{"id":462053,"date":"2025-09-30T12:05:21","date_gmt":"2025-09-30T12:05:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462053\/"},"modified":"2025-09-30T12:05:21","modified_gmt":"2025-09-30T12:05:21","slug":"kathi-im-einsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462053\/","title":{"rendered":"Kathi Im Einsatz \u2026"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"skhh-img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/kathi-im-einsatz-b1-data.png\" alt=\" \"\/><\/p>\n<p>\u00a9 Polizei Hamburg<\/p>\n<p>Morgens bei strahlendem Herbstsonnenschein \u00fcber der Elbe, startet der Einsatz. Im Fokus: Eine gro\u00df angelegte Verkehrskontrolle im gewerblichen G\u00fcterverkehr. Die Federf\u00fchrung liegt bei den zust\u00e4ndigen Fachdiensten WSP 513 und WSP 521. Letzterer ist nicht nur zust\u00e4ndig f\u00fcr das Stra\u00dfengeschehen, sondern auch f\u00fcr den Hafenbereich und die digitalen Kontrollverfahren. Dazu sp\u00e4ter mehr. Zun\u00e4chst einmal habe ich mich ins Get\u00fcmmel der Kontrolle gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Diverse Fremdkr\u00e4fte sind in den Einsatz eingebunden, wie bspw. spezialisierte Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesl\u00e4ndern \u2013 darunter Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern \u2013 sowie Vertreterinnen und Vertreter von Zoll, dem Bundesamt f\u00fcr Logistik und Mobilit\u00e4t, der Gewerbeaufsicht Niedersachsen, der Hamburger Beh\u00f6rde f\u00fcr Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft sowie der Beh\u00f6rde f\u00fcr Verkehr und Mobilit\u00e4tswende und J 23.\u00a0<\/p>\n<p>Ziel der Aktion: Fahrzeuge unter die Lupe zu nehmen, die gef\u00e4hrliche G\u00fcter oder Abf\u00e4lle transportieren \u2013 ein sensibles Thema mit gro\u00dfer Relevanz f\u00fcr die Sicherheit auf Hamburgs Stra\u00dfen und im Hafen.\u00a0<\/p>\n<p>Denn:\u00a0Folgenschwere Verkehrsunf\u00e4lle, die sich aufgrund mangelhafter Ladungssicherung oder fehlerhaften Umgangs mit Gefahrg\u00fctern ereignen, sind nicht selten.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Einsatzbegleitung startet&#8230;<\/p>\n<p>Die Einsatzbegleitung startet&#8230;<\/p>\n<p>Die Einsatzbegleitung startet&#8230;<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Los geht&#8217;s&#8230;<\/p>\n<p>Los geht&#8217;s&#8230; (1)<\/p>\n<p>Los geht&#8217;s&#8230; (1)<\/p>\n<p>Los geht&#8217;s&#8230; (2)<\/p>\n<p>Los geht&#8217;s&#8230; (2)<\/p>\n<p>Los geht&#8217;s&#8230; (3)<\/p>\n<p>Los geht&#8217;s&#8230; (3)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Ich habe mir noch einmal schnell den Polizeif\u00fchrer dieses Einsatzes f\u00fcr einen O-Ton geschnappt \u2026<\/p>\n<p>Ich habe mir noch einmal schnell den Polizeif\u00fchrer dieses Einsatzes f\u00fcr einen O-Ton geschnappt \u2026<\/p>\n<p>Ich habe mir noch einmal schnell den Polizeif\u00fchrer dieses Einsatzes f\u00fcr einen O-Ton geschnappt \u2026<\/p>\n<p>Auch auf dem Wasser wird kontrolliert \u2013 die Seeschifffahrt bleibt nicht au\u00dfen vor. Im Hafen geht es an Container und Ladung, an Papiere und Frachtlisten. Die Kontrollen greifen wie Zahnr\u00e4der ineinander \u2013 nur so kann sichergestellt werden, dass Gefahrgut korrekt deklariert, gesichert und nachvollziehbar transportiert wird.