{"id":461205,"date":"2025-09-30T04:21:24","date_gmt":"2025-09-30T04:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/461205\/"},"modified":"2025-09-30T04:21:24","modified_gmt":"2025-09-30T04:21:24","slug":"holocaust-aufklaerung-zu-spaet-und-zu-kurz-buendnis-fordert-kurswechsel-im-geschichtsunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/461205\/","title":{"rendered":"Holocaust-Aufkl\u00e4rung: \u201eZu sp\u00e4t und zu kurz\u201c \u2013 B\u00fcndnis fordert Kurswechsel im Geschichtsunterricht"},"content":{"rendered":"<p>Bisher wird der Holocaust vor allem in der Oberstufe am Gymnasium ausf\u00fchrlich aufgearbeitet. Zu sp\u00e4t, finden der Zentralrat der Juden, der Antisemitismusbeauftragte und Bildungsvertreter. Ein Geschichtslehrer warnt: F\u00fcr viele Sch\u00fcler sei die Nazi-Zeit so weit weg wie die Antike.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein breites B\u00fcndnis aus Schul- und Antisemitismusexperten fordert einen Kurswechsel in der deutschen Holocaust-Aufkl\u00e4rung. Die NS-Zeit im Geschichtsunterricht findet in den meisten deutschen Bundesl\u00e4ndern in gr\u00f6\u00dferem Umfang erst in der Oberstufe und dadurch nur in Gymnasien statt.<\/p>\n<p>\u201eAus Sicht des Zentralrats der Juden greift diese Form der Thematisierung zu sp\u00e4t und zu kurz\u201c, sagte Josef Schuster, Pr\u00e4sident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der \u201eFrankfurter Rundschau\u201c. \u201eDie Auseinandersetzung mit der Schoa muss fr\u00fchzeitig, kontinuierlich und schulform\u00fcbergreifend erfolgen \u2013 nicht erst am Ende der Schullaufbahn und nicht nur im Gymnasium.\u201c Schuster fordert altersgerechte Lernkonzepte, \u201edie auch in der Grundschule eingesetzt werden k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr den geforderten Kurswechsel sprechen mehrere Gr\u00fcnde: Es gibt immer weniger Zeitzeugen, zudem verbreiten sich Falschnachrichten und Hetze in den sozialen Netzwerken, sagt Schuster.<\/p>\n<p>Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, unterst\u00fctzt die Forderung. Klein zufolge \u201emuss die Lehre \u00fcber die NS-Zeit im Geschichtsunterricht bereits in der Mittelstufe erfolgen\u201c, wie er gegen\u00fcber der \u201eFrankfurter Rundschau\u201c sagte. Er fordert zudem mehr Geschichtsunterricht. \u201eEine Wochenstunde ist viel zu wenig, das ist v\u00f6llig inakzeptabel. Auch, dass Geschichte oft nur noch in Mischf\u00e4chern mit Sozialkunde und Politik unterrichtet wird, muss sich \u00e4ndern. In Lehrpl\u00e4nen muss stehen, dass Biografien behandelt werden\u201c, so der Beauftragte.<\/p>\n<p>\u201eEs gilt weiterhin das \u00dcberw\u00e4ltigungsverbot: Zu jungen Sch\u00fclern schreckliche Bilder zu zeigen, hilft wenig\u201c, so Klein. \u201eAber es gibt genug andere, p\u00e4dagogisch wertvolle Wege, die Erinnerungskultur bereits in der Mittelstufe halbjahrf\u00fcllend im Geschichtsunterricht zu behandeln. In der Oberstufe kommt die Aufkl\u00e4rung in vielen F\u00e4llen zu sp\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Deshalb fordert auch die Bundessch\u00fclerkonferenz neue Impulse: \u201eDer Geschichtsunterricht in Deutschland ist nach wie vor viel zu theoretisch. Jahreszahlen und Lehrbuchwissen schaffen keine Betroffenheit. Sie verhindern keine Hetze auf dem Pausenhof\u201c, sagte Quentin G\u00e4rtner, Generalsekret\u00e4r der Bundessch\u00fclerkonferenz der Zeitung. Der Sch\u00fcler fordert <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article250966558\/Kampf-gegen-Judenhass-Union-will-alle-Schueler-in-Deutschland-zu-Besuch-von-KZ-Gedenkstaetten-verpflichten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article250966558\/Kampf-gegen-Judenhass-Union-will-alle-Schueler-in-Deutschland-zu-Besuch-von-KZ-Gedenkstaetten-verpflichten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pflichtbesuche an Gedenkst\u00e4tten an ehemaligen Konzentrations- oder Vernichtungslagern<\/a> und schlie\u00dft sich Kleins Forderung an: \u201eDie Auseinandersetzung mit der NS-Zeit im Geschichtsunterricht muss in der Mittelstufe beginnen.\u201c<\/p>\n<p>Lehrervertreter: Holocaust f\u00fcr Jugendliche \u201e\u00e4hnlich fern wie die Antike\u201c<\/p>\n<p>Stefan D\u00fcll, Pr\u00e4sident des Deutschen Lehrerverbands bem\u00e4ngelt, dass f\u00fcr das Schulfach Geschichte und insbesondere dem Themenkomplex Holocaust und Deutschland w\u00e4hrend der NS-Herrschaft zu wenig Zeit einger\u00e4umt wird: \u201eEs w\u00e4re w\u00fcnschenswert, wieder mehr Zeit f\u00fcr Geschichte zu haben\u201c, sagte er. \u201eDer Geschichtsunterricht kann heute nicht mehr auf ein kollektives Wissen zur\u00fcckgreifen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEine 30-j\u00e4hrige Lehrkraft hat keine Eltern, die das Dritte Reich erlebt haben. F\u00fcr diese Generation ist die Nachkriegsgeschichte relevanter\u201c, sagte D\u00fcll. Demokratiebildung m\u00fcsse auch zeigen, was nach der NS-Diktatur war. \u201eDie Bundesrepublik hat viel erreicht \u2013 an Wohlstand, Sicherheit, gegenseitiger Achtung, Toleranz und Freiheitsbewusstsein.\u201c<\/p>\n<p>Auch der Bundesvorsitzende des Verbands der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands, Niko Lamprecht, sagte der \u201eFrankfurter Rundschau\u201c: \u201eEreignisse mit 80 Jahren Abstand wirken auf viele Jugendliche \u00e4hnlich fern wie die Antike\u201c. Doch er betont auch: \u201eDer Holocaust ist ein inhaltlicher Schwerpunkt, keine zweiw\u00f6chige Randnotiz.\u201c<\/p>\n<p>sebe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bisher wird der Holocaust vor allem in der Oberstufe am Gymnasium ausf\u00fchrlich aufgearbeitet. 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