{"id":465906,"date":"2025-10-01T23:03:14","date_gmt":"2025-10-01T23:03:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/465906\/"},"modified":"2025-10-01T23:03:14","modified_gmt":"2025-10-01T23:03:14","slug":"neuer-hochschulpfarrer-in-koeln-nimmt-arbeit-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/465906\/","title":{"rendered":"Neuer Hochschulpfarrer in K\u00f6ln nimmt Arbeit auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>DOMRADIO.DE:<\/strong> Der Semesterbeginn ist f\u00fcr die Studierenden die ersten Tage und Wochen ja sehr aufregend, weil man noch nicht wei\u00df, was passiert. Wie ist es bei Ihnen mit der Nervosit\u00e4t im neuen Amt als Hochschulpfarrer?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Thorben Pollmann (Hochschulpfarrer K\u00f6ln):<\/strong> Ich bin auch sehr aufgeregt. Es ist ein kompletter Neuanfang und ich glaube, mir geht es da genauso wie den Erstsemestern. Ich bin frisch nach K\u00f6ln gekommen und muss mich in dieser Stadt erst einmal zurechtfinden. Ich bin begeistert von all den M\u00f6glichkeiten, die es hier gibt. N\u00e4chste Woche muss ich mir erst einmal eine Mensa-Karte besorgen. Ich verlaufe mich st\u00e4ndig, weil ich noch nicht alles verstanden habe, nicht einmal in den Geb\u00e4uden, f\u00fcr die ich eigentlich zust\u00e4ndig bin. Es ist eine spannende und gro\u00dfartige Zeit und ich freue mich riesig, dass es jetzt losgeht.\u00a0<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:<\/strong> Also k\u00f6nnen Sie sich gut in die Studierenden hineinversetzen, die gerade anfangen und f\u00fcr die alles noch sehr ungewohnt ist?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Pollmann:<\/strong> Genau. Ich habe gegen\u00fcber den Studierenden nat\u00fcrlich den Vorteil, dass ich wenigstens schon eine Wohnung habe. Im Gegensatz zu vielen von ihnen. Die Studierenden starten mit viel mehr Unsicherheiten, als ich es tue.\u00a0<\/p>\n<p>        Thorben Pollmann<\/p>\n<p>&#8222;Ohne eigenes Zimmer und ohne feste Adresse kann man nicht vern\u00fcnftig arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:<\/strong> Da sind wir schon bei einem brisanten Thema. Die Wohnungssituation in K\u00f6ln ist nat\u00fcrlich schwierig. Wie stellt sie sich im Moment dar?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Pollmann:<\/strong> Also, zum einen lese ich nat\u00fcrlich, was in der Zeitung steht. In K\u00f6ln stehen im Moment 2.500 Studierende auf der Warteliste f\u00fcr einen Wohnheimplatz. Von denen kommen auch ganz konkret einige zu uns in die katholische Hochschulgemeinde. Wir haben gerade zwei Studierende, die ernsthaft von Obdachlosigkeit bedroht sind. Sie haben noch kein eigenes Zimmer und schlafen dann bei Freunden im Wohnheim auf dem Fu\u00dfboden. Ohne eigenes Zimmer und ohne feste Adresse kann man nicht vern\u00fcnftig arbeiten. Wenn man dann noch einen ausl\u00e4ndischen Namen hat, wird es noch schwieriger, eine Wohnung zu finden. Die Situation ist also wirklich sehr dramatisch.\u00a0<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:<\/strong> Was k\u00f6nnen Sie den Studierenden allgemein als Hochschulseelsorger beziehungsweise als Hochschulgemeinde anbieten und mitgeben?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Pollmann:<\/strong> Als Hochschulgemeinde versuchen wir, den Studierenden in jeder Lebenslage zu helfen. Das betrifft nat\u00fcrlich auch das Geistliche. Viele Studierende kommen in eine neue Stadt und m\u00fcssen ihre Heimatgemeinden verlassen. Sie haben dann vielleicht keine Anbindung mehr. Einsamkeit ist ja ein gro\u00dfes Thema unter jungen Menschen. Wir wollen Gemeinschaft anbieten und geistige Angebote machen. Gleichzeitig helfen wir aber auch ganz konkret, wenn Studierende wirtschaftliche Schwierigkeiten haben. Wir haben eine ganz tolle Mitarbeiterin, die das mit viel Geduld macht und so gut es geht versucht, den Leuten zu helfen.<\/p>\n<p>        Thorben Pollmann<\/p>\n<p>&#8222;Wer heute studiert, wei\u00df oft nicht, wie das Arbeitsleben sp\u00e4ter aussehen wird.