{"id":464770,"date":"2025-10-01T12:43:17","date_gmt":"2025-10-01T12:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/464770\/"},"modified":"2025-10-01T12:43:17","modified_gmt":"2025-10-01T12:43:17","slug":"taliban-wollen-internet-in-afghanistan-massiv-zensieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/464770\/","title":{"rendered":"Taliban wollen Internet in Afghanistan massiv zensieren"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 01.10.2025 12:12 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die nahezu vollst\u00e4ndige Abschaltung des Internets in Afghanistan soll offenbar nicht von Dauer sein. \u00c4u\u00dferungen des Tugendministeriums der Taliban machen aber deutlich, worauf der Eingriff abzielt. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/peter-hornung-105.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Peter Hornung, NDR\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/peter-hornung-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die in Afghanistan herrschenden Taliban haben offenbar nicht vor, das Land dauerhaft vom Internet abzuschneiden. &#8222;Ein Internetverbot ist f\u00fcr uns logischerweise nicht akzeptabel&#8220;, sagte der Sprecher des sogenannten Tugendministeriums, Saiful Islam Khayber, am vergangenen Freitag in einem Interview mit dem ARD-Studio S\u00fcdasien. Es gebe vielmehr Pl\u00e4ne, Internetinhalte k\u00fcnftig stark zu filtern und vor allem den Zugang zu sozialen Medien unm\u00f6glich zu machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Radikalislamisten hatten am Montagnachmittag das Glasfasernetz des Landes offenbar vollst\u00e4ndig abstellen lassen, auch das mobile Internet und Festnetztelefonie sind seither nicht mehr verf\u00fcgbar. Afghanistan ist im Moment praktisch digital vom Rest der Welt abgeschnitten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Tugendministerium steht zusammen mit dem Justizressort dem im s\u00fcdafghanischen Kandahar ans\u00e4ssigen obersten Talibanf\u00fchrer Haibatulla Achundzada besonders nahe. Deshalb geht man allgemein davon aus, dass Aussagen des Ministeriumssprechers mit der F\u00fchrung abgestimmt sind und deren Position wiedergeben. Es sind bislang die einzigen bekannten \u00c4u\u00dferungen der Taliban zu den derzeitigen Vorg\u00e4ngen um das Internet. Die anderen Ministerien in der Hauptstadt Kabul werden von Taliban-Mitgliedern gef\u00fchrt, die als pragmatisch und weniger konservativ gelten und die nicht selten im Konflikt mit den Erzkonservativen in Kandahar stehen.<\/p>\n<p>    Nutzung nur noch &#8222;in positiver Weise&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Khayber bezeichnete das Internet als ein &#8222;Werkzeug&#8220; &#8211; &#8222;so wie wir Stifte, Pistolen und andere Dinge haben&#8220;. Aber, betonte er, &#8222;die Art und Weise, wie wir es nutzen, ist unterschiedlich&#8220;. Das Internet sei &#8222;wichtig f\u00fcr das Land, f\u00fcr die Entwicklung, f\u00fcr die Wirtschaft und f\u00fcr das \u00f6ffentliche Bewusstsein&#8220;. Seine Regierung habe nicht vor, das Internet in ganz Afghanistan zu verbieten. Man wolle es jedoch so gestalten, dass es nur &#8222;in positiver Weise&#8220; genutzt werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Ministerium f\u00fcr Telekommunikation habe Khayber zufolge eine Umfrage zur Nutzung des Internets durchgef\u00fchrt. Die habe ergeben, dass &#8222;etwa 60 bis 70 Prozent der Befragten das Internet in negativer Weise&#8220; nutzten. Ein geringerer Prozentsatz, etwa 30 bis 40 Prozent, nutzten es jedoch &#8222;sinnvoll und positiv&#8220;. Problematisch sei dabei weniger die Nutzung durch Unternehmen und Beh\u00f6rden, sondern vor allem die private Nutzung.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Kritik an &#8222;negativer&#8220; Nutzung des Internets: Ministeriumssprecher Khayber im Gespr\u00e4ch mit ARD-Korrespondent Hornung.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Unmoralische und kulturwidrige Handlungen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Sprecher des Tugendministeriums f\u00fchrte weiter aus, was genau f\u00fcr die Taliban problematisch am Internet sei. Es gebe zum einen im Netz &#8222;unmoralische&#8220; Inhalte &#8211; mit diesem Attribut bezeichneten die Radikalislamisten bislang meist Pornographie, aber auch Gl\u00fccksspiel. Und zum anderen &#8222;sehen wir Menschen in ganz Afghanistan, die das Internet auf vielf\u00e4ltige Weise negativ nutzen &#8211; auf sozialen Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok und so weiter&#8220;. Das versto\u00dfe gegen die afghanische Kultur. Durch &#8222;unmoralische und kulturwidrige Handlungen im Internet schadeten sich Menschen selbst&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Khayber sagte, es m\u00fcssten einige Schritte unternommen werden, zum Beispiel das Filtern einiger Websites, &#8222;die aufgrund der Regierungspolitik verboten sind&#8220;. So etwas werde auch in anderen L\u00e4ndern gemacht, sagte der Sprecher und nannte als Beispiele Russland, China, Saudi-Arabien, aber auch Japan und die USA.\u00a0&#8222;Wir als Staat, als Regierung, haben unsere eigenen Richtlinien, welche Websites f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich sein sollen und welche Websites nicht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Installation solcher Filter werde &#8222;einige Zeit dauern, aber wir gehen eben langsam vor&#8220;. F\u00fcr diese technischen Arbeiten sei man nicht auf ausl\u00e4ndische Hilfe angewiesen. &#8222;Fr\u00fcher hatten wir Experten aus China, Pakistan oder anderen L\u00e4ndern, aber jetzt setzen wir f\u00fcr die Filterung unsere eigenen Techniker ein.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Innerhalb der Taliban gibt es offenbar auch Widerspruch gegen die nun erfolgte Blockade des Internets &#8211; weil sie schwere Auswirkungen auf Handel, Wirtschaft und Beh\u00f6rden in Afghanistan hat. Ein hoher Ministerialbeamter der Taliban hatte dem ARD-Studio S\u00fcdasien bereits vergangene Woche gesagt, er sei gegen diese Ma\u00dfnahmen, weil sie im Land Schaden anrichteten. Er betonte jedoch, dass man letztlich den Anweisungen des obersten F\u00fchrers folgen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.10.2025 12:12 Uhr Die nahezu vollst\u00e4ndige Abschaltung des Internets in Afghanistan soll offenbar nicht von Dauer sein.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":464771,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[7451,13,198,14,15,12,15451,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-464770","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-afghanistan","9":"tag-headlines","10":"tag-internet","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-taliban","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115298973386325383","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/464770","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=464770"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/464770\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/464771"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=464770"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=464770"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=464770"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}