{"id":467173,"date":"2025-10-02T10:42:21","date_gmt":"2025-10-02T10:42:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/467173\/"},"modified":"2025-10-02T10:42:21","modified_gmt":"2025-10-02T10:42:21","slug":"strasse-von-bonifacio-teil-1-sardiniens-traumbuchten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/467173\/","title":{"rendered":"Stra\u00dfe von Bonifacio: Teil 1 &#8211; Sardiniens Traumbuchten"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">\u200b<strong>Die Stra\u00dfe von Bonifacio ist eines der sch\u00f6nsten Reviere des Mittelmeeres: Traumhafte Buchten, bizarre Felslandschaften, kurze Distanzen und dazu immer im Wechsel zwischen Italien und Frankreich. <\/strong><\/p>\n<p class=\"\">So schnell kann aus einer geplanten Investigativrecherche ein normaler Chartert\u00f6rn werden: 2024 hatte die Nationalparkverwaltung des italienischen La-Maddalena-Parks, der fast alle vorgelagerten Inseln im Nordwestzipfel der Insel umfasst, ein <a href=\"https:\/\/www.yacht.de\/reisen-chartern\/italien\/sardinien-naturschuetzer-sperren-ankerbuchten-heftige-strafen\/\" target=\"_blank\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">n\u00e4chtliches Ankerverbot <\/a>verh\u00e4ngt. Erste Crews wurden mit Bu\u00dfgeldern belegt, ein Aufschrei ging durch die Charterbranche und Skipper-Foren. So entstand der Plan: 2025 in der Hochsaison dort segeln und sehen, wie die Skipper abends mit dem Verbot zurechtkommen, das vermutete Chaos beobachten, wenn sie in Scharen Ankerpl\u00e4tze an Sardiniens K\u00fcsten suchen m\u00fcssen. Doch Basisleiter Andrea von Sun Charter l\u00e4chelt und winkt ab, als wir Ende Juni an seiner wundersch\u00f6nen Basis in Marina dell\u2019Isola zum T\u00f6rn anreisen. \u201eDie Charterfirmen haben sich zusammengetan und einen Anwalt engagiert, der gegen die neue Regelung vorgeht. Da haben die Beh\u00f6rden die Kontrollen ausgesetzt.\u201c <\/p>\n<p>Aufregung im Ankerparadies<\/p>\n<p class=\"\">Eine sehr italienische Regelung. Gerichtliche Auseinandersetzungen sind hier ber\u00fcchtigt langwierig, ein paar Jahre sind da nichts. Denn das Verbot gab es streng genommen schon seit zehn Jahren, nur umgesetzt wurde es nie. Die Posidonia-Felder sollten besser gesch\u00fctzt werden. Warum die von Ankern nur nachts zerst\u00f6rt werden, wissen wohl nur Beh\u00f6rden-Experten. Aber egal \u2013 freuen wir uns, dass alles wieder m\u00f6glich ist. <\/p>\n<p class=\"\">Und das ist gerade hier eine gute Nachricht, denn sagen wir es einfach mal klar: Es gibt wohl kein sch\u00f6neres Revier f\u00fcr Crews im westlichen Mittelmeer, die gerne ankern. An Sardiniens Nordostseite und Korsikas S\u00fcden samt vorgelagerten Inseln wie Maddalena, Spargi, Caprera, Razzoli oder Budelli gibt es derma\u00dfen viele wundersch\u00f6ne und gesch\u00fctzte Buchten, dass man kaum wei\u00df, wo man sich abends hinlegen soll. Es ist mein f\u00fcnfter T\u00f6rn im Revier, und immer noch k\u00f6nnten wir jeden Tag in einer neuen, uns unbekannten Bucht festmachen. Und immer ist sie sch\u00f6n. <\/p>\n<p>Abk\u00fchlung in gesch\u00fctzten Buchten<\/p>\n<p class=\"\">Wie die Cala Lunga an der Westk\u00fcste von Razzoli, unserem ersten Ankerstopp. Das Eisen geht runter auf einem sandigen Spot, die Badeleiter geklappt, und schon wimmelt es ums Heck. Schw\u00e4rme erstaunlich gro\u00dfer Fische schwimmen vor der Taucherbrille und sind \u00fcberhaupt nicht scheu. Bei Ann\u00e4herung teilt sich die Wolke einfach und schlie\u00dft sich hinter einem wieder. Ich kenne kein anderes Revier mehr im Mittelmeer, wo man noch derart viele Fische sieht. Ein Anker-Traum. Die zerkl\u00fcfteten r\u00f6tlichen Felsen leuchten in der Sonne. Sardinien st\u00f6hnt seit Tagen unter der ersten Hitzewelle, 36 Grad sind es, Wasser fast 25 Grad, die Italiener reden ganz offen vom Klimawandel. Wir Chartersegler nehmen es gelassen, gl\u00fcckselig verfliegen die Stunden bei Baden, Faulenzen, Kochen und Sarden-Bier im Cockpit. <\/p>\n<p class=\"\">Zu verdanken ist das strengem Schutz: Der Nationalpark La-Maddalena-Archipel ist riesig, Fischen streng