{"id":460066,"date":"2025-09-29T17:53:21","date_gmt":"2025-09-29T17:53:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460066\/"},"modified":"2025-09-29T17:53:21","modified_gmt":"2025-09-29T17:53:21","slug":"russlands-sommeroffensive-ist-gescheitert-n-tv-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460066\/","title":{"rendered":"&#8222;Russlands Sommeroffensive ist gescheitert&#8220; &#8211; n-tv.de"},"content":{"rendered":"<p>                    Reisners Blick auf die Front<br \/>\n                &#8222;Ukraine zielt erfolgreich auf Russlands Achillesferse&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t              29.09.2025, 18:32 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p>Russlands Sommeroffensive geht zu Ende und ist &#8211; nach Ansicht von Oberst Reisner &#8211; &#8222;gescheitert&#8220;. Im Interview mit ntv.de erkl\u00e4rt Reisner, was Russland als N\u00e4chstes plant und warum die vielen Drohnen, die derzeit \u00fcber Nato-L\u00e4ndern auftauchen, ein Hinweis auf Russlands Schw\u00e4che sind.<\/p>\n<p><b>ntv.de: Die Ukraine und insbesondere Kiew haben am Wochenende wieder umfangreiche Luftangriffe erlebt. L\u00e4sst sich die Gr\u00f6\u00dfe des russischen Angriffs einordnen in das Geschehen der vergangenen Monate?<\/b><\/p>\n<p>Markus Reisner: Der letzte schwere Luftangriff der Russischen F\u00f6deration zielte haupts\u00e4chlich auf die Hauptstadt Kiew. Dort und in der Umgebung wurden Objekte der kritischen Infrastruktur getroffen, aber auch sehr viele rein zivile Objekte wie Wohnh\u00e4user. Derartige Luftangriffe mit Hunderten Drohnen sowie mit Marschflugk\u00f6rpern und Raketen erleben wir momentan alle 10 bis 14 Tage. Es sieht danach aus, dass Russland seine strategische Luftkampagne gegen die Energie- und W\u00e4rmeversorgung der Ukraine wieder aufnimmt, um die Zivilbev\u00f6lkerung w\u00e4hrend des kalten Winters zum Einknicken zu bewegen.<\/p>\n<p><b>Ist die Ukraine denn dieses Mal besser vorbereitet und ausger\u00fcstet als in den vorangegangenen Wintern?<\/b><\/p>\n<p>Im vergangenen Winter wurden nach ukrainischen Angaben bis zu 80 Prozent der kritischen Infrastruktur zerst\u00f6rt oder besch\u00e4digt. Die Ukraine hat sich in den letzten Monaten auf eine erneute Kampagne vorzubereiten versucht. Pr\u00e4sident Selenskyj hat auch bei den Verb\u00fcndeten Druck gemacht, dass sein Land mehr Flugabwehrsysteme und ausreichend Munition braucht. Ob das Gelieferte reicht, wird sich zeigen m\u00fcssen. Die Ukraine hat aber auch ihre eigenen F\u00e4higkeiten stetig weiterentwickelt, ich denke da an den bereits erfolgreichen Einsatz von Abfangdrohnen. Zugleich hat die ukrainische Kriegsindustrie ihre eigenen Produktionsst\u00e4tten zunehmend ins Nato-Ausland ausgelagert, wo sie Russland nicht angreifen kann.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Markus-Reisner-ist-Historiker-und-Rechtswissenschaftler-Oberst-des-Generalstabs-im-Osterreichischen-.jpeg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Markus Reisner ist Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im \u00d6sterreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes f\u00fcr Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie. Wissenschaftlich arbeitet er unter anderem zum Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsf\u00fchrung. Jeden Montag bewertet er f\u00fcr ntv.de die Lage an der Ukraine-Front.