{"id":468452,"date":"2025-10-02T22:12:13","date_gmt":"2025-10-02T22:12:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/468452\/"},"modified":"2025-10-02T22:12:13","modified_gmt":"2025-10-02T22:12:13","slug":"karla-sie-muessen-mir-glauben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/468452\/","title":{"rendered":"Karla&#8220;: &#8222;Sie m\u00fcssen mir glauben!"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2025-10\/karla-sexueller-missbrauch-maedchen-kriminalfall-film\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<ol class=\"article-toc__list\">\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2025-10\/karla-sexueller-missbrauch-maedchen-kriminalfall-film\" data-ct-label=\"1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 1Das Recht auf ein gutes Leben \u2013 gilt es auch f\u00fcr Kinder?<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\">\n<p>Seite 2&#8243;Sie m\u00fcssen mir glauben!&#8220;<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"paragraph article__item\">Denn trotz Karlas prek\u00e4rer Situation ist da immer auch eine<br \/>\nEntschlossenheit sp\u00fcrbar, etwa wenn sie den Richter mit festem Blick fixiert:<br \/>\n&#8222;Sie m\u00fcssen mir glauben!&#8220; Die Schauspielerin Elise Krieps spielt Karla mit<br \/>\neindr\u00fccklicher Direktheit und Pr\u00e4zision. Ihr gelingt der Spagat zwischen leisen<br \/>\nSzenen der Einsamkeit im Halbdunklen, wenn Karla im M\u00e4dchenheim ihrer Familie<br \/>\nnachtrauert, und den verzweifelten Momenten, in denen das Trauma zur\u00fcckkehrt.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">&#8222;Mir war wichtig, dass es eine dramaturgisch gebaute<br \/>\nGeschichte ist. Nicht eine, die einfach nur weh tut&#8220;, sagt die Autorin Yvonne G\u00f6rlach. In Ihrem Drehbuch habe sie f\u00fcr die Protagonistin nach Ausdruck<br \/>\ngesucht: &#8222;Wie finde ich eine Sprache f\u00fcr etwas, \u00fcber das ich nicht sprechen<br \/>\nwill?&#8220; Und wie soll ein 12-j\u00e4hriges Kind sein Trauma in die b\u00fcrokratischen<br \/>\nTermini des Gerichts \u00fcbersetzen? Der Film antwortet mit bildhaften Symbolen; da<br \/>\nist zum Beispiel die Stimmgabel, die Karla immer dann anklingen l\u00e4sst, wenn sie<br \/>\nkeine Worte findet f\u00fcr das Erlebte. &#8222;Nicht-Sprechen ist ja auch eine Sprache&#8220;,<br \/>\nsagt Yvonne G\u00f6rlach.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Karla ist auch ein Film \u00fcber das Schweigen. Die<br \/>\nStille der Gerichtsr\u00e4ume wird immer wieder durch bewusst verst\u00e4rkte Ger\u00e4usche<br \/>\ndurchbrochen: Das widerspenstige Knarren der Schreibmaschine beim Durchziehen<br \/>\nvon Papier, das Schleifen der Nadel auf dem Plattenspieler im B\u00fcro des<br \/>\nRichters, das Klackern der W\u00fcrfel beim Mensch \u00e4rgere Dich nicht-Spielen<br \/>\nmit seiner Sekret\u00e4rin. Auch die verschleierten, verzerrten Trauma-Erlebnisse,<br \/>\ndie der Film aufscheinen l\u00e4sst, sind oft mehr Ger\u00e4usch als Bild und dadurch<br \/>\numso eindringlicher: Das penetrante Surren einer Stubenfliege im<br \/>\nKinderzimmer.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dagegen wirken die nostalgische \u00c4sthetik und Ausstattung<br \/>\n(60er-Jahre-Tapeten, Plattenspieler, Laternenlicht) fast verkl\u00e4rend sch\u00f6n und<br \/>\nglatt. Immer wieder wird Karlas sonnendurchflutete unbeschwerte Erinnerung an<br \/>\nein Mohnblumenfeld eingeblendet, wie eine naive Gegenwelt zu den bedr\u00fcckenden<br \/>\nSzenen der Gegenwart. Visuell interessant wird es, wenn die Kamera die<br \/>\nPerspektive der Protagonistin einnimmt: Aus dem Verborgenen blickt man mit ihr<br \/>\ndurch Fenstergitter und unter T\u00fcrspalten hindurch.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Es sind die kleinen Details und unscheinbaren Gesten, die in<br \/>\nErinnerung bleiben: das Glas Orangensaft als<br \/>\neinziger Farbklecks im k\u00fchlen Grau der B\u00fcror\u00e4ume. Die fl\u00fcchtige Begegnung<br \/>\nzwischen Karla und ihrer Mutter am Waschbecken im Gerichtsgeb\u00e4ude, nach der<br \/>\ndiese sich \u00fcberwunden hat, in der Hauptverhandlung f\u00fcr ihre Tochter auszusagen<strong>.<br \/>\n<\/strong>Der Film macht die Tragweite und Wucht der Entscheidung sp\u00fcrbar, als Kind<br \/>\nvor Gericht zu ziehen \u2013 und ist zugleich<br \/>\neine Ermutigung, f\u00fcr das eigene Recht einzustehen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">&#8222;Karla&#8220; l\u00e4uft im Kino.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Das Recht auf ein gutes Leben \u2013 gilt es auch f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":468453,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1771],"tags":[1778,29,214,30,65273,95,1584,80,1777,15210,47390,5502,5284,215],"class_list":["post-468452","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-kino","tag-cinema","tag-deutschland","tag-entertainment","tag-germany","tag-karla","tag-kino","tag-kriminalitaet","tag-kultur","tag-movie","tag-sexualdelikt","tag-sexueller-kindesmissbrauch","tag-sexueller-missbrauch","tag-spielfilm","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115306872604600127","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=468452"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/468452\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/468453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=468452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=468452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=468452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}