{"id":46244,"date":"2025-04-20T06:34:42","date_gmt":"2025-04-20T06:34:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/46244\/"},"modified":"2025-04-20T06:34:42","modified_gmt":"2025-04-20T06:34:42","slug":"karibikstaaten-fordern-reparation-vom-vereinigten-koenigreich-fuer-sklaverei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/46244\/","title":{"rendered":"Karibikstaaten fordern Reparation vom Vereinigten K\u00f6nigreich f\u00fcr Sklaverei"},"content":{"rendered":"<p><strong>Apia\/Bridgetown\/London.\u00a0<\/strong>15 Regierungen der Karibik <a href=\"https:\/\/www.telesurtv.net\/naciones-del-caribe-exigiran-reparaciones-por-el-regimen-esclavista-de-reino-unido\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wollen<\/a> vom Vereinigten K\u00f6nigreich Reparationszahlungen f\u00fcr den transatlantischen Sklavenhandel w\u00e4hrend der Kolonialzeit. Zehn der karibischen Staaten werden diese Forderung auf dem heute beginnenden Gipfeltreffen des Commonwealth of Nations erheben. 56 Staaten treffen sich dazu im pazifischen Inselstaat Samoa.<\/p>\n<p>Bereits bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen Ende September hatten karibische Staaten Reparationsforderungen <a href=\"https:\/\/www.ucodigital.com.ar\/noticias\/el-rey-carlos-y-el-primer-ministro-keir-starmer-se-enfrentan-a-demandas-de-pagar-la-asombrosa-cifra-de-200-000-millones-de-libras-esterlinas-en-reparaciones-por-el-papel-del-reino-unido-en-la-trata-de\/76157\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">angek\u00fcndigt<\/a>. Die Premierministerin von Barbados, Mia Amor Mottley, k\u00fcndigte damals ein gemeinsames Vorgehen ihres Landes mit den Staaten der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) an. Sie forderte &#8222;die sofortige Ausrufung einer zweiten UN-Dekade zur Bew\u00e4ltigung der Wiedergutmachung f\u00fcr Sklaverei und Kolonialismus&#8220; als Teil eines &#8222;globalen Neustarts&#8220;.<\/p>\n<p>Anfang des Monats traf Mottley in London mit K\u00f6nig Charles III. zusammen, um Vorbereitungsgespr\u00e4che f\u00fcr das Commonwealth-Treffen zu f\u00fchren. Das Commonwealth of Nations ist ein 1931 gegr\u00fcndeter loser Zusammenschluss souver\u00e4ner Staaten, der aus den \u00dcberresten des britischen Kolonialreiches hervorgegangen ist. Von den 56 Mitgliedsstaaten sind bis auf vier alle ehemalige Kolonien des Vereinigten K\u00f6nigreichs. Die Premierministerin lobte den britischen K\u00f6nig vor den Medien daf\u00fcr, dass er bereits vor zwei Jahren die Sklaverei zu einem &#8222;Thema, dessen Zeit gekommen ist&#8220; erkl\u00e4rt habe.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich der Premierminister von Trinidad und Tobago, Dr. Keith Rowley, bei einer Feier zur Emanzipation von der Sklaverei im Sommer. Rowley k\u00fcndigte an, dass &#8222;die karibischen F\u00fchrer&#8220; in Samoa &#8222;mit einer Stimme zum Commonwealth sprechen werden&#8220;. An die Adresse Londons gerichtet sagte er: &#8222;Es gibt ein bestimmtes Land mit einem neuen K\u00f6nig und einer Labour-Regierung mit einem ausstehenden Mandat.&#8220;<\/p>\n<p>Die neue britische Labour-Regierung hat sich bisher ablehnend zu den Forderungen <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2024\/oct\/14\/slavery-reparations-not-on-agenda-at-commonwealth-summit-says-no-10\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">positioniert<\/a> und folgt damit dem Kurs der konservativen Vorg\u00e4ngerregierungen. Der Sprecher von Premierminister Keir Starmer sagte: &#8222;Um das klarzustellen: Reparationen stehen nicht auf der Tagesordnung des Treffens der Staats- und Regierungschefs des Commonwealth. Zweitens hat sich die Position der Regierung in dieser Frage nicht ge\u00e4ndert. Wir zahlen keine Reparationen.