{"id":466952,"date":"2025-10-02T08:41:19","date_gmt":"2025-10-02T08:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/466952\/"},"modified":"2025-10-02T08:41:19","modified_gmt":"2025-10-02T08:41:19","slug":"ausstellung-in-berlin-erinnert-an-hamas-angriff-auf-nova-festival","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/466952\/","title":{"rendered":"Ausstellung in Berlin erinnert an Hamas-Angriff auf Nova-Festival"},"content":{"rendered":"<p>              2.10.2025 09:53<\/p>\n<p>              (Akt. 2.10.2025 09:53)<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1488839326_BLD_Online-4-3-400533033-533x400.jpg\"   alt=\"Zelte und andere Festivalutensilien in der Ausstellung\" title=\"Zelte und andere Festivalutensilien in der Ausstellung\"\/><\/p>\n<p>                    Zelte und andere Festivalutensilien in der Ausstellung<br \/>\n                     \u00a9APA\/dpa<\/p>\n<p>\n        Der Krieg in Gaza schl\u00e4gt sich nicht nur in Schlagzeilen und politischen Debatten nieder, sondern immer mehr auch im kulturellen Raum. Das zeigt sich bei Filmfestivals, Klassikkonzerten, Petitionen &#8211; und nun auch in einer Ausstellung in Berlin.\u00a0Die Schau mit dem Titel &#8222;October 7, 06:29 AM &#8211; The Moment Music Stood Still&#8220; erinnert an den Angriff der Hamas auf das Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 &#8211; und r\u00fcckt die Menschen, die vor Ort waren, ins Zentrum.\n      <\/p>\n<p>Zum zweiten Jahrestag des Massakers macht sie die unsagbaren Schrecken jenes Tages erfahrbar, transportiert aber auch eine Botschaft von Hoffnung. Die Schau war zuvor schon in anderen St\u00e4dten zu sehen, etwa in New York. US-Medien berichteten damals von Protesten vor dem Ausstellungsgeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Ausgebrannte Autos und weitere echte Exponate<\/p>\n<p>Das Nova-Musikfestival mit etwa 3.000 Besucherinnen und Besuchern wurde am 7. Oktober 2023 von Terroristen der Hamas angegriffen. Nach Angaben der Ausstellungsmacher wurden 411 Menschen get\u00f6tet, Hunderte verletzt und mehr als 40 in den Gazastreifen verschleppt.<\/p>\n<p>Die Ausstellung im ehemaligen Flughafen Tempelhof ist in drei Teile geteilt, wie Initiatorin und Kuratorin Reut Feingold erkl\u00e4rt. Nachdem man in der Eingangshalle ein Video \u00fcber die Nova-Gemeinschaft gesehen hat, befindet man sich auf dem nachgebauten Campingplatz mit Zelten, Campingst\u00fchlen, ausgebrannten Autos, Toiletten. Alle Exponate seien echte St\u00fccke vom Festivalgel\u00e4nde, erz\u00e4hlt die Kuratorin. Die Besucher seien eingeladen, an allem zu riechen und die Exponate anzufassen oder etwa die Handys, auf denen Videos abgespielt werden, in die Hand zu nehmen.\u00a0<\/p>\n<p>Daneben gibt es Videos mit Interviews und Augenzeugenberichten, Texttafeln und Bildschirme mit Videoaufnahmen des Tages. Auch Luftschutzbunker und eine Bar sind Teil der Ausstellung. In der Mitte der Halle f\u00fchlt man sich wie auf dem Festivalgel\u00e4nde. &#8222;Es ist der echte Baldachin mit der echten DJ-Kabine&#8220;.<\/p>\n<p>Dahinter beginnt der zweite Teil der Ausstellung. Dieser ist den Toten des Angriffs und den von der Hamas entf\u00fchrten Geiseln gewidmet. Auf beiden Seiten des Raumes stehen zwei gro\u00dfe W\u00e4nde mit Bildern und Texten der Menschen, die auf dem Festival waren. Dazwischen: Tische mit zur\u00fcckgelassenen Gegenst\u00e4nden der Festivalbesucher. Schuhe, Rucks\u00e4cke, Handyh\u00fcllen, Kleidungsst\u00fccke.\u00a0<\/p>\n<p>Eltern einer Geisel besuchen die Ausstellung<\/p>\n<p>An einer Wand findet sich auch das Foto von Alon Ohel. Der 24-J\u00e4hrige, der auch die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft besitzt, wurde in einem Luftschutzbunker in der N\u00e4he des Festivalgel\u00e4ndes von den Hamas als Geisel genommen, erz\u00e4hlen seine Eltern Idit und Yakov. Seitdem befindet er sich in ihrer Gefangenschaft.<\/p>\n<p>Es ist das erste Mal, dass sich die beiden die Ausstellung ansehen. Als sie in Israel gezeigt wurde, wenige Monate nach dem Angriff, sei es emotional zu schwer f\u00fcr sie gewesen, sagen die beiden. Es sei &#8222;surrealistisch&#8220;, nun hier zu sein. Sie sei froh, dass sie und andere Menschen an den Ort kommen und sich das ansehen k\u00f6nnen, erz\u00e4hlt Mutter Idit. Zun\u00e4chst sehe man die schrecklichen Dinge, die geschehen sind. &#8222;Und dann, am Ende, sieht man das Licht, man sieht, wie man das durchstehen kann&#8220;, sagt Idit.