{"id":468030,"date":"2025-10-02T18:20:18","date_gmt":"2025-10-02T18:20:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/468030\/"},"modified":"2025-10-02T18:20:18","modified_gmt":"2025-10-02T18:20:18","slug":"deutschlandtrend-merz-stuerzt-in-waehlergunst-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/468030\/","title":{"rendered":"Deutschlandtrend: Merz st\u00fcrzt in W\u00e4hlergunst ab"},"content":{"rendered":"<p>Kanzler Merz massiv unter Druck: Seine Popularit\u00e4t sinkt, die Regierung ger\u00e4t st\u00e4rker in die Kritik \u2013 und die Mehrheit stellt die Funktionsweise ihrer Demokratie infrage. Das zeigt der neue Deutschlandtrend. Die politische Stimmung im Land ist angespannt wie seit Jahren nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Bundeskanzler verliert immer weiter dramatisch an W\u00e4hlergunst: 27 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68daedb81a36351b81bb443f\/Friedrich-Merz-Wir-sind-nicht-im-Krieg-aber-wir-sind-auch-nicht-mehr-im-Frieden.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68daedb81a36351b81bb443f\/Friedrich-Merz-Wir-sind-nicht-im-Krieg-aber-wir-sind-auch-nicht-mehr-im-Frieden.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrich Merz <\/a>(CDU) noch \u201esehr zufrieden\u201c oder \u201ezufrieden\u201c. Das zeigt der Deutschlandtrend des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag von ARD-\u201eTagesthemen\u201c und WELT vom Oktober. Merz verzeichnet damit einen Absturz um sechs Punkte. In der vorigen repr\u00e4sentativen Erhebung vom September waren noch 33 Prozent der W\u00e4hler zufrieden mit Merz. <\/p>\n<p>Zu den drei beliebtesten Politikern geh\u00f6rt Merz somit nicht mehr. Das Ranking f\u00fchrt weiterhin Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) an, auf ihn folgt Au\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) und auf diesen dann Finanzminister und SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil. Noch unbeliebter war Merz w\u00e4hrend seiner Kanzlerschaft bislang nur im Deutschlandtrend vom April 2025. Damals signalisierten 25 Prozent der Befragten Zufriedenheit mit dem Kanzler. Kurz zuvor hatte Merz das Wahlversprechen zur Aufrechterhaltung der Schuldenbremse abger\u00e4umt. <\/p>\n<p>Auch die Unzufriedenheit mit der Regierung Merz insgesamt w\u00e4chst: So zeigen sich inzwischen 77 Prozent der Befragten \u201eweniger zufrieden\u201c oder \u201egar nicht zufrieden\u201c mit der Arbeit der Bundesregierung.<\/p>\n<p>CDU\/CSU und AfD liegen in der Sonntagsfrage des Oktober-Deutschlandtrends gleichauf bei 26 Prozent, weil die Union im Vergleich zum September einen Prozentpunkt verliert und die AfD einen hinzugewinnt. Die SPD liegt weiter bei 14 Prozent, die Gr\u00fcnen legen einen Prozentpunkt zu auf zw\u00f6lf Prozent, die Linke verharrt bei zehn Prozent. BSW und FDP scheitern weiter an der F\u00fcnf-Prozent-H\u00fcrde. <\/p>\n<p>Befragt wurden die wahlberechtigten Deutschen auch zu ihrer Perspektive auf die Funktionsweise der Demokratie: Demnach ist eine Mehrheit von 56 Prozent alles in allem \u201eweniger zufrieden\u201c oder \u201egar nicht zufrieden\u201c mit \u201eder Art und Weise, wie die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland funktioniert\u201c. 42 Prozent zeigen  sich \u201ezufrieden\u201c oder \u201esehr zufrieden\u201c. Dabei sind die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland gravierend: 45 Prozent im Westen zeigen sich insgesamt zufrieden mit der Demokratiepraxis, aber nur 31 Prozent in den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Mit Abstand am zufriedensten mit der Funktionsweise der Demokratie hierzulande sind die Anh\u00e4nger der Gr\u00fcnen mit 79 Prozent. Von den befragten AfD-Anh\u00e4ngern sind nur neun Prozent zufrieden. Die Demokratiezufriedenheit hat somit den tiefsten Stand seit 1998 erreicht. <\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Befragten \u2013 ein Drittel \u2013 nannte \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/rechtsextremismus\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/rechtsextremismus\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rechtsextremismus<\/a>\u201c und \u201eRechtspopulismus\u201c als \u201eaktuell gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die Demokratie in Deutschland\u201c. 20 Prozent aller Befragten nannten \u201eDysfunktionales Handeln von Politik, Institutionen, Verwaltung, Beh\u00f6rden\u201c. F\u00fcr die Befragten aus Ostdeutschland erw\u00e4chst aus diesem Bereich eine gr\u00f6\u00dfere Gefahr als durch den Rechtsextremismus. An dritter Stelle stehen in der gesamtdeutschen Befragung \u201eau\u00dfenpolitische Bedrohungen\u201c. \u201eMigration\u201c nennen noch acht Prozent der Deutschen \u2013 auch jeweils in West und Ost \u2013 als Demokratie-gef\u00e4hrdend.<\/p>\n<p>Trotz Nachrichten \u00fcber russische Drohnen\u00fcberfl\u00fcge ist der Anteil derer gesunken, die sich \u201egro\u00dfe\u201c und \u201esehr gro\u00dfe Sorgen\u201c dar\u00fcber machen, dass der Kreml weitere L\u00e4nder in Europa angreifen k\u00f6nnte. Das sagen noch 63 Prozent der Befragten, ein Minus von zwei Punkten im Vergleich zum April. Die gr\u00f6\u00dften Sorgen machen sich SPD-Anh\u00e4nger, die wenigsten jene der AfD. \u201eWenig\u201c oder \u201egar keine Sorgen\u201c machen sich demnach 35 Prozent.<\/p>\n<p>Eine knappe Mehrheit der Deutschen fordert ein entschlossenes Vorgehen der Nato gegen russische Luftraumverletzungen. Auf die Frage, wie die Nato auf solche Vorf\u00e4lle reagieren sollte, antworteten 54 Prozent: \u201emit Entschlossenheit\u201c, 34 Prozent sprachen sich f\u00fcr \u201eZur\u00fcckhaltung\u201c aus. Besonders unter den Anh\u00e4ngern der Unionsparteien und der Gr\u00fcnen ist der Wunsch nach Entschiedenheit verbreitet: Hier sprechen sich jeweils knapp 70 Prozent f\u00fcr eine entschlossene Antwort aus. Nur bei der AfD-Anh\u00e4ngerschaft pl\u00e4diert eine knappe Mehrheit f\u00fcr Zur\u00fcckhaltung. <\/p>\n<p>Anders ist das Bild in Sachen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/antisemitismus\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/antisemitismus\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antisemitismus<\/a> \u2013 hier fordern die Deutschen zunehmend ein weniger entschlossenes Handeln. Die Frage dazu im Deutschlandtrend lautet: \u201eSind die Anstrengungen in Deutschland zur Bek\u00e4mpfung von Antisemitismus Ihrer Meinung nach ausreichend, gehen sie zu weit oder nicht weit genug?\u201c Der Anteil derer, die sagen: \u201enicht weit genug\u201c, ist laut Deutschlandtrend um 16 Punkte auf 40 Prozent gesunken. Und 35 Prozent sagen: Die Anstrengungen seien ausreichend. Das sind zw\u00f6lf Prozentpunkte mehr als im November 2023, der hier direkt nach dem Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 als Vergleichspunkt dient. Angriffe auf Juden und antisemitische Propaganda in Deutschland haben seither deutlich zugenommen. <\/p>\n<p>Am deutlichsten fordern Anh\u00e4nger von Gr\u00fcnen und Linken mehr Anstrengungen gegen Antisemitismus ein: 55 Prozent der befragten Gr\u00fcnen-Anh\u00e4nger und 52 der befragten Linke-Anh\u00e4nger sagen, diese reichten nicht weit genug. Fast niemand dagegen sagt, es werde zu viel f\u00fcr die Sicherheit von Juden getan \u2013 au\u00dfer unter Anh\u00e4ngern der AfD: 19 Prozent der befragten AfD-Anh\u00e4nger sagen, die deutschen Anstrengungen zur Bek\u00e4mpfung von Antisemitismus seien \u201ezu weit gehend\u201c. <\/p>\n<p>Infratest Dimap fragte auch nach Israel. 