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Markus-Reisner-ist-Historiker-und-Rechtswissenschaftler-Oberst-des-Generalstabs-im-Osterreichischen-.jpeg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Markus Reisner ist Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im \u00d6sterreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes f\u00fcr Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie. Wissenschaftlich arbeitet er unter anderem zum Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsf\u00fchrung. Jeden Montag bewertet er f\u00fcr ntv.de die Lage an der Ukraine-Front.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: privat)<\/p>\n<p><b>Muss der j\u00fcngste russische Luftangriff in seinem Umfang so gelesen werden, dass die russische R\u00fcstungsindustrie weiter ausreichend nachliefern kann?<\/b><\/p>\n<p>So ist es. Nach ukrainischen Geheimdienstinformationen plant Russland, in diesem Jahr 30.000 bis 40.000 Geran-2- sowie 5.700 Harpiya-1-Drohnen und etwa 34.000 Gerbera und \u00e4hnliche T\u00e4uschdrohnen zu produzieren. Insgesamt fast 80.000 Angriffs- und T\u00e4uschdrohnen. Hinzukommen bis zu 2.500 Marschflugk\u00f6rper, ballistische Raketen und Hyperschallraketen. Die Geran-2-Drohnen werden mittlerweile auch eingesetzt, wie Videos vom letzten Angriff zeigen, um gezielt Umspannwerke anzugreifen und zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><b>Wirkt sich der Jahreszeitenwechsel schon erkennbar auf das Kampfgeschehen am Boden aus?<\/b><\/p>\n<p>In den letzten zehn Tagen hat die russische Sommeroffensive ihren Kulminationspunkt erreicht. Der operative Durchbruch ist den russischen Streitkr\u00e4ften dabei nicht gelungen, trotz signifikanter Gel\u00e4ndegewinne. Auch diese Sommeroffensive Russlands ist gescheitert. An mehreren Orten entlang der Front haben die Russen die Situation jedoch weiter zu ihren Gunsten verbessern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Wo?<\/b><\/p>\n<p>Stark unter Druck stehen neben Kupjansk und Siwersk vor allem Pokrowsk, Nowopawliwka, und Kostjantyniwka. Eine weitere, sechste Kesselschlacht bahnt sich um Lyman an. Keiner dieser Orte wurde jedoch bisher von den Russen g\u00e4nzlich umfasst. Hinzu kommen russische Angriffe auf Saporischschja aus dem S\u00fcden von Pokrowsk. <\/p>\n<\/p>\n<p><b>Die Offensivbem\u00fchungen kommen nun zum Stehen?<\/b><\/p>\n<p>Zumindest im Herbst, w\u00e4hrend der viel besprochenen Schlammperiode Rasputiza. Zudem erschweren die von den B\u00e4umen fallenden Bl\u00e4tter noch einmal Bewegungen. Drohnen finden noch schneller und leichter ihr Ziel. Sobald aber der Boden gefroren ist, kann und wird es auch wieder eine Winteroffensive geben.<\/p>\n<p><b>Ist es den Ukrainern gelungen, rechtzeitig hinter sich neue Verteidigungslinien zu bauen, nachdem die alten weitgehend \u00fcberrannt sind?<\/b><\/p>\n<p>Die Ukraine hat mittlerweile die sogenannte Neue Donbass-Linie errichtet. Diese Neue Donbass-Linie d\u00fcrfen wir uns in der Intensit\u00e4t nicht so vorstellen wie die Linien, die in den letzten Jahren vor dem Krieg errichtet worden waren. Die neue letzte Linie besteht vor allem aus Stacheldraht. Der erf\u00fcllt aber durchaus seinen Zweck, weil wegen der st\u00e4ndigen Drohnen\u00fcberwachung die Angreifer meist in kleinen Sto\u00dftrupps vorr\u00fccken und vom Stacheldraht effizient aufgehalten werden. <\/p>\n<\/p>\n<p><b>Welche M\u00f6glichkeiten br\u00e4chte die von US-Vizepr\u00e4sident Vance und anderen US-Regierungsmitgliedern angedeutete Bereitschaft mit sich, der Ukraine Tomahawk-Marschflugk\u00f6rper zur Verf\u00fcgung zu stellen?<\/b><\/p>\n<p>Die Trump-Regierung ist offenbar am selben Punkt angelangt, wo schon die Biden-Regierung am Ende ihrer Amtszeit angekommen war: Auch sie gestattete im Zusammenhang mit der ukrainischen Kursk-Offensive zeitweise den Einsatz weitreichender westlicher Waffen tief in russischem Territorium. Weil sich Putin auch unter Trump nicht bewegt hat, k\u00f6nnte Washington nun wieder Angriffe tief in russischem Territorium gestatten.