reglementiert oder verboten, Bereiche f\u00fcr Yachten sind gesperrt, F\u00e4kalientanks Vorschrift. Das Ergebnis spricht f\u00fcr sich. Und das, obwohl hier wirklich viele Yachten unterwegs sind. Beim Weg von der Charterbasis hoch nach Maddalena mussten wir geradezu Slalom um riesige Megayachten fahren, zahllose Charteryachten, schicke Eignerschiffe. Der Grenzt\u00f6rn zwischen Korsika und Sardinien ist beliebt. <\/p>\n<p>Die Stra\u00dfe von Bonifacio: navigatorisch anspruchsvoll<\/p>\n<p class=\"\">Doch selbst Ende Juni findet man immer noch einen Ankerplatz, teils sogar freie Bojen. Viel besser als gedacht. Dabei ist das Revier nicht das einfachste: Die enge Stra\u00dfe von Bonifacio zwischen Korsika und Sardinien ist eine ber\u00fcchtigte Windd\u00fcse. Weht Mistral aus West bis Nordwest, steht schnell Starkwind, dasselbe bei seltenerem st\u00e4rkeren S\u00fcdost. Reichlich Felsen spicken die sch\u00f6nen Inseln, man muss sorgf\u00e4ltig navigieren. Die Flottenbetreiber haben viele Sch\u00e4den, die Kautionssummen im Revier sind entsprechend deftig. Man muss die Wettervorhersage im Auge behalten. Das tun wir, denn von der Cala Lunga soll es r\u00fcber via die franz\u00f6sischen Lavezzis nach Bonifacio gehen. Und der Mistral soll kommen. In zwei Tagen wird es mit 30 Knoten wehen. Die Festungsstadt, hoch oben auf der Steilk\u00fcste gelegen, ist das st\u00e4dtische Highlight eines T\u00f6rns. F\u00fcr zwei norddeutsche Revierneulinge in unserer Crew ein Muss.<\/p>\n<p class=\"\">Also am n\u00e4chsten Morgen die Segel hoch und los. L\u00e4ppische zw\u00f6lf Meilen sind es, das Revier ist f\u00fcr seine kurzen Distanzen ber\u00fchmt. Da bleibt genug Zeit f\u00fcr einen Badestopp auf den schon franz\u00f6sischen Lavezzi-Inseln. Die sind mit ihren rund geschliffenen grauen Granitbuckeln eine Mischung aus schwedischen Sch\u00e4ren und Seychellen, nur mit Macchia statt Tannen oder tropischem Regenwald. T\u00fcrkis leuchtet das Wasser in dem Meer aus Steinen. <\/p>\n<p>Tr\u00fcgerisches Inselidyll<\/p>\n<p class=\"\">Die wohl spektakul\u00e4rste Bucht ist die Cala Lazarina an der Westseite von Lavezzi. Wir ankern aber in der gegen\u00fcber, hinter der Landzunge liegenden Cala di Grecu. Von dort kann man easy mit dem Dingi \u00fcbersetzen f\u00fcr einen Spaziergang \u00fcber die Insel. Die Hitze flirrt, die Zikaden zirpen. Vorbei geht es am Matrosenfriedhof des 1855 gesunkenen franz\u00f6sischen Kriegsschiffs \u201eS\u00e9millante\u201c. 702 Seelen lie\u00dfen beim Zerschellen der Fregatte ihr Leben, als sie in f\u00fcrchterlichem Sturm auf einem Riff auflief. Ein erhobener Zeigefinger f\u00fcr alle Seefahrer, sich nicht vom sommerlichen Leichtwind t\u00e4uschen zu lassen, der stetig \u00fcber die Insel zieht. <\/p>\n<p class=\"\">Tats\u00e4chlich war es klug, den Weg zur Bucht zu Fu\u00df zu machen. Die Cala Lazarina ist zwar ein Traum von einer Bucht, aber rappelvoll. Wer hier einen Platz will, muss am besten vormittags kommen. Daf\u00fcr ist der Blick auf das zerkl\u00fcftete Felsenmeer samt t\u00fcrkiser Bucht unfassbar malerisch. <\/p>\n<p class=\"\">Doch schon beim Wandern merken wir: Der Mistral zieht langsam an. Also schnell zur\u00fcck aufs Boot und Kurs Nordwest Richtung Bonifacio, schon jetzt eine Kreuz. Die immer ruppiger wird. Aus 15 Knoten werden 23 Knoten Wind, der Seegang nimmt zu, erstes Reff. Unsere Dufour 385 stampft mit \u00fcblen Wendewinkeln durch die See, unser Steuermann Uwe tastet sich die Windkante entlang, so gut es geht. So wird aus dem Kaffeeschlag noch ein unerwartet kerniger Segelnachmittag.