{"id":461630,"date":"2025-09-30T08:17:13","date_gmt":"2025-09-30T08:17:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/461630\/"},"modified":"2025-09-30T08:17:13","modified_gmt":"2025-09-30T08:17:13","slug":"langzeitueberwachung-von-epilepsie-mit-subkutanem-eeg-sensor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/461630\/","title":{"rendered":"Langzeit\u00fcberwachung von Epilepsie mit subkutanem EEG-Sensor"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/encephalography-epilepsie.webp.webp\" alt=\"Encephalography Epilepsie\" title=\"Encephalography Epilepsie\"\/> <\/p>\n<p>Etwa ein Drittel aller Patienten mit <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/epilepsie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Epilepsie<\/a> leidet trotz antiepileptischer Therapie unter fortbestehenden Anf\u00e4llen. F\u00fcr eine wirksame Behandlungsanpassung ist die exakte Erfassung der Anfallsh\u00e4ufigkeit unverzichtbar. In der klinischen Routine werden dazu vor allem Patiententageb\u00fccher genutzt. Diese sind jedoch fehleranf\u00e4llig: Anf\u00e4lle bleiben unbemerkt, werden vergessen oder f\u00e4lschlich als epileptische Ereignisse erfasst.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund wurde ein neuartiges subkutanes Elektroenzephalographie-System (sc-EEG) entwickelt, das eine kontinuierliche, ambulante \u00dcberwachung erm\u00f6glicht. In einer prospektiven Beobachtungsstudie untersuchten Forschende am Institute of Psychiatry, Psychology &amp; Neuroscience (IoPPN) des King\u2019s College London gemeinsam mit der Mayo Clinic die Machbarkeit, Akzeptanz und klinische Aussagekraft dieser Technologie. Mit einer Dauer von 15 Monaten stellt die in &#8218;Epilepsia&#8216; publizierte Arbeit die bislang umfassendste prospektive Untersuchung zur Langzeitanwendung eines subkutanen EEG-Systems dar.<\/p>\n<p>Kontinuierliche EEG-Aufzeichnung mit hoher Patiententreue<\/p>\n<p>In die Studie wurden zehn erwachsene Patienten mit therapierefrakt\u00e4rer Epilepsie eingeschlossen. Nach der Implantation des EEG-Systems erfolgte eine nahezu kontinuierliche Aufzeichnung mit einer medianen t\u00e4glichen Dauer von 18,8 Stunden.<\/p>\n<p>Begleitend f\u00fchrten die Patienten ein elektronisches Anfallstagebuch und beantworteten standardisierte Frageb\u00f6gen zur Handhabung und Akzeptanz. Die Datenanalyse erfolgte \u00fcber visuelle Annotation, unterst\u00fctzt durch ein automatisiertes Detektionsverfahren.<\/p>\n<p>Die Adh\u00e4renz blieb \u00fcber die gesamte Studiendauer hinweg hoch: Die H\u00e4lfte der Patienten zeichnete mehr als 20 Stunden pro Tag auf.<\/p>\n<p>Diskrepanz zwischen EEG und Anfallstageb\u00fcchern<\/p>\n<p>Im Beobachtungszeitraum wurden 71.984 Stunden sc-EEG-Daten dokumentiert, in denen 754 epileptische Anf\u00e4lle erfasst wurden. Mehr als die H\u00e4lfte (52\u00a0%) dieser Ereignisse wurde in den Patiententageb\u00fcchern nicht dokumentiert. Umgekehrt fanden sich bei 27\u00a0% der Tagebucheintr\u00e4ge keine EEG-korrelierbaren Anf\u00e4lle. Diese Diskrepanzen zeigten sich insbesondere bei nichtkonvulsiven Anf\u00e4llen mit erhaltener Bewusstheit. Die F1-\u00dcbereinstimmungswerte zwischen EEG und Tagebuch variierten stark (0,06\u20130,97).<\/p>\n<p>Zirkadiane Rhythmen und Anfallsh\u00e4ufungen erkennbar<\/p>\n<p>Das subkutane EEG erm\u00f6glichte die Identifikation individueller zeitlicher Muster epileptischer Aktivit\u00e4t. Neben Anfallsh\u00e4ufungen konnten auch zirkadiane Periodizit\u00e4ten zuverl\u00e4ssig identifiziert werden. Diese Muster blieben in den Patiententageb\u00fcchern oftmals unerkannt oder waren fehlerhaft abgebildet.<\/p>\n<p>EEG-System \u00fcberwiegend gut vertr\u00e4glich<\/p>\n<p>Das Implantationsverfahren erwies sich insgesamt als gut vertr\u00e4glich. Leichte, vor\u00fcbergehende Nebenwirkungen standen in Zusammenhang mit der lokalen An\u00e4sthesie. Als schwerwiegendere Komplikation trat eine Elektrodenerosion auf. Ein weiterer Patient brach die Teilnahme aufgrund lokaler Schmerzen ab; ein Ger\u00e4tedefekt f\u00fchrte zu einem zus\u00e4tzlichen Studienabbruch.<\/p>\n<p>Fazit: Objektivere Anfallserfassung \u00fcber Monate hinweg<\/p>\n<p>Die prospektive 15-Monats-Studie best\u00e4tigt die Machbarkeit und hohe Akzeptanz der Langzeit\u00fcberwachung mittels subkutanem EEG bei Patienten mit therapierefrakt\u00e4rer Epilepsie. Das Verfahren liefert deutlich objektivere Daten als Patiententageb\u00fccher und erm\u00f6glicht die Abbildung individueller Anfallsmuster.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Etwa ein Drittel aller Patienten mit Epilepsie leidet trotz antiepileptischer Therapie unter fortbestehenden Anf\u00e4llen. 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