{"id":466942,"date":"2025-10-02T08:36:16","date_gmt":"2025-10-02T08:36:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/466942\/"},"modified":"2025-10-02T08:36:16","modified_gmt":"2025-10-02T08:36:16","slug":"zwischen-arie-und-aufschrei-hamburg-debattiert-ueber-kuehne-oper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/466942\/","title":{"rendered":"Zwischen Arie und Aufschrei: Hamburg debattiert \u00fcber K\u00fchne-Oper"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/brosda-104.webp\" alt=\"Carsten Brosda (SPD), Kultursenator von Hamburg. (Archivbild)\" title=\"Carsten Brosda (SPD), Kultursenator von Hamburg. (Archivbild) | picture alliance\/dpa | Carsten Koall\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 02.10.2025 10:11 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Die geplante Oper am Baakenh\u00f6ft sorgt f\u00fcr Diskussionen in der Hamburger Kulturlandschaft. Das Projekt steht vielfach in der Kritik. Kultursenator Carsten Brosda stellte sich am Mittwoch den Fragen bei einer Podiumsdiskussion der Patriotischen Gesellschaft.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/petra-riess,petrariess104.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Petra Rie\u00df<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Statt warmer Worte ert\u00f6nte zu Beginn der Veranstaltung der Gefangenenchor aus Giuseppe Verdis Oper &#8222;Nabucco&#8220; aus dem Hintergrund des \u00fcbervollen Saales. Der Denkmalverein Hamburg will damit auf seine Petition zum Verbleib der Hamburgischen Staatsoper am Dammtor aufmerksam machen. Auf dem Podium vier G\u00e4ste: zwei contra, zwei pro Opernneubau. Auf der Proseite nat\u00fcrlich Kultursenator Carsten Brosda, ge\u00fcbt darin, f\u00fcr das Millionengeschenk der K\u00fchne-Stiftung zu werben: &#8222;Wir haben eine Staatsoper, von der wir wissen, dass sie \u00fcber kurz oder lang in die Sanierung muss, und zwar in die Generalsanierung.&#8220;<\/p>\n<p>    Neues Opernhaus erm\u00f6glicht &#8222;schlanken Umzug&#8220;, so Brosda<\/p>\n<p class=\"\">Die Staatsoper am Dammtor hat dringenden Sanierungsbedarf, das steht au\u00dfer Frage. &#8222;Ein modernes Opernhaus sieht anders aus. Beispiele daf\u00fcr gibt es in Europa gen\u00fcgend, wie etwa in Oslo oder Kopenhagen. Allein die Hinterb\u00fchne der bestehenden Oper am Dammtor ist viel zu klein, und die Hubpodien w\u00fcrden zuk\u00fcnftig vom T\u00dcV gar nicht mehr abgenommen werden&#8220;, sagte Brosda. Mit einer neuen Oper k\u00f6nne man einen &#8222;schlanken Umzug&#8220; ohne Unterbrechung des Opernbetriebs und seiner rund 800 Angestellten erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/baakenhoeft-100.webp\" alt=\"Blick auf den historischen Schuppen 29 auf dem Baakenh\u00f6ft\" title=\"Blick auf den historischen Schuppen 29 auf dem Baakenh\u00f6ft | picture alliance\/dpa | Markus Scholz\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Hansestadt hat f\u00fcnf B\u00fcros ausgew\u00e4hlt, die ihre Vorschl\u00e4ge einreichen sollen. Kritik gibt es deshalb von der Architektenkammer.<\/p>\n<p>    Karin Loosen beklagt mangelnde Transparenz<\/p>\n<p class=\"\">Karin Loosen, Stadtplanerin und Vorsitzende der Hamburgischen Architektenkammer, beklagt die mangelnde Transparenz im bisherigen Verfahren: &#8222;Wir alle sind gebrannte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger der explodierten Elbphilharmonie-Kosten und wir wissen, wie hochsensibel solche \u00f6ffentlichen Bauten in der Stadt angesetzt werden m\u00fcssen.&#8220; Deshalb h\u00e4tte mehr Transparenz und eine \u00f6ffentliche Diskussion dar\u00fcber viel fr\u00fcher stattfinden m\u00fcssen. Sie fordert zudem baukulturelle Verantwortung: &#8222;Dieser kreative Spielraum, den brauchen wir doch f\u00fcr eine lebendige Demokratie, f\u00fcr lebendige Geb\u00e4ude und eine tolle Architektur&#8220;. Im Saal brandet Applaus auf.