{"id":467632,"date":"2025-10-02T14:47:12","date_gmt":"2025-10-02T14:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/467632\/"},"modified":"2025-10-02T14:47:12","modified_gmt":"2025-10-02T14:47:12","slug":"wer-darf-die-spionage-drohnen-ueber-deutschland-abschiessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/467632\/","title":{"rendered":"Wer darf die Spionage-Drohnen \u00fcber Deutschland abschie\u00dfen?"},"content":{"rendered":"<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Wie geht man mit einer Drohne um, die m\u00f6glicherweise f\u00fcr Spionage eingesetzt wird? In den vergangenen Wochen haben sich die Sichtungen der kleinen unbemannten Flugobjekte in Deutschland und anderen EU-L\u00e4ndern geh\u00e4uft.<\/p>\n<p>Oft sp\u00e4hen sie kritische Infrastruktur oder Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte aus, oder erstellen sogenannte &#8222;digitale Zwillinge&#8220; von St\u00e4tten und Infrastruktur, die im Ernstfall f\u00fcr Sabotage, Spionage oder direkte milit\u00e4rische Angriffe genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Werden Drohnen am Himmel gesichtet, setzt ein komplizierter Zust\u00e4ndigkeitsprozess ein. Je nach Tatort ist entweder die Landes-, Bundespolizei oder die Bundeswehr f\u00fcr das Abfangen der Drohnen verantwortlich. <\/p>\n<p>Wie Euronews unter Berufung eines Sprechers des Verteidigungsministeriums bereits <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/09\/05\/russland-spionage-drohnen-bundeswehr-ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">berichtete<\/a>, ist die Bundeswehr nur f\u00fcr ihr eigenes Gel\u00e4nde zust\u00e4ndig. Sonst sind das Bundesministerium f\u00fcr Inneres (BMI) und die zivilen Betreiber der jeweiligen Infrastruktur f\u00fcr die Gefahrenabwehr verantwortlich. <\/p>\n<p>Noch in der vergangenen Regierung war eine \u00c4nderung des Luftsicherheitsgesetzes geplant, die aufgrund des Regierungswechsels nicht mehr verabschiedet wurde und deswegen zu einem &#8222;monatelangen Stillstand&#8220; gef\u00fchrt habe, so der Gr\u00fcnen-Abgeordnete Konstantin von Notz zu Euronews.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind jetzt gefordert, schnell aufzuholen&#8220;<\/p>\n<p>Deutschlands bodengest\u00fctzte Flugabwehr ist in den vergangenen Jahren deutlich reduziert worden: Der Flakpanzer &#8222;Gepard&#8220; wurde bis 2010\/2012 au\u00dfer Dienst gestellt und die Heeresflugabwehrtruppe 2012 aufgel\u00f6st. Fr\u00fchere Raketen-Systeme wie &#8222;Roland&#8220; waren bereits Mitte der 2000er Jahre weitgehend ausgemustert und haben somit eine Verteidigungsl\u00fccke hinterlassen. <\/p>\n<p>Eine Drohne ist zudem nicht gleichzustellen mit einer Rakete. Spezifische Kapazit\u00e4ten zur Erkennung und Bek\u00e4mpfung von kleineren, schnellen Zielen, wie Drohnen, existierten demnach lange nicht in nennenswertem Umfang und m\u00fcssen erst aufgebaut werden.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind jetzt gefordert, schnell aufzuholen&#8220;, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei einer Pressekonferenz in Berlin mit seinem Schweizer Amtskollegen, Martin Pfister. <\/p>\n<p>&#8222;Wir tun das, indem wir alle Ebenen von Bek\u00e4mpfung von Drohnen aufgreifen: von der Lasertechnologie \u00fcber Netzwerferdrohnen, Elektrojamming, was immer schwieriger wird&#8220;, so Pistorius, der damit auf die sich rasant entwickelnde Technik bezog.