{"id":462439,"date":"2025-09-30T15:33:11","date_gmt":"2025-09-30T15:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462439\/"},"modified":"2025-09-30T15:33:11","modified_gmt":"2025-09-30T15:33:11","slug":"brennstaebe-aus-dem-moebellager-frankreich-laedt-putins-atomkonzern-ins-emsland-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462439\/","title":{"rendered":"Brennst\u00e4be aus dem M\u00f6bellager: Frankreich l\u00e4dt Putins Atomkonzern ins Emsland ein"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr Emmanuel Macron ist Wladimir Putin der letzte &#8222;Imperialist\u201d Europas. Doch wenn es um das Wohl der franz\u00f6sischen Atomwirtschaft geht, dr\u00fcckt er ein Auge zu: Der franz\u00f6sische Atomkonzern Framatome m\u00f6chte mit den Kriegsverbrechern von Rosatom Brennelemente herstellen &#8211; im Emsland.<\/strong><\/p>\n<p>Emmanuel Macron kann Wladimir Putin nicht ausstehen. So klingt es zumindest, wenn der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident den russischen Staatschef als <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Macron-nennt-Putin-gefraessiges-Raubtier-article25974273.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;gefr\u00e4\u00dfiges Raubtier&#8220;<\/a> bezeichnet oder als letzten <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Putin-macht-Macron-Napoleon-Vorwurf-der-franzoesische-Praesident-kontert-article25614003.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Imperialisten&#8220;<\/a> Europas, der eine &#8222;dauerhaft destabilisierende Macht&#8220; und eine &#8222;Bedrohung f\u00fcr Frankreich und Europa&#8220; ist.<\/p>\n<p>Doch wenn es um das Wohl der franz\u00f6sischen Atomwirtschaft geht, sieht der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident \u00fcber die Differenzen hinweg: Die beiden staatlichen Atomkonzerne Framatome und Rosatom arbeiten seit Jahren erfolgreich zusammen, daran hat der russische Angriff auf die Ukraine nichts ge\u00e4ndert. In Zukunft m\u00f6chten die Unternehmen ihre Zusammenarbeit verst\u00e4rken und gemeinsam Brennelemente f\u00fcr alte sowjetische Reaktoren in Europa herstellen &#8211; und zwar in Deutschland: Framatome und Rosatom haben sich die Brennelementefertigung im nieders\u00e4chsischen Lingen f\u00fcr ihr Projekt ausgeguckt.<\/p>\n<p>Fertigung ohne Kunden<\/p>\n<p>In der Stadt im Emsland werden bereits seit 1979 Brennelemente hergestellt. Betreiber der Fertigung ist Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF), die Brennstoffsparte von Framatome. Framatome verdient sein Geld mit dem Bau und der Instandhaltung von Atomkraftwerken, etwa Reaktoren und Turbinen. Beide Unternehmen geh\u00f6ren zum staatlichen franz\u00f6sischen Stromkonzern EDF. <\/p>\n<p>Wichtigster Kunde der Fertigung in Lingen waren bis zur Atomkatastrophe von Fukushima die deutschen Atomkraftwerke. Nach dem deutschen Atomausstieg nahm man das Ausland als Ersatz in den Blick: Die meisten Brennst\u00e4be verkauft ANF inzwischen nach Belgien, Schweden und Finnland. Auch Atomkraftwerke der franz\u00f6sischen Flotte geh\u00f6ren zu den Kunden.<\/p>\n<p> <strong class=\"article__aside__title\">Wo finde ich &#8222;Wieder was gelernt&#8220;?<\/strong> <\/p>\n<p>Dieser Text ist eigentlich ein Podcast: Alle Folgen von &#8222;Wieder was gelernt&#8220; finden Sie in der <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/apps\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ntv-App<\/a>, bei <a href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/wieder-was-gelernt-der-ntv-podcast-d0uld2aqwi6dt\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">RTL+<\/a>, <a href=\"https:\/\/music.amazon.com\/podcasts\/b6931e40-5e85-4ef9-87f6-c785039b1f1e\/wieder-was-gelernt\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">Amazon Music<\/a>, <a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/wieder-was-gelernt-ein-ntv-podcast\/id1434819309?mt=2\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Apple Podcasts<\/a> und <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/6w5kuaVaPvVDWGdPLXkONh\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Spotify<\/a>. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/podcast\/wieder_was_gelernt\/rss\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">RSS-Feed<\/a> verwenden.<\/p>\n<p>Finanziell ist die Situation jedoch angespannt: Laut den <a href=\"https:\/\/www.gruene-bundestag.de\/veranstaltungen\/veranstaltung\/putins-atomkraft-made-in-germany\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gr\u00fcnen<\/a> k\u00f6nnen die neuen M\u00e4rkte die deutschen Atomkraftwerke nicht ersetzen. Der Partei zufolge ist die Fertigung in Lingen nur zu 23 Prozent ausgelastet. Auch bei der ANF-Mutter Framatome sind die Kassen klamm: Beim Bau des finnischen Superreaktors <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Finnland-bringt-Super-Atomreaktor-ans-Netz-article24056650.htm\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Olkiluoto<\/a> gab es so viele Probleme, dass der franz\u00f6sische Staat das Unternehmen vor wenigen Jahren mit 4,5 Milliarden Euro Steuergeldern vor dem Kollaps retten musste. <\/p>\n<p>Russische Brennst\u00e4be &#8222;Made in Germany&#8220;<\/p>\n<p>ANF ben\u00f6tigt also dringend neue Kundschaft, um die Fertigung in Lingen auszulasten und Geld zu verdienen: 19 alte sowjetische Atomreaktoren in Bulgarien, Finnland, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Diese wurden in der Vergangenheit vorwiegend von der Rosatom-Tochter TVEL beliefert: &#8222;Die Brennelemente f\u00fcr alte sowjetische Reaktoren haben eine besondere Form und besondere Eigenschaften&#8220;, sagt Industrieexperte Sebastian Stier im ntv-Podcast <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/Podcast\/wieder_was_gelernt\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Wieder was gelernt&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>  <strong class=\"article__aside__title\">Sebastian Stier<\/strong> <\/p>\n<p>Sebastian Stier ist Physiker, promovierter Informatiker und hat viele Jahre f\u00fcr Siemens gearbeitet. Sp\u00e4ter wechselte er die Seiten und vertrat als Patentanwalt einer M\u00fcnchner Kanzlei viele Jahre lang Erfinder und Unternehmen vor dem europ\u00e4ischen Patentamt. Im aktuellen Weltnuklearbericht (<a href=\"https:\/\/www.worldnuclearreport.org\/World-Nuclear-Industry-Status-Report-2025\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">WNISR 2025<\/a>) zeigt Stier in diesem Jahr erneut die Verflechtungen von Framatome und Rosatom in Lingen auf.<\/p>\n<p>Das Problem ist: Die osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder und Finnland versuchen seit Jahren, sich aus der Abh\u00e4ngigkeit von TVEL zu l\u00f6sen. Speziell seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sie wenig Interesse an russischen Brennst\u00e4ben. Doch ANF kann die Brennst\u00e4be nicht allein fertigen, das Unternehmen strebt in Lingen eine Kooperation an: Niemand Geringeres als TVEL pers\u00f6nlich soll das n\u00f6tige Know-how bereitstellen. Wer bei ANF kauft, erh\u00e4lt also weiterhin Brennst\u00e4be aus russischer Produktion, dann allerdings &#8222;Made in Germany&#8220;.<\/p>\n<p>Eine Alternative haben die europ\u00e4ischen Kunden vermutlich nicht, die Konkurrenz auf dem Markt ist \u00fcberschaubar: &#8222;Der einzige Mitbewerber ist Westinghouse&#8220;, sagt Stier. &#8222;Aber Framatome sieht in dem nordamerikanischen Unternehmen anscheinend einen Konkurrenten und versucht mithilfe von Rosatom und TVEL in den Markt einzudringen.&#8220;<\/p>\n<p>Atomkraftwerke und Atomwaffen<\/p>\n<p>Rosatom ist ein beunruhigender Gigant. Der Staatskonzern kontrolliert 450 Produktions- und Forschungsst\u00e4tten in Russland und hat mehr als 350.000 Mitarbeiter. Er steuert sowohl die zivile als auch die milit\u00e4rische Atomindustrie des Landes und stellt neben Atombrennstoffen auch Atomwaffen her. Das Tochterunternehmen Atomflot baut derzeit eine atomgetriebene Flotte f\u00fcr das russische Regime. Und wie das Beispiel des <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Ukrainer-duerfen-AKW-Saporischschja-nicht-mehr-betreten-article24715541.