\u00a0<br \/>\u00a0<\/p>\n<p>Hier einige Impressionen von den mobilen Containerkontrollen auf den Umschlagsanlagen und den Seeschiffskontrollen aus dem Hamburger Hafen an diesem Tag.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"skhh-img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hafenbilder-data.png\" alt=\" \"\/><\/p>\n<p>\u00a9 Polizei Hamburg<\/p>\n<p>Hier noch die Ergebnisse der Gro\u00dfkontrolle:\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/blaulicht\/pm\/6337\/6124472\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.presseportal.de\/blaulicht\/pm\/6337\/6124472<\/a><br \/>\u00a0<\/p>\n<p><strong>KI auf Spurensuche \u2013 digitale Kontrolle mit System<\/strong><\/p>\n<p>Doch was passiert eigentlich mit den Containern, die auf den ersten Blick gar nicht auff\u00e4llig sind?\u00a0<\/p>\n<p>Wie eingangs angek\u00fcndigt, geht es f\u00fcr mich nach dem Einsatz auf der Stra\u00dfe noch in das Herzst\u00fcck der digitalen Gefahrgutkontrolle: zur WSP 521. Hier treffe ich auf unsere Kollegin Reni, die mir zeigt, wie moderne Technik und kriminalistisches Gesp\u00fcr ineinandergreifen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"skhh-img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hafen-ki.png\" alt=\" \"\/><\/p>\n<p>\u00a9 Polizei Hamburg<\/p>\n<p><strong>OnPoint:<\/strong> Reni, danke, dass Du Dir Zeit f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch nimmst. Viele Leserinnen und Leser wissen vielleicht gar nicht, dass es in der Wasserschutzpolizei eine Einheit gibt, die sich speziell um nicht deklariertes Gefahrgut k\u00fcmmert. Kannst Du uns zum Einstieg kurz erz\u00e4hlen, wie Eure Dienststelle \u00fcberhaupt entstanden ist?<\/p>\n<p><strong>Reni:<\/strong> Sehr gerne! Unsere Dienststelle gibt es jetzt seit etwa vier Jahren. Der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Gr\u00fcndung waren unter anderem mehrere Br\u00e4nde auf Schiffen weltweit, wobei der durch undeklakiertes Gefahrgut ausgel\u00f6ste Brand auf dem Seeschiff CCNI Arauco im Jahr 2016 im Hamburger Hafen als Initialz\u00fcndung f\u00fcr die Einrichtung dieser Ermittlungseinheit angesehen werden kann. Damals war h\u00e4ufig v\u00f6llig unklar, was genau in den betroffenen Containern transportiert wurde. Immer wieder kam heraus, dass Gefahrgut an Bord, aber nicht als solches deklariert war. Das ist nat\u00fcrlich ein gro\u00dfes Problem, weil es bei Transport und Aufenthalt auf den Containerterminals spezielle Sicherheitsvorschriften gibt, die dann nicht eingehalten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>J\u00e4hrlich werden im Hamburger Hafen mehrere Millionen Container mit Waren umgeschlagen \u2013 ein gewaltiges Volumen. Die Herausforderung: Unter diesen Unmengen die wenigen Container zu identifizieren, in denen sich m\u00f6glicherweise nicht deklariertes Gefahrgut befindet \u2013 eine Ordnungswidrigkeit, die nicht nur rechtlich relevant ist, sondern die gesamte Transportkette gef\u00e4hrden kann.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>OnPoint:<\/strong> Warum wird Gefahrgut \u00fcberhaupt falsch oder gar nicht deklariert? Das klingt ja ziemlich riskant.