{"id":468424,"date":"2025-10-02T21:58:24","date_gmt":"2025-10-02T21:58:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/468424\/"},"modified":"2025-10-02T21:58:24","modified_gmt":"2025-10-02T21:58:24","slug":"muenchen-warnhinweise-wegen-oktoberfest-sperrung-sorgen-fuer-verwirrung-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/468424\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Warnhinweise wegen Oktoberfest-Sperrung sorgen f\u00fcr Verwirrung &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ratlose, irritierte, sogar ver\u00e4ngstigte Menschen: Der Warnhinweis, mit dem am Mittwochvormittag \u00fcber die Medienkan\u00e4le des amtlichen Katastrophen- und Bev\u00f6lkerungsschutzes auf die Sperrung des Oktoberfestgel\u00e4ndes aufmerksam gemacht wurde, hat offensichtlich mehr zur Verunsicherung beigetragen als zur Beruhigung. Die Frage, was da wom\u00f6glich schiefgelaufen ist oder nur suboptimal funktioniert hat, d\u00fcrfte die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden noch einige Tage besch\u00e4ftigen. Zust\u00e4ndig f\u00fcr den Zivilschutz ist in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> die Branddirektion und ihre Integrierte Leitstelle: Von dort aus werden alle Eins\u00e4tze und Ma\u00dfnahmen von Feuerwehr und Rettungsdiensten gesteuert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Integrierte Leitstelle hatte auch die Mitteilung herausgegeben, die am Mittwoch um 11.04 Uhr gleichzeitig mit einem Sirenenton auf Tausende Smartphones in der Stadt ausgespielt wurde. Je nachdem, \u00fcber was f\u00fcr ein Handy die Leute verf\u00fcgen und welche Warn-App sie dort installiert haben, erhielten sie offensichtlich unterschiedlich formulierte und dargestellte Mitteilungen: Mal war auf einer Karte die gesamte Stadt M\u00fcnchen als Gefahrengebiet rot markiert, obwohl im darunter stehenden Text nur das Festgel\u00e4nde auf der Theresienwiese als gef\u00e4hrdeter Bereich genannt wurde.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mal hie\u00df es unter der \u00dcberschrift \u201eExtreme Gefahr\u201c nur lapidar \u201ef\u00fcr M\u00fcnchen\u201c, ohne n\u00e4here Ortsangaben; im weiteren Verlauf wurde auch blo\u00df darauf verwiesen: \u201eInformieren Sie sich in bekannten Warnmedien.\u201c Auf einigen Mobiltelefonen ging auch \u00fcberhaupt keine Nachricht ein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wo mehrere Menschen zusammen waren, die unterschiedliche Warnhinweise bekommen hatten, schauten sie sich zumindest ratlos an \u2013 in B\u00fcros, in Schulen, selbst im Stadtrat. Dort hatte Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter (SPD) das Gremium bei dessen turnusgem\u00e4\u00dfer Vollversammlung bereits um 9.30 Uhr \u00fcber die Sprengstoffdrohung gegen das <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Oktoberfest\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oktoberfest<\/a> und die daraufhin veranlasste Sperrung des Gel\u00e4ndes informiert. Warum die Allgemeinheit erst anderthalb Stunden sp\u00e4ter gewarnt wurde, ist eine der Fragen, die sich im Nachhinein stellten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zum besseren Verst\u00e4ndnis geh\u00f6rt aber zun\u00e4chst die Erkl\u00e4rung, wie das Warnsystem generell funktioniert: \u201eCell Broadcast\u201c nennt sich die Technologie, die bei der drastischen M\u00fcnchner Warnung zum Einsatz kam. Hoheitliche Stellen k\u00f6nnen damit dringende Nachrichten an B\u00fcrger in ziemlich genau festgelegten Gebieten verteilen. Dazu wird einfach bestimmt, welche Funkzellen die Botschaft \u201ebroadcasten\u201c, also verbreiten, und welche nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Voraussetzung ist nur ein Handy mit 4G- oder 5G-Empfang. \u00c4ltere Modelle bekommen die Warnung nicht. Anders als bei Apps wie Katwarn oder Nina wird die Information nicht per Pushmitteilung aus der App verbreitet, sondern direkt \u00fcber das Betriebssystem des Handys. Zumindest in der h\u00f6chsten Warnstufe 1 lassen sich die Warnungen durch die Nutzer auch nicht abschalten. Es gilt einfach: Wer sich in einer der relevanten Funkzellen befindet, dessen Handy wird ein Sirenenger\u00e4usch machen und die Warnbotschaft anzeigen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Technik ist sehr n\u00fctzlich, zum Beispiel bei Katastrophen oder Terrorwarnungen. In Japan, den USA und den Niederlanden ist das System schon seit mehr als zehn Jahren im Einsatz, in Deutschland erst seit 2023.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ganz ausgereift scheint die Synchronisation der jeweiligen Programme nicht zu sein, wie sich an den unterschiedlichen Mitteilungen ablesen l\u00e4sst. Wie die M\u00fcnchner Feuerwehr auf Anfrage mitteilte, pflegt sie in solchen F\u00e4llen die Informationen zun\u00e4chst zentral ins sogenannte Modulare Warnsystem (MoWaS) ein: \u201eDann wird die Information automatisiert je nach Verbreitungskanal \u2013 also Cell Broadcast, Katwarn, NINA und weitere \u2013 an die jeweiligen Systeme weitergeleitet.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass dort dann uneinheitliche Warnstufen herauskamen wie beispielsweise einfach \u201eGefahr\u201c in einem Fall und \u201eextreme Gefahr\u201c in einem anderen, konnte die Branddirektion nicht erkl\u00e4ren: \u201eHier kann nur das Bundesamt f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bev%C3%B6lkerungsschutz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bev\u00f6lkerungsschutz<\/a> Antworten liefern, da es sich um einen bundeseinheitlichen Warnprozess handelt.