>Auch ist man im Klinikum Stuttgart zuversichtlich, die allogene Stammzelltherapie bald fortf\u00fchren zu k\u00f6nnen: Um die Patientenzahlen \u00fcber die Mindestanforderung des G-BA zu bringen, arbeiten die<a href=\"https:\/\/www.klinikum-stuttgart.de\/medizin-pflege\/haematologie-onkologie\/zentrum-fuer-zelltherapie-am-klinikum-stuttgart\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u00c4rzte des Zentrums f\u00fcr Zelltherapie<\/a> seit Fr\u00fchjahr 2025 mit dem Marienhospital Stuttgart zusammen. Deren Patienten, die eine allogene Stammzelltransplantation ben\u00f6tigen, werden im Klinikum station\u00e4r versorgt. \u201eDie Entwicklung ist sehr positiv mit starken Kooperationspartnern und erfolgreichem Ausbau der Angebote\u201c, so M\u00f6bius. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Stammzellen<\/strong><br \/>Stammzellen sind Vorl\u00e4uferzellen aller Blutzellen: Sie befinden sich im Knochenmark und k\u00f6nnen sich zu verschiedenen Zellen des Blutes entwickeln. Bei schwerwiegenden Erkrankungen des Blutes wie <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Blutkrebs\" title=\"Blutkrebs\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blutkrebs<\/a> kann die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Transplantation\" title=\"Transplantation\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Transplantation<\/a> von Blutstammzellen eine aussichtsreiche <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Therapie\" title=\"Therapie\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Therapie<\/a> sein.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Transplantation<\/strong><br \/>Nach Angaben des Bundesinstituts f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte ben\u00f6tigen pro Jahr mehr als 3300 Menschen eine sogenannte allogene Stammzelltransplantation. Dabei erh\u00e4lt der Patient Knochenmark oder Blutstammzellen eines Spenders. Sie kommt meist bei der Behandlung der akuten und chronischen Leuk\u00e4mien zum Einsatz. Bei der autologen Transplantation werden dem Patienten eigene Stammzellen \u00fcbertragen, die ihm vor Beginn der Chemotherapie entnommen wurden. Sie wird bei der Behandlung von Tumoren des Knochens und Knochenmarks sowie bei Lymphomen eingesetzt \u2013 etwa bei 3600 Patienten pro Jahr.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Komplikationen<\/strong><br \/>Bei der allogenen Stammzelltransplantation kann es zu lebensgef\u00e4hrlichen Komplikationen kommen, sagt Illerhaus \u2013 etwa, dass die mittels Transplantat \u00fcbertragenen Immunzellen den K\u00f6rper des Empf\u00e4ngers als fremd erkennen und angreifen. Diese Immunreaktion kann sich gegen Haut, Leber und Darm und andere Organe richten.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Stammzellspender <\/strong><br \/>Es kann sich jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als Stammzellspender registrieren \u2013 etwa bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/DKMS\" title=\"DKMS\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DKMS<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.dkms.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dkms.de<\/a>). Zwar d\u00fcrfen 17-J\u00e4hrige noch nicht spenden, werden aber ab dem 18. Geburtstag in der Datei aktiviert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Sozialgericht hat dem Klinikum Stuttgart eine bestimmte Form der Stammzelltherapie untersagt. Das will sich nun wehren. 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