<\/p>\n<p>&#8222;Vieles ist heute im Bereich der Provokation zu sehen&#8220;<\/p>\n<p>Die Drohnensichtungen haben sich in den vergangen Wochen jedoch geh\u00e4uft, was dazu f\u00fchrte, dass Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Neufassung des Bundespolizeigesetzes, sowie eine Anpassung des Luftsicherheitsgesetzes in Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium, ank\u00fcndigte. <\/p>\n<p>Um gegen die Drohnen vorzugehen, soll dem Minister zufolge ein deutsches Drohnenabwehr-Kompetenzzentrum aufgebaut werden, dass Kompetenzen von Bund, L\u00e4ndern und der Bundeswehr b\u00fcndelt.<\/p>\n<p>Ziel ist es, einen z\u00fcgigen Informationsaustausch zwischen L\u00e4ndern und Bund zu erm\u00f6glichen, die Gefahrenanalyse zu verbessern und eine Koordinierung operativer Ma\u00dfnahmen zu erm\u00f6gliche. Dazu soll auch ein gemeinsames Forschungsprojekt mit Israel geplant sein. <\/p>\n<p>Dobrindt betonte nach der Kabinettsklausur in der Villa Borsig, dass &#8222;nicht jede Drohne automatisch eine Bedrohung ist&#8220;. So sei auch nicht jede Drohne, die &#8222;durch fremde M\u00e4chte gesteuert wird&#8220;, automatisch eine Bedrohung, erkl\u00e4rte er und erg\u00e4nzte, dass vieles heute im Bereich der Provokation zu sehen ist.<\/p>\n<p>M\u00fcssen Drohnen abgeschossen werden, oder kann man sie abfangen?<\/p>\n<p>Bei der Drohnenabwehr gilt f\u00fcr die Truppe das Prinzip der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit: Risiken oder Sch\u00e4den f\u00fcr Unbeteiligte m\u00fcssen unbedingt vermieden werden, vor allem wenn Ungewissheit besteht, ob eine Drohne mit Sprengstoff oder \u00e4hnlichem beladen sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Je nach der Art der Luftraumverletzung oder Drohnensichtung muss demnach auch die Verteidigung angepasst werden. So erkl\u00e4rt Paul Strobel, Leiter der \u00d6ffentlichkeitsarbeit des deutschen Drohnenunternehmens Quantum Systems,<a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/10\/02\/drohnenwall-russland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> im Gespr\u00e4ch mit Euronews<\/a>, dass, sollte eine mit Sprengstoff beladene Kampfdrohne den Luftraum verletzen, es keine Debatte geben sollte, ob sie abgeschossen wird oder nicht.<\/p>\n<p>Bei Spionagedrohnen hingegen h\u00e4ngt das Vorgehen von verschiedenen Faktoren ab: ihrem Standort, den m\u00f6glichen Aufnahmen und der Frage, wie \u00f6ffentlich die Reaktion ausfallen soll. Ma\u00dfnahmen wie Abfangen und Auslesen wirken Strobel zufolge zwar naheliegend, sind in der Praxis jedoch schwer umzusetzen, da selbst Techniken wie Jamming oder Spoofing komplexe Verfahren erfordern.<\/p>\n<p>In der Drohnenabwehr im Kriegsfall, etwa in der Ukraine, kommt das Konzept der sogenannten Multilayer Defence zum Einsatz. <\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um ein mehrstufiges Abwehrsystem, das unterschiedliche Erkennungs- und Bek\u00e4mpfungsmethoden kombiniert \u2013 darunter Abfangdrohnen, elektronische St\u00f6rma\u00dfnahmen (Jamming) und mobile Feuerstellungen. <\/p>\n<p>Allerdings bringt der Abschuss von Drohnen auch Risiken mit sich: Fallende Tr\u00fcmmerteile k\u00f6nnen Menschenleben gef\u00e4hrden und H\u00e4user oder Infrastruktur besch\u00e4digen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WERBUNG Wie geht man mit einer Drohne um, die m\u00f6glicherweise f\u00fcr Spionage eingesetzt wird? 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