\u201c Von der Feuerwehr sei jedenfalls \u201edie mittlere von den drei f\u00fcr uns zur Verf\u00fcgung stehenden Warnstufen gew\u00e4hlt\u201c worden.<\/p>\n<p>Warum der Alarm erst um 11.04 Uhr ert\u00f6nte<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Weil wegen des Gro\u00dfeinsatzes in der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Lerchenau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lerchenau<\/a> die Gesamtsituation unklar gewesen sei, habe man die Warnhinweise eben in der ganzen Stadt verschickt, um alle Einwohner und Touristen, die aufs Oktoberfest wollten, \u201efr\u00fchzeitig\u201c zu warnen, dass sie das Gebiet besser meiden sollten. Dass die Warnung erst um 11.04 Uhr gesendet wurde, erkl\u00e4rte eine Feuerwehr-Sprecherin zum einen damit, dass das auf den offiziellen \u00d6ffnungstermin der Wiesn abgestimmt gewesen sei.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zum anderen hie\u00df es: \u201eDie Meldung kam zu dem Zeitpunkt, als die Ermittlungsergebnisse der Polizei die Dringlichkeit hierzu mit Fakten untermauern konnten.\u201c Auf den Aspekt, dass der OB schon anderthalb Stunden vorher wegen einer \u201everifizierten Sprengstoffdrohung\u201c die Sperrung des Gel\u00e4ndes angek\u00fcndigt hatte, ging die Feuerwehr nicht ein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es lief jedenfalls nicht alles glatt beim Gefahrenhinweis. Vor allem in Schulen sorgte es zun\u00e4chst f\u00fcr Verunsicherung, als w\u00e4hrend des Unterrichts unvermittelt die Handys schrillten. \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Herausforderung an den Schulen war, mit der Unruhe nach dem Ausl\u00f6sen der Warn-App umzugehen\u201c, erkl\u00e4rte eine Sprecherin des Referats f\u00fcr Bildung und Sport (RBS) auf SZ-Anfrage: \u201eDaf\u00fcr wurde in der Regel \u00fcber die Funktion und Zielsetzung der Warn-App aufgekl\u00e4rt.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00fcr Krisensituationen gebe es auch eine Koordinierungsgruppe unter Leitung des staatlichen Schulamts; aus diesem Gremium werden die Schulleitungen direkt \u00fcber notwendige Ma\u00dfnahmen instruiert, wie zum Beispiel \u00fcber Schulschlie\u00dfungen. Das sei auch am Mittwoch der Fall gewesen, teilte das RBS mit. Tats\u00e4chlich war eine Grund- und Mittelschule in der N\u00e4he des Lerchenauer Tatorts am Morgen gar nicht erst aufgeschlossen worden. Bei Gefahrenlagen sei es das Ziel, \u201eausschlie\u00dflich belastbare Informationen weiterzugeben, transparent zu kommunizieren und Beunruhigungen zu vermeiden\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es gebe auch ein Handbuch f\u00fcr alle st\u00e4dtischen Schulen, wie mit Gefahrensituationen und -meldungen umzugehen ist; darin seien auch Leitf\u00e4den f\u00fcr Durchsagen enthalten. Zumindest in einem Gymnasium habe die Ansage des Direktors indes eher f\u00fcr weitere Verwirrung und Verst\u00f6rung\u00a0 gesorgt, erz\u00e4hlten Sch\u00fcler sp\u00e4ter daheim. Insgesamt, so bilanzierte das RBS, seien die R\u00fcckmeldungen der Schulen hinsichtlich Kommunikation und Information aber \u201esehr positiv\u201c gewesen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Eltern von Kindergartenkindern berichteten noch, dass nach dem Ausl\u00f6sen des Warnhinweises erst einmal hektische Betriebsamkeit in Chatgruppen herrschte, weil niemand so recht wusste, was jetzt zu tun sei. Wie das RBS mitteilte, habe es die Kitas noch am Mittwoch mit Leitf\u00e4den versorgt zur kindgerechten Kommunikation der Vorkommnisse in der Lerchenau und der Sperrung des Oktoberfestes.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Grunds\u00e4tzlich h\u00e4tten sich aber wohl die Erwachsenen gew\u00fcnscht, dass mit ihnen besser kommuniziert worden w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ratlose, irritierte, sogar ver\u00e4ngstigte Menschen: Der Warnhinweis, mit dem am Mittwochvormittag \u00fcber die Medienkan\u00e4le des amtlichen Katastrophen- und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":468425,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,15088,29,2815,30,5668,32726,1268,6927,1974,3093,149,7544],"class_list":{"0":"post-468424","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-bevoelkerungsschutz","10":"tag-deutschland","11":"tag-feldmoching-hasenbergl","12":"tag-germany","13":"tag-katastrophenschutz","14":"tag-lerchenau","15":"tag-muenchen","16":"tag-oktoberfest","17":"tag-panorama","18":"tag-polizei-und-feuerwehr-in-muenchen","19":"tag-sueddeutsche-zeitung","20":"tag-zivilschutz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115306817445885405","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468424","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=468424"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468424\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/468425"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=468424"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=468424"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=468424"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}