<\/p>\n<p><strong>Hier geht es zur Fortsetzung des Reiseberichts:<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/yacht-yacht-20250930-202521-new-img-27-1-img.jpeg\" alt=\"yacht\/yacht_20250930_202521_new-img_27-1-img\" loading=\"lazy\" title=\"\"   width=\"622\" height=\"720\" class=\"md:cursor-zoom-in\"\/><\/p>\n<p><strong>Revierinfos:<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Charter: <\/strong>Wir waren mit einer acht Jahre alten Dufour 38 der deutschen Charterfirma Sun Charter unterwegs. Das Boot war technisch tadellos. Die Flotte ist eine Mischung aus Bavarias, Sun Odysseys, Dufours und einigen Kats von Lagoon und Nautitech. Eine zwei Jahre alte Bavaria 37 kostet bei Buchung vor Jahreswechsel mit Fr\u00fchbucher-Rabatt von 20 Prozent im Juni 2.970 Euro. Die Basis in Marina dell\u2019-Isola ist eine wundersch\u00f6ne Anlage in einer ruhigen Bucht, mit Caf\u00e9, Strand, Badestelle und nahen Restaurants. Die wohl sch\u00f6nste Station im Revier! Buchbar \u00fcber: Sun Charter, <a href=\"https:\/\/www.suncharter.de\/\" target=\"_blank\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">www.suncharter.de<\/a>, Tel.: 08171\/29905 oder info@suncharter.de <\/p>\n<p class=\"\"><strong>Das Revier: <\/strong>Im Revier gibt es zahlreiche Untiefen und Felsen, die es unbedingt zu beachten gilt. Immer wieder laufen Crews vor allem unter Autopilot oder bei kurzen Schl\u00e4gen in die n\u00e4chste Bucht geh\u00f6rig auf. Unsere eigentlich gebuchte, eine Woche alte Bavaria 46 musste direkt vor unserem Start in die Werft! Sorgf\u00e4ltige Planung und Karten-\/Plotterarbeit sind also ein Muss. Zu beachten sind die Nationalparks der Maddalena-Inseln auf italienischer Seite (<a href=\"https:\/\/lamaddalenapark.it\/\" target=\"_blank\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">lamaddalenapark.it<\/a>) und die der Lavezzias auf franz\u00f6sischer. Crews m\u00fcssen sich vor dem Befahren des Italienischen Parks online f\u00fcr die Dauer des T\u00f6rns registrieren und die Nationalpark-Geb\u00fchr entrichten. Das Gebiet ist streng zoniert, die Karte dazu gibt es als Download, es gelten teils Anker- und Befahrensverbote. Wichtig: In den meisten Zonen gilt es, einen Abstand zum Ufer von 300 Metern einzuhalten, Landleinen oder \u00c4hnliches auszubringen ist verboten, und es wird auch kontrolliert. Hier und auch auf den franz\u00f6sischen Lavezzis ist Ankern auf Seegras streng verboten!<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Wind &amp; Wetter: <\/strong>Zwischen Korsika und Sardinien bildet die Stra\u00dfe von Bonifacio eine Enge, die bei Starkwind aus Nordwest bis West oder Ost eine Windd\u00fcse ergibt. Droht Mistral, weht es schnell mit 6 bis 8 Beaufort und es steht entsprechend grober Seegang. Dann ist der Weg nach Bonifacio nicht empfehlenswert. Die besten Mistral-Vorhersagen hat der franz\u00f6sische Wetterdienst <a href=\"https:\/\/meteofrance.com\/\" target=\"_blank\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">meteofrance.com<\/a>. <\/p>\n<p class=\"\"><strong>H\u00e4fen &amp; Ankerpl\u00e4tze: <\/strong>An der K\u00fcste Sardiniens diverse gr\u00f6\u00dfere Marinas mit guten Pl\u00e4tzen und Service. Die meisten Crews bleiben aber in den Inseln. Dort ist La Maddalena mit Cala Gaveta und der Schwimmsteg Marina Cala Mangiavolpe ein guter Stopp. In Korsikas S\u00fcden Bonifacio und Porto-Vecchio. Die Auswahl an Buchten ist gigantisch, man findet fast immer einen Platz. Oft liegen auch geb\u00fchrenpflichtige Bojen aus, Kassierer kommen mit dem RIB herum. <\/p>\n<p class=\"\"><strong>Literatur &amp; Seekarten: <\/strong>Klaus-J\u00fcrgen R\u00f6hring: Korsika, Sardinien Elba, Delius Klasing, 39,90 Euro. ISBN: 978-3-667-12585-9 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u200bDie Stra\u00dfe von Bonifacio ist eines der sch\u00f6nsten Reviere des Mittelmeeres: Traumhafte Buchten, bizarre Felslandschaften, kurze Distanzen und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":467174,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-467173","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115304159728325696","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/467173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=467173"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/467173\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/467174"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=467173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=467173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=467173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}