{"id":465321,"date":"2025-10-01T17:45:18","date_gmt":"2025-10-01T17:45:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/465321\/"},"modified":"2025-10-01T17:45:18","modified_gmt":"2025-10-01T17:45:18","slug":"mieten-mietpreisbremse-infrage-gestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/465321\/","title":{"rendered":"Mieten \u2013 Mietpreisbremse infrage gestellt"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img312085\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/312085.jpeg\" alt=\"Da lebten mal Menschen: Wohnungsabriss in Eisenh\u00fcttenstadt im Jahr 2021\"\/><\/p>\n<p>Da lebten mal Menschen: Wohnungsabriss in Eisenh\u00fcttenstadt im Jahr 2021<\/p>\n<p>Foto: imago\/Eibner<\/p>\n<p>Sind die Mieten in Brandenburg zu niedrig oder zu hoch? M\u00fcssen Wohnungen gebaut oder abgerissen werden? Soll der Staat den Vermietern freie Hand lassen oder ihre Profitgier z\u00fcgeln? Es kommt auf die Betrachtungsweise an.<\/p>\n<p>Maren Kern ist Vorstandschefin der <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1185158.mieten-seltsam-positives-vom-wohnungsmarkt.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen<\/a> (BBU). F\u00fcr Kern sind die Mieten zu niedrig. Sie fordert, das Land Brandenburg solle die in 19\u2005Kommunen geltende Mietpreisbremse \u00fcberpr\u00fcfen und weitestgehend abschaffen. Dann sollte das Land aber trotzdem noch die bereits auf 250\u2005Millionen Euro im Jahr aufgestockten F\u00f6rdermittel auf 400\u2005Millionen Euro anheben und gleichzeitig deregulieren und entb\u00fcrokratisieren, beispielsweise eine um zehn Zentimeter niedrigere Deckenh\u00f6he von 2,40\u2005Metern zulassen und auch Abstriche beim Schallschutz erlauben. Denn sonst w\u00fcrden die im Berliner Umland ben\u00f6tigten Wohnungen nicht gebaut.<\/p>\n<p>nd.DieWoche \u2013 unser w\u00f6chentlicher Newsletter<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/312086.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>Mit unserem w\u00f6chentlichen Newsletter <strong>nd.DieWoche<\/strong> schauen Sie auf die wichtigsten Themen der Woche und lesen die <strong>Highlights<\/strong> unserer Samstagsausgabe bereits am Freitag. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier das kostenlose Abo holen<\/a>.<\/p>\n<p>\u00bbWir in Deutschland wollen immer alles gleichzeitig: g\u00fcnstige Mieten, h\u00f6chsten Komfort und umfassende Umweltauflagen\u00ab, beklagt Maren Kern am Mittwoch. \u00bbDoch dieser Anspruch auf Perfektion f\u00fchrt direkt in die Kostenfalle. Wenn Wohnen bezahlbar bleiben soll, brauchen wir wieder mehr Sinn f\u00fcr Realit\u00e4ten.\u00ab<\/p>\n<p>Was die Mietpreisbremse betrifft, vertritt die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1182266.mietenwahnsinn-brandenburg-mieten-steigen-auch-bei-leerstand.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundestagsabgeordnete Isabelle Vandr\u00e9<\/a> (Linke) eine v\u00f6llig andere Ansicht. \u00bbBrandenburg braucht die Fortf\u00fchrung der Mietpreisbremse\u00ab, sagt Vandr\u00e9. Preissteigerungen von \u00fcber 31\u2005Prozent bei den Neuvermietungen in Potsdam im Jahr 2023 oder steigende Angebotsmieten in der Stadt Brandenburg\/Havel um 11\u2005Prozent von 2023 zu 2024 zeigen der Politikerin zufolge ganz deutlich: \u00bbDie Mietenkrise ist auch in Brandenburg angekommen. Daher habe ich absolut kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bewertung des BBU. Die Brandenburger Landespolitik muss jetzt handeln, die Mieterinnen und Mieter wirksam vor Preissteigerungen sch\u00fctzen und die Mietpreisbremse nicht nur verl\u00e4ngern, sondern ausweiten!\u00ab<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr investierten die im BBU organisierten Vermieter insgesamt 56\u2005Millionen Euro weniger in den Neubau als im Jahr zuvor. Sie haben damit diesen Posten um 27,7\u2005Prozent abgeschmolzen. In die Instandsetzung flossen dagegen 6\u2005Millionen Euro mehr. F\u00fcr die Modernisierung, nach der die Miete erh\u00f6ht werden darf, war ein Plus von 21\u2005Millionen Euro zu verzeichnen. Dabei bekommen die Vermieter wegen stark gestiegener Preise f\u00fcr Baumaterial heute f\u00fcr dieselbe Summe weniger Leistung. Sie k\u00f6nnten jeden Euro nur einmal ausgeben und verzichten zunehmend auf den Neubau, warnt Maren Kern.