{"id":460115,"date":"2025-09-29T18:21:15","date_gmt":"2025-09-29T18:21:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460115\/"},"modified":"2025-09-29T18:21:15","modified_gmt":"2025-09-29T18:21:15","slug":"duesseldorf-wohnungslosenunterkunft-fuer-frauen-icklack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460115\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf: Wohnungslosenunterkunft f\u00fcr Frauen Icklack"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">30 Kunstdarstellungen des weiblichen Geschlechtsorgans schm\u00fccken aktuell die Wand hinter dem Altar der evangelischen Vers\u00f6hnungskirche am Platz der Diakonie \u2013 und zwar in Form von Taschen. Aber was hat es damit auf sich?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Einzelst\u00fccke wurden anl\u00e4sslich des 50. Jubil\u00e4ums der Icklack angefertigt. Die Icklack ist eine Unterkunft ausschlie\u00dflich f\u00fcr wohnungslose Frauen. Als die Unterkunft 1975 er\u00f6ffnet wurde, war sie eine der ersten Einrichtungen bundesweit, die sich der weiblichen Wohnungslosigkeit widmete.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIn den 70er-Jahren wurde Wohnungslosigkeit als ein Problem der M\u00e4nner erkannt\u201c, erkl\u00e4rt Stefanie Volkenandt, Abteilungsleiterin Selbstbestimmung und Teilhabe der Diakonie D\u00fcsseldorf. Weiter: \u201eDie Annahme war, dass Frauen nicht wohnungslos werden.\u201c Die Diakonie habe damals verstanden, dass es dieses Problem gibt, und habe damit auch richtig gelegen \u2013 die Einrichtung war sofort voll, erz\u00e4hlt Volkenandt. Auch die Fachwelt sei sich mittlerweile sicher, dass geschlechtsspezifische Unterk\u00fcnfte wichtig seien, berichtet sie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">3000 Frauen kamen in den vergangenen 50 Jahren in der Icklack unter und konnten mit ihrer Unterst\u00fctzung ein neues Leben anfangen. Die Wohnungslosenunterkunft hilft den Frauen bei der \u201eStabilisierung der Allgemeinsituation\u201c, um ein \u201esicheres Fundament\u201c zu schaffen, erkl\u00e4rt die stellvertretende Leiterin der Icklack, Nina Brauckhoff. \u201eExistenzsicherung, Vermittlung, Antr\u00e4ge, dabei werden die Frauen unterst\u00fctzt\u201c, so Brauckhoff. Das Personal in der Unterkunft ist dabei ausschlie\u00dflich weiblich. \u201eViele unserer Bewohnerinnen haben negative Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht. Durch das weibliche Personal wollen wir einen Schutzraum schaffen\u201c, erkl\u00e4rt die stellvertretende Leiterin.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Scheiternde, h\u00e4ufig gewaltt\u00e4tige Partnerschaften seien bei Frauen einer der h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde f\u00fcr Wohnungslosigkeit. H\u00e4ufig treffe es Frauen, die aus toxischen Beziehungen kommen. Teils sind sie finanziell abh\u00e4ngig von ihrem Partner und k\u00f6nnen nach der Trennung keine eigene Wohnung stemmen, so Volkenandt. Allerdings gelinge es Frauen auch besser ihre sozialen Netzwerke auszusch\u00f6pfen. \u201e75 Prozent der wohnungslosen Frauen sitzen nicht auf der Stra\u00dfe\u201c, berichtet die Abteilungsleiterin, \u201esie wissen sich zu helfen.\u201c Daher sei die Dunkelziffer bei der Wohnungslosigkeit von Frauen deutlich h\u00f6her. \u201eStatistisch gesehen sind 30 Prozent aller wohnungslosen Menschen Frauen\u201c, in der Realit\u00e4t seien es aber deutlich mehr.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch aktuell sind die 31 Pl\u00e4tze der Icklack belegt. Frauen ab 18 Jahren d\u00fcrfen in die Unterkunft einziehen. Momentan seien die 20- bis 29-J\u00e4hrigen die gr\u00f6\u00dfte Gruppe. \u201eWir sind auch eine der ersten Unterk\u00fcnfte, die M\u00fctter mit Kindern aufnehmen\u201c, erkl\u00e4rt Brauckhoff. So wohnen aktuell auch sechs Kinder in der Unterkunft.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Aufenthaltsdauer ist dabei sehr individuell. Durchschnittlich seien es ungef\u00e4hr 18 Monate, so Volkenandt. Die 62-j\u00e4hrige Bewohnerin Erika wohnt seit 22 Monaten in der Icklack. \u201eHilfe holen ist das Beste, was man machen kann\u201c, erz\u00e4hlt sie. Die Icklack habe ihr R\u00fcckhalt gegeben und sie aufgefangen. Bevor sie in die Wohnungslosenunterkunft f\u00fcr Frauen gekommen ist, war sie in einer geschlechtergemischten Unterkunft in M\u00f6nchengladbach. Dort habe sie sich aber nicht wohlgef\u00fchlt. Die Zeit in der Icklack habe ihr Leben ver\u00e4ndert, sagt Erika.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch an dem Kunstprojekt zum Jubil\u00e4um hat Erika mitgearbeitet. Jeden Donnerstag sei sie daf\u00fcr nach K\u00f6ln gefahren, um an den Taschen mitzun\u00e4hen. \u201eDas hat viel Spa\u00df gemacht\u201c, so die 62-J\u00e4hrige. Aber weshalb wurde sich f\u00fcr die Tasche als Motiv entschieden? Seit 50 Jahren habe jede Frau, die in die Icklack kam, ihre Tasche mitgebracht. \u201eDie Tasche ist das, was sie noch retten konnten &#8211; das letzte bisschen Intimit\u00e4t\u201c, erkl\u00e4rt die Kunst- und Modesch\u00f6pferin Fenja Ludwig. Deswegen sollte die Tasche im Zentrum der Ausstellung stehen und \u201edie Weiblichkeit zelebrieren\u201c. In den Taschen seien au\u00dferdem die W\u00fcnsche jener Frauen versteckt, die an dem Projekt mitgearbeitet haben. \u201eAber da darf auch im \u00fcbertragenen Sinne nicht jeder rein \u2013 das bleibt ein Geheimnis\u201c, so Ludwig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"30 Kunstdarstellungen des weiblichen Geschlechtsorgans schm\u00fccken aktuell die Wand hinter dem Altar der evangelischen Vers\u00f6hnungskirche am Platz der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":460116,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[34642,3364,29,3405,5427,30,118113,118114,74704,118112,94629,1209,56613,118116,118115],"class_list":{"0":"post-460115","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-altar","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-duesseldorf","12":"tag-flingern","13":"tag-germany","14":"tag-geschlechtsorgans","15":"tag-icklack","16":"tag-kappen","17":"tag-kunstdarstellungen","18":"tag-malin","19":"tag-nordrhein-westfalen","20":"tag-obdachlosenunterkunft","21":"tag-schmuecken","22":"tag-versoehnungskirche"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115288977261467761","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=460115"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460115\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/460116"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=460115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=460115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=460115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}