<\/p>\n<p><b>Mit welchem Ziel?<\/b><\/p>\n<p>Marschflugk\u00f6rper vom Typ Tomahawk sind sehr pr\u00e4zise und auch technisch weit entwickelte Waffensysteme mit einer Reichweite von bis zu 2500 Kilometern. Durch die Verf\u00fcgbarkeit von Tomahawks h\u00e4tte die Ukraine wieder verst\u00e4rkt die M\u00f6glichkeit, kritische Stellen der russischen Streitkr\u00e4fte anzugreifen &#8211; Kommunikationsknotenpunkte, Logistikknotenpunkte, Bereitstellungsr\u00e4ume hinter der Front. Das w\u00fcrde auch russische Vorbereitungen auf eine neue Fr\u00fchjahrs- und Sommeroffensive st\u00f6ren.<\/p>\n<p><b>Am Wochenende schlug bereits eine mutma\u00dfliche ATACMS-Rakete aus US-Lieferungen in einer Fabrik im russischen Brjansk ein. Was bedeutet das?<\/b><\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte sein, dass von US-Seite eine Freigabe von gewissen Angriffen auf russisches Territorium bereits erfolgt ist. Hinzu kommt ja noch der gro\u00dffl\u00e4chige Stromausfall in der Region Belgorod. Urs\u00e4chlich soll da der Einschlag eines ATACMS- oder HIMARS-Geschosses gewesen sein. Die Belege, dass es sich jeweils um solche US-Waffen gehandelt hat, stehen noch aus. Wenn diese Belege aber vorliegen und sich derartige Angriffe h\u00e4ufen, haben die USA der Ukraine offensichtlich entsprechende Freigaben erteilt.<\/p>\n<p><b>Mit eigenen Waffen greift die Ukraine bereits unabl\u00e4ssig auf russischem Territorium an. Hat das inzwischen erkennbare Auswirkungen auf die russischen Kapazit\u00e4ten zur Kriegsf\u00fchrung?<\/b><\/p>\n<p>Zum ersten Mal seit langer Zeit k\u00f6nnen wir messbare Ergebnisse der ukrainischen Luftkampagne gegen Russland beobachten. Nach Sch\u00e4tzungen unterschiedlichster Experten stehen bis zu 25 Prozent der Erd\u00f6lproduktionskapazit\u00e4t nicht zur Verf\u00fcgung. Die Ukraine zielt erfolgreich auf Russlands Achillesferse: Die Deviseneinnahmen durch Erd\u00f6lverk\u00e4ufe ins Ausland sind das Schmiermittel der russischen Kriegsindustrie. Das Auftreten mutma\u00dflich russischer Drohnen \u00fcber Skandinavien, dem Baltikum bis runter nach Rum\u00e4nien ist ein Zeichen daf\u00fcr, dass der ukrainische Druck wirkt. Die russische Seite versucht, davon abzulenken durch ihr Einwirken tief in den Nato-Raum. Nebenher binden die Drohnen aber auch Flugabwehr, die die Nato-Staaten dann wom\u00f6glich nicht der Ukraine zur Verf\u00fcgung stellen. <\/p>\n<p>Mit Markus Reisner sprach Sebastian Huld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front &#8222;Ukraine zielt erfolgreich auf Russlands Achillesferse&#8220; 29.09.2025, 18:32 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":460067,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,106,13,14,15,16,307,12,317],"class_list":{"0":"post-460066","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-trump","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-politik","15":"tag-russland","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115288867774365085","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460066","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=460066"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460066\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/460067"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=460066"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=460066"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=460066"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}