{"id":459226,"date":"2025-09-29T10:14:15","date_gmt":"2025-09-29T10:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/459226\/"},"modified":"2025-09-29T10:14:15","modified_gmt":"2025-09-29T10:14:15","slug":"wie-will-der-obm-kuenftig-mit-rechtswidrigen-stadtrats-antraegen-umgehen-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/459226\/","title":{"rendered":"Wie will der OBM k\u00fcnftig mit rechtswidrigen Stadtrats-Antr\u00e4gen umgehen? \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Da wunderten sich nicht nur die beobachtenden Medien, was da in der gegenw\u00e4rtigen Sitzungsperiode des Stadtrats schon alles an eindeutig rechtswidrigen Antr\u00e4gen nicht nur auf der Tagesordnung der Ratsversammlungen landete, sondern selbst bis zur Abstimmung durchgezogen wurde, obwohl schon ein Blick auf den Antrag zeigte, dass dieser Antrag nicht in die Kompetenz des Stadtrats fiel, sondern ein Hoheitsrecht der Verwaltung ber\u00fchrte.<\/p>\n<p>In der Ratsversammlung am 24. September machte das die Linksfraktion zum Thema einer Anfrage. Klarheit muss schon sein.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/8385bfbdfaef424f9b53e53ab999eab5.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/09\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/09\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201eIn der aktuellen Wahlperiode wurden bereits einige Antr\u00e4ge durch einzelne Fraktionen ins politische Verfahren gegeben, die sich im Nachgang als rechtswidrig herausgestellt haben (vgl. VIII-EF-00539-AW-01)\u201c, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/to010?SILFDNR=2003368&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">merkte die Linksfraktion dabei an<\/a>, die auch mit einigen eigenen Antr\u00e4gen betroffen war.<\/p>\n<p>\u201eIm Ratsinformationssystem Allris besteht die M\u00f6glichkeit im Verwaltungsstandpunkt (VSP) anzugeben, ob ein Antrag rechtswidrig ist. Wenn das der Fall ist, wird dies im VSP begr\u00fcndet. Das Rechtsamt ist an der juristischen Einsch\u00e4tzung beteiligt.\u201c<\/p>\n<p>Nur gab es ganz offensichtlich eine teilweise willk\u00fcrliche Behandlung solcher Antr\u00e4ge. Denn die Linksfraktion fragte ja deshalb, weil einige ihrer eigenen Antr\u00e4ge schon im Vorfeld wegen Rechtswidrigkeit aus dem Verfahren genommen wurden, w\u00e4hrend andere \u2013 eindeutig rechtswidrige Antr\u00e4ge anderer Fraktionen \u2013 es bis in die Beschlussfassung des Stadtrates schafften.<\/p>\n<p>Wer hat da eigentlich geschludert? Oder herrscht da wirklich Willk\u00fcr und einige Fraktionen d\u00fcrfen immer wieder Antr\u00e4ge stellen, die ins Hoheitsrecht des OBM eingreifen, und andere nicht? Eine nur zu berechtigte Frage, zu der dann am 24. September die Fraktionsvorsitzende der Linken Franziska Riekewald und Linke-Stadtrat Enrico Stange auch nachfragten.<\/p>\n<p>Klare Eingriffe in Pflichtaufgaben<\/p>\n<p>\u201e\u00dcberwiegend betreffen die als rechtswidrig eingestuften Antr\u00e4ge einen Eingriff in die dem Oberb\u00fcrgermeister zur alleinigen Erledigung \u00fcbertragenen Pflichtaufgaben nach Weisung (z.B. Stra\u00dfenverkehrsordnung, Asylrecht) sowie einer Beschlussfassung entgegenstehende Gesetze (Wahlrecht, Ordnungsrecht)\u201c, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2026897&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">erkl\u00e4rte der OBM in der schriftlichen Antwort.<\/a><\/p>\n<p>Wobei eben die Verweisung auf das Verkehrsrecht verbl\u00fcfft. Denn solche Antr\u00e4ge hat besonders die CDU-Fraktion immer wieder gestellt, die die von der Stadt zusammengestellte Liste deutlich anf\u00fchrt. Allein vier Antr\u00e4ge sind direkte Antr\u00e4ge zu Verkehrsanordnungen, die ganz allein der Leipziger Stra\u00dfenverkehrsbeh\u00f6rde obliegen.<\/p>\n<p>Was nat\u00fcrlich die Frage aufwirft \u2013 wie es Enrico Stange auch tat \u2013 ob so etwas nicht im Vorfeld zu kl\u00e4ren ist und Ratsfraktionen da nicht gleich und transparent behandelt werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/rechtswidrig.