&#8220;<\/p>\n<p>      Sie sch\u00e4tzen unsere Berichterstattung?<\/p>\n<p>Dann spenden Sie f\u00fcr amerika21 und unterst\u00fctzen unsere aktuellen Beitr\u00e4ge \u00fcber das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik. Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin f\u00fcr Alle kostenlos verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<p>Starmer und K\u00f6nig Charles III, die beide zum Treffen in Samoa erwartet werden, d\u00fcrften damit in Konflikt mit anderen Mitgliedsstaaten geraten. Auf dem Commonwealth-Treffen wird die Nachfolge der britisch-dominikanischen Generalsekret\u00e4rin Patricia Scotland gew\u00e4hlt. Die aus Gambia, Ghana und Lesotho stammenden Kandidat:innen f\u00fcr die Nachfolge haben allesamt ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Reparationsforderungen der Karibikstaaten erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Anders als die britische Regierung haben einige Institutionen im Vereinigten K\u00f6nigreich bereits Prozesse zur Aufarbeitung ihrer Verstrickung in die Sklaverei begonnen. Die Kirche von England hat sich verpflichtet, einen Fonds in H\u00f6he von einer Milliarde Pfund einzurichten. Die linke Zeitung The Guardian hat sich f\u00fcr ihre Verwicklung in den Sklavenhandel zu Beginn des 19. Jahrhunderts entschuldigt und ein Programm zur Wiedergutmachung in H\u00f6he von \u00fcber zehn Millionen Pfund angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungen \u00fcber die m\u00f6gliche Gesamth\u00f6he legitimer Reparationsforderungen f\u00fcr die britische Beteiligung am transatlantischen Sklavenhandel reichen von 206 Milliarden Pfund (circa 247 Milliarden Euro) bis zu <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/uk-politics-66596790\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">19 Billionen<\/a> Pfund (circa 22,8 Billionen Euro). Letztere Zahl wurde letztes Jahr vom UN-Richter Patrick Robinson genannt, der sie als &#8222;Untersch\u00e4tzung&#8220; des durch den Sklavenhandel verursachten Schadens bezeichnete.<\/p>\n<p>Die Reparationsforderungen werden zu einer Zeit erhoben, in der in der Karibik republikanische Gef\u00fchle wachsen. Barbados <a href=\"https:\/\/en.mercopress.com\/2024\/10\/14\/trouble-ahead-at-samoa-commonwealth-summit-caribbean-nations-demanding-200bn-billion-from-uk-for-slave-trade\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erkl\u00e4rte<\/a> sich 2021 zur Republik. Zuvor war das Staatsoberhaupt des Vereinigten K\u00f6nigreichs, die damalige K\u00f6nigin Elisabeth II, auch Staatsoberhaupt des Karibikstaates. Jamaika will den gleichen Schritt im kommenden Jahr vollziehen.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Reparationsforderungen der Karibikstaaten kam auch von Venezuelas Pr\u00e4sident Nicol\u00e1s Maduro. Gleichzeitig <a href=\"https:\/\/radiomiraflores.net.ve\/venezuela-y-el-caribe-exigen-reparaciones-por-crimenes-historicos\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">k\u00fcndigte<\/a> er an, demn\u00e4chst \u00e4hnliche Forderungen an Spanien zu stellen, &#8222;f\u00fcr den Raub und die Pl\u00fcnderung unserer L\u00e4nder&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Apia\/Bridgetown\/London.\u00a015 Regierungen der Karibik wollen vom Vereinigten K\u00f6nigreich Reparationszahlungen f\u00fcr den transatlantischen Sklavenhandel w\u00e4hrend der Kolonialzeit. 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