{"id":460417,"date":"2025-09-29T21:05:11","date_gmt":"2025-09-29T21:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460417\/"},"modified":"2025-09-29T21:05:11","modified_gmt":"2025-09-29T21:05:11","slug":"nicht-im-krieg-auch-nicht-im-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460417\/","title":{"rendered":"&#8222;Nicht im Krieg, auch nicht im Frieden\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"><a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/friedrich-merz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrich Merz<\/a> kam in bester Laune ins D\u00fcsseldorfer St\u00e4ndehaus. Erst hatte er mit den Spitzen der NRW-CDU den Erfolg seiner Partei bei der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kommunalwahl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommunalwahl<\/a> gefeiert und Wissenschaftsministerin Ina Brandes zum 48. Geburtstag gratuliert. Dann schlenderte er von der CDU-Zentrale durch den lauen Sp\u00e4tsommerabend zum Talk in das St\u00e4ndehaus. Seine Lehre aus der Wahl: \u201eDie <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/cdu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CDU<\/a> ist nicht nur auf dem Land stark, die CDU kann auch Gro\u00dfstadt.\u201c Mit Blick auf die Erfolge der AfD sagte er: \u201eDas ist nicht nur ein Ph\u00e4nomen des Ostens, sondern ein Problem f\u00fcr das ganze Land.\u201c Zugleich betonte er: \u201eF\u00fcr die AfD wachsen die B\u00e4ume nicht in den Himmel.\u201c Mit gro\u00dfer Sympathie blickt er auf die SPD: \u201eIch h\u00e4tte keine Freude daran, wenn es der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/spd\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SPD<\/a> schlecht geht. Auch aus staatspolitischen Gr\u00fcnden ist es wichtig, dass es der SPD gut geht.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Gespr\u00e4ch mit Moritz D\u00f6bler, Chefredakteur der Rheinischen Post, bot Merz den G\u00e4sten tiefe Einblicke in Kanzler-Alltag und Geopolitik.<\/p>\n<p>\u00dcber den Krieg mit der Ukraine      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Publikum hielt den Atem an, als D\u00f6bler ihn nach der Kriegsgefahr fragte: \u201eWir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden. Wir m\u00fcssen viel mehr f\u00fcr unsere eigene Sicherheit tun.\u201c Der Kanzler betonte: \u201eWir sehen die Luftraum-Verletzungen seit Wochen, es wird immer schlimmer.\u201c Die Drohnen-\u00dcberfl\u00fcge, die in D\u00e4nemark und Schleswig-Holstein stattgefunden h\u00e4tten, seien wohl unbewaffnet. \u201eDie Vermutung liegt nahe, dass die Drohnen von Russland kommen.\u201c Darauf bereite man sich vor. Merz warnte aber auch: \u201eEinfach mal acht Meter breite Drohne vom Himmel zu holen, ist in einem dicht besiedelten Land nicht einfach.\u201c Immerhin: 30 Jahre habe man \u00fcber den Nationalen Sicherheitsrat diskutiert, nun habe man diesen in wenigen Monaten installiert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> wird Geduld brauchen, erwartet Merz. \u201eKriege enden mit einer milit\u00e4rischen Niederlage oder einer wirtschaftlichen Ersch\u00f6pfung \u2013 von beiden sind wir weit entfernt, auf beiden Seiten.\u201c Er sagte: \u201eDie Nervosit\u00e4t nimmt in Russland zu, daher auch die Aggressivit\u00e4t.\u201c Und Merz betonte: \u201eEs ist ein Krieg gegen unsere Freiheit und den europ\u00e4ischen Zusammenhalt.\u201c Wenn man das mit den eingefrorenen russischen Verm\u00f6gen hinbekomme, k\u00f6nne man die Ukraine weitere Jahre gut unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>\u201eIch trinke praktisch keinen Alkohol mehr\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Seit 147 Tagen ist Merz im Amt. \u201eIch bin immer erreichbar, aber ich versuche am Wochenende auch, auszuschlafen und Zeit mit der Familie zu haben.\u201c Und: \u201eIch trinke praktisch keinen Alkohol mehr.\u201c Der 69-J\u00e4hrige scherzte: \u201eDas sind die Begleiterscheinungen des Amtes \u2013 ganz viel Alkohol oder gar keinen.\u201c Das gab gro\u00dfes Gel\u00e4chter im Saal. Das Bild von ihm sei fr\u00fcher oft verzerrt worden: \u201eMan muss in einer Demokratie leidenschaftlich ringen und reden d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Union hat zur Wahl eine Wirtschaftswende versprochen, doch in der Wirtschaft w\u00e4chst die Ungeduld. Merz verwies auf die angeschobenen Reformen. Man habe die Migrationszahlen binnen eines Jahres um 60 Prozent herunter gesenkt, seit Juli k\u00f6nnen die Unternehmen mehr abschreiben, die K\u00f6rperschaftssteuer werde ab 2028 gesenkt. \u201eDas ist alles nicht genug, das wei\u00df ich\u201c, sagte Merz. \u201eWir wollen eine Kraftwerksstrategie verabschieden und wir wollen einen Industriestrompreis in Kraft setzen.\u201c Das gab Applaus im Publikum, in dem viele Unternehmer sa\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hart ringt die Union mit der SPD \u00fcber die B\u00fcrgergeld-Reform. Arbeitsministerin B\u00e4rbel Bas (SPD) hatte gar von Bullshit gesprochen. Darauf hatte Merz entspannt reagiert. \u201eDa h\u00e4tte ich vor zehn Jahren anders reagiert\u201c, r\u00e4umte er ein. \u201eWir haben viele im System, die seit Jahren nicht rauskommen und im Teufelskreis sind.