<\/p>\n<p>Vor zehn Jahren haben die BBU-Firmen in Brandenburg noch Nettokaltmieten von durchschnittlich 4,83\u2005Euro je Quadratmeter verlangt. Im vergangenen Jahr waren es schon 5,82\u2005Euro. Gegen\u00fcber 2023 kletterte der Preis um 21\u2005Cent. Das war eine Steigerung oberhalb des langj\u00e4hrigen Mittels, muss Maren Kern zugeben. Im Berliner Umland wurden die Kaltmieten seit 2015 von durchschnittlich 5,28\u2005Euro je Quadratmeter auf 6,42\u2005Euro angehoben. Allein im letzten Jahr um 28\u2005Cent.<\/p>\n<p>Dabei sieht das Gesamtbild anders aus. Es wird durch die BBU-Werte verzerrt. Diese Werte sind zwar nicht beliebig. Denn die BBU-Firmen verf\u00fcgen \u00fcber immerhin 44\u2005Prozent des Mietwohnungsbestands in Brandenburg. Das ist schon ein ordentlicher Batzen. Die am Mittwoch pr\u00e4sentierten Zahlen sind damit durchaus aussagekr\u00e4ftig. In dem Verband sind jedoch vor allem Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften zusammengeschlossen. Diese kassieren in der Regel vergleichsweise moderate Mieten. 61\u2005private Wohnungsfirmen geh\u00f6ren ebenfalls zum Verband. Aber auch diese verlangen akzeptable Mieten, beeilt sich Kern zu beteuern.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklich darf sich indessen sch\u00e4tzen, wer eine Wohnung hat. Wer eine Bleibe sucht, muss mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit viel mehr Miete berappen. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194149.wahlen-oberbuergermeister-in-potsdam-stulle-mit-zucker-oder-senf.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dirk Harder<\/a>, Kandidat der Linken bei der Potsdamer Oberb\u00fcrgermeisterwahl am 21.\u2005September, berichtete wenige Tage vor der Abstimmung, sein 31\u2005Jahre alter Sohn habe anderthalb Jahre lang vergeblich f\u00fcr sich und seine Freundin eine Wohnung gesucht. Die Wohnung, die sie dann endlich bekommen haben, koste 14\u2005Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. \u00bbDas ist eine Katastrophe\u00ab, meinte Dirk Harder. Der Kandidat und seine Helfer hatten im Wahlkampf an mehr als 2400 Haust\u00fcren geklingelt. In den Gespr\u00e4chen stellten sich <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193549.oberbuergermeisterwahl-eine-art-wahl-o-mat-fuer-potsdam.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mietenwahnsinn und hohe Heizkosten<\/a> als eines der dr\u00e4ngendsten Probleme in der Stadt heraus.<\/p>\n<p>Eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird immer schwieriger. In Potsdam ist die Leerstandsquote bei den BBU-Firmen 2024 um 0,3\u2005Prozentpunkte auf 1,8\u2005Prozent gesunken und damit auf einem vorl\u00e4ufigen Tiefpunkt angelangt. 2016 hatte die Leerstandsquote bei 2,9\u2005Prozent gelegen. Bei 3\u2005Prozent will Vorstandschefin Maren Kern von einem \u00bbausgeglichenen Wohnungsmarkt\u00ab sprechen und gibt damit immerhin zu, dass der Wohnungsmarkt in Potsdam und genauso im gesamten Berliner Umland mit einem Leerstand von dort 1,9\u2005Prozent nicht mehr ausgeglichen ist. Dies ist \u00fcbrigens schon lange so. Bereits 2012 war die Leerstandsquote im Berliner Umland unter die Drei-Prozent-Marke gerutscht. Andere Experten sprechen dann bereits von Wohnungsnot.<\/p>\n<p>Ganz anders sieht es weitab von Berlin aus. In der Prignitz betr\u00e4gt die Leerstandsquote aktuell 15,2\u2005Prozent, im Landkreis Spree-Nei\u00dfe sogar 19,9\u2005Prozent. Dabei sind in ganz Brandenburg seit 1998 bereits rund 67\u2009000 Wohnungen abgerissen worden. Sonst s\u00e4he es noch schlimmer aus. In Spree-Nei\u00dfe st\u00fcnden dann heute 44,2\u2005Prozent der Wohnungen der BBU-Firmen leer, in der Prignitz w\u00e4ren es 35,1\u2005Prozent \u2013 in der kreisfreien Stadt Cottbus \u00fcbrigens 40,1\u2005Prozent. So sind es in Cottbus jetzt nur 4,9\u2005Prozent, und Einwohner dieser nach Potsdam zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Brandenburgs berichten, inzwischen sei es in Cottbus kompliziert geworden, eine Wohnung zu finden. Hier schl\u00e4gt das Pendel schon wieder in die andere Richtung aus.