{"id":468667,"date":"2025-10-03T00:09:11","date_gmt":"2025-10-03T00:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/468667\/"},"modified":"2025-10-03T00:09:11","modified_gmt":"2025-10-03T00:09:11","slug":"ukraine-krieg-europaeer-streiten-ueber-russisches-vermoegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/468667\/","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg: Europ\u00e4er streiten \u00fcber russisches Verm\u00f6gen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 02.10.2025 20:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Wird Europa eingefrorene Gelder Russlands f\u00fcr die Aufr\u00fcstung der Ukraine nutzen? Bundeskanzler Merz spricht sich in Kopenhagen klar daf\u00fcr aus. Andere EU-L\u00e4nder haben dagegen Bedenken &#8211; vor allem Schl\u00fcsselakteur Belgien.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Staats- und Regierungschefs der EU haben beim Gipfel in Kopenhagen intensiv \u00fcber die russischen Verm\u00f6genswerte diskutiert. Obwohl rechtlich noch nicht alle Fragen gekl\u00e4rt sind und es massiven Widerstand zentraler Akteure gibt, erwartet Bundeskanzler Friedrich Merz noch in diesem Monat eine Entscheidung \u00fcber die Verwendung der in Europa eingefrorenen Gelder f\u00fcr weitere Ukraine-Hilfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Putin sollte unsere Entschlossenheit nicht untersch\u00e4tzen&#8220;, sagte der CDU-Vorsitzende nach dem Gipfel. &#8222;Wir werden das jetzt sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen und es wird in drei Wochen auf dem n\u00e4chsten Europ\u00e4ischen Rat, aller Voraussicht nach, dazu eine konkrete Entscheidung geben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der n\u00e4chste EU-Gipfel findet am 23. und 24. Oktober in Br\u00fcssel statt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Merz warb vor den mehr als 40 Staats- und Regierungschefs f\u00fcr seinen Plan, der Kredite \u00fcber 140 Milliarden Euro f\u00fcr die Aufr\u00fcstung des ukrainischen Milit\u00e4rs bringen soll. Dagegen gibt es aber massive Bedenken, vor allem in Belgien, wo der gr\u00f6\u00dfte Teil des Gelds lagert.<\/p>\n<p>    Merz hofft auf schnelle Einigung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Merz sagte, er verlasse den Gipfel &#8222;mit dem sicheren Gef\u00fchl, dass es eine sehr gro\u00dfe \u00dcbereinstimmung in der Europ\u00e4ischen Union und auch in der Europ\u00e4ischen Politischen Gemeinschaft gibt&#8220;, die russischen Gelder f\u00fcr die Ukraine-Hilfe zu nutzen. &#8222;Ich werde jeden Weg unterst\u00fctzen, der es erm\u00f6glicht, russische Verm\u00f6genswerte zu nutzen, um der Ukraine weiterzuhelfen und daf\u00fcr zu sorgen, dass dieser Krieg m\u00f6glichst bald zu einem Ende kommt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jedoch machten mehrere EU-Beamte nach der Abreise des Kanzlers vom Gipfel deutlich, dass bei dem Treffen in drei Wochen wohl h\u00f6chstens vereinbart werden k\u00f6nne, den Vorschlag weiterzuverfolgen. Die EU-Kommission k\u00f6nnte demnach im Anschluss einen konkreten Vorschlag vorlegen, der dann wiederum von den Regierungen der Mitgliedstaaten diskutiert werden m\u00fcsste.\u00a0<\/p>\n<p>    &#8222;Sehr, sehr riskant&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der belgische Premierminister Bart De Wever brachte sich beim Gipfel als direkter Gegenspieler des Kanzlers in Stellung. Er warf den Unterst\u00fctzern des Plans vor, die Gefahren str\u00e4flich zu vernachl\u00e4ssigen und keine Antworten auf offene Fragen zu haben. &#8222;Das ist sehr, sehr riskant&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neben der Gefahr einer Enteignung von Verm\u00f6genswerten europ\u00e4ischer Unternehmen in Russland nannte De Wever dabei auch die M\u00f6glichkeit, dass es Anschlagsversuche gegen den Chef des belgischen Finanzinstituts Euroclear geben k\u00f6nnte. Der Direktor von Euroclear stehe bereits unter engem Personenschutz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">De Wever ist bei den von Merz und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen vorangetriebenen Pl\u00e4nen eine Schl\u00fcsselfigur, weil das Vorhaben ohne die Zustimmung Belgiens nicht umsetzbar ist.