{"id":466328,"date":"2025-10-02T02:58:12","date_gmt":"2025-10-02T02:58:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/466328\/"},"modified":"2025-10-02T02:58:12","modified_gmt":"2025-10-02T02:58:12","slug":"europaeisches-artenschutzprojekt-gestartet-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/466328\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4isches Artenschutzprojekt gestartet \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch, dem 1. Oktober, ist das von der Europ\u00e4ischen Union (EU) gef\u00f6rderte Projekt f\u00fcr den Erhalt der Feldhamster in Sachsen offiziell gestartet. Das Projekt \u201eLIFE4HamsterSaxony\u201c hat eine sechsj\u00e4hrige Laufzeit und einen Gesamtumfang von 12,2 Millionen Euro. Zurzeit werden die Auswilderungen im kommenden Fr\u00fchjahr geplant. Dazu bereiten das LfULG und der Landkreis Nordsachsen Vertr\u00e4ge mit interessierten Landwirtschaftsbetrieben vor.<\/p>\n<p>Nach aktuellem Stand werden mindestens 20 Hektar neue Ma\u00dfnahmenfl\u00e4chen hinzukommen, einschlie\u00dflich einer neuen Aussetzungsfl\u00e4che f\u00fcr die Auswilderungen. Im Fr\u00fchjahr 2026 wird dann die Bewirtschaftung von mindestens 80 Hektar Acker mit speziellen Getreide-, Luzerne- und Bl\u00fchstreifen auf den Feldhamster ausgerichtet.<\/p>\n<p>In der Projektlaufzeit bis Ende 2031 stehen f\u00fcr das Projekt \u201eLIFE4HamsterSaxony\u201c beim LfULG Projektmittel in H\u00f6he von 7,2 Millionen Euro und beim Zoo Leipzig in H\u00f6he von 5,0 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Wesentliche Projektmittel des LfULG sind f\u00fcr die hamsterfreundlichen Ma\u00dfnahmen vorgesehen, die gemeinsam mit den Landwirtschaftsbetrieben auf den Ackerfl\u00e4chen des Projektgebietes s\u00fcdwestlich von Delitzsch entwickelt, erprobt und umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Der Zoo Leipzig setzt im Projekt in erster Linie die Erweiterung der Haltungs- und Zuchtkapazit\u00e4ten, die Auswilderung und Teile der wissenschaftlichen Begleitung um. Das Landratsamt Nordsachsen beansprucht nur einen kleinen Teil der Projektmittel, hat aber als zust\u00e4ndige untere Naturschutzbeh\u00f6rde wichtige administrative Aufgaben.<\/p>\n<p>Die EU f\u00f6rdert 75 Prozent der Projektkosten. Die Projektpartner bringen einen Eigenanteil von 25 Prozent der jeweiligen Kosten auf. Die Gr\u00f6\u00dfe der Ma\u00dfnahmenfl\u00e4chen soll bis zum Ende des Projektes auf bis zu 400 Hektar anwachsen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/33_Feldhamster-in-der-Zuchtstation-waehrend-einer-veterinaermedizinischen-Kontrolle_c_Zoo-Leipzig.jp.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-635316 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/33_Feldhamster-in-der-Zuchtstation-waehrend-einer-veterinaermedizinischen-Kontrolle_c_Zoo-Leipzig.jp.jpeg\" alt=\"Ein Feldhamster in der Zuchtstation w\u00e4hrend einer veterin\u00e4rmedizinischen Kontrolle. Foto: Zoo Leipzig\" width=\"2255\" height=\"1500\"  \/><\/a>Feldhamster in der Zuchtstation w\u00e4hrend einer veterin\u00e4rmedizinischen Kontrolle. Foto: Zoo Leipzig<\/p>\n<p>F\u00fcr eine erfolgreiche Etablierung des Projektes geh\u00f6rt aber auch die Vernetzung mit Fachkollegen. Auf dem International Hamster Workgroup Meeting, das der Zoo Leipzig gemeinsam mit dem NABU-Landesverband Sachsen am letzten Wochenende ausgerichtet hat, kamen unter anderem aus ganz Europa Wissenschaftler, Natursch\u00fctzer, Beh\u00f6rden- und Landwirtschaftsvertreter zusammen, um sich \u00fcber gemeinsame Strategien gegen das Artensterben und den Schutz von bedrohten Populationen auszutauschen.