{"id":467329,"date":"2025-10-02T12:06:13","date_gmt":"2025-10-02T12:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/467329\/"},"modified":"2025-10-02T12:06:13","modified_gmt":"2025-10-02T12:06:13","slug":"anti-mafia-prozess-eureka-langjaehrige-haftstrafen-verhaengt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/467329\/","title":{"rendered":"Anti-Mafia-Prozess &#8222;Eureka&#8220;: Langj\u00e4hrige Haftstrafen verh\u00e4ngt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 02.10.2025 10:53 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Seit knapp anderthalb Jahren stehen 83 Angeklagte in Italien im Rahmen eines Anti-Mafia-Prozesses vor Gericht. Einige sollen in Deutschland aktiv gewesen sein. Nun fielen die ersten Urteile.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Margherita Bettoni, Axel Hemmerling und Ludwig Kendzia, MDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Gericht in der s\u00fcditalienischen Stadt Reggio Calabria hat Haftstrafen von mehr als Tausend Jahren verh\u00e4ngt. In dem Verfahren mussten sich seit Fr\u00fchjahr vergangenen Jahres<strong> <\/strong>83 M\u00e4nner vor der Justiz verantworten, 76 davon wurden gestern verurteilt. Sie waren im Rahmen des internationalen Verfahrens &#8222;Eureka&#8220; gegen die kalabrische Mafia &#8218;Ndrangheta und Menschen aus deren Umfeld verhaftet worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Staatsanwaltschaft Reggio Calabria hatte insgesamt mehr als Tausend Jahre Haft gefordert, mit Einzelstrafen von bis zu 20 Jahren Gef\u00e4ngnis. Die Anklagepunkten reichten von der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, \u00fcber Drogenhandel und Geldw\u00e4sche bis hin zum Handeln mit Kriegswaffen.<\/p>\n<p>    Haftstrafen auch f\u00fcr M\u00e4nner mit Verbindungen nach Bayern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Langj\u00e4hrige Haftstrafen zwischen 12 und 14 Jahren<strong> <\/strong>gab es f\u00fcr vier M\u00e4nner mit Verbindungen nach M\u00fcnchen. Zwei von ihnen waren dort mit Autowaschsalons aktiv. Der MDR hatte \u00fcber die mutma\u00dflich kriminellen Gesch\u00e4fte der Gruppierung in Bayern berichtet. Das italienische Gericht sah es in erster Instanz als erwiesen an, dass die vier M\u00e4nner im Alter von 30 bis 45 Jahren Mitglieder einer kriminellen Vereinigung waren, die mit Kokain aus S\u00fcdamerika handelte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Staatsanwaltschaft hatte zwei von ihnen vorgeworfen, Teile des Drogengeldes \u00fcber Autowaschsalons in M\u00fcnchen in Umlauf gebracht zu haben. Die Urteile sind noch nicht rechtskr\u00e4ftig, die Urteilsbegr\u00fcndung steht noch aus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Angeklagten, gegen die heute die Urteile fielen, hatten sich f\u00fcr das sogenannte &#8222;rito abbreviato&#8220; (Deutsch: abgek\u00fcrztes Verfahren) entschieden. Das ist eine italienische Prozessform, bei der sich das Urteil grunds\u00e4tzlich auf die Akten der Staatsanwaltschaft st\u00fctzt und die ohne Hauptverhandlung gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Weitere 32 Angeklagte hatten sich f\u00fcr die regul\u00e4re Prozessf\u00fchrung entschieden und m\u00fcssen sich derzeit im kalabrischen Locri vor Gericht verantworten. Unter ihnen ist auch ein Gastronom aus Erfurt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, an einer Kokainlieferung von Ecuador nach Australien mitgewirkt zu haben. Sein Anwalt hatte gegen\u00fcber dem MDR betont, dass seinem Mandanten im Prozess nicht vorgeworfen werde, Teil einer kriminellen Vereinigung zu sein.