\u201c Der Plan: \u201eEs muss mehr Anreize geben, dass es sich lohnt zu arbeiten.\u201c Der Kanzler zeigte sich sicher, dass die Koalition eine L\u00f6sung finden werde: \u201eWir kommen von der wirtschaftlichen Seite, die SPD von der sozialen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass wir das zusammenbringen.\u201c Er verwies auf Missst\u00e4nde: Im Ruhrgebiet sei es manchmal mehr wie im Libanon als in Deutschland \u2013 es gebe Clankriminalit\u00e4t aus Rum\u00e4nien und dem Libanon sowie Sozialbetrug. \u201eDas ist ein komplexes Thema, das packen wir an.\u201c Teil 1 der B\u00fcrgergeld-Reform werde es noch in diesem Jahr geben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zum Thema Migration fand der Kanzler klare Worte: \u201eWer nicht arbeiten will, denen m\u00fcssen wir eine Perspektive geben, das Land zu verlassen\u201c, sagte Merz und k\u00fcndigte zugleich eine radikale Reform der Arbeitsgenehmigungen an. Hier solle ein One-Stop-Shop kommen \u2013 eine Stelle f\u00fcr alles. \u201eDie Ausl\u00e4nder-\u00c4mter sind v\u00f6llig \u00fcberlastet.\u201c Nun diskutiere man mit den L\u00e4ndern, wie man die Anerkennung anders organisieren k\u00f6nne. \u201eDas wollen wir digitalisieren.\u201c Das soll bundesweit einheitlich geregelt werden.<\/p>\n<p>Merz w\u00e4re f\u00fcr J\u00fcngeren beiseitegetreten      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Spannend war ein Blick zur\u00fcck: Ohne vorgezogene Bundestagswahl h\u00e4tte sich Merz auch vorstellen k\u00f6nnen, f\u00fcr einen j\u00fcngeren Unionskandidaten beiseitezutreten: \u201eIch hatte im Sommer letzten Jahres schon ernsthaft dar\u00fcber nachgedacht, ob ich das Ende 2025 machen soll.\u201c Er erg\u00e4nzte: \u201eWenn es in der CDU oder CSU jemanden gegeben h\u00e4tte, der 20 Jahre j\u00fcnger w\u00e4re als ich und der v\u00f6llig unumstritten in beiden Parteien auch ein Kandidat h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, dann h\u00e4tte ich gesagt, dann macht es der, der j\u00fcnger ist.\u201c Im letzten Jahr habe man allerdings nicht gewusst, dass es vorgezogene Bundestagswahlen geben w\u00fcrde. Als dann die Wahl gekommen sei, \u201edann musste das auch z\u00fcgig gehen\u201c, erkl\u00e4rte Merz. Er habe sich daraufhin der Verantwortung gestellt. Er habe aber nicht das Ziel gehabt, dass auf seinem Grabstein \u201eBundeskanzler a.D.\u201c stehe. \u201eIch sehe das eh nicht\u201c, so Merz.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zum Tag der Einheit wird Merz in Saarbr\u00fccken und Halle sprechen. Er werde nicht viel zur\u00fcckblicken, k\u00fcndigte er an. Es soll eine Art Ruckrede werden, wie sie einst <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/roman-herzog\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Roman Herzog<\/a> hielt. \u201eIm Osten ist die Infrastruktur manchmal besser als im Westen, daran kann es nicht liegen\u201c, sagte Merz. Dennoch gebe es dort oft ein Gef\u00fchl des Abgeh\u00e4ngt-Seins. Dass das Intel-Werk in Magdeburg nicht gebaut werde, sei ein Desaster.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was kann der Bund von NRW lernen? \u201eEs gibt hier ein ger\u00e4uschloses Arbeiten der Koalition\u201c, sagte Merz mit Blick auf Schwarz-Gr\u00fcn. Allerdings sei der Bund auch eine andere Dimension als die Landespolitik. Merz beteuert: \u201eWir haben eine ausgesprochen konstruktive und gute Arbeit\u201c, sagte er \u00fcber die eigene Koalition. Im Vorfeld und im Koalitionsausschuss gebe es schon mal Differenzen. \u201eAber \u00fcber den Stil bin ich angenehm \u00fcberrascht.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Friedrich Merz war zum f\u00fcnften Mal beim St\u00e4ndehaus-Treff \u2013 in den verschiedenen Funktionen. Zu dem Talk mit dem Kanzler waren besonders viele Politiker, Unternehmens- und Verbandschef gekommen darunter: Landtags-Pr\u00e4sident Andr\u00e9 Kuper, Wissenschaftsministerin Ina Brandes, Henkel-Chef Carsten Knobel, Flughafen-Chef Pradeep Pinakatt, Evonik-Vorst\u00e4ndin Claudine Mollenkopf, Andreas Gassen (Chef der Kassen\u00e4rztlichen Bundesvereinigung), Amprion-Chef Christoph M\u00fcller, Dennis Grimm (Chef von Thyssenkrupp Steel), Markus Bangen (Chef des Duisburger Hafens), D\u00fcsseldorfs Oberb\u00fcrgermeister <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/stephan-keller\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stephan Keller<\/a>, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/thomas-jarzombek\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thomas Jarzombek<\/a> (Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r im Bundesdigitalministerium). In zwei Jahren, versprach Merz, werde er wieder kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Friedrich Merz kam in bester Laune ins D\u00fcsseldorfer St\u00e4ndehaus. 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