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Atomkraftwerks Saporischschja<\/a> zeigt: Rosatom beteiligt sich auf Befehl der russischen F\u00fchrung aktiv am Krieg gegen die Ukraine. <\/p>\n<p>Trotzdem ist Rosatom anders als die russische \u00d6l- oder Gasindustrie nicht mit EU-Sanktionen belegt, denn die genannten EU-Staaten sind abh\u00e4ngig vom russischen Staatskonzern. Sie ben\u00f6tigen die Brennst\u00e4be von TVEL f\u00fcr ihre sowjetischen Reaktoren. Ungarn hat Rosatom gar mit dem Bau von neuen Reaktorbl\u00f6cken beauftragt. <\/p>\n<p>Es ist also nachvollziehbar und w\u00fcnschenswert, dass sich Finnland, Bulgarien und Co. nach alternativen Brennstofflieferanten wie Westinghouse umschauen. Das amerikanisch-kanadische Unternehmen liefert gern. Noch reichen die Kapazit\u00e4ten aber nicht aus, um den gesamten Bedarf in Europa zu bedienen. &#8222;Das ist keine Frage des Geldes&#8220;, sagt Industrieexperte Stier. &#8222;Diese Brennstoffkreisl\u00e4ufe sind langfristig. Die Prozesse m\u00fcssen qualifiziert werden, weil es in den einzelnen L\u00e4ndern strenge Vorschriften gibt. Das geht alles nicht von heute auf morgen.&#8220;<\/p>\n<p>Framatome ist \u00fcberfordert<\/p>\n<p>Um sich aus der russischen Abh\u00e4ngigkeit zu befreien, haben Unternehmen wie der staatliche tschechische Energieversorger \u010cEZ deshalb schon vor Jahren bei Framatome angeklopft. Erfolgreich: Die Franzosen arbeiten <a href=\"https:\/\/etc.bellona.org\/2025\/01\/09\/lingen-rosatom\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">seit 2018 <\/a>an einem eigenen Design, das mit sowjetischen Reaktoren kompatibel ist. In Lingen soll eine Produktionslinie nur daf\u00fcr entstehen. <\/p>\n<p>Doch Framatome und ANF hinken bei der Entwicklung dem Zeitplan hinterher. Eigentlich h\u00e4tten sie schon vergangenes Jahr die ersten Brennst\u00e4be sowjetischer Bauart an Tschechien liefern m\u00fcssen und Ende dieses Jahres an Bulgarien. Die Slowakei und Ungarn haben Liefervertr\u00e4ge f\u00fcr die Zeit ab 2027.<\/p>\n<p>Mutma\u00dflich um diese vertraglichen Verpflichtungen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, plant Framatome seit Ende 2019 eine Kooperation mit TVEL. Das geht aus dem aktuellen Weltnuklearbericht <a href=\"https:\/\/www.worldnuclearreport.org\/IMG\/pdf\/wnisr2025-v1.pdf\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">WNISR 2025<\/a> hervor. Im Februar 2021 haben sie zusammen bei den deutschen Beh\u00f6rden eine Genehmigung f\u00fcr ein Joint Venture in Lingen beantragt. Im M\u00e4rz 2022 reichte ANF einen neuen Antrag ein: Wenige Tage nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine nahm ANF Abstand vom Joint Venture mit TVEL. Stattdessen beantragte das Unternehmen eine &#8222;Erweiterung der bestehenden Anlagen&#8220;, um die sowjetischen Brennelemente &#8222;unter Lizenz&#8220; herzustellen, wie es hei\u00dft: ANF m\u00f6chte sie in Lingen mit den Anlagen von TVEL fertigen, aber ohne deren Mitarbeiter.<\/p>\n<p>\u00dcber diesen Antrag ist bis heute nicht entschieden. Er liegt beim nieders\u00e4chsischen Umweltminister Christian Meyer von den Gr\u00fcnen. Er ist wie viele andere Menschen im Emsland gegen diesen Plan. Einerseits, weil man nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine nicht mit Russland zusammenarbeiten m\u00f6chte. Andererseits, weil Rosatom-Mitarbeiter in einer Brennelementefabrik mitten in Deutschland ein Sicherheitsrisiko w\u00e4ren. Es geht um Spionage und <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Putin-soll-in-Deutschland-auf-Sabotage-setzen-article25544914.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">auch<\/a> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Litauische-Polizei-nimmt-Anschlagsverdaechtige-fest-article26039653.