<\/p>\n<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/buergerschaft-kritische-toene-zu-plaenen-fuer-neue-hamburger-oper,buergerschaft-122.html\" title=\"B\u00fcrgerschaft: Kritische T\u00f6ne zu Pl\u00e4nen f\u00fcr neue Hamburger Oper\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erst vergangene Woche hatte der Hamburger Senat \u00fcber das geplante neue Opernhaus debattiert.<\/a> Dieses soll auf dem Baakenh\u00f6ft in der HafenCity entstehen. Milliard\u00e4r Klaus-Michael K\u00fchne will mehrere Hundert Millionen Euro beisteuern. Das Projekt steht in der Kritik, weil K\u00fchnes Speditions- und Logistikfirma K\u00fchne + Nagel nach 1933 f\u00fcr das NS-Regime M\u00f6bel und Hausrat verfolgter und ermordeter Juden transportiert hatte<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/screenshot-51944.webp\" alt=\"Eine kleinere Gruppe von Menschen demonstriert unter anderem mit Blasinstrumenten am Hamburger Jungfernstieg.\" title=\"Eine kleinere Gruppe von Menschen demonstriert unter anderem mit Blasinstrumenten am Hamburger Jungfernstieg. | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes rief zu Protesten auf. Am Mittwoch wurde auf der Reesendammbr\u00fccke in Hamburg demonstriert.<\/p>\n<p>    Auch Studierende \u00e4u\u00dfern Kritik<\/p>\n<p class=\"\">Die Emotionen in dem komplett ausgebuchten Saal kochen an diesem Abend h\u00e4ufiger hoch. Auch Studierende der HafenCity Universit\u00e4t sind gekommen. F\u00fcr den Standort der neuen Oper am Baakenh\u00f6ft m\u00fcssen die M\u00e4rchenwelten weichen, und das ist nicht der einzige Kritikpunkt: &#8222;Ich verstehe den Bedarf f\u00fcr eine neue Oper&#8220;, sagt Friederike Schuentzen, Studentin der Architektur und bekennender Opernfan, &#8222;aber ich finde, unsere Klimaziele zu verfolgen bedeutet, dass man im Bestand gucken muss, was gebaut, was ver\u00e4ndert werden kann. Ich liebe die Oper, als junge Frau ist es mir super wichtig, dass das als Kultur bestehen bleibt. Aber die K\u00fchne-L\u00f6sung ist nicht die, die mir gef\u00e4llt.&#8220;<\/p>\n<p>    Brinkmann: &#8222;Was, wenn das neue Geb\u00e4ude nicht k\u00e4me?&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Der Standort Baakenh\u00f6ft sei viel zu weit entfernt von der Stadtmitte und w\u00fcrde vermutlich kaum akzeptiert werden. Gerade erst hatte die Staatsoper Hamburger einen fulminanten Saisonauftakt mit dem neuen F\u00fchrungsteam Tobias Kratzer und Omer Meir Wellber erlebt: &#8222;Das war gro\u00dfartig&#8220;, sagt Berthold Brinkmann von der Opernstiftung Hamburg, &#8222;das hat gezeigt, die Oper lebt! Gleichzeitig kommt die Sorge: Was passiert, wenn das neue Geb\u00e4ude nicht k\u00e4me?&#8220; Ja, was dann? Brinkmann ist deshalb ebenfalls f\u00fcr die neue K\u00fchne-Oper. Jan Christian Kottmeier von der Denkmalpflege Hamburg hingegen sieht keinesfalls am Baakenh\u00f6ft. Die Elbe, der Fluss, sei schon \u00fcberlastet genug. Die Stadt solle dort lieber f\u00fcr mehr Gr\u00fcn sorgen. Willfried Maier, erster Vorstandsvorsitzender der Patriotischen Gesellschaft, war am Ende zufrieden: &#8222;Wir wollen das F\u00fcr und Wider einer neuen Oper in die Stadtgesellschaft tragen. Das ist, glaube ich, auch ganz gut gelungen heute Abend.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/buergerschaft-114.webp\" alt=\"Konstituierende Sitzung der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft im Rathaus.\" title=\"Konstituierende Sitzung der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft im Rathaus. | picture alliance\/dpa | Christian Charisius\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das finanzielle Engagement von Milliard\u00e4r K\u00fchne f\u00fcr das neue Opernhaus passt nicht allen. Kultursenator Brosda sieht eine &#8222;einmalige Chance&#8220;. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.10.2025 10:11 Uhr Die geplante Oper am Baakenh\u00f6ft sorgt f\u00fcr Diskussionen in der Hamburger Kulturlandschaft. 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