{"id":459408,"date":"2025-09-29T11:57:10","date_gmt":"2025-09-29T11:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/459408\/"},"modified":"2025-09-29T11:57:10","modified_gmt":"2025-09-29T11:57:10","slug":"axel-hacke-schreibt-in-seinem-neuen-buch-wie-fuehlst-du-dich-ueber-aengste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/459408\/","title":{"rendered":"Axel Hacke schreibt in seinem neuen Buch &#8222;Wie f\u00fchlst du dich?&#8220; \u00fcber \u00c4ngste"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der gesunde Menschenverstand ist manchmal erk\u00e4ltet. Wer Nachrichten schaut und Neuigkeiten aus der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> oder den USA h\u00f6rt, reagiert m\u00f6glicherweise mit emotionaler Verschnupfung. Und an gem\u00fctsm\u00e4\u00dfig besonders herbstlichen Tagen f\u00fchrt schon ein Rempler in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone dazu, dass man den Weltuntergang nahen sieht und sich ein warmes Kirschkernkissen f\u00fcr die Seele w\u00fcnscht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Axel Hacke hat \u00fcber diesen Zustand ein Buch geschrieben. Es hei\u00dft \u201eWie f\u00fchlst du dich?\u201c. Der 69-J\u00e4hrige macht sich darin Gedanken \u201e\u00fcber unser Innenleben in Zeiten wie diesen\u201c. F\u00fcr die Gegenwart findet er ein treffendes Bild: \u201eAm liebsten w\u00fcrde man sich wie ein Bettler an den Stra\u00dfenrand setzen, einen leeren Hut vor sich und ein Schild dazu, auf dem man nicht um Geld b\u00e4te, sondern um gute Nachrichten f\u00fcr eine Aufbesserung des eigenen Gef\u00fchlshaushalts.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Kolumnist des SZ-Magazins ist mit seinen Buchver\u00f6ffentlichungen in den vergangenen Jahren so etwas wie ein Befindlichkeits-Seismograph geworden. Er zeichnet Ver\u00e4nderungen in der zwischenmenschlichen Atmosph\u00e4re auf. Seine feinen Fibrillen registrieren, wie sich Verstimmtheiten verschieben. W\u00e4hrend viele Soziologen es mit einer solchen Bestandsaufnahme bewenden und die Menschen damit allein lassen w\u00fcrden, geht Hacke weiter. Er pflanzt seiner Leserschaft eine Stimme ins Ohr. Sie h\u00f6rt sich an wie die von Axel Hacke und spricht wie ein Freund. Was sie sagt, f\u00fcgt sich zur Bauanleitung f\u00fcr eine R\u00e4uberleiter zur \u00dcberwindung kleinerer Existenzkrisen: F\u00fcr die Dauer der Hacke-Lekt\u00fcre glaubt man felsenfest ans Gelingen des idealen Lebens. Vielleicht haben es die B\u00e4nde \u201e\u00dcber den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen\u201c und \u201e\u00dcber die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte\u201c deshalb an die Spitze der Bestsellerliste geschafft.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im neuen Buch begegnet man dieser wohltuenden Stimme wieder. \u201eFangen wir mal so an: Ich habe schlecht geschlafen.\u201c So geht es los, und man atmet gleich mal aus: Erz\u00e4hl weiter. Hacke schreibt Essays, das hei\u00dft, er beginnt bei sich und weitet seine Beobachtungen ins Allgemeine. Da \u00f6ffnet jemand sein Herz und gewinnt das Publikum dabei so lieb, dass er es unbedingt auf einen Erkenntnisstand heben m\u00f6chte, auf dem es kl\u00fcger, im besten Fall sogar leichter durchs Leben gehen kann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In \u201eWie f\u00fchlst du dich?