{"id":469007,"date":"2025-10-03T03:23:14","date_gmt":"2025-10-03T03:23:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469007\/"},"modified":"2025-10-03T03:23:14","modified_gmt":"2025-10-03T03:23:14","slug":"hamburg-schleswig-holstein-den-kurs-immer-gehalten-50-jahre-theaterschiff-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469007\/","title":{"rendered":"Hamburg &#038; Schleswig-Holstein: Den Kurs immer gehalten: 50 Jahre &#8222;Theaterschiff Hamburg&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>                    Hamburg &amp; Schleswig-Holstein<br \/>\n                Den Kurs immer gehalten: 50 Jahre &#8222;Theaterschiff Hamburg&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t              03.10.2025, 05:03 Uhr<\/p>\n<p><strong>Wo einst Senta Berger und Peter Ustinov auftraten, feiern heute Comedy, Kabarett und Musikshows Erfolge: auf der Minib\u00fchne des &#8222;Theaterschiff Hamburg&#8220;. Das Schiff startet nun seine Jubil\u00e4umssaison.<\/strong><\/p>\n<p>Hamburg (dpa\/lno) &#8211; Das gibt es wohl nur in Hamburg: ein Theater, das sich bei Gezeitenwechsel hebt oder auf Grund l\u00e4uft, in dem man die Pumpe anspringen h\u00f6rt und Diesel riecht \u2013 und das sogar hochseet\u00fcchtig ist. Fest vor Anker liegt der ehemalige Besan-Ewer &#8222;Rita Funck&#8220; &#8211; 32 Meter L\u00e4nge, 1,20 Meter Tiefgang, 265 Bruttoregistertonnen \u2013 am Nikolaifleet nahe der Holzbr\u00fccke in der Innenstadt. Im Jahr 1975 vom B\u00fchnen-Tausendsassa Eberhard M\u00f6bius (1926-2020) und seiner Frau Christa M\u00f6bius zum literarisch-politischen Kabarett umgebaut, traten dort schon Gr\u00f6\u00dfen wie Gerd Fr\u00f6be, Sir Peter Ustinov und Senta Berger vor stets ausverkauften 120 Pl\u00e4tzen auf.<\/p>\n<p>Szene-Stars und Eigenproduktionen<\/p>\n<p>Vor 25 Jahren \u00fcbernahm die erfahrene Theaterfamilie Schlesselmann das Ruder auf der damals noch &#8222;Das Schiff&#8220; genannten Kulturinstitution mit dem urigen maritimen Flair. Seither ist das Programm des &#8222;Theaterschiff Hamburg&#8220; vielf\u00e4ltiger geworden, doch satirisches, zeitkritisches Unterhaltungstheater wird auf der zwei mal zwei Meter kleinen B\u00fchne noch immer geboten. Szene-Stars wie Alice K\u00f6fer, Moritz Netenjakob und Florian Wagner sind einige der regelm\u00e4\u00dfigen Gastk\u00fcnstler auf dem Wasserfahrzeug von 1912.<\/p>\n<p>Den 50. Geburtstag ihres intimen B\u00fchnenraums mit Barbetrieb feiern der Schiffseigner Heiko Schlesselmann als kaufm\u00e4nnischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und der Kabarettist Michael Frowin, seit 2012 als k\u00fcnstlerischer Leiter mit an Bord, ab kommenden Sonnabend (11. Oktober) mit der Drei-Personen-Show &#8211; &#8222;Desperate Boatwives&#8220;, einer Eigenproduktion.\u00a0<\/p>\n<p>Das Jubil\u00e4um erfreut auch Kultursenator Carsten Brosda (SPD). &#8222;Seit einem halben Jahrhundert ist das Theaterschiff ein Symbol f\u00fcr Hamburgs lebendige Kulturszene. Die B\u00fchne auf dem Wasser schafft N\u00e4he, \u00fcberraschende Momente und unvergessliche Theatererlebnisse&#8220;, sagte Brosda auf dpa-Anfrage. Und erg\u00e4nzte: &#8222;Das 50. Jubil\u00e4um w\u00fcrdigt nicht nur die generations\u00fcbergreifende Begeisterung, sondern markiert auch den Auftakt f\u00fcr viele weitere Jahre voller kreativer Impulse und kultureller Begegnungen in unserer Stadt.&#8220;<\/p>\n<p>Mit viel Musik\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Ein Markenzeichen des Theaterschiffs ist, dass es immer musikalisch ist&#8220;, sagt Frowin im Gespr\u00e4ch mit der dpa in einer kleinen Kaj\u00fcte mit Blick auf den Hafen. Er vermerkt: &#8222;Neben politischem Kabarett, f\u00fcr das wir schon immer gestanden haben, zeigen wir Ensemblest\u00fccke mit sehr viel Musik, dazu Mischformen aus Comedy, Boulevard und Kabarett.