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-635105 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/rechtswidrig.jpg\" alt=\"Die von der Stadt ausgereichte Liste mit den rechtswidrigen Antr\u00e4gen im Stadtrat. Grafik: Stadt Leipzig\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Die von der Stadt ausgereichte Liste mit den rechtswidrigen Antr\u00e4gen im Stadtrat. Grafik: Stadt Leipzig<\/p>\n<p>Dass es da an Transparenz fehlt, gab Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung auch zu. Irgendwie stimmt das Verfahren nicht mehr. Denn die zust\u00e4ndigen Dezernate k\u00f6nnen ja sehr wohl feststellen, ob ein Antrag rechtswidrig ist oder nicht. Dann w\u00e4re es der naheliegende Schritt, die entsprechende Fraktion sp\u00e4testens drei Tage vor der Ratsversammlung zu informieren, sodass diese die Gelegenheit hat, den Antrag entweder ganz zur\u00fcckzuziehen oder zu \u00fcberarbeiten, damit er rechtskonform ist.<\/p>\n<p>Ein transparentes Verfahren<\/p>\n<p>Darin gab Burkhard Jung Stange und Riekewald auch recht. Denn mit Gleichberechtigung und Transparenz hat das gegenw\u00e4rtige Vorgehen nichts zu tun. Er will sogar das Rechtsamt einbeziehen, um ein transparentes Verfahren f\u00fcr einen Umgang mit rechtswidrigen Antr\u00e4gen zu entwickeln. Obwohl das Problem \u2013 wie Stange anmerkte \u2013 ja nicht nur bei den Ratsfraktionen liegt, sondern ganz offensichtlich auch bei den Dezernaten, die Stellung nehmen.<\/p>\n<p>Der eine Antrag kommt durch oder wird nur als teilweise als rechtswidrig eingesch\u00e4tzt und kommt dann ebenfalls auf die Tagesordnung. Und bei anderen verk\u00fcndet Burkhard Jung dann am Tag der Ratsversammlung erst, dass der Antrag wegen Rechtswidrigkeit zur\u00fcckgewiesen wurde.<\/p>\n<p>Im Grunde kann das Verfahren tats\u00e4chlich nur so aussehen, dass alle ganz oder teilweise rechtswidrigen Antr\u00e4ge genau mit diesem Verweis an die Fraktionen zur\u00fcckgehen, sodass sie nachbessern oder auf ihren Antrag verzichten k\u00f6nnen. Das w\u00fcrde auch Zeit in der Ratsversammlung selbst sparen, wenn man nur an die wilden Verkehrsdiskussionen der letzten Zeit denkt, die am Ende gar nichts gebracht haben, weil f\u00fcr verkehrsrechtliche Anordnungen ganz allein die Verkehrsbeh\u00f6rde zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Burkhard Jung jedenfalls versprach, dass man ein transparentes Verfahren finden werde, das dann \u2013 wie Stange sich das w\u00fcnscht \u2013 endlich auch Klarheit im Umgang mit solchen rechtswidrigen Antr\u00e4gen bringt. Eine Klarheit, die das Ratsinformationssystem selbst nicht gibt.<\/p>\n<p>Da kann man zwar \u2013 wie es die Stadt mit dieser Liste getan hat \u2013 die eindeutig rechtswidrigen Antr\u00e4ge herausfiltern, aber nicht all jene, in denen einer oder mehrere Antragspunkte rechtswidrig waren. Solche Antr\u00e4ge landen dann eben doch meist in der Ratsversammlung, es wird kr\u00e4ftig diskutiert und am Ende m\u00fcssen sie doch abgelehnt werden, weil sie Themen behandeln, \u00fcber die der Stadtrat schlichtweg nicht entscheiden darf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Da wunderten sich nicht nur die beobachtenden Medien, was da in der gegenw\u00e4rtigen Sitzungsperiode des Stadtrats schon alles&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":459227,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[43357,3364,29,30,71,859,1108],"class_list":{"0":"post-459226","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-burkhard-jung","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-leipzig","13":"tag-sachsen","14":"tag-stadtrat"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115287062399580370","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/459226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=459226"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/459226\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/459227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=459226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=459226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=459226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}