{"id":4610,"date":"2025-04-03T08:52:08","date_gmt":"2025-04-03T08:52:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/4610\/"},"modified":"2025-04-03T08:52:08","modified_gmt":"2025-04-03T08:52:08","slug":"boerse-express-gesamt-roundup-trumps-gewaltiges-zollpaket","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/4610\/","title":{"rendered":"B\u00f6rse Express &#8211; GESAMT-ROUNDUP: Trumps gewaltiges Zollpaket"},"content":{"rendered":"<p>WASHINGTON (dpa-AFX) &#8211; US-Pr\u00e4sident Donald Trump sagt mit einem<br \/>\ngewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf an. Es<br \/>\nk\u00f6nnte der Auftakt zu einem globalen Handelskrieg sein: Die<br \/>\nEurop\u00e4ische Union und China k\u00fcndigten bereits Gegenma\u00dfnahmen an,<br \/>\nsuchen aber zugleich den Dialog.<\/p>\n<p>Die US-Regierung f\u00fchrt neue pauschale Z\u00f6lle in H\u00f6he von zehn Prozent<br \/>\nauf Importe aus allen L\u00e4ndern ein, wie Trump bei einem Auftritt im<br \/>\nRosengarten des Wei\u00dfen Hauses verk\u00fcndete. F\u00fcr viele Staaten sollen<br \/>\nje nach Handelsdefizit deutlich h\u00f6here Strafabgaben greifen. Auf<br \/>\nEinfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europ\u00e4ischen Union<br \/>\nin die USA sind demnach neue Z\u00f6lle in H\u00f6he von 20 Prozent<br \/>\nvorgesehen.<\/p>\n<p>Es ist der bislang aggressivste Schritt im Zuge der ohnehin rabiaten<br \/>\nHandelspolitik des US-Pr\u00e4sidenten. Verbraucher in den USA m\u00fcssen<br \/>\nsich auf deutliche Preissteigerungen einstellen. Auch die Menschen<br \/>\nin Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt werden die Folgen<br \/>\nzu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>Als unmittelbare Folge der Zollverunsicherung stieg an den<br \/>\nFinanzm\u00e4rkten die Nachfrage als nach sicher geltenden Anlagen<br \/>\nsprunghaft an. Der Goldpreis erklomm ein Rekordhoch und die Kurse<br \/>\nvon Staatsanleihen wie die Deutschlands stiegen. Zudem legte der<br \/>\nEuro legte zum Dollar weiter zu und stieg bis auf fast 1,10<br \/>\nUS-Dollar.<\/p>\n<p>Die Aktienm\u00e4rkte hatten hingegen einen schweren Stand. Die Furcht<br \/>\nvor einer breiten, globalen Wirtschaftsschw\u00e4che dr\u00fcckt auf die<br \/>\nKurse. F\u00fcr den deutschen Leitindex Dax etwas ging es kurz nach dem<br \/>\nHandelsstart um mehr als eineinhalb Prozent nach unten.<\/p>\n<p>Von der Leyen: Ein schwerer Schlag f\u00fcr die Weltwirtschaft<\/p>\n<p>EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen sagte, die<br \/>\nUniversalz\u00f6lle gegen die ganze Welt seien ein schwerer Schlag f\u00fcr<br \/>\ndie Weltwirtschaft, und es seien immense Folgen zu erwarten.<br \/>\n&#8222;Millionen von Menschen werden mit h\u00f6heren Lebensmittelrechnungen<br \/>\nkonfrontiert sein. Medikamente werden teurer, ebenso der Transport.<br \/>\nDie Inflation wird ansteigen. Und dies schadet vor allem den<br \/>\nwirtschaftlich schw\u00e4chsten B\u00fcrgern&#8220;, sagte sie am Rande eines<br \/>\nGipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer<br \/>\nStaaten in Usbekistan.<\/p>\n<p>Nach Trumps Zollank\u00fcndigung bereitet die EU eine Antwort vor, will<br \/>\naber gespr\u00e4chsbereit bleiben. &#8222;Wir finalisieren bereits das erste<br \/>\nMa\u00dfnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlz\u00f6lle und bereiten nun<br \/>\nweitere Ma\u00dfnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu<br \/>\nsch\u00fctzen, falls die Verhandlungen scheitern&#8220;, f\u00fchrte von der Leyen<br \/>\naus. Man werde auch genau beobachten, welche indirekten Auswirkungen<br \/>\ndie Z\u00f6lle haben k\u00f6nnten. Es sei noch nicht zu sp\u00e4t f\u00fcr<br \/>\nVerhandlungen. Von der Leyen appellierte an die US-Seite, sich auf<br \/>\nGespr\u00e4che einzulassen. Ziel m\u00fcsse es sein, Handelshemmnisse<br \/>\nabzubauen und nicht, sie zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Drastische Aufschl\u00e4ge f\u00fcr Produkte aus China<\/p>\n<p>China lehnt die zus\u00e4tzlichen US-Z\u00f6lle entschieden ab, wie das<br \/>\nHandelsministerium in Peking mitteilte. Es