55 Prozent der Befragten sagen demnach zwar, Deutschland solle den Vorsto\u00df der EU-Kommission, bestehende Handels- und Zollerleichterungen mit Israel auszusetzen, unterst\u00fctzen. Bei Anh\u00e4ngern aller Parteien gibt es mehr Bef\u00fcrworter als Gegner der Sanktionspl\u00e4ne. F\u00fcr den Ausschluss israelischer Sportler oder K\u00fcnstler von Veranstaltungen ist indes nur eine Minderheit von 24 Prozent aller Befragten; dagegen sind 65 Prozent. In keiner Partei \u00fcberwiegen Ausschluss-Bef\u00fcrworter. <\/p>\n<p>Eine Mehrheit von 63 Prozent ist der Meinung, die milit\u00e4rische Reaktion Israels auf die Terror-Anschl\u00e4ge vom 7. Oktober 2023 sei \u201ezu weit gehend\u201c. Nur 15 Prozent aller Deutschen finden Israels Reaktion angemessen. Das meiste Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Israel haben Anh\u00e4nger von AfD und CDU\/CSU. Eine knappe Mehrheit der Deutschen ist zudem der Meinung, Deutschland solle einen Staat \u201ePal\u00e4stina\u201c anerkennen. Die Frage dazu lautet: \u201eInnerhalb der EU gibt es eine Diskussion \u00fcber die formale Anerkennung Pal\u00e4stinas als eigenst\u00e4ndiger Staat. Wie sollte sich Deutschland positionieren?\u201c 55 Prozent antworteten mit \u201eanerkennen\u201c, 20 Prozent mit \u201enicht anerkennen\u201c. <\/p>\n<p>\u00dcber 50 Prozent der befragten Anh\u00e4nger von Linkspartei, SPD, Gr\u00fcnen und CDU\/CSU sind f\u00fcr die Ankerkennung eines pal\u00e4stinensischen Staates. Bei der AfD sind 43 Prozent der befragten Anh\u00e4nger daf\u00fcr. AfD- und Unions-Anh\u00e4nger sind in dieser Frage im Gegensatz zu SPD-, Linken- und Gr\u00fcnen-Anh\u00e4nger gespalten: bei beiden Parteien sind etwa 30 Prozent der Anh\u00e4ngerschaften gegen eine Anerkennung. <\/p>\n<p>Zum 35. Jahrestag des Zusammengehens von Bundesrepublik und DDR fragte Infratest Dimap zudem nach dem \u201eerreichten Stand der deutschen Wiedervereinigung\u201c. In Westdeutschland sind 64 Prozent \u201ezufrieden\u201c oder \u201esehr zufrieden\u201c, in Ostdeutschland nur 50 Prozent. Am unzufriedensten sind die Anh\u00e4nger der Linkspartei (43 Prozent), kurz gefolgt von denen der AfD (42 Prozent). Den gr\u00f6\u00dften Verbesserungsbedarf sehen die Befragten aus Ost und West in Sachen Lohn- und Verm\u00f6gensgleichheit. <\/p>\n<p><b>Zur Methodik: F\u00fcr den Deutschlandtrend hat Infratest Dimap zwischen dem 29. September und 1. Oktober 1306 wahlberechtigte B\u00fcrger in 779 Telefon- und 527 Online-Interviews befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/jan-alexander-casper\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/jan-alexander-casper\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Jan Alexander Casper <\/b><\/a><b>berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber die Gr\u00fcnen und gesellschaftspolitische Themen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kanzler Merz massiv unter Druck: Seine Popularit\u00e4t sinkt, die Regierung ger\u00e4t st\u00e4rker in die Kritik \u2013 und die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":468031,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[15323,31,146,119545,183,24906,13,92808,119543,119544,182,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-468030","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-balken-inbox","9":"tag-cdu","10":"tag-demokratie","11":"tag-demokratieverstaendnis-ks","12":"tag-friedrich-cdu","13":"tag-gesellschaftskritik","14":"tag-headlines","15":"tag-infratest","16":"tag-meinungsforschung-ks","17":"tag-meinungsforschungsinstitute-ks","18":"tag-merz","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-top-news","23":"tag-top-meldungen","24":"tag-topmeldungen","25":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115305960507152512","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=468030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468030\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/468031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=468030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=468030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=468030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}