<\/p>\n<p><strong>Reni:<\/strong> Das ist es auch! H\u00e4ufig geschieht das aus Kostengr\u00fcnden. Der Transport von Gefahrgut ist deutlich teurer. Deshalb neigen einige Versender oder Auftraggeber leider dazu, Ware bewusst falsch bzw. eben nicht als Gefahrgut zu deklarieren. F\u00fcr die Reedereien und Spediteure ist das \u00fcbrigens sehr \u00e4rgerlich, weil auch ihre Schiffe und Transportwege gef\u00e4hrdet werden. Gefahrgut muss zum Beispiel an bestimmten Stellen auf dem Schiff gestaut werden \u2013 z.B. nicht in der N\u00e4he von W\u00e4rmequellen und Wohnquartieren oder neben anderem Gefahrgut. Wenn diese Regeln nicht beachtet werden, kann das zu schweren Unf\u00e4llen f\u00fchren. Und wenn ein LKW mit nicht deklariertem Gefahrgut verungl\u00fcckt, ist das auch f\u00fcr Einsatzkr\u00e4fte und unbeteiligte Menschen extrem gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>OnPoint:<\/strong> Und genau hier kommt Eure Arbeit ins Spiel \u2013 und die KI, mit der Ihr arbeitet. Wie genau unterst\u00fctzt Euch diese Technologie?<\/p>\n<p><strong>Reni:\u00a0<\/strong>Unsere Aufgabe ist es, nicht deklariertes Gefahrgut aufzusp\u00fcren. Das ist wirklich wie die Suche nach der sprichw\u00f6rtlichen Nadel im Heuhaufen. Jeden Tag bekommen wir rund 20.000 Datens\u00e4tze ins System \u2013 das sind Warenbewegungen, nicht Container. Ein Container kann ja auch mehrere verschiedene Waren enthalten. Jede einzelne Ware muss korrekt deklariert sein.<\/p>\n<p>Wir arbeiten mit einem System namens GEGIS (Gefahrgut Informationssystem). \u00dcber diese Software haben wir Zugriff auf die Daten der Im- und Export-Warenstr\u00f6me im Hamburger Hafen, die nicht als Gefahrgut angemeldet wurden. Fr\u00fcher mussten wir uns jeden Datensatz manuell ansehen. Heute unterst\u00fctzt uns eine KI dabei: Sie sortiert vor und gibt uns eine Einsch\u00e4tzung, welche Waren eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, nicht deklariertes Gefahrgut zu sein. Wenn wir zum Beispiel eingeben, dass wir nur Datens\u00e4tze mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 100 Prozent sehen wollen, reduziert sich die Menge von 18.000 Datens\u00e4tzen auf etwa 1.800. Das macht unsere Arbeit viel effizienter.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>OnPoint:<\/strong> Das klingt nach einer riesigen Erleichterung. Wie hat sich die KI entwickelt?<\/p>\n<p><strong>Reni:<\/strong> Die Ergebnisse der KI basieren auf den Ergebnissen unserer \u00dcberpr\u00fcfungen der vergangenen Jahre. Immer wenn wir einen Treffer hatten \u2013 also nicht deklariertes Gefahrgut identifiziert wurde \u2013 haben wir das zur\u00fcckgemeldet und ebenso, wenn es sich bei einer \u00fcberpr\u00fcften Ware eben nicht um Gefahrgut gehandelt hat. So hat die KI gelernt, Muster zu erkennen. Noch heute ist sie in einem Lernprozess. Jedes Mal, wenn wir einen Fall best\u00e4tigen oder ausschlie\u00dfen, flie\u00dft diese Information als Feedback zur\u00fcck ins System. Durch regelm\u00e4\u00dfige Trainingsl\u00e4ufe verarbeitet der Algorithmus diese Informationen und die KI wird immer besser und genauer.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>OnPoint:<\/strong> Was passiert, wenn Ihr einen Verdacht habt?