{"id":460652,"date":"2025-09-29T23:09:12","date_gmt":"2025-09-29T23:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460652\/"},"modified":"2025-09-29T23:09:12","modified_gmt":"2025-09-29T23:09:12","slug":"netanjahu-akzeptiert-us-plan-zur-beendigung-des-gaza-kriegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/460652\/","title":{"rendered":"Netanjahu akzeptiert US-Plan zur Beendigung des Gaza-Kriegs"},"content":{"rendered":"<p>Washington (dpa) &#8211; Israel akzeptiert den Plan von US-Pr\u00e4sident Donald Trump zur Beendigung des Gaza-Kriegs mit der islamistischen Pal\u00e4stinenserorganisation Hamas. \u00abIch unterst\u00fctze Ihren Plan zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen\u00bb, sagte der israelische Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu bei einem Treffen mit Trump in Washington. Aus Kreisen der Hamas hie\u00df es, die Terrororganisation habe den Vorschlag von den katarischen und \u00e4gyptischen Vermittlern erhalten. Demnach wollen die Islamisten den Plan \u00absorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen\u00bb, ehe sie eine offizielle Antwort geben.<\/p>\n<p>So sieht der 20-Punkte-Plan aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Ende der K\u00e4mpfe: Bei Zustimmung beider Seiten soll der Krieg sofort beendet sein &#8211; das israelische Milit\u00e4r soll sich auf eine \u00abvereinbarte Linie\u00bb zur\u00fcckziehen und alle Kampfhandlungen ausgesetzt werden.\u00a0<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Geiseln und Gefangene: Innerhalb von 72 Stunden nach israelischer Zustimmung zu dem Plan sollen alle Geiseln (lebend oder verstorben) aus dem Gazastreifen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Danach soll Israel rund 250 zu lebenslanger Haft verurteilte pal\u00e4stinensische Gef\u00e4ngnisinsassen freilassen sowie etwa 1.700 nach dem 7. Oktober 2023 Inhaftierte. F\u00fcr jede aus dem Gazastreifen zur\u00fcckgef\u00fchrte Leiche soll Israel 15 Leichen von Pal\u00e4stinensern in den Gazastreifen zur\u00fcckf\u00fchren. Nach israelischen Informationen sind von 48 Geiseln nur noch 20 am Leben.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Hilfsg\u00fcter: Unmittelbar nach der Annahme des Plans sollen umfassende Hilfslieferungen in den Gazastreifen gebracht werden. Wasser- und Stromversorgung sollen wiederhergestellt und Krankenh\u00e4user instand gesetzt werden. Die Verteilung soll \u00fcber die Vereinten Nationen und den Roten Halbmond sowie andere internationale, unabh\u00e4ngige Organisationen erfolgen.\u00a0<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Menschen im Gazastreifen: Niemand soll zur Ausreise gezwungen werden; Ausreise und R\u00fcckkehr sollen auf freiwilliger Basis erfolgen.\u00a0<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Rolle der Hamas: Die Hamas soll nicht an der Verwaltung des Gazastreifens beteiligt sein d\u00fcrfen. Hamas-Mitglieder, die ihre Waffen abgeben und \u00abfriedliche Koexistenz\u00bb zusagen, k\u00f6nnen dem Plan nach Amnestie erhalten oder ausreisen.\u00a0<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>\u00dcbergangszeit: Israel soll den Gazastreifen weder annektieren noch dauerhaft besetzen. Das Gebiet soll zun\u00e4chst von einer \u00dcbergangsregierung eines technokratischen pal\u00e4stinensischen Komitees verwaltet werden. Neben Pal\u00e4stinensern sollen internationale Experten in dem Komitee sitzen, das wiederum von einem \u00abFriedensrat\u00bb mit Trump an der Spitze kontrolliert wird. Dem Rat sollen weitere Spitzenpolitiker angeh\u00f6ren, etwa der ehemalige britische Premierminister Tony Blair. Eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) soll f\u00fcr Sicherheit sorgen und gleichzeitig pal\u00e4stinensische Polizeikr\u00e4fte ausbilden.