<\/p>\n<p>    Bisher werden nur Ertr\u00e4ge verwendet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der EU liegen Hunderte Milliarden Euro russischen Staatsverm\u00f6gens, vor allem in Belgien bei Euroclear. Das Geld wurde nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine 2022 eingefroren. In der Debatte schwankt die genannte H\u00f6he dieses Geldes zwischen 200 und 250 Milliarden Euro.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Einig scheint man sich zu sein, dass mittlerweile etwa 185 Milliarden Euro in bar bei Euroclear liegen, weil die Laufzeit ihrer Anlageformen abgelaufen ist &#8211; der Betrag soll in den kommenden Monaten sogar steigen, weil dann weitere Geldanlagen auslaufen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bisher werden nur die Ertr\u00e4ge &#8211; <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-russland-gelder-100.html\" title=\"EU gibt Erl\u00f6se aus russischem Verm\u00f6gen frei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">etwa Zinszahlungen <\/a>&#8211; aus den russischen Geldanlagen daf\u00fcr verwendet, einen 50 Milliarden Euro-Kredit an die Ukraine zu finanzieren, aber nicht das Geld selbst. Von den 185 Milliarden Euro sollen deshalb 45 Milliarden daf\u00fcr reserviert bleiben, diesen Kredit abzul\u00f6sen &#8211; bleiben also 140 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>    Warnung vor Risiken f\u00fcr den Euro<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">De Wever warnte jedoch auch vor Risiken f\u00fcr den Euro &#8211; wenn etwa die Entscheidung dazu f\u00fchren w\u00fcrde, dass andere L\u00e4nder ihre in Europa angelegten Staatsgelder abziehen. Wenn das russische Zentralbankgeld genutzt werde, werde das anderen Nationen in der Welt auffallen, sagte er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">China habe beispielsweise bedeutende Summen in der Eurozone. &#8222;Sie k\u00f6nnten ihre Reserven in Europa abziehen, weil sie sich vielleicht denken: Okay, wir sind mehr oder weniger <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kommentar\/china-parade-russland-nordkorea-100.html\" title=\"Kommentar zur Parade in Peking: Vereint gegen den Westen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein Verb\u00fcndeter Russlands<\/a>. Vielleicht haben wir einige Pl\u00e4ne in Bezug auf Taiwan&#8220;, so der Belgier.<\/p>\n<p>    Orban: &#8222;Sind keine Diebe&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An seiner Seite hat De Wever aus dem Kreis der EU-Staaten unter anderem den ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten Viktor Orban. Die derzeit auf dem Tisch liegenden Vorschl\u00e4ge w\u00fcrden zeigen, dass die EU in den Krieg ziehen wolle, wetterte er am Rande des Gipfeltreffens. &#8222;Ungarn wird kein Geld anr\u00fchren, das jemand anderem geh\u00f6rt&#8220;, sagte er. &#8222;Wir sind keine Diebe.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch die italienische Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni \u00e4u\u00dferte in einem Gespr\u00e4ch mit Merz Bedenken. Sie habe die geplanten finanziellen Garantien der EU-Mitgliedstaaten als zu &#8222;debattierendes Thema&#8220; hervorgehoben, hie\u00df es in deutschen Regierungskreisen.\u00a0<\/p>\n<p>    Macron vermeidet Position<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron hingegen vermied es, sich klar zu positionieren. Der belgische Premierminister habe &#8222;v\u00f6llig recht&#8220; stets auf die Regeln hinzuweisen, sagte er einerseits. &#8222;Andererseits werden diese eingefrorenen Verm\u00f6genswerte am Ende dieses Krieges Teil der L\u00f6sung sein, denn Russland hat gro\u00dfen Schaden angerichtet und vielen Menschen harte Einschnitte beschert.&#8220; Der aktuelle Vorschlag sei eine Innovation.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Debatte um die Verwendung russischer Gelder war zuletzt aus der Not heraus in Gang gekommen. Zum einen haben die USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump ihre Hilfe f\u00fcr die Ukraine gestoppt. Zum anderen haben die meisten gro\u00dfen \u00fcberschuldeten EU-Staaten keine M\u00f6glichkeit, h\u00f6here Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr die Ukraine aus ihren nationalen Haushalten zu zahlen. Russland soll zugleich gezeigt werden, dass die Europ\u00e4er die Ukraine auch in den n\u00e4chsten Jahren finanziell st\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.10.2025 20:57 Uhr Wird Europa eingefrorene Gelder Russlands f\u00fcr die Aufr\u00fcstung der Ukraine nutzen? 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