<\/p>\n<p><strong>Reni:<\/strong> Dann gehen wir in die Tiefe. Zun\u00e4chst schreiben wir die Spedition oder Reederei an und fordern genauere Unterlagen an. Wenn sich der Verdacht erh\u00e4rtet, k\u00f6nnen wir ein Bef\u00f6rderungsverbot verh\u00e4ngen. Wir fahren dann raus oder beauftragen die Hafensicherheitsbeamten, um die Ladung vor Ort zu \u00fcberpr\u00fcfen. Falls sich best\u00e4tigt, dass es sich tats\u00e4chlich um nicht deklariertes Gefahrgut handelt, wird die Ware gesichert und eventuell neu verpackt. Es wird also ein regelkonformer und damit sicherer Zustand f\u00fcr den Weitertransport hergestellt. Zuletzt wird entweder ein Bericht an die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde des Absenderlandes (normalerweise bei Versendern von anderen Kontinenten) oder eine Owi-Anzeige gefertigt \u2013 Verst\u00f6\u00dfe werden nat\u00fcrlich auch geahndet.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>OnPoint:<\/strong> Gibt es ein Beispiel, wie Eure Arbeit schon etwas ver\u00e4ndert hat?<\/p>\n<p><strong>Reni:<\/strong> Ja, ein gutes Beispiel sind E-Autos. Zu Beginn waren die sehr oft nicht als Gefahrgut deklariert \u2013 dabei m\u00fcssen sie das eigentlich immer sein. Durch unsere kontinuierlichen Nachfragen, Berichte und Kontrollen haben die Unternehmen inzwischen dazugelernt. Heute ist das kaum noch ein Problem. Das zeigt, wie wichtig unsere Arbeit auch pr\u00e4ventiv ist: Wir kontrollieren nicht nur, wir sto\u00dfen auch Lernprozesse bei den Unternehmen an.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>OnPoint<\/strong>: Hamburg ist also weltweit Vorreiter mit dieser Methode?<\/p>\n<p><strong>Reni:<\/strong> Ja, das stimmt. Unsere Arbeit hier im Hamburger Hafen ist weltweit einzigartig. Wir sind, meines Wissens, die einzige Wasserschutzpolizei, die nicht nur diese spezielle Ermittlungsarbeit, sondern auch eine KI in dieser Form einsetzt. Das ist nat\u00fcrlich auch ein St\u00fcck weit Pionierarbeit \u2013 und wir sind schon ein bisschen stolz darauf.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>OnPoint:<\/strong> Das k\u00f6nnt Ihr auch sein! Reni, vielen Dank f\u00fcr den spannenden Einblick in Eure Arbeit.<\/p>\n<p><strong>Reni:\u00a0<\/strong>Sehr gerne! Ich freue mich, dass wir das Thema bekannter machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Fazit: Sicherheit mit System \u2013 und mit KI<\/strong><\/p>\n<p>Die Kombination aus gezielter Stra\u00dfenkontrolle, Zusammenarbeit mit Beh\u00f6rden auf Landes- und Bundesebene sowie der smarten Unterst\u00fctzung durch KI zeigt: Die Wasserschutzpolizei Hamburg bleibt nicht stehen. Sie denkt weiter, vernetzt sich \u2013 analog wie digital \u2013 und sorgt daf\u00fcr, dass Sicherheit auf dem Wasser, der Stra\u00dfe und in den Datenstr\u00f6men gleicherma\u00dfen gew\u00e4hrleistet bleibt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Meisterleistung liegt dabei nicht nur in der Technik, sondern vor allem im Zusammenspiel der engagierten Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag aufs Neue daf\u00fcr sorgen, dass gef\u00e4hrliche G\u00fcter nicht unbemerkt durch den Hafen und \u00fcber unsere Stra\u00dfen rollen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Katharina Dehn, P\u00d6A 2<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a9 Polizei Hamburg Morgens bei strahlendem Herbstsonnenschein \u00fcber der Elbe, startet der Einsatz. 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