{"id":460310,"date":"2025-09-29T20:04:12","date_gmt":"2025-09-29T20:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460310\/"},"modified":"2025-09-29T20:04:12","modified_gmt":"2025-09-29T20:04:12","slug":"kings-elliot-abschied-von-den-daemonen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460310\/","title":{"rendered":"Kings Elliot: Abschied von den D\u00e4monen"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Anja Gm\u00fcr hat f\u00fcr unser Treffen ein Restaurant beim U-Bahnhof des Westlondoner Stadtteils Wimbledon vorgeschlagen. Zur Begr\u00fc\u00dfung entschuldigt sie sich. &#8222;Ich bin extrem m\u00fcde, tut mir sehr leid&#8220;, sagt sie. Die 31-j\u00e4hrige Popmusikerin wohnt in der Gegend und teilt sich mit ihrem Partner sowie vier Hasen, zwei Rennm\u00e4usen und einer Katze ein Haus. Letztere tauchen regelm\u00e4\u00dfig in ihren Social-Media-Posts auf und geh\u00f6ren f\u00fcr die Fans zu ihr wie die blauen Haare, ihr Hang zur Melancholie und der offene Umgang mit ihrer psychischen Gesundheit.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Erste Schlagzeilen machte die Schwyzerin 2020 mit ihrer Deb\u00fctsingle I\u2019m Getting Tired Of Me. Mit roher Stimme singt sie zu wohligem Popbeat \u00fcber das Gef\u00fchl, von den eigenen Gedanken gefangen zu sein. Das dazugeh\u00f6rige Video zeigt sie w\u00e4hrend einer Panikattacke. Kings Elliot, wie sie mit K\u00fcnstlernamen hei\u00dft, spricht offen \u00fcber die Borderline-Erkrankung und die Angstst\u00f6rung, die bei ihr diagnostiziert wurden. Die vergangenen Tage habe sie von fr\u00fch bis sp\u00e4t ein Video gedreht, sagt sie. &#8222;Es war intensiv und herausfordernd, ich hatte zwei Panikattacken.&#8220; Trotz M\u00fcdigkeit wirkt sie frisch und voller Energie, sie lacht viel. Aber wie geht es ihr wirklich? &#8222;Gut&#8220;, sagt sie. &#8222;So beieinander und bei mir habe ich mich k\u00fcnstlerisch und pers\u00f6nlich noch nie gef\u00fchlt.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Anja Gm\u00fcr kommt 1994 zur Welt und w\u00e4chst in Altendorf im Kanton Schwyz auf. Die Mutter ist Engl\u00e4nderin, der Vater Schweizer, die Tochter begeistert sich bald f\u00fcr Musik, tritt einem Chor bei und bewirbt sich mit 14 f\u00fcr die Schweizer Castingshow MusicStar. Ihr Talent wird zwar erkannt, sie kann aber nicht mitmachen, weil sie zu jung ist. 2013 nimmt sie bei The Voice of Switzerland teil und scheidet in der ersten Runde aus. Nach der Schule l\u00e4sst sie sich zur Kauffrau ausbilden und zieht 2016 nach <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/london\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">London<\/a>, um ihrem gro\u00dfen Traum zu folgen und Popmusik zu studieren. Ein Jahr dauert die Ausbildung, danach lernt sie bei einem Nebenjob den Produzenten Conway Ellis kennen. Die beiden beginnen, gemeinsam Songs zu schreiben. Um ihre \u00c4ngste in den Griff zu bekommen, singt sie an Open-Mic-Abenden in Pubs. Dann f\u00e4rbt sie sich die Haare blau, und im November 2020 ver\u00f6ffentlicht sie I\u2019m Getting Tired Of Me. &#8222;Es klingt doof, aber meine blauen Haare und mein K\u00fcnstlername haben mir damals die Freiheit gegeben, mich ohne Filter auszudr\u00fccken.&#8220; Kings Elliot \u2013 eine Kombination aus dem englischen Wort f\u00fcr K\u00f6nige und dem Nachnamen ihrer Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits \u2013 soll ihr royale Kr\u00e4fte verleihen und diese mit jenen ihrer Ahnen b\u00fcndeln. Und tats\u00e4chlich findet sie mit ihren zutiefst traurigen, gleichzeitig sanft wiegenden Songs ein gro\u00dfes Publikum. Bald teilt die Schauspielerin Reese Witherspoon Kings Elliots Song Dancing Alone auf Social Media.\n<\/p>\n<p>Z+<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/musik\/2025-09\/an-boehmermann-chefket-konzert-absage-hkw\" data-ct-label=\"Jan B\u00f6hmermann und Chefket: Jan B\u00f6hmermann knickt ein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Jan B\u00f6hmermann und Chefket:<br \/>\n                        Jan B\u00f6hmermann knickt ein<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-09\/friedensplan-gaza-israel-donald-trump-tony-blair-waffenstillstand\" data-ct-label=\"Friedensplan f\u00fcr Gaza: Dieser Plan soll den Gazakrieg beenden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Friedensplan f\u00fcr Gaza:<br \/>\n                        Dieser Plan soll den Gazakrieg beenden<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/41\/julia-kloeckner-bundestagspraesidentin-neutralitaet-kirche\" data-ct-label=\"Julia Kl\u00f6ckner: Sind Sie neutral genug, Frau Kl\u00f6ckner?