\u201c geht es um \u00dcberforderung und \u00c4ngste. Um Despoten und Autokraten. Um die Zornbereitschaft der Menschen, die in den sozialen Netzwerken begann und ins echte Leben \u00fcbergegriffen zu haben scheint. Zum Hacke-Prinzip geh\u00f6rt, dass der Autor verschiedene Erz\u00e4hlf\u00e4den spinnt und auslegt: einen roten, der von Selbstzweifeln berichtet. Einen gelben, der von seinen eigenen Therapieerfahrungen handelt. Einen blauen, f\u00fcr den er sich Zitate aus Sekund\u00e4rliteratur, Artikeln und Fernsehsendungen holt. Einen gr\u00fcnen, der aus dem Sch\u00f6nen besteht, das ihm begegnet. Diese F\u00e4den zwirbelt er zu einem bunten Seil, das dick genug ist, um sich daran durch die eigene Wirklichkeit zu hangeln. \u201eEmpfindungen\u201c, sagt Hacke, \u201esind kein Luxus. Sondern unentbehrliche Hilfsmittel im Leben.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Manchmal klingt er ernst. Oft melancholisch. Aber immer scheint zwischen den Zeilen noch Licht. Das ist ein heiteres Buch. Es pl\u00e4diert daf\u00fcr, unser \u201eGef\u00fchlswissen\u201c auszuweiten. \u201eEs geht um eine F\u00e4higkeit zur Reflexion, um die Erkenntnis, dass man Gef\u00fchl und Vernunft nicht trennen kann, vor allem aber auch um Eigenst\u00e4ndigkeit, darum, sich zu wehren gegen jene, die uns am Nasenring der Affekte durch die Welt f\u00fchren m\u00f6chten.\u201c Wir h\u00e4tten eine Aufgabe, mahnt Hacke. Wir m\u00fcssten uns dar\u00fcber klar werden: \u201eWas ist eigentlich mein Gef\u00fchl? Und was kommt von ganz woanders?\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Botschaft dieses menschenfreundlichen und empathischen Buchs ist: Wir haben es noch in der Hand. Und weil Axel Hacke keine Krawallschachtel aus dem Behauptungsbusiness ist, verzichtet er weitgehend auf Ausrufezeichen. Seine Hinweise und Ratschl\u00e4ge sind gut gelaunte Gl\u00fchw\u00fcrmchen, \u00fcber deren Energie man sich im Dunkeln freut. Das Leben ist ein offener Prozess, so k\u00f6nnte man diese Handreichungen zusammenfassen. Deshalb misstraue allen, die Gewissheiten verk\u00fcnden. Nimm Gef\u00fchle ernst &#8211; deine, aber unbedingt auch die der anderen. Hadere nicht mit der Welt, halte dich lieber an den ebenfalls wohltuend klugen Neurologen und Schriftsteller Oliver Sacks, der kurz vor seinem Krebstod ein Buch mit dem Titel \u201eDankbarkeit\u201c ver\u00f6ffentlichte. Darin hei\u00dft es: \u201eIch war ein f\u00fchlendes Wesen, ein denkendes Tier auf diesem sch\u00f6nen Planeten, und schon das allein war ein wunderbares Privileg und Abenteuer.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vielleicht k\u00f6nne man die gro\u00dfe Welt nicht \u00e4ndern, sagt Hacke. Aber die kleine. Gef\u00fchle seien ansteckend, das sagt Hacke auch. \u201eNicht nur Zorn steckt an, auch Zusammenhalt, Gemeinsinn, Zuversicht. Sie bleiben nicht bei uns, sondern wandern weiter. Unsere Verantwortung ist, einen Beitrag zu leisten.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Jedenfalls hat man nach der Lekt\u00fcre keinen Schnupfen mehr und keine Angst vor \u00c4ngsten. Sondern das Bed\u00fcrfnis, rauszugehen und Leute zu treffen. Wie f\u00fchlst du dich? Schon viel besser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der gesunde Menschenverstand ist manchmal erk\u00e4ltet. 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