{"id":462755,"date":"2025-09-30T18:18:14","date_gmt":"2025-09-30T18:18:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462755\/"},"modified":"2025-09-30T18:18:14","modified_gmt":"2025-09-30T18:18:14","slug":"alltaegliche-ausgrenzung-juden-in-deutschland-fuehlen-sich-seit-7-oktober-alleingelassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/462755\/","title":{"rendered":"&#8222;Allt\u00e4gliche Ausgrenzung&#8220;: Juden in Deutschland f\u00fchlen sich seit 7. Oktober alleingelassen"},"content":{"rendered":"<p>                    &#8222;Allt\u00e4gliche Ausgrenzung&#8220;<br \/>\n                Juden in Deutschland f\u00fchlen sich seit 7. Oktober alleingelassen<\/p>\n<p>\t\t\t\t              30.09.2025, 15:40 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Seit dem brutalen \u00dcberfall der Hamas auf Israel vor zwei Jahren sehen sich j\u00fcdische Menschen hierzulande zunehmend diskriminiert. Betroffene berichten in einer Befragung von Depressionen, Schlafst\u00f6rungen, Angstzust\u00e4nden. Einige meiden sogar die \u00d6ffentlichkeit.<\/strong><\/p>\n<p>Anfeindungen, Isolation, Diskriminierung: Der Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel vor zwei Jahren hat den Lebensalltag j\u00fcdischer Menschen in Deutschland einer Studie zufolge massiv zum Schlechteren ver\u00e4ndert. Ob in Schulen und Hochschulen, in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis: J\u00fcdinnen und Juden f\u00fchlen sich seit dem 7. Oktober 2023 in Deutschland oftmals ausgegrenzt und alleingelassen: Dies ist das Ergebnis einer Betroffenen-Befragung, das die Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorstellte.<\/p>\n<p>Nach dem Angriff der Hamas auf Israel registrieren die Beh\u00f6rden in Deutschland eine deutlich steigende Zahl antisemitischer Straftaten. Der Fokus der nun vorgestellten Studie hingegen lag auf den pers\u00f6nlichen Alltagserfahrungen von Menschen mit j\u00fcdischem oder israelischen Hintergrund in Deutschland.<\/p>\n<p>Dies seien Erfahrungen von &#8222;allt\u00e4glicher Ausgrenzung&#8220;, die in der Statistik &#8222;oft \u00fcbersehen&#8220; w\u00fcrden, sagte die Bundesbeauftragte f\u00fcr Antidiskriminierung, Ferda Ataman, bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse. &#8222;Vielen geht es nicht gut&#8220;, sagte sie \u00fcber die Betroffenen. &#8222;Sie leiden unter der Diskriminierung im Alltag.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Eine Schlinge, die sich langsam zuzieht&#8220;<\/p>\n<p>Generell habe sich in den Einzel- und Gruppenbefragungen ein Vertrauensverlust j\u00fcdischer Menschen in ihr bisheriges Umfeld gezeigt, hie\u00df es in einer Auswertung der Antidiskriminierungsstelle. Einige Befragte verbergen demnach inzwischen ihre j\u00fcdische Identit\u00e4t, oder sie meiden den \u00f6ffentlichen Raum, um sich vor Angriffen und Diskriminierung zu sch\u00fctzen. Das Ergebnis sei ein Gef\u00fchl der Isolation und des Alleingelassenseins.<\/p>\n<p>Die Studie zeichne &#8222;ein bedr\u00fcckendes Bild, das J\u00fcdinnen und Juden aber keinesfalls erstaunt&#8220;, sagte der Pr\u00e4sident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Er sprach bei der Vorstellung der Befunde von einer &#8222;dramatischen Zuspitzung des Antisemitismus in den vergangenen zwei Jahren&#8220;. F\u00fcr j\u00fcdische Menschen in Deutschland bedeute dies Angst im Alltag und ein &#8222;Verlust von Freiheit&#8220;.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Studie wurden laut den Autorinnen mehr als 110 J\u00fcdinnen und Juden in Deutschland wiederholt zu ihren Alltagserfahrungen befragt. Dabei seien auch Auswirkungen des Hamas-Angriffs auf die psychische Gesundheit zutage getreten. Betroffene berichteten von Depressionen, Schlafst\u00f6rungen, Angstzust\u00e4nden und Panikattacken.<\/p>\n<p>Beispielhaft wird in der Studie die Aussage einer in Deutschland lebenden J\u00fcdin im Alter von Ende 30 zitiert. &#8222;Wahrscheinlich werden wir irgendwie noch eine Weile \u00fcberleben, aber es gibt immer weniger R\u00e4ume daf\u00fcr&#8220;, berichtete die in der Ukraine geborene Frau. &#8222;Es f\u00fchlt sich auch f\u00fcr mich an wie so eine Schlinge, die sich langsam zuzieht.&#8220;<\/p>\n<p>Wegen Israels Politik zur Rede gestellt<\/p>\n<p>Die Studien-Co-Autorin Friederike Lorenz-Sinai von der Fachhochschule Potsdam referierte, was Befragte in ihrem Alltagsleben seit dem 7. Oktober vor zwei Jahren erlebten: Freundeskreise w\u00fcrden kleiner, J\u00fcdinnen und Juden schlage &#8222;soziale K\u00e4lte&#8220; sowie &#8222;Empathie- und Solidarit\u00e4tsverweigerung&#8220; entgegen. Am Arbeitsplatz oder bei Arztbesuchen w\u00fcrden sie wegen Israels Politik im Gazastreifen zur Rede gestellt.<\/p>\n<p>Zentralratspr\u00e4sident Schuster mahnte, j\u00fcdische Menschen in Deutschland nicht f\u00fcr Israels Politik im Gazastreifen in Mithaftung zu nehmen. Dies sei &#8222;eine Projektion, die falsch ist&#8220;.<\/p>\n<p>Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ataman forderte eine Reihe konkreter Ma\u00dfnahmen, um J\u00fcdinnen und Juden in Deutschland besser zu sch\u00fctzen. So m\u00fcsse eine L\u00fccke im Antidiskriminierungsgesetz geschlossen werden, das zwar bereits Diskriminierung wegen Religion unter Strafe stelle, nicht aber wegen der Staatsangeh\u00f6rigkeit. So sei es bislang etwa nicht strafbar, wenn ein Gastronom die Bewirtung von G\u00e4sten verweigere, die israelische Staatsb\u00fcrger sind.<\/p>\n<p>Ataman forderte zudem die Verabschiedung von Antidiskriminierungsgesetzen der L\u00e4nder, um insbesondere dem Antisemitismus an Schulen und Hochschulen zu begegnen. Zudem m\u00fcsse es mehr Beratungsangebote vor Ort mit geschultem Personal und einer gesicherten Finanzierung geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Allt\u00e4gliche Ausgrenzung&#8220; Juden in Deutschland f\u00fchlen sich seit 7. 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