{"id":465069,"date":"2025-10-01T15:31:12","date_gmt":"2025-10-01T15:31:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/465069\/"},"modified":"2025-10-01T15:31:12","modified_gmt":"2025-10-01T15:31:12","slug":"kunstfestival-in-gelsenkirchen-absage-an-anti-afd-kunst-kuenstlerin-wirft-stadt-zensur-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/465069\/","title":{"rendered":"Kunstfestival in Gelsenkirchen: Absage an Anti-AfD-Kunst \u2013\u00a0K\u00fcnstlerin wirft Stadt Zensur vor"},"content":{"rendered":"<p>Die Absage der Stadt Gelsenkirchen an eine AfD-kritische Installation beim Lichtkunstfestival \u201eGoldst\u00fccke\u201c sorgt f\u00fcr Streit. Die K\u00fcnstlerin spricht von Zensur, die Stadt verweist auf das Festival-Konzept.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Absage der Stadt Gelsenkirchen an eine studentische K\u00fcnstlerin und ihre AfD-kritische Kunstinstallation bei einem Lichtkunstfestival sorgt f\u00fcr eine Kontroverse. W\u00e4hrend die K\u00fcnstlerin aus Saarbr\u00fccken und ihre Hochschule den Vorgang als Eingriff in die Kunstfreiheit werten, verteidigt sich die Stadt Gelsenkirchen, die Arbeit habe programmatisch nicht in das Konzept des Festivals gepasst.<\/p>\n<p>Sie wolle nun rechtliche Schritte pr\u00fcfen, k\u00fcndigte die K\u00fcnstlerin Melisa Kujevi\u0107 an. \u201eIch empfinde die Ausladung als Zensur. Ich m\u00f6chte gerne zeigen, dass man das mit uns K\u00fcnstlerinnen nicht machen darf\u201c, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.<\/p>\n<p>In einer aktuellen Mitteilung unterstrichen Kujevi\u0107 und ihre Kommilitonen, Kunst, die sich kritisch mit politischen Entwicklungen auseinandersetze, d\u00fcrfe \u201enicht durch politischen Druck oder missverstandene Neutralit\u00e4t zum Schweigen gebracht werden\u201c.<\/p>\n<p>Als Teil einer Gruppenausstellung mit mehreren weiteren Studenten der Hochschule der Bildenden K\u00fcnste Saar sollte Kujevi\u0107s Arbeit \u201eHallender Hass\u201c w\u00e4hrend des ab Donnerstag in Gelsenkirchen stattfindenden <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.gelsenkirchen.de\/de\/kultur\/festivals_und_programmreihen\/goldstuecke\/default.aspx\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.gelsenkirchen.de\/de\/kultur\/festivals_und_programmreihen\/goldstuecke\/default.aspx&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lichtkunstfestivals \u201eGoldst\u00fccke\u201c<\/a> gezeigt werden. Die Licht- und Sound-Installation gibt unter anderem Bildmaterial rechtsextremer Gewalt sowie unkommentierte Zitate von AfD-Politikern wieder und wendet sich nach Aussage der K\u00fcnstlerin gegen die Normalisierung rechter Rhetorik.<\/p>\n<p>Thema des Festivals \u201eActive Positive\u201c<\/p>\n<p>Bei der Vorbereitung der Ausstellung hatte die Stadt der Kunststudentin allerdings abgesagt: \u201eArbeiten, die sich gezielt mit einer Partei auseinandersetzen und damit parteipolitisch zentriert sind, sind f\u00fcr den Kontext der Goldst\u00fccke ungeeignet\u201c, teilte die Stadt auf Anfrage als Begr\u00fcndung mit.<\/p>\n<p>Das Thema des Festivals laute in diesem Jahr \u201eActive Positive\u201c und solle die Lebenswelt aktiv positiv darstellen, dem Populismus entgegenwirken. \u201eHallender Hass\u201c passe programmatisch nicht. \u201eDas hat nichts mit der politischen Aussage des Kunstwerks zu tun\u201c, erg\u00e4nzte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. Der Entwurf habe sich bei genauerer Betrachtung nicht in das Konzept eingef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Hochschule: Neutralit\u00e4t nicht gleichsetzen mit Entpolitisierung<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerin und Hochschule widersprechen: Man habe die kurzfristige Absage mit gro\u00dfer Sorge zur Kenntnis genommen, teilte die Hochschule der Bildenden K\u00fcnste Saar mit. Die Stadt habe pauschal auf das Neutralit\u00e4tsgebot und die zeitliche N\u00e4he zu der Stichwahl um das Oberb\u00fcrgermeisteramt am vergangenen Sonntag verwiesen, bei der der AfD-Kandidat mit rund einem Drittel der Stimmen unterlegen war.<\/p>\n<p>Kunstfreiheit d\u00fcrfe nicht zum Spielball politischer Interessen werden, so die Hochschule. \u201eDie Neutralit\u00e4t \u00f6ffentlicher Stellen bedeutet keine inhaltliche Entpolitisierung von Kunst, sondern die faire, transparente Organisation des Forums, auf dem Kunst sprechen kann\u201c, teilte sie mit.<\/p>\n<p>Aus Protest gegen die Entscheidung der Stadt hatte die gesamte Projektgruppe ihre Arbeiten zur\u00fcckgezogen: \u201eDass eine \u00f6ffentliche Institution stattdessen zur Zensur greift, halten wir f\u00fcr einen gef\u00e4hrlichen Pr\u00e4zedenzfall\u201c, begr\u00fcndeten sie ihren Schritt. <\/p>\n<p>dpa\/jho<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Absage der Stadt Gelsenkirchen an eine AfD-kritische Installation beim Lichtkunstfestival \u201eGoldst\u00fccke\u201c sorgt f\u00fcr Streit. 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