{"id":461138,"date":"2025-09-30T03:44:13","date_gmt":"2025-09-30T03:44:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/461138\/"},"modified":"2025-09-30T03:44:13","modified_gmt":"2025-09-30T03:44:13","slug":"niedersachsen-bremen-spielerei-oder-supergeraet-was-kann-ein-feuerwehr-trecker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/461138\/","title":{"rendered":"Niedersachsen &#038; Bremen: Spielerei oder Superger\u00e4t: Was kann ein Feuerwehr-Trecker?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neben Drehleiter und R\u00fcstwagen f\u00e4hrt die Feuerwehr Wiesmoor seit Kurzem mit einem Trecker zu Eins\u00e4tzen: mit 300 PS, feuerroter Lackierung und Blaulicht. Was bringt eine Landmaschine bei der Feuerwehr?<\/strong><\/p>\n<p>Wiesmoor (dpa\/lni) &#8211; Diese Landmaschine ist feuerrot und hat sogar Blaulicht: Mit einem Einsatz-Traktor r\u00fcckt die Freiwillige Feuerwehr Wiesmoor in Ostfriesland seit Kurzem zu Eins\u00e4tzen aus. Ob Br\u00e4nde l\u00f6schen, Sands\u00e4cke f\u00fcllen oder Wasser pumpen: Die Feuerwehr will mit dem Fahrzeug testen, ob Traktoren k\u00fcnftig noch h\u00e4ufiger f\u00fcr den Brand- und Katastrophenschutz zum Einsatz kommen sollten. Welche Vor- und Nachteile gibt es?<\/p>\n<p>Ein Trecker bei der Feuerwehr &#8211; ist das eine neue Idee?\u00a0<\/p>\n<p>Nein, ganz neu sei diese Erfindung nicht, sagt Hendrik Becker, Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiesmoor und Entwicklungsleiter der Firma Rebo Sonderfahrzeuge, die den Einsatztrecker gebaut hat. Schon zu DDR-Zeiten seien Trecker mit Tankanh\u00e4ngern etwa bei gro\u00dfen Waldbr\u00e4nden eingesetzt worden, um Wasser an entlegene Einsatzorte zu bringen.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben das auf eine moderne Stufe gebracht und mit Modulen weiter ausgebaut&#8220;, sagt Becker. Der nun entwickelte Feuerwehr-Traktor sei ein modulares Fahrzeug f\u00fcr den Brand- und Katastrophenschutz. In Niedersachsen sei so ein Feuerwehr-Trecker bislang einzigartig, teilt der Landesfeuerwehrverband auf Anfrage mit.\u00a0<\/p>\n<p>Was kann ein Trecker, was ein Feuerwehrauto nicht kann?\u00a0<\/p>\n<p>Die Idee sei, den Trecker durch verschiedene Ger\u00e4te wie eine Art Schweizer Taschenmesser zu nutzen, erkl\u00e4rt Entwicklungsleiter Becker &#8211; je nach Einsatzlage wird der Trecker mit einem bestimmten Modul ausger\u00fcstet und an den Einsatzort gefahren. Dazu geh\u00f6ren etwa ein R\u00e4umschild, ein Stromaggregat, verschiedene Pumpen und eine Schlauchhaspel.\u00a0<\/p>\n<p>Um etwa bei einem Wald- oder Moorbrand viel Wasser in ein schwer zug\u00e4ngliches Gebiet zu transportieren, kann der Trecker einen Tankanh\u00e4nger mit bis zu 12.000 Litern Wasser ziehen. Das reicht, um 70 Minuten zu l\u00f6schen.<\/p>\n<p>Um auf Hochwasserlagen vorbereitet zu sein, \u00fcben die Wiesmoorer Feuerwehrleute aktuell den Einsatz der Sandsackf\u00fcllmaschine, die an den Trecker angeschlossen werden kann. Bis zu 4.700 Sands\u00e4cke pro Stunde k\u00f6nnen Feuerwehrleute so im Ernstfall abf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Welches Ziel verfolgt die Feuerwehr mit dem Trecker?\u00a0<\/p>\n<p>Der Trecker ist ein Prototyp, den der Hersteller gebaut hat. Die Feuerwehr Wiesmoor nutzt das Fahrzeug in einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt seit diesem Sommer f\u00fcr ein Jahr, um Erfahrungen mit der Technik zu sammeln. &#8222;Wir wollen Know-how aufbauen&#8220;, sagt Becker. Die Feuerwehrleute \u00fcben aber nicht nur mit den verschiedenen Modulen, sie nutzen den Trecker auch f\u00fcr reale Eins\u00e4tze in Ostfriesland, wie etwa k\u00fcrzlich bei einem Hallenbrand.<\/p>\n<p>Was haben die ersten Trecker-Eins\u00e4tze gezeigt?\u00a0<\/p>\n<p>Die Wiesmoorer Feuerwehrleute sind schon nach wenigen Wochen und Eins\u00e4tzen von ihrem neuen Fahrzeug \u00fcberzeugt. Zwar sei ein Traktor als Einsatzmittel noch Neuland f\u00fcr die Feuerwehr, sagt Holger Eyhusen, Einheitsf\u00fchrer und seit 41 Jahren bei der Feuerwehr. &#8222;Wir m\u00fcssen aber sagen, dass es sich sehr gut in den \u00dcbungsdienst und in den Einsatzdienst einbinden l\u00e4sst.&#8220; Die Feuerwehrleute heben vor allem die Effektivit\u00e4t hervor.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Das Komfortable an dem Traktor ist, dass er einem die Arbeit abnimmt&#8220;, sagt Eyhusen. Einen brennenden, gro\u00dfen Strohhaufen etwa k\u00f6nne ein Feuerwehrmann aus der Fahrerkabine heraus l\u00f6schen, die durch \u00dcberdruck auch vor giftigem Rauch sch\u00fctze. &#8222;Ich brauche jetzt nicht zwei oder drei oder vielleicht sogar vier Personen, die die Schlauchleitung f\u00fchren, sondern kann das alles aus dem Traktor heraus bedienen und das ist ein gro\u00dfer Vorteil.