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sabotage<\/a>. <\/p>\n<p>Brennst\u00e4be aus dem M\u00f6bellager<\/p>\n<p>Das nieders\u00e4chsische Umweltministerium darf den Antrag von ANF aber nur auf Grundlage des Atomgesetzes bewerten, sprich: Ein Veto ist nur m\u00f6glich, wenn in Lingen gegen Sicherheitsbestimmungen wie die Strahlenanforderung versto\u00dfen wird. Das ist jedoch unwahrscheinlich, da die Produktion von Brennelementen bereits ohne besondere Vorkommnisse l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Aus Gr\u00fcnden der nationalen Sicherheit kann nur die Bundesregierung ein Veto einlegen. Doch zumindest Olaf Scholz wollte offenbar keinen Streit mit der franz\u00f6sischen Regierung riskieren. Im Weltnuklearbericht 2024 <a href=\"https:\/\/www.worldnuclearreport.org\/IMG\/pdf\/wnisr2025-v1.pdf\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">hie\u00df es<\/a> unter Berufung auf gut informierte Quellen: &#8222;Das Kanzleramt m\u00f6chte in einem Bereich von geringer strategischer Bedeutung nichts unternehmen, was Frankreich als Stolperstein betrachten k\u00f6nnte.&#8220;<\/p>\n<p>Industrieexperte Stier glaubt daher, dass das nieders\u00e4chsische Umweltministerium auf Zeit spielt und die Genehmigung des ANF-Antrags mit immer neuen Gutachten hinausz\u00f6gert. Die Franzosen lassen sich davon jedoch nicht stoppen, sie haben die Fertigungsanlagen in Lingen trotz der fehlenden Genehmigung bereits gemeinsam mit Mitarbeitern von TVEL aufgebaut: in einem alten M\u00f6bellager. <\/p>\n<p>&#8222;Damit haben sie wahrscheinlich gegen kein Gesetz versto\u00dfen&#8220;, sagt Stier. &#8222;Aber diese Anlagen m\u00fcssen f\u00fcr die Fertigung in der Brennelementefabrik zum Laufen gebracht werden. Jetzt ist die Frage: Wie soll das m\u00f6glich sein, ohne dass TVEL-Mitarbeiter die Fabrik betreten? Wie alle anderen industriellen Anlagen muss auch Lingen Qualit\u00e4tsanforderungen erf\u00fcllen. Im Atombereich gibt es besonders strenge Auflagen. ANF sagt, das geht ohne TVEL-Mitarbeiter. Das m\u00fcssen sie genauer erkl\u00e4ren. Was passiert denn, wenn in der Anlage Probleme auftreten? Die Mitarbeiter von ANF haben doch keinerlei Erfahrung mit der Herstellung sowjetischer Brennelemente.&#8220;<\/p>\n<p>Franzosen an der russisch-ukrainischen Grenze<\/p>\n<p>Die souver\u00e4ne L\u00f6sung ist Stier zufolge offensichtlich: Framatome und ANF sollten nicht mit Rosatom und TVEL zusammenarbeiten, sondern mit Westinghouse. Dann k\u00f6nnten die osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder und Finnland franz\u00f6sisch-nordamerikanische Brennelemente beziehen. Doch die Atomriesen von Macron und Putin sind seit Jahren so eng miteinander verflochten, dass Framatome deutsche Wut in Kauf nimmt, um das Projekt Lingen umzusetzen, und Rosatom einem Konkurrenten dabei hilft, in einen Markt einzudringen, den es bisher kontrolliert.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind Framatome und Rosatom nicht nur miteinander verflochten, sondern abh\u00e4ngig voneinander: Der franz\u00f6sische Kraftwerkskonzern stellt neben Brennelementen auch Dampfturbinen her. Diese wandeln in einem Atomkraftwerk W\u00e4rme, die bei der Kernspaltung erzeugt wird, in Strom um. Der einzige Markt f\u00fcr diese Turbinen sind derzeit chinesische und russische Atomkraftwerke, denn sonst baut niemand welche. Sie werden auch in den Reaktoren eingesetzt, die Rosatom im Westen hochzieht: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Ungarn-laesst-Russland-zwei-AKW-bauen-article23551161.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paks in Ungarn<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.iwr.de\/ticker\/erstes-akw-in-afrika-gypten-erteilt-baugenehmigung-fuer-russisches-atomkraftwerk-artikel4535\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">El-Babaa in \u00c4gypten<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wegen-t%C3%BCrkischem-akw-rosatom-droht-siemens-energy-mit-klage\/a-71249230\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Akkuyu in der T\u00fcrkei<\/a>. Rosatom ben\u00f6tigt diese Turbinen, bei der Leittechnik f\u00fcr Reaktorsysteme sieht es \u00e4hnlich aus. <\/p>\n<p>&#8222;Framatome ist Lieferant f\u00fcr die Leittechnik von Kursk 2&#8220;, sagt Stier. &#8222;Das wird derzeit in Russland gebaut, nicht unweit der ukrainischen Grenze. Es war mal geplant, dass Framatome das Leitsystem bis 2025 liefert, aber davon h\u00f6rt man nichts mehr, weil Herr Macron das nat\u00fcrlich nicht in der Zeitung lesen will. Es ist aber stark zu vermuten, dass die franz\u00f6sischen Techniker das Leitsystem in den vergangenen Jahren trotzdem eingebaut haben.