{"id":459869,"date":"2025-09-29T16:06:10","date_gmt":"2025-09-29T16:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/459869\/"},"modified":"2025-09-29T16:06:10","modified_gmt":"2025-09-29T16:06:10","slug":"lufthansa-bosch-co-massenhafter-jobabbau-verdeckt-das-wahre-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/459869\/","title":{"rendered":"Lufthansa, Bosch &#038; Co.: Massenhafter Jobabbau verdeckt das wahre Problem"},"content":{"rendered":"<p>                    Lufthansa, Bosch &amp; Co.<br \/>\n                Massenhafter Jobabbau verdeckt das wahre Problem<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tEine Analyse von Max Borowski<br \/>\n\t\t\t\t              29.09.2025, 17:19 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Bosch und Lufthansa streichen Tausende Stellen. Automobilzulieferer wie Kiekert melden Insolvenz an. Die eigentliche Krise der deutschen Wirtschaft findet jedoch ganz ohne Schlagzeilen statt. Sie liegt darin, was nicht passiert.<\/strong><\/p>\n<p>J\u00fcngste Meldungen \u00fcber massenhafte Stellenstreichungen klingen dramatisch. Doch die eigentliche Krise am deutschen Arbeitsmarkt findet abseits der Schlagzeilen statt. Vor kurzem k\u00fcndigte <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Bosch-schwingt-die-Job-Axt-article26056317.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Autozulieferer Bosch an, 15.000 Jobs abzubauen<\/a>. Nur wenige Tage sp\u00e4ter teilt <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Lufthansa-plant-Abbau-von-4000-Stellen-in-der-Verwaltung-article26062817.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Lufthansa<\/a> mit, 4000 Stellen streichen zu wollen. Die Zahl der Arbeitslosen ist im August erstmals seit zehn Jahren \u00fcber die Schwelle von drei Millionen gestiegen. Das l\u00e4sst bei Wirtschaftsverb\u00e4nden, Gewerkschaften und Politikern die Alarmglocken schrillen und Forderungen nach Hilfen in Form von Subventionen oder Gesetzes\u00e4nderungen wie einer Verschiebung des sogenannten Verbrennerverbots f\u00fcr die Autoindustrie laut werden.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund f\u00fcr die sich verschlechternde Lage auf dem Arbeitsmarkt sind jedoch nicht Entlassungen oder der massenhafte Abbau von Jobs. Es ist das, was die Unternehmen nicht tun. Etwas, das deshalb keine Schlagzeilen macht und auch die Politik nicht auf den Plan ruft. Die historische Dramatik liegt darin, dass kaum neue Stellen geschaffen werden in Deutschland. In ihrem j\u00fcngsten Monatsbericht stellte die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (BA) fest: Das Risiko, durch Jobverlust arbeitslos zu werden, nimmt seit l\u00e4ngerer Zeit zwar zu. Im langj\u00e4hrigen Vergleich ist es aber immer noch niedrig. Dagegen liege die Chance f\u00fcr Arbeitslose, eine neue Besch\u00e4ftigung zu finden &#8222;auf einem historisch niedrigen Niveau&#8220;.<\/p>\n<p>So liegt laut Arbeitsagentur-Statistik das Risiko, den Job zu verlieren, aktuell bei 0,58 Prozent, das ist nahe am Tiefstwert und weniger als im Vor-Corona-Krisenjahr 2019. Das deckt sich mit den Beobachtungen von \u00d6konomen, etwa am Ifo-Institut. &#8222;Gro\u00dfe Entlassungswellen beobachten wir derzeit nicht&#8220;, sagt Klaus Wohlraube, Leiter der Ifo-Umfragen zum j\u00fcngsten Besch\u00e4ftigungsbarometer des Instituts, das im September auf den niedrigsten Wert seit dem Corona-Jahr 2020 gefallen ist. Der Personalabbau verlaufe &#8222;eher schleichend&#8220;, so Wohlrabe.<\/p>\n<p>Die Krise am Arbeitsmarkt liegt also nicht darin, dass derzeit au\u00dfergew\u00f6hnlich viele Menschen ihre Jobs verlieren, sondern darin, dass diejenigen, die Arbeit suchen, besonders schlechte Chancen haben, einen Job zu finden. Die BA nennt das &#8222;Abgangschance&#8220; aus Arbeitslosigkeit. Und die lag zuletzt bei nur 5,6 Prozent. Das ist noch etwas schlechter als auf dem H\u00f6hepunkt der Corona-Epidemie. Im Vorkrisenjahr 2019 lag der Wert noch bei \u00fcber 7,4 Prozent.<\/p>\n<p>Wirtschaft braucht Erneuerung<\/p>\n<p>Diese Erstarrung des Arbeitsmarktes ist bezeichnend f\u00fcr den Zustand der Wirtschaft insgesamt und spiegelt sich auch in der Entwicklung von Unternehmensinsolvenzen und -gr\u00fcndungen wider. Zwar sorgen Pleiten bekannter Unternehmen wie etwa des Automobilzulieferers <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Erfinder-der-modernen-Zentralverriegelung-meldet-Insolvenz-an-Autozulieferer-Kiekert-ist-pleite-article26051940.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Kiekert<\/a> mit 4500 Besch\u00e4ftigten f\u00fcr Schlagzeilen. Trotz eines deutlichen Anstiegs in den vergangenen Jahren kann jedoch von einer krisenhaften Insolvenzwelle in Deutschland keine Rede sein. So gingen im vergangenen Jahr knapp 22.000 Unternehmen bankrott, im Finanzkrisenjahr 2009 waren es fast 33.000, 2004 sogar 39.000. Problematischer ist, dass schon seit Jahren viel zu wenig Unternehmen gegr\u00fcndet werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2024 wurden laut einer Studie des \u00d6konomen Claus Michelsen in Deutschland rund 120.000 wirtschaftlich bedeutende Unternehmen gegr\u00fcndet. Gr\u00fcndungen etwa im Nebenerwerb wurden au\u00dfer Acht gelassen. 15 Jahre zuvor waren es noch mehr als 150.000 bedeutende Neugr\u00fcndungen. Doch die Zahl ist nicht nur im zeitlichen Verlauf zur\u00fcckgegangen, sie liegt laut Michelsen auch weit unter dem Niveau anderer L\u00e4nder. &#8222;Damit Deutschlands Wirtschaft erfolgreich bleibt, m\u00fcsste auch Deutschlands Unternehmenslandschaft sich stetig erneuern und verj\u00fcngen, doch sie verkrustet und veraltet&#8220;, sagte er ntv.de.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wirtschaft ist sowohl bei Arbeitspl\u00e4tzen als auch bei ganzen Unternehmen nicht nur der Saldo entscheidend, also wie sich ihre Zahl insgesamt entwickelt, sondern auch, ob eine Erneuerung stattfindet. Das hei\u00dft, dass sich die Wirtschaft den gro\u00dfen Umw\u00e4lzungen und Ver\u00e4nderungen anpasst &#8211; indem bestehende Unternehmen in neue Bereiche und M\u00e4rkte vorsto\u00dfen und entsprechend Arbeitspl\u00e4tze schaffen, oder indem neue Firmen gegr\u00fcndet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lufthansa, Bosch &amp; Co. 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