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:<\/strong> Sie haben als Hochschulpfarrer noch keine eigenen Erfahrungswerte. M\u00f6glicherweise hat Ihnen Ihr Vorg\u00e4nger Informationen weitergegeben oder Ihr Umfeld. Was bekommen Sie bisher mit, abgesehen von der Wohnungsnot, die ja schlimm genug ist? Welche Sorgen und \u00c4ngste sind unter den Studierenden verbreitet?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Pollmann:<\/strong> Generell ist es so, dass junge Menschen momentan eine etwas schwierige Zeit haben. Sie sehen, dass sie noch sehr lange auf dieser Welt sein werden und das Klima entwickelt sich in eine sehr schlechte Richtung. Ein Thema, das f\u00fcr sie \u00e4u\u00dferst pr\u00e4sent ist. Auch die wirtschaftliche Situation wird immer wichtiger. Wer heute studiert, wei\u00df oft nicht, wie das Arbeitsleben sp\u00e4ter aussehen wird. Unsicherheit ist schon ein gro\u00dfes Thema.<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:<\/strong> Dass immer weniger junge Leute etwas mit der Kirche anfangen k\u00f6nnen, ist ja kein Geheimnis. Wie wollen und wie k\u00f6nnen Sie mit Ihrer Arbeit diesen Abw\u00e4rtstrend m\u00f6glicherweise stoppen?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Pollmann:<\/strong> Wenn ich mit meiner Arbeit den Abw\u00e4rtstrend stoppen k\u00f6nnte, w\u00e4re ich wahrscheinlich weltber\u00fchmt. Die Kirche sucht ja um die ganze Erde herum nach L\u00f6sungen.\u00a0Im Moment habe ich daf\u00fcr noch keine. Ich werde einfach mein Bestes geben und gemeinsam mit den jungen Menschen hier sowie mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versuchen, etwas zu entwickeln. Es ist ja nicht so, dass \u00fcberall alles abw\u00e4rts geht. Wir sehen auch ganz tolle Aufbr\u00fcche, zum Beispiel in Frankreich. Auch innerhalb Deutschlands gibt es an verschiedenen Orten Aufbr\u00fcche. Ich halte es daher f\u00fcr m\u00f6glich, dass man diesen Trend im Kleinen umkehren kann.<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:<\/strong> Worauf freuen Sie sich pers\u00f6nlich am meisten im neuen Wintersemester 2025\/2026?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Pollmann:<\/strong> Ich freue mich auf ganz viele Begegnungen mit den Studierenden. Zum Beispiel feiern wir dienstags um 12:15 Uhr in der Katholischen Hochschulgemeinde unsere Mittagsmesse.\u00a0Danach laden wir die Studierenden zum Essen ein. Ich freue mich darauf, viel Zeit mit ihnen zu verbringen und sie besser kennenzulernen.<\/p>\n<p>Das Interview f\u00fchrte Carsten D\u00f6pp.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/glossar\/30-prozent-der-studierenden-laut-paritaetischem-gesamtverband-arm\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>      30 Prozent der Studierenden laut Parit\u00e4tischem Gesamtverband arm<\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Der Parit\u00e4tische Gesamtverband hat eine st\u00e4rkere Baf\u00f6g-Anhebung gefordert, als von der Ampel-Koalition geplant. Der Verband begr\u00fcndet das mit eigenen Berechnungen, wonach 30 Prozent aller Studierenden in Deutschland von Armut betroffen seien. Bei den alleinlebenden Studenten und Studentinnen seien es sogar 79 Prozent, teilte der Parit\u00e4tische am Dienstag mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"DOMRADIO.DE: Der Semesterbeginn ist f\u00fcr die Studierenden die ersten Tage und Wochen ja sehr aufregend, weil man noch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":465907,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[29,30,1420,1209],"class_list":{"0":"post-465906","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-koeln","11":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115301411008562156","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/465906","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=465906"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/465906\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/465907"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=465906"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=465906"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=465906"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}