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Julia Kl\u00f6ckner:<br \/>\n                        Sind Sie neutral genug, Frau Kl\u00f6ckner?<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">2021 schlie\u00dft sie einen Plattenvertrag mit Universal Music in Deutschland und den USA ab. Im Jahr darauf begleitet sie die Pop-Rock-Band Imagine Dragons und den Rapper Macklemore auf Tour durch die Vereinigten Staaten, danach den britischen Singer-Songwriter Sam Ryder in Europa. Blo\u00df fehlt ihr die Zeit, ein eigenes Album zu schreiben. Auch hinterl\u00e4sst das st\u00e4ndige Unterwegssein Spuren. Dass sich irgendwann alles um &#8222;meine D\u00e4monen&#8220; drehte, habe sie belastet, sagt Elliot. &#8222;Das tat mir nicht gut. Ich wollte mich aufs Heilen konzentrieren.&#8220; Sie beschloss, sich in London in eine sechsmonatige Behandlung zu begeben: vier Therapiesitzungen pro Woche, dazu Gruppengespr\u00e4che. Elliot lernte, &#8222;wie mit welchen Gef\u00fchlen umzugehen&#8220;. Heute wei\u00df sie, wie wichtig Routinen f\u00fcr sie sind, regelm\u00e4\u00dfige Pausen \u2013 und ihr Team. &#8222;Sie kennen mich, verurteilen mich nicht und sehen mich auch nicht als Opfer. Wenn ich eine Panikattacke habe, machen wir eine halbe Stunde Pause, ich heule, werde gehalten, dann atmen wir tief durch und machen die Schminke neu \u2013 und nichts ist ein Problem.&#8220;\n<\/p>\n<p>    <a class=\"volume-teaser__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/41\/index\" title=\"Zur Ausgabe DIE ZEIT Nr.\u00a041\/2025\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"volume-teaser__media-item volume-teaser__media-item--landscape\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1759176252_939_original__120x86.jpeg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"86\"\/><\/p>\n<p>        Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 41\/2025. Hier k\u00f6nnen Sie die gesamte Ausgabe lesen.<\/p>\n<p>            Ausgabe entdecken<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nach der Therapie war sie bereit f\u00fcr ihr erstes Album. In Born Blue, das dieser Tage erscheint, wird deutlich, dass heute auch andere Themen ihre Kreativit\u00e4t befl\u00fcgeln. &#8222;Es ist sch\u00f6n, einmal nicht \u00fcber meine D\u00e4monen zu sprechen, sondern \u00fcber Dinge, die mir einfach sehr am Herzen liegen.&#8220; Die LGBTQ-Community geh\u00f6rt dazu, der Umweltschutz, die Tierrechte. In der Ballade What if this World singt sie \u00fcber die wachsenden gesellschaftlichen Gr\u00e4ben, den brennenden Planeten und den Schmerz, den sie ob alldem versp\u00fcrt. Die Melancholie der fr\u00fchen Jahre ist nicht verflogen, aber heute blitzt immer wieder eine Leichtigkeit auf. Nicht nur in den Texten, sondern auch in der Musik, die sie bis heute gemeinsam mit Conway Ellis komponiert. Whiskey and Wine etwa verspr\u00fcht wie The Promise viel Tempo und ist gespickt mit Anspielungen an die Dance-Musik der 1980er-Jahre. Letzteres ist ein Highlight des Albums und \u00fcberrascht mit seiner Entstehungsgeschichte: &#8222;F\u00fcr die meisten klingt das Lied, als w\u00fcrde ich eine Beziehung besingen, die nach zehn Jahren auseinandergegangen ist&#8220;, sagt Elliot. Tats\u00e4chlich nimmt sie darin Abschied von ihrem Therapeuten.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0ZEIT ONLINE<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Gr\u00fcezi! \u2013 der Newsletter der ZEIT Schweiz<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">F\u00fcr Einheimische, Expats und everybody else. Jeden Freitag aus dem ZEIT-B\u00fcro in Z\u00fcrich.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\n&#8222;Born Blue&#8220; ist bei Universal  Music erschienen. Live: 3.\u200910., M\u00fchle Hunziken, Rubigen; 4.\u200910., Kuppel, Basel; 7.\u200910., Plaza, Z\u00fcrich;  8.\u200910., Gaswerk Eventbar, Seewen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anja Gm\u00fcr hat f\u00fcr unser Treffen ein Restaurant beim U-Bahnhof des Westlondoner Stadtteils Wimbledon vorgeschlagen. 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