handele sich um eine<br \/>\n&#8222;typisch einseitige Art der Schikane&#8220;. Das Ministerium forderte die<br \/>\nUS-Regierung auf, ihre Z\u00f6lle unverz\u00fcglich aufzuheben und Differenzen<br \/>\nim Dialog zu l\u00f6sen. Die Volksrepublik werde entschlossen<br \/>\nGegenma\u00dfnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu<br \/>\nsch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Bereits vor der Ank\u00fcndigung hatten die USA Waren aus China, der<br \/>\nzweitgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft der Welt, mit 20 Prozent Z\u00f6llen belegt,<br \/>\nworauf Peking mit eigenen Ma\u00dfnahmen reagierte. Nun treffen die<br \/>\nVolksrepublik zus\u00e4tzlich Aufschl\u00e4ge von 34 Prozent, was die<br \/>\nZollbelastung f\u00fcr viele Produkte aus Fernost in Summe auf mehr als<br \/>\n50 Prozent steigen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Das komplexe neue Zollpaket<\/p>\n<p>Bei dem Paket geht es um sogenannte wechselseitige Z\u00f6lle. Die<br \/>\nUS-Regierung argumentiert, dass die USA lediglich \u00fcberall dort ihre<br \/>\nZ\u00f6lle anheben, wo internationale Partner ihrerseits Abgaben<br \/>\nverlangten oder anderweitige Handelsbarrieren f\u00fcr US-Firmen<br \/>\naufgebaut h\u00e4tten. Das sei nur gerecht. Wie die Amerikaner diese<br \/>\nangeblichen Benachteiligungen aber berechnen, ist undurchsichtig und<br \/>\ndie &#8222;Fairness&#8220; des Schrittes daher schwer nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Trump unterzeichnete bei der Zeremonie am Wei\u00dfen Haus eine<br \/>\nAnordnung, mit der ein komplexes internationales Zoll-System<br \/>\neingef\u00fchrt wird. Es enth\u00e4lt sowohl individuelle wechselseitige Z\u00f6lle<br \/>\nals auch pauschale Strafabgaben.<\/p>\n<p>Z\u00f6lle in H\u00f6he von zehn Prozent sollen universell auf Importe aus<br \/>\nallen L\u00e4ndern in die Vereinigten Staaten gelten und bereits an<br \/>\ndiesem Samstag in Kraft treten. Jenseits davon soll es individuelle<br \/>\nStrafabgaben geben, die je nach Land variieren. Diese sollen ab dem<br \/>\n9. April greifen. Dabei werden besonders jene L\u00e4nder ins Visier<br \/>\ngenommen, die aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren f\u00fcr<br \/>\namerikanische Produkte haben. F\u00fcr Dutzende Staaten sind h\u00f6here<br \/>\nAbgaben jenseits der zehn Prozent vorgesehen, zum Teil weit dar\u00fcber.<\/p>\n<p>&#8222;Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen&#8220;<\/p>\n<p>Trump sprach von einem &#8222;Tag der Befreiung&#8220; f\u00fcr Amerika, das sich<br \/>\nnicht l\u00e4nger von anderen L\u00e4ndern \u00fcber den Tisch ziehen lasse.<br \/>\n&#8222;Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem die<br \/>\namerikanische Industrie wiedergeboren wurde, als der Tag, an dem<br \/>\nAmerika sein Schicksal zur\u00fcckerobert hat, und als der Tag, an dem<br \/>\nwir begonnen haben, Amerika wieder reich zu machen&#8220;, sagte der<br \/>\n78-J\u00e4hrige. &#8222;Jahrzehntelang wurde unser Land gepl\u00fcndert,<br \/>\ngebrandschatzt, vergewaltigt und ausgepl\u00fcndert, von nahen und fernen<br \/>\nNationen, von Freunden und Feinden gleicherma\u00dfen.&#8220; Dies sei nun<br \/>\nvorbei. Das &#8222;goldene Zeitalter&#8220; der USA komme zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Trump setzt seit dem Wiedereinzug ins Wei\u00dfe Haus &#8211; \u00e4hnlich wie in<br \/>\nseiner ersten Amtszeit &#8211; im gro\u00dfen Stil auf Z\u00f6lle. Er verh\u00e4ngte<br \/>\nbereits Strafabgaben auf alle Aluminium- und Stahlimporte, brachte<br \/>\nZ\u00f6lle in H\u00f6he von 25 Prozent auf importierte Autos und Autoteile auf<br \/>\nden Weg, f\u00fchrte erh\u00f6hte Z\u00f6lle auf alle Waren aus China ein und nahm<br \/>\nauch die direkten Nachbarn Kanada und Mexiko ins Visier.<\/p>\n<p>Die Folgen f\u00fcr Verbraucher<\/p>\n<p>Ein Importzoll funktioniert \u00e4hnlich wie eine Steuer. Die Abgabe muss<br \/>\nvom importierenden Unternehmen gezahlt werden &#8211; in diesem Fall also<br \/>\nvon Firmen in den USA. Es gilt als wahrscheinlich, dass die<br \/>\nimportierenden Unternehmen die h\u00f6heren Kosten nicht einfach selbst<br \/>\ntragen, sondern an die Verbraucher weitergeben. Trumps Ziel ist,<br \/>\nUS-Firmen davon abzuhalten, Produkte aus dem Ausland einzuf\u00fchren.