<\/p>\n<p>Ein bisschen Leerstand ist normal, weil immer mal Mieter ausziehen und das Quartier dann erst hergerichtet wird, bevor neue Bewohner einziehen. Liegt der Leerstand etwas h\u00f6her, d\u00fcrfen sich Mieter freuen, weil sie dann leichter eine Wohnung finden und die Vermieter nicht zu viel Geld verlangen k\u00f6nnen, wenn sie Mieter suchen. Zu viel Leerstand schadet aber auch den verbliebenen Mietern. Denn er verursacht Kosten, etwa durch Steuern. Die dadurch fehlenden Betr\u00e4ge m\u00fcssen irgendwie erwirtschaftet werden.<\/p>\n<p>Dieses Problem f\u00fchrt zu der auf den ersten Blick absurd erscheinenden Situation, dass im Berliner Umland Wohnungsnot herrscht, jedoch im Norden und S\u00fcden Brandenburgs eventuell noch weitere Wohnungen abgerissen werden m\u00fcssen. Dabei sind die Wege von dort in die Hauptstadt vergleichsweise kurz, wenn man das mit der Ausdehnung des Speckg\u00fcrtels von M\u00fcnchen und Frankfurt am Main vergleicht.<\/p>\n<p>Der Verband BBU<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Die Mitgliedsfirmen des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) erzielten im vergangenen Jahr Ums\u00e4tze von insgesamt 8,2\u2005Milliarden Euro.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Bei den BBU-Firmen gibt es 12\u2009850 Arbeitspl\u00e4tze, darunter 517\u2005Ausbildungspl\u00e4tze.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Sch\u00e4tzungsweise 18\u2009000 weitere Jobs im Bauwesen und im Handwerk werden durch Auftr\u00e4ge der BBU-Firmen gesichert.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Der BBU engagierte sich gegen den 2021 durchgef\u00fchrten Berliner Volksentscheid Deutsche Wohnen &amp; Co enteignen, der die Vergesellschaftung von gro\u00dfen Wohnungsbest\u00e4nden mit mehr als 3000 Quartieren vorsah. 15\u2005BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften jeweils mehr als 15\u2009000 Wohnungen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>2024 bauten BBU-Firmen im Berliner Umland rund 1600 Wohnungen. 348\u2005dieser neuen Wohnungen entfielen auf Brandenburger Firmen, der gro\u00dfe Rest auf Berliner Firmen, die mangels Platz in der Hauptstadt mit ihrer Investition ins Umland auswichen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Nach Verbandsangaben sind die Preise f\u00fcr den Wohnungsneubau seit 2021 um 33,1\u2005Prozent gestiegen, die L\u00f6hne um 16,4\u2005Prozent und die BBU-Mieten in Brandenburg um 8,4\u2005Prozent.\u2003af&#13;<br \/>\n\t&#13;\n\t<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Da lebten mal Menschen: Wohnungsabriss in Eisenh\u00fcttenstadt im Jahr 2021 Foto: imago\/Eibner Sind die Mieten in Brandenburg zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":465322,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,296,1956,1890,29,30,7134,1463],"class_list":{"0":"post-465321","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-berlin","13":"tag-berlin-und-brandenburg","14":"tag-brandenburg","15":"tag-deutschland","16":"tag-germany","17":"tag-mieten","18":"tag-wohnen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115300160617491838","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/465321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=465321"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/465321\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/465322"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=465321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=465321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=465321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}