<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Wiederaufbau: Geplant sind ein international finanzierter \u00abTrump-Plan zur wirtschaftlichen Entwicklung\u00bb, Investitionen und eine Sonderwirtschaftszone, um Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. Langfristig soll dies im Zusammenspiel unter anderem mit einem \u00abinterreligi\u00f6sen Austausch\u00bb Frieden f\u00f6rdern und nach einer Reformierung der Pal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rde (PA) eine Perspektive f\u00fcr einen pal\u00e4stinensischen Staat er\u00f6ffnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur Rolle der PA sagte Netanjahu: Er sch\u00e4tze Trumps Haltung, \u00abdass die PA ohne eine radikale und echte Transformation keinerlei Rolle in Gaza spielen kann.\u00bb An anderer Stelle betonte Netanjahu, eine Zivilverwaltung im Gazastreifen werde weder von der Hamas noch von der im Westjordanland herrschenden PA gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ob die Hamas dem Plan zustimmen wird, ist derzeit unklar. Die Islamisten lehnen bislang etwa eine Entwaffnung ab.\u00a0<\/p>\n<p>Trumps \u00abRiviera des Nahen Ostens\u00bb stie\u00df auf scharfe Kritik<\/p>\n<p>In den vergangenen Monaten waren verschiedene Vorschl\u00e4ge im Gespr\u00e4ch zur Frage, wie der Gazastreifen nach einem m\u00f6glichen Kriegsende gesichert und verwaltet werden soll. Trump hatte in diesem Kontext die Idee ins Spiel gebracht, die Kontrolle \u00fcber das Gebiet zu \u00fcbernehmen und die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung in Drittl\u00e4nder umzusiedeln, um Gaza in eine \u00abRiviera des Nahen Ostens\u00bb zu verwandeln.\u00a0<\/p>\n<p>Der Vorschlag l\u00f6ste sowohl international als auch in den USA scharfe Kritik aus. Experten zufolge w\u00fcrde eine Vertreibung der Menschen aus dem Gazastreifen gegen das V\u00f6lkerrecht versto\u00dfen. In dem 20-Punkte-Plan hie\u00df es nun dazu: \u00abNiemand wird gezwungen werden, Gaza zu verlassen.\u00bb Diejenigen die gehen wollten, k\u00f6nnten dies tun und \u00abauch wieder zur\u00fcckkehren\u00bb. Man werde die Menschen \u00abdazu ermutigen\u00bb, zu bleiben.\u00a0<\/p>\n<p>Netanjahu: \u00abdramatischer Fortschritt\u00bb<\/p>\n<p>Netanjahu lobte den amerikanischen Vorsto\u00df in Washington. \u00abIch glaube, dass wir heute einen entscheidenden Schritt zur Beendigung des Krieges in Gaza machen und die Voraussetzungen f\u00fcr einen dramatischen Fortschritt im Frieden im Nahen Osten &#8211; und, wie ich denke, dar\u00fcber hinaus in sehr wichtigen muslimischen L\u00e4ndern &#8211; schaffen\u00bb, sagte er. Der Plan stehe in Einklang mit den Bedingungen Israels f\u00fcr die Zeit nach dem Krieg, sagte der israelische Regierungschef.\u00a0<\/p>\n<p>Trump sagte mit Blick auf die Hamas: \u00abIch habe das Gef\u00fchl, dass wir eine positive Antwort bekommen werden.\u00bb Man sei sehr nah an einer L\u00f6sung dran.<\/p>\n<p>Trump will Kontrollrat f\u00fcr Gazastreifen f\u00fchren<\/p>\n<p>Nach dem Willen der US-Regierung soll ein \u00abFriedensrat\u00bb als Kontrollgremium einer m\u00f6glichen \u00dcbergangsregierung im Gazastreifen zust\u00e4ndig sein. Den Vorsitz dieses Rats wolle er selbst \u00fcbernehmen, erkl\u00e4rte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu in Washington. Zwar habe er \u00absehr viel zu tun\u00bb, doch sei es auf Wunsch arabischer und israelischer F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten wichtig, dass er diese Rolle \u00fcbernehme.\u00a0<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich sollten dem Rat weitere Spitzenpolitiker \u00abund sehr angesehene\u00bb Pers\u00f6nlichkeiten angeh\u00f6ren, erkl\u00e4rte der Republikaner weiter. Als einen m\u00f6glichen Kandidaten nannte er den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair. Der Name Blair kursierte bereits in Medienberichten. \u00abWenn dieses internationale Gremium nun Erfolg hat, haben wir den Krieg endg\u00fcltig beendet\u00bb, sagte Netanjahu.