<br \/>\nDas soll langfristig den Produktionsstandort USA st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Da mit Gegenz\u00f6llen gerechnet wird und auf die exportierenden<br \/>\nUnternehmen in den USA, aber auch in anderen L\u00e4ndern Umsatzeinbu\u00dfen<br \/>\nzukommen d\u00fcrften, k\u00f6nnte dies zu einem R\u00fcckgang der Produktion und<br \/>\nStellenstreichungen rund um den Globus f\u00fchren. Ein eskalierender<br \/>\nHandelskonflikt zwischen den USA und der EU w\u00fcrde auch f\u00fcr deutsche<br \/>\nVerbraucher deutlich sp\u00fcrbare Auswirkungen haben.<\/p>\n<p>Der Konflikt mit Europa<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4er hatten bei Verhandlungen in Washington noch versucht,<br \/>\ndie neuen Z\u00f6lle zu verhindern &#8211; jedoch erfolglos. &#8222;Sie zocken uns<br \/>\nab. Es ist so traurig, das zu sehen. Es ist so erb\u00e4rmlich&#8220;, sagte<br \/>\nTrump mit Blick auf die Europ\u00e4er.<\/p>\n<p>Immer wieder wettert Trump bei \u00f6ffentlichen Auftritten gegen die EU<br \/>\nund ihre Handelspolitik. Grunds\u00e4tzlich ist es ihm ein Dorn im Auge,<br \/>\ndass europ\u00e4ische Unternehmen deutlich mehr Waren in den USA<br \/>\nverkaufen als amerikanische Unternehmen in der EU. Die bereits<br \/>\nverk\u00fcndeten US-Z\u00f6lle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren sowie<br \/>\nAutoimporte hatten den Handelsstreit mit Europa schon angeheizt.<\/p>\n<p>Die Botschaft nach innen<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Zoll-Ank\u00fcndigung w\u00e4hlte Trump den ber\u00fchmten Rosengarten<br \/>\ndes Wei\u00dfen Hauses direkt neben dem Oval Office. Der US-Pr\u00e4sident<br \/>\nversammelte dort Kabinettsmitglieder, Wirtschaftsvertreter und<br \/>\nArbeiter, um seine Zoll-Entscheidung effektvoll in Szene zu setzen.<\/p>\n<p>Trump will mit Z\u00f6llen angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren<br \/>\nund mehr Produktion in die USA verlagern. Gleichzeitig sollen die<br \/>\nZolleinnahmen dazu dienen, sein teures Wahlversprechen gro\u00dfer<br \/>\nSteuersenkungen zumindest teilweise gegenzufinanzieren.<\/p>\n<p>Die &#8222;Billionen und Billionen&#8220; an Einnahmen sollten eingesetzt<br \/>\nwerden, &#8222;um unsere Steuern zu senken und unsere Staatsschulden<br \/>\nabzutragen&#8220;, sagte Trump. Z\u00f6lle dienen dem Republikaner auch als<br \/>\nDruckmittel, um in Verhandlungen mit anderen L\u00e4ndern politische<br \/>\nZiele durchzusetzen &#8211; und sich seiner Basis als kompromissloser<br \/>\n&#8222;America First&#8220;-Pr\u00e4sident zu pr\u00e4sentieren.\/jac\/DP\/mis<\/p>\n<p>AXC0095    2025-04-03\/09:36<\/p>\n<p>Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederver\u00f6ffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdr\u00fcckliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WASHINGTON (dpa-AFX) &#8211; US-Pr\u00e4sident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf an.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4523,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[791,4064,331,332,665,29,548,663,158,3934,3935,13,14,15,16,4065,12,55],"class_list":{"0":"post-4610","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktien","9":"tag-aktienmarkt","10":"tag-aktuelle-nachrichten","11":"tag-aktuelle-news","12":"tag-boerse","13":"tag-deutschland","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europaeische-union","17":"tag-europe","18":"tag-european-union","19":"tag-headlines","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-politik","23":"tag-rohstoffe","24":"tag-schlagzeilen","25":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114273186095186905","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4610"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4610\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4523"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}