<\/p>\n<p>Vor dem zweiten Jahrestag des Angriffs vom 7. Oktober empfindet sie es als &#8222;Schande&#8220;, dass immer noch Geiseln in Gaza festgehalten werden. &#8222;Ich glaube, die Menschen h\u00f6ren uns zu. Ich w\u00fcnschte nur, sie w\u00fcrden uns nicht nur tr\u00f6sten, uns zuh\u00f6ren und uns umarmen&#8220;, sagt Idit. &#8222;Wir brauchen Taten. Wir brauchen Menschen, die handeln. Wir brauchen die Regierung, die handelt und sich aktiver daf\u00fcr einsetzt, die Geiseln nach Hause zu holen&#8220;.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit eines Heilungsprozesses<\/p>\n<p>Der dritte Teil der Ausstellung betrachte die Chance auf Heilung, erl\u00e4utert die Kuratorin. &#8222;Diese Ausstellung handelt auch von den Tagen und Monaten nach dem Anschlag, denn der Heilungsprozess ist Teil des Alltags&#8220;, sagt Feingold. Neben Infos zu den Veranstaltern der Ausstellung, der Tribe of Nova Foundation, gibt es einen Raum, in denen es um Aktivit\u00e4ten wie Klangheilung, Yoga, Malen, Zeichnen geht.\u00a0<\/p>\n<p>Die 27-j\u00e4hrige Tal Shimony war damals selbst auf dem Festival und hat den Angriff \u00fcberlebt. Sie habe viele Gef\u00fchle, wenn sie an das Musikfestival denke. Neben Trauer denke sie an Liebe, Musik und Gl\u00fcck sowie an Hass auf die Hamas, Dunkelheit und Trauma.\u00a0<\/p>\n<p>Der Raum, mit dem sie die gr\u00f6\u00dfte Verbindung habe, sei der &#8222;Healing Room&#8220; am Ende der Ausstellung, der f\u00fcr sie viel Licht und Liebe repr\u00e4sentiere. &#8222;Ich bin so stolz auf meine Community&#8220;, sagt sie. &#8222;Wir haben dieses Trauma genommen und es zu Wachstum gemacht, anstatt uns davon unterkriegen zu lassen.&#8220;<\/p>\n<p>Angesichts des bevorstehenden Jahrestags des Angriffs sagt sie, dass zwei Jahre vergangen seien und sich nichts f\u00fcr sie ge\u00e4ndert habe. Ein Teil in ihr und auch aus der Community befinde sich immer noch in diesem Tag, weil nicht alle ihre Freunde wieder zur\u00fcck sind.\u00a0<\/p>\n<p>Ein Beitrag in einer vielstimmigen Debatte<\/p>\n<p>Die Ausstellung steht im Spannungsfeld der aktuellen Debatte um den Gaza-Krieg. Nach israelischen Angaben werden noch 48 Menschen im Gazastreifen festgehalten. In Israel gibt es deshalb regelm\u00e4\u00dfig Demonstrationen, die von der Regierung ein entschiedeneres Handeln fordern, um ihre Freilassung zu erreichen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig w\u00e4chst international die Kritik am israelischen Vorgehen im Gazastreifen und am Leid der pal\u00e4stinensischen Zivilbev\u00f6lkerung. Erst k\u00fcrzlich fand in Berlin die bisher gr\u00f6\u00dfte Demonstration in Deutschland gegen den Gaza-Krieg statt.<\/p>\n<p>Die Ausstellung zeigt keine Gesamtperspektive, sondern einen Ausschnitt: den Blick auf die Opfer des 7. Oktober auf dem Nova-Festival und ihre Community. Darin liegt ihre Bedeutung &#8211; als Beitrag in einem vielstimmigen Konflikt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"2.10.2025 09:53 (Akt. 2.10.2025 09:53) Zelte und andere Festivalutensilien in der Ausstellung \u00a9APA\/dpa Der Krieg in Gaza schl\u00e4gt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":466953,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[2076,296,29,30,4046,80,810,6000,2548],"class_list":{"0":"post-466952","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-ausstellung","9":"tag-berlin","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-krieg","13":"tag-kultur","14":"tag-musik","15":"tag-nahost","16":"tag-palaestina"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115303683552384617","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/466952","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=466952"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/466952\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/466953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=466952"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=466952"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=466952"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}