{"id":462515,"date":"2025-09-30T16:12:14","date_gmt":"2025-09-30T16:12:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462515\/"},"modified":"2025-09-30T16:12:14","modified_gmt":"2025-09-30T16:12:14","slug":"wir-bitten-um-missverstaendnis-in-berlin-ist-parken-nur-im-absoluten-halteverbot-erlaubt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462515\/","title":{"rendered":"Wir bitten um Missverst\u00e4ndnis: In Berlin ist Parken nur im absoluten Halteverbot erlaubt"},"content":{"rendered":"<p>Berlin debattiert \u00fcber Wohnungsnot, Klimaziele und Mobilit\u00e4t \u2013 doch im Alltag scheitert die Stadt am simplen Abstellen von Autos. Das wird zum Gl\u00fccksspiel \u2013 und Baustellen werden zu Denkm\u00e4lern.<\/p>\n<p data-external=\"Article.FirstParagraph\">\u201eDas ganze Ungl\u00fcck der Menschen r\u00fchrt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben verm\u00f6gen.\u201c Man muss kein Universalgelehrter sein wie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article245761186\/Blaise-Pascal-zum-400-Wie-man-ein-Genie-wird.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article245761186\/Blaise-Pascal-zum-400-Wie-man-ein-Genie-wird.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Blaise Pascal<\/a>, um der tiefen Einsicht instinktiv zuzustimmen. Erstaunlich blo\u00df, dass der weise Mann sie bereits Mitte des 17. Jahrhunderts hatte. Bekanntlich gab es damals weder die Deutsche Bahn noch den Berliner Flughafen. Und die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article688c7b9e9c92705a2cd06ad2\/Wir-bitten-um-Missverstaendnis-Anbau-fuers-Kanzleramt-ein-Offenbarungseid-in-Sichtbeton.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article688c7b9e9c92705a2cd06ad2\/Wir-bitten-um-Missverstaendnis-Anbau-fuers-Kanzleramt-ein-Offenbarungseid-in-Sichtbeton.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berliner B\u00fcrokratie <\/a>hatte wohl auch noch keine Obsession f\u00fcr die sogenannte Parkraumbewirtschaftung entwickelt, obwohl wir das nur mutma\u00dfen k\u00f6nnen. Wom\u00f6glich verfolgten kurf\u00fcrstliche Politessen mit Federhut und Degen eifers\u00fcchtig unberechtigt abgestellte Pferdekutschen. Denkbar, dass sie die Strafzettel unters Zaumzeug klemmten. Nicht auszuschlie\u00dfen, dass im Wiederholungsfall die Pferde vergiftet wurden \u2013 die zeitgen\u00f6ssische Variante der Radkralle.<\/p>\n<p>Wer in der Hauptstadt ein Auto unterh\u00e4lt, kommt nicht umhin, einen Bewohnerparkausweis zu beantragen. Damit darf der Wagen nach Belieben in der jeweiligen Zone herumstehen, die in der Regel ein, zwei Stra\u00dfenz\u00fcge umfasst. Sobald man an einem anderen Ort als seinem Zuhause parkt, werden ruin\u00f6se Geb\u00fchren f\u00e4llig. Oder es ist g\u00e4nzlich untersagt, weil einfach alle Pl\u00e4tze Inhabern der \u00f6rtlichen Bewohnerparkausweise vorbehalten sind. Man selbst wohnt da aber nicht, sondern ist nur hingefahren, zum Beispiel, um einen Bekannten zu besuchen. F\u00fcr derlei Zwecke wurde vermutlich einst das Auto erfunden.<\/p>\n<p>Die meisten Berliner navigieren diese Zwickm\u00fchle, indem sie Ordnungsamtslotto spielen: Sie wetten darauf, nicht erwischt zu werden. W\u00fcrden sie zahlen, kostet das schnell 15 bis 20 Euro f\u00fcr ein paar Stunden. Ein Kn\u00f6llchen schl\u00e4gt mit 20 bis 25 Euro zu Buche, aber eben nur manchmal, und die paar Mehrkosten sind dann auch schon egal. Auf die Dauer ist es sowohl g\u00fcnstiger, schwarz zu parken, als auch lustiger, weil nervenkitzeliger.<\/p>\n<p>Vielleicht w\u00e4re es am besten, das Problem durch Losverfahren aus der Welt zu schaffen. Jeder Berliner bekommt per Zufallsprinzip eine Stra\u00dfe zugeteilt, in der er f\u00fcr den Rest seines Lebens parken darf. Einmal im Jahr kann man tauschen, wie bei einer Schrottwichtelparty.<\/p>\n<p>Hier ein kleiner Lifehack, denn warum sollte sich eine Kolumne gelegentliche Lebenshilfe versagen? Ein guter Bekannter hat ein todsicheres System entwickelt, folgenlos zwischen den Bezirken zu pendeln. Er parkt im absoluten Halteverbot, aber nur an solchen Stellen, wo er niemanden st\u00f6rt und das Schild offensichtlich reine Schikane ist. Gut geeignet sind auch tempor\u00e4re Baustellen, also solche, die in Berlin Jahrzehnte stehen. Da kommen im Mai ein paar Bauarbeiter, stellen die wackelig improvisierten Verbotsschilder auf und verschwinden auf Nimmerwiedersehen.<\/p>\n<p class=\"c-inline-teaser-list__headline\">Lesen Sie auch<\/p>\n<ul class=\"c-inline-teaser-list__content\">\n<li class=\"c-inline-teaser-list__element\">\n<p>Artikeltyp:MeinungVerm\u00fcllung<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Schilder verbieten dann das Parken bis Dezember des kommenden Jahres. Bei einigen Schildern wei\u00df niemand mehr, warum sie einmal aufgestellt wurden. Sie haben etwas von arch\u00e4ologischen Denkm\u00e4lern. Mit der Zeit sind sie derart mit dem Stadtbild verschmolzen, dass keiner auch nur im Traum daran denkt, sie wegzur\u00e4umen. In 50 Jahren wird man Stadtf\u00fchrungen dorthin machen: \u201eHier sehen Sie eine Baustelle von 2023, sie ist hervorragend erhalten und gilt als das Stonehenge von Neuk\u00f6lln.\u201c<\/p>\n<p>Das <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article256347242\/vermuellung-die-selbstaufgabe.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article256347242\/vermuellung-die-selbstaufgabe.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ordnungsamt<\/a>, die bestfunktionierende Berliner Beh\u00f6rde, jedenfalls wenn es darum geht, unbescholtene B\u00fcrger zu piesacken, f\u00fchlt sich f\u00fcr diese Heiligt\u00fcmer normalerweise nicht zust\u00e4ndig. Ich wei\u00df nicht genau, wie die Rechtslage aussieht. Aber es ist nicht ungew\u00f6hnlich, lauter Autos mit Kn\u00f6llchen zu sehen und mittendrin ein oder zwei ohne. Die verfolgten Halter parken ordnungsgem\u00e4\u00df auf ausgewiesenen Parkpl\u00e4tzen. Nur die im absoluten Halteverbot kommen ungeschoren davon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin debattiert \u00fcber Wohnungsnot, Klimaziele und Mobilit\u00e4t \u2013 doch im Alltag scheitert die Stadt am simplen Abstellen von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":462516,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[4074,296,29,118530,30,4849,118531],"class_list":{"0":"post-462515","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-adac","9":"tag-berlin","10":"tag-deutschland","11":"tag-falschparker-ks","12":"tag-germany","13":"tag-parken","14":"tag-parkplaetze-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115294132374133458","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/462515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=462515"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/462515\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/462516"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=462515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=462515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=462515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}