{"id":462235,"date":"2025-09-30T13:43:13","date_gmt":"2025-09-30T13:43:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462235\/"},"modified":"2025-09-30T13:43:13","modified_gmt":"2025-09-30T13:43:13","slug":"cyberangriff-die-heikle-rettung-von-jaguar-landrover","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462235\/","title":{"rendered":"Cyberangriff: Die heikle Rettung von Jaguar Landrover"},"content":{"rendered":"<p>Seit Wochen stehen die B\u00e4nder still in den britischen Werken von Jaguar Landrover. Ein Cyberangriff hatte den Autobauer lahmgelegt. Die Krise weitete sich auf Zulieferer aus. Die britische Regierung springt nun mit einem Kredit zur Rettung bei. Das ist nicht ohne Risiko.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Seit f\u00fcnf Wochen steht die Produktion beim britischen Autobauer Jaguar <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/land-rover-neuheiten-fahrberichte-tests\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/land-rover-neuheiten-fahrberichte-tests\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Landrover<\/a> (JLR) komplett still. Ein Cyberangriff in der Nacht zum 1. September hatte den Automobilhersteller dazu veranlasst, die Fertigung in den drei britischen Werken in den West Midlands und in Merseyside bei Liverpool bis auf Weiteres einzustellen. <\/p>\n<p>Mehrmals hat JLR seither den Termin verschoben, zu dem die Produktion wieder starten sollte. Am Montag konnte der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/jaguar-neuheiten-fahrberichte-tests\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/jaguar-neuheiten-fahrberichte-tests\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konzern<\/a> nun eine teilweise Entwarnung geben. In den kommenden Tagen soll demnach die Produktion zumindest teilweise wieder aufgenommen werden. Laut Informationen britischer Medien d\u00fcrften ab dem 6. Oktober erste Arbeiten wieder aufgenommen werden. Bis zur Normalisierung und der Wiederherstellung der vollen Kapazit\u00e4t der Produktionslinien d\u00fcrfte es aber noch Wochen dauern. <\/p>\n<p>Entspannung bringt jetzt eine <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article68d8f75a88300c7476b99e4d\/Cyberangriff-Milliardenkredit-fuer-Jaguar-Land-Rover.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article68d8f75a88300c7476b99e4d\/Cyberangriff-Milliardenkredit-fuer-Jaguar-Land-Rover.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">staatliche Kreditgarantie<\/a> \u00fcber 1,5 Milliarden Pfund (1,7 Milliarden Euro), die die Regierung am Wochenende zugesagt hat, vor allem um die Zulieferindustrie zu unterst\u00fctzen. \u201eJaguar Landrover ist eine Ikone der britischen Industrie, die Zehntausende von Menschen besch\u00e4ftigt\u201c, sagte Wirtschaftsminister Peter Kyle. \u201eHeute sichern wir Tausende dieser <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/arbeitsmarkt\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/arbeitsmarkt\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitspl\u00e4tze <\/a>mit bis zu 1,5 Milliarden Pfund zus\u00e4tzlicher privater Finanzierung, helfen dem Unternehmen, seine Lieferkette zu st\u00fctzen, und sch\u00fctzen einen wichtigen Teil der britischen Automobilindustrie.\u201c<\/p>\n<p>JLR, eine Tochter des indischen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/tata-motors\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/tata-motors\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tata-Konzerns<\/a>, hat erhebliche Bedeutung f\u00fcr die britische Wirtschaft. Drei gro\u00dfe Werke in Solihull, Wolverhampton und Halewood besch\u00e4ftigen insgesamt 30.000 Angestellte. Dazu kommen noch einmal mehr als 100.000 Jobs bei den Zulieferern. Vor allem die wirtschaftliche Lage dieser Zulieferer macht Branchenkennern zunehmend Sorgen. Eine Reihe kleinerer Anbieter h\u00e4ngt fast vollst\u00e4ndig an JLR. Einige k\u00f6nnen inzwischen keine Geh\u00e4lter mehr zahlen, ihnen droht die Zahlungsunf\u00e4higkeit. <\/p>\n<p>Umschwung in der Regierung<\/p>\n<p>Nachdem Wirtschaftsminister Kyle zun\u00e4chst darauf bestanden hatte, dass JLR als profitabler Konzern, der zu einem