<\/p>\n<p>Der israelische Oppositionsf\u00fchrer Jair Lapid teilte mit, er wolle Netanjahu ein \u00abSicherheitsnetz\u00bb garantieren f\u00fcr den Fall, dass die ultrarechten Koalitionspartner jetzt aus Protest die Regierung verlassen. Die Hardliner in der Regierung sind gegen ein Ende des Kriegs, solange die Hamas nicht zerschlagen ist.<\/p>\n<p>UN will Trumps Gaza-Friedensplan unterst\u00fctzen<\/p>\n<p>Die Vereinten Nationen betonten ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Bem\u00fchungen. \u00abDie Vereinten Nationen stehen zur Unterst\u00fctzung bereit, inklusive der Bereitstellung von humanit\u00e4rer Hilfe\u00bb, sagte ein UN-Sprecher in New York auf eine Frage nach dem Trump-Plan.\u00a0<\/p>\n<p>Israel will Souver\u00e4nit\u00e4t Katars nicht erneut verletzen<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines Treffens mit Trump telefonierte Netanjahu mit Katars Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al Thani. Israel hatte vor rund drei Wochen in dem Golfstaat die Hamas-F\u00fchrung angegriffen. Netanjahu schloss bei dem Gespr\u00e4ch weitere Angriffe im Golfemirat aus. \u00abIch m\u00f6chte Ihnen auch versichern, dass Israel nicht vorhat, Ihre Souver\u00e4nit\u00e4t in Zukunft erneut zu verletzen\u00bb, sagte Netanjahu.\u00a0<\/p>\n<p>Israel bedauere, dass ein katarischer Staatsb\u00fcrger bei dem Angriff get\u00f6tet worden sei. \u00abIch m\u00f6chte Ihnen versichern, dass Israel die Hamas ins Visier genommen hat, nicht Katarer.\u00bb Rechtsextreme Koalitionsmitglieder kritisierten die \u00abunterw\u00fcrfige Entschuldigung\u00bb.<\/p>\n<p>Katar ist ein wichtiger US-Verb\u00fcndeter am Golf. Das Emirat vermittelt neben \u00c4gypten und den USA im Gaza-Krieg. Katar hatte Israels Angriff scharf verurteilt. Kritik kam auch aus den USA.<\/p>\n<p>Netanjahu lobte die Idee von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, eine trilaterale Gruppe einzurichten, \u00abum die offenen Streitigkeiten zwischen unseren beiden L\u00e4ndern zu kl\u00e4ren\u00bb. Weitere Einzelheiten dazu nannte Netanjahu zun\u00e4chst nicht.<\/p>\n<p>Katars\u00a0Ministerpr\u00e4sident\u00a0Mohammed bin Abdulrahman Al\u00a0Thani begr\u00fc\u00dfte die Zusicherungen. Medienberichten zufolge war die Versicherung Israels, niemals mehr Angriffe in Katar auszuf\u00fchren urspr\u00fcnglich der 21. Punkt des Plans. Dieser wurde nun in einem Dokument, das vom Wei\u00dfen Haus ver\u00f6ffentlicht wurde, nicht mehr aufgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Washington (dpa) &#8211; Israel akzeptiert den Plan von US-Pr\u00e4sident Donald Trump zur Beendigung des Gaza-Kriegs mit der islamistischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":460653,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[30785,3364,29,508,30,411,8221,4046,8970,1209,64],"class_list":{"0":"post-460652","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-palstinensische-gebiete","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-diplomatie","12":"tag-germany","13":"tag-israel","14":"tag-konflikte","15":"tag-krieg","16":"tag-muenster","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115290110239692343","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=460652"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/460652\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/460653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=460652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=460652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=460652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}