<\/p>\n<p>Die Vorgeschichte<\/p>\n<p>Im September 2024 wurde von den Projektpartnern LfULG, dem Zoo Leipzig sowie dem Landratsamt Nordsachsen ein umfangreicher Projektantrag bei der EU eingereicht. Die Anstrengungen des im Jahr 2008 gegr\u00fcndeten Arbeitskreises \u201eKooperativer Feldhamsterschutz im Freistaat Sachsen\u201c waren eine entscheidende Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg des Antrages, insbesondere die von dem Arbeitskreis entwickelte \u201eStrategie zum kooperativen Schutz des Feldhamsters\u201c in Sachsen.<\/p>\n<p>Im Juni 2025 wurde die F\u00f6rdervereinbarung mit der Europ\u00e4ischen Union zum Projekt \u201eLIFE4HamsterSaxony\u201c vom LfULG abgeschlossen.<\/p>\n<p>Das Projekt \u201eLIFE4HamsterSaxony\u201c kann bereits auf erste Erfolge aufbauen. Mithilfe von Landesmitteln wurde im Zoo Leipzig eine Erhaltungszucht etabliert. Zudem wurden vom Landkreis Nordsachsen organisierte Hilfsma\u00dfnahmen f\u00fcr eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung umgesetzt und seit 2024 Feldhamster ausgewildert.<\/p>\n<p>Zuletzt wurden Anfang Mai 2025 im Ackergebiet s\u00fcdwestlich von Delitzsch auf zwei speziell vorbereiteten Aussetzungsfl\u00e4chen 179 Feldhamster ausgewildert. Mit den Nachkommen der im Jahr 2024<br \/>ausgewilderten Tiere k\u00f6nnte der Bestand bereits auf etwa 300 Feldhamster angewachsen sein.<\/p>\n<p>Stimmen zum Projekt<\/p>\n<p>\u201eUnser Ziel ist es, die Feldhamsterpopulation in ihrem letzten Verbreitungsgebiet in Sachsen zu st\u00e4rken und zu f\u00f6rdern\u201c, sagt <strong>LfULG-Pr\u00e4sident Heinz Bernd Bettig<\/strong>. \u201eDaf\u00fcr wollen wir unter anderem im Projektgebiet in Nordwestsachsen gemeinsam mit den Landwirtschaftsbetrieben landwirtschaftliche Ma\u00dfnahmen entwickeln, erproben und schrittweise einf\u00fchren, wie zum Beispiel den Anbau von feldhamsterfreundlichen Kulturen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zoodirektor Prof. J\u00f6rg Junhold<\/strong> betont: \u201eDass der Zoo Leipzig Teil der europ\u00e4ischen Artenschutzstrategie ist, empfinden wir als Anerkennung und macht uns auch ein klein wenig stolz. Als wissenschaftlich gef\u00fchrtes Artenschutzzentrum sehen wir den Schutz der Biodiversit\u00e4t sowohl lokal als auch global als unsere Kernaufgabe an.<\/p>\n<p>Die Zuchterfolge in der Station und auf der Auswilderungsfl\u00e4che zahlen auf das formulierte Ziel ein, bis 2031 eine sich selbsterhaltende Feldhamsterpopulation in Mitteldeutschland aufzubauen. Im Jahr 2024 konnten wir uns \u00fcber 226 Jungtiere freuen und in diesem Jahr wurden insgesamt 256 Feldhamsterjungtiere geboren. Die Zuchterfolge bilden die Grundlage f\u00fcr eine erfolgreiche Bestandsst\u00fctzung der Feldhamsterpopulation.\u201c<\/p>\n<p><strong>Dr. Eckhard Rexroth, 1. Beigeordneter und Umweltdezernent des Landkreises Nordsachsen<\/strong>, erg\u00e4nzt: \u201eDer Feldhamster war schon immer eine charakteristische Art der Delitzscher Ackerebene. Viele Anwohner kennen ihn noch aus eigenem Erleben. Die St\u00e4rkung der Population auf den ertragreichen B\u00f6den der Region muss allerdings mit den Anforderungen der modernen Landwirtschaft und den heutigen klimatischen Bedingungen in \u00dcbereinstimmung gebracht werden. Daf\u00fcr leistet das LIFE-Projekt gleichfalls einen wichtigen Beitrag.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Mittwoch, dem 1. 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