&#8220; Mit seinem eigenen Programm &#8222;Das wird ein Vorspiel haben&#8220; wird der gesanglich ausgebildete Stand-Up-Kabarettist (55) ab November wieder zu erleben sein. Darin macht er sich Gedanken \u00fcber das menschliche Gehirn \u2013 und dessen begrenzte F\u00e4higkeit, schlechte Nachrichten zu verarbeiten.<\/p>\n<p>Den Spielplan auf dem Schiff, das seine Luke in der Regel von August bis Juni \u00f6ffnet, verantwortet in der Regel Frowin. Doch zustimmen muss, als Mann der Zahlen, Schlesselmann \u2013 ein \u00fcberzeugter Hamburger und lange auch Fan-Beauftragter des FC St.\u00a0Pauli. &#8222;Au\u00dfer allem tags\u00fcber im B\u00fcro verkaufe ich die Karten, stehe abends an der T\u00fcr und rei\u00dfe die Karten ab&#8220;, sagt der 53-J\u00e4hrige, der seit dem Tod seiner Eltern auf der Kommandobr\u00fccke steht.<\/p>\n<p>Alle f\u00fcnf Jahre auf die Werft\u00a0<\/p>\n<p>Vor allem durch Corona hatte auch das Theaterschiff mit Publikums-Flauten zu k\u00e4mpfen. Heute sorgen 20.000 Zuschauer f\u00fcr eine solide Platzausnutzung von 75 Prozent. &#8222;Wir wissen beide, was Arbeit ist. Da steckt viel Herzblut drin&#8220;, merkt Frowin an, der seinen Hauptwohnsitz in Berlin hat. Zudem freut sich das Leitungsduo \u00fcber einen engagierten F\u00f6rderverein \u2013 und \u00fcber j\u00e4hrlich 70.000 Euro Zuwendung von der Kulturbeh\u00f6rde, was manches Projekt erst erm\u00f6gliche. Viel Geld kostet es nicht zuletzt, das Seegef\u00e4hrt alle f\u00fcnf Jahre auf einer Werft warten zu lassen. Eine Grundsanierung gab es dort zuletzt vor f\u00fcnf Jahren.<\/p>\n<p>Besondere Anerkennung f\u00fcr Schlesselmann und Frowin bedeutete der Hamburger Theaterpreis Rolf Mares, den sie 2023 f\u00fcr &#8222;au\u00dfergew\u00f6hnliche Leistungen im Rahmen des Hamburger Theaterlebens f\u00fcr die Leitung des Theaterschiffs Hamburg&#8220; erhielten. Beiden Chefs ist dabei klar, dass ihr Publikum inzwischen viel diverser aufgestellt ist als noch zu M\u00f6bius\u2018 Zeiten. &#8222;Gerade das satirische Theater hat sich sehr ver\u00e4ndert. Ich bin mit Dieter Hildebrandt und seinem TV-\u201eScheibenwischer\u201c aufgewachsen \u2013 das war ja oft so ein Verabredungstheater zwischen K\u00fcnstler und Zuschauern&#8220;, sagt Frowin. Heute wollten Letztere jeden Abend neu erobert werden.<\/p>\n<p> Hanseatische Schlagseite<\/p>\n<p>Schlesselmann erg\u00e4nzt, dass anders als fr\u00fcher im Sommer der Zustrom hoch sei. &#8222;Wir profitieren stark vom Elbphilharmonie-Tourismus. Die Leute entdecken uns auf ihrem Weg und buchen dann Karten f\u00fcr ihren freien Abend bei uns&#8220;, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Da wundert es nicht, dass viele Auff\u00fchrungen bewusst eine hanseatische Schlagseite haben. So gibt es etwa eine &#8222;Matrosen-Show&#8220; sowie die Comedy-Crashkurse &#8222;Hamburger werden in 90 Minuten&#8220; und &#8222;Hamburger werden \u2013 Jetzt auch mit Speckg\u00fcrtel&#8220;.<\/p>\n<p>Und als erstmalige Kooperation mit dem traditionsreichen Ohnsorg-Theater ist Mitte November das auch als Hollywood-Film bekannte St\u00fcck &#8222;Novecento \u2013 De Geschicht vun den Ozeanpianist&#8220; von Alessandro Baricco auf dem &#8222;Theaterschiff Hamburg&#8220; zu erleben \u2013 auf Plattdeutsch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg &amp; Schleswig-Holstein Den Kurs immer gehalten: 50 Jahre &#8222;Theaterschiff Hamburg&#8220; 03.10.2025, 05:03 Uhr Wo einst Senta Berger&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":469008,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[28037,29,30,692,2491,10