erfolgreichen globalen Konglomerat geh\u00f6rt, aus eigener Kraft die Zulieferbranche st\u00fctzen m\u00fcsse, hat sich der Ton in der zweiten Septemberh\u00e4lfte ge\u00e4ndert. In den vergangenen Tagen waren eine Reihe m\u00f6glicher Ans\u00e4tze besprochen worden, um dem Autobauer und vor allem seinen Zulieferbetrieben zu helfen. Unter anderem wurde die Idee diskutiert, dass der Staat direkt eingreifen k\u00f6nne, indem er Komponenten kauft, um sie nach der Wiederaufnahme der Produktion an JLR weiterzuverkaufen. <\/p>\n<p>Die vereinbarte Kreditlinie stammt nicht aus staatlicher Hand, sondern von privaten Banken. Die staatliche Exportkreditagentur UK Export Finance \u00fcbernimmt aber die Garantie, im Falle eines Zahlungsausfalls w\u00fcrde sie die Verluste tragen. Zus\u00e4tzlich sichert das Modell JLR g\u00fcnstigere Kreditkonditionen. Am Montagabend wurde au\u00dferdem bekannt, dass es dem Konzern gelungen ist, sich zus\u00e4tzlich eine Finanzierungslinie \u00fcber zwei Milliarden Pfund bei einer Gruppe von Gesch\u00e4ftsbanken zu sichern. Sie soll als Liquidit\u00e4tsreserve dienen. <\/p>\n<p>Das staatliche Sicherungsnetz sorgt allerdings f\u00fcr einige Bedenken. Liam Byrne, Labour-Abgeordneter und Vorsitzender des Parlamentarischen Ausschuss f\u00fcr Wirtschaft und Handel, warnte vor den Gefahren. \u201eF\u00fcr die Zukunft besteht ein echtes Risiko von Moral Hazard\u201c, sagte er der Financial Times. Mit dem Begriff aus der Volkswirtschaftslehre werden Fehlanreize beschrieben, die sich aus Garantien ergeben k\u00f6nnen. Unternehmen handeln im Zweifel risikoreicher, weil sie sich abgesichert f\u00fchlen. <\/p>\n<p>Jamie MacColl, Cyber-Security-Experte vom Royal United Services Institute (RUSI), einer Denkfabrik f\u00fcr Sicherheits- und Verteidigungsfragen, mahnte, dass der Schritt Anreize schaffen k\u00f6nnen, auf den Abschluss einer Cyber-Versicherung zu verzichten. Nach Informationen der Fachpublikation \u201eThe Insurer\u201c fehlt JLR diese Art der Versicherung. Der Autobauer habe gerade mit Anbietern verhandelt, als der Hackerangriff erfolgte.<\/p>\n<p>Milliarden-Einbu\u00dfen f\u00fcr den Autobauer<\/p>\n<p>JLR wird der Hack teuer zu stehen kommen. David Bailey, Professor f\u00fcr Volkswirtschaftslehre an der Universit\u00e4t Birmingham, sch\u00e4tzt die Umsatzeinbu\u00dfen des Autobauers allein f\u00fcr September auf 2,2 Milliarden Pfund. Jeder Tag Stillstand d\u00fcrfte demnach den Gewinn um 5 Millionen Pfund reduzieren. <\/p>\n<p>Der Cyberangriff trifft das Unternehmen in einem kritischen Moment. Die Marke Jaguar soll komplett neu ausgerichtet werden. Sie verzichtet k\u00fcnftig unter anderem auf die springende Katzenfigur, um eine j\u00fcngere Klientel anzusprechen. Die Fertigung ist im laufenden Jahr f\u00fcr dieses Rebranding komplett gestoppt. Die Marke Landrover bereitet die Umstellung auf eine vollst\u00e4ndig elektrische Flotte bis Ende des Jahrzehnts vor.<\/p>\n<p>Wie die Hacker genau zugegriffen und zu welchen Informationen sie dabei Zugriff bekommen haben, ist bisher nicht bekannt. Gleich mehrere britische Unternehmen hatten im Laufe des Jahres mit spektakul\u00e4ren Hacks zu k\u00e4mpfen. Besonders einschneidend war ein Angriff auf den Handelskonzern Marks &amp; Spencer, der die Belieferung des Shops beeintr\u00e4chtigte und wochenlang Online-Eink\u00e4ufe unm\u00f6glich machte. 300 Millionen Pfund Gewinn hat der Hack nach Unternehmensangaben gekostet. Auch die Handelskette Coop und das Luxuskaufhaus Harrods sind in den vergangenen Monaten Opfer von Cyberangriffen geworden.<\/p>\n<p><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Business Insider<\/b><\/a><b> erstellt.<\/b><\/p>\n<p><b>Claudia Wanner schreibt f\u00fcr WELT vor allem \u00fcber die <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/grossbritannien-wirtschaft\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/grossbritannien-wirtschaft\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>britische Wirtschaft.<\/b><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit Wochen stehen die B\u00e4nder still in den britischen Werken von Jaguar Landrover. 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