<\/p>\n<p>    &#8222;Eureka&#8220;-Freispr\u00fcche in Dortmund<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anders als nun in Italien, mussten Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachen &#8222;Eureka&#8220; in Nordrhein-Westfalen eine Niederlage hinnehmen. Am Tag des &#8222;Eureka&#8220;-Zugriffes waren drei M\u00e4nner verhaftet worden, die in Verbindung mit einer Eisdiele in der Innenstadt von Siegen standen. Der Verdacht der Ermittler: Salvatore G., mutma\u00dflicher Drogenh\u00e4ndler und einer der Hauptverd\u00e4chtigte im Verfahren Eureka, h\u00e4tte rund 400.000 Euro zur Geldw\u00e4sche in jene Eisdiele investiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den drei M\u00e4nnern hatte die Staatsanwaltschaft D\u00fcsseldorf urspr\u00fcnglich vorgeworfen, Mitglieder der kalabrischen Mafia zu sein, und Geld aus Drogengesch\u00e4ften der Mafia in Siegen gewaschen zu haben. Im Januar 2025 hatte Staatsanwalt Julius Sterzel allerdings im Landgericht Dortmund einr\u00e4umen m\u00fcssen, dass die Beweismittel nicht ausreichen w\u00fcrden, um die Schuld der Angeklagten festzustellen. Die drei waren dann Anfang Februar freigesprochen worden. Salvatore G., jener Hauptverd\u00e4chtiger, der in Siegen oft zu Besuch gewesen sein soll, wurde dagegen heute in Italien zu 20 Jahren Haft verurteilt.<\/p>\n<p>    Ein aufwendiges Verfahren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Eureka&#8220; geh\u00f6rt zu den bisher aufwendigste Verfahren \u00fcberhaupt gegen die kalabrische Mafia &#8218;Ndrangheta. Rund 130 Verd\u00e4chtige waren Anfang Mai 2023 weltweit verhaftet worden, 30 davon in Deutschland. Im Fokus der Ermittlungen standen Clans aus den kalabrischen D\u00f6rfern San Luca und Africo. Sie sollen gro\u00dfe Mengen Kokain aus S\u00fcdamerika nach Europa geschmuggelt haben und die illegalen Profite in verschiedenen L\u00e4ndern gewaschen haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ermittler hatten knapp vier Jahre an dem Verfahren gearbeitet. Sie hatten Verd\u00e4chtige \u00fcberwacht, verdeckte Ermittler eingesetzt, Kronzeugen vernommen und die internen Chats ausgewertet, die die mutma\u00dflichen Kriminellen \u00fcber Kryptohandys der inzwischen stillgelegten Anbieter EncroChat und SkyECC ausgetauscht hatten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Europaweit war es zu Razzien unter anderem in Italien, Deutschland, Portugal, Belgien und Frankreich gekommen. In Deutschland lagen die Schwerpunkte in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Th\u00fcringen.<\/p>\n<p>    Ein Drogenbroker packt aus<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine wichtige Rolle im &#8222;Eureka&#8220;-Prozess, dessen erste Instanz heute in Kalabrien zu Ende ging, sollen die Aussagen eines neu gewonnenen &#8218;Ndrangheta-Kronzeugen gespielt haben. Vincenzo Pasquino, 35 Jahre alt, war 2021 in Brasilien verhaftet worden. Im Rahmen von &#8222;Eureka&#8220; war er angeklagt worden, kurz nach seiner Auslieferung nach Italien hatte er sich dazu entschieden, mit der Justiz zu kooperieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pasquino soll f\u00fcr hochkar\u00e4tige &#8218;Ndrangheta-Clans, unter anderem aus den D\u00f6rfern Plat\u00ec und San Luca, als Drogenbroker gearbeitet und mit s\u00fcdamerikanischen Kartellen verhandelt haben. Er soll \u00fcber unz\u00e4hlige Kontakte und Insider-Wissen in der Welt des weltweiten Kokainhandels verf\u00fcgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.10.2025 10:53 Uhr Seit knapp anderthalb Jahren stehen 83 Angeklagte in Italien im Rahmen eines Anti-Mafia-Prozesses vor&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":467330,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,9997,30,13,1439,14,15,12,1243],"class_list":{"0":"post-467329","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eureka","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-mafia","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-urteil"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115304489658379354","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/467329","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=467329"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/467329\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/467330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=467329"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=467329"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=467329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}