&#8220;<\/p>\n<p>Franz\u00f6sische Fertigung? Bitte nicht<\/p>\n<p>Der Sachverhalt scheint klar: Wenn die europ\u00e4ische Energieversorgung wirklich unabh\u00e4ngig sein soll, muss die Bundesregierung die Zusammenarbeit von Framatome und Rosatom in Lingen verbieten. Sonst kaufen osteurop\u00e4ische Kunden und Finnland weiterhin russische Brennelemente, nur mit deutschem Etikett: Die Gr\u00fcnen beschreiben die Fertigung in Lingen als &#8222;Schattenflotte der russischen Atomindustrie&#8220;. Sie haben im Bundestag einen <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/kurzmeldungen-1084576\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Antrag<\/a> gestellt, um Framatome die Fertigung der russischen Brennelemente in Lingen zu verbieten. Ausgang? Offen. <\/p>\n<p>Sebastian Stier bef\u00fcrchtet allerdings, dass die Bundesregierung das Gesch\u00e4ft genehmigen wird, um Frankreich nicht vor den Kopf zu sto\u00dfen. Das scheint die franz\u00f6sische Regierung umgekehrt nicht zu interessieren: Framatome betreibt auch in der franz\u00f6sischen Heimat eine Fertigung f\u00fcr Brennelemente. Dort k\u00f6nnte das Unternehmen ebenfalls mit Rosatom zusammenarbeiten und eine Produktionslinie f\u00fcr sowjetische Reaktoren aufbauen. Ein Framatome-Verantwortlicher habe bereits erkl\u00e4rt, dass das problemlos gehen w\u00fcrde, sagt Stier. <\/p>\n<p>Aber dann m\u00fcsste Emmanuel Macron vermutlich der franz\u00f6sischen \u00d6ffentlichkeit erkl\u00e4ren, warum er mit dem letzten &#8222;Imperialisten&#8220; Europas Gesch\u00e4fte macht. In Deutschland muss er das nicht.<\/p>\n<p> <strong class=\"article__aside__title\">&#8222;Wieder was gelernt&#8220;-Podcast<\/strong> <\/p>\n<p>Dieser Text ist eigentlich ein Podcast: Welche Region schickt nur <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Eine-ganze-Region-schickt-nur-Verlierer-in-den-Bundestag-article25588401.html\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">Verlierer<\/a> in den Bundestag? Warum stirbt <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Das-ist-Deutschlands-aeltester-Landkreis-article25898533.html\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">Ostdeutschland<\/a> aus? Wieso geht dem Iran das <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wie-es-zur-Wasser-Katastrophe-von-Teheran-kam-article25976688.html\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">Wasser<\/a> aus? Welche Anspr\u00fcche haben Donald Trump und die USA auf <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Geografisch-und-geologisch-gehoert-Groenland-zum-nordamerikanischen-Kontinent-article25475595.html\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">Gr\u00f6nland<\/a>? <\/p>\n<p>&#8222;Wieder was gelernt&#8220; ist ein Podcast f\u00fcr Neugierige. H\u00f6ren Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein wenig schlauer.<\/p>\n<p>Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, bei <a href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/wieder-was-gelernt-der-ntv-podcast-d0uld2aqwi6dt\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">RTL+<\/a>, <a href=\"https:\/\/music.amazon.com\/podcasts\/b6931e40-5e85-4ef9-87f6-c785039b1f1e\/wieder-was-gelernt\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">Amazon Music<\/a>, <a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/wieder-was-gelernt-ein-ntv-podcast\/id1434819309?mt=2\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Apple Podcasts<\/a> und <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/6w5kuaVaPvVDWGdPLXkONh\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Spotify<\/a>. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/podcast\/wieder_was_gelernt\/rss\" target=\"_blank\" rel=\"Follow nofollow noopener\">RSS-Feed<\/a> verwenden.<\/p>\n<p>Sie haben eine Frage? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an podcasts@ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr Emmanuel Macron ist Wladimir Putin der letzte &#8222;Imperialist\u201d Europas. 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