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Au\u00dferdem helfe es, schnell gro\u00dfe Mengen Wasser an eine Einsatzstelle zu bringen, zum Beispiel bei einem Hallenbrand. &#8222;Wenn ich dann sofort 12.000 Liter Wasser abgeben kann &#8211; das ist nat\u00fcrlich sehr, sehr schlagkr\u00e4ftig.&#8220;<\/p>\n<p>Wie schl\u00e4gt sich der Trecker im Feuerwehr-Alltag?\u00a0<\/p>\n<p>Es gibt noch ein paar H\u00fcrden: Weil der Trecker f\u00fcr das Ger\u00e4tehaus zu lang ist, sind die Komponenten in einem Zelt untergebracht. Und auch nicht jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann darf den Trecker fahren, denn daf\u00fcr ist ein F\u00fchrerschein der Klasse CE n\u00f6tig. Inzwischen seien aber 20 Maschinisten ausgebildet worden, die den Trecker fahren d\u00fcrften, sagt Eyhusen.\u00a0<\/p>\n<p>Ist so ein Trecker eher eine Spielerei oder kann er wirklich helfen?\u00a0<\/p>\n<p>Inwieweit der Trecker tats\u00e4chlich helfen kann, soll die Testphase zeigen. Die will auch der Landesfeuerwehrverband abwarten. &#8222;Wir begleiten das sehr positiv. Wir finden das super, dass es solche Innovationen gibt&#8220;, sagt der Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Olaf Rebmann.\u00a0<\/p>\n<p>Die Eins\u00e4tze und \u00dcbungen der Feuerwehr in Wiesmoor m\u00fcssten nun zeigen, wie das Fahrzeug ein Jahr lang Belastungen standhalte. Zum Beispiel m\u00fcsse der Winter zeigen, wie das L\u00f6schsystem bei Minusgraden funktioniere, sagt Rebmann. &#8222;Es gab schon viele Erfindungen in der Feuerwehrwelt, die am Anfang super toll klangen, aber nachher dann nicht praxistauglich waren.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wiesmoorer Wehr liegen die Vorz\u00fcge auf der Hand: &#8222;Es gibt sicherlich Menschen, die sagen: Ok, das ist Spielerei oder Show &#8211; sehen wir jetzt ganz und gar nicht so&#8220;, sagt Einheitsf\u00fchrer Eyhusen. In der Frage, ob der Trecker f\u00fcr die Feuerwehr und den Katastrophenschutz tauge, haben die Feuerwehrleute schon eine Antwort: &#8222;Das k\u00f6nnen wir jetzt schon sagen, das ist eine Bombe.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Kann der Trecker Vorbild f\u00fcr andere Wehren in Niedersachsen sein?\u00a0<\/p>\n<p>Das komme auf die Ergebnisse des Prototyp-Tests und den genauen Bedarf der Feuerwehren vor Ort an, sagt Verbandssprecher Rebmann. Sicherlich werde der Trecker kein Fahrzeug sein, dass f\u00fcr jede Wehr infrage komme. &#8222;Das wird definitiv ein Sonderfahrzeug bleiben.&#8220; Der Landesfeuerwehrverband h\u00e4lt es aber f\u00fcr denkbar, dass solche Trecker, je nach Bedarf und Ausstattung, bei den unteren Katastrophenschutzbeh\u00f6rden, also auf Landkreisebene, stationiert und in das bestehende Feuerwehrsystem eingebettet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Kann der Trecker eigentlich auch Mais h\u00e4ckseln oder pfl\u00fcgen?\u00a0<\/p>\n<p>Ja, grunds\u00e4tzlich k\u00f6nne der Trecker das, sagt Feuerwehrmann Eyhusen. Und die landwirtschaftlichen F\u00e4higkeiten haben die Feuerwehrleute nach eigenen Angaben auch schon getestet. Schlie\u00dflich seien nur wenige Feuerwehrleute am Anfang auch Treckerfahrer gewesen, sagt Eyhusen. &#8222;Uns ist dann da ein St\u00fcck Land zur Verf\u00fcgung gestellt worden und da haben wir dann drauf gegrubbert, um eben erst mal ein Gef\u00fchl \u00fcberhaupt f\u00fcr so ein Ger\u00e4t zu bekommen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neben Drehleiter und R\u00fcstwagen f\u00e4hrt die Feuerwehr Wiesmoor seit Kurzem mit einem Trecker zu Eins\u00e4tzen: mit 300 PS,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":461139,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,118270,30,1411,97282,118269,3771],"class_list":{"0":"post-461138","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-feuerwehr-trecker","12":"tag-germany","13":"tag-niedersachsen","14":"tag-spielerei","15":"tag-supergeraet","16":"tag-was"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115291191198950799","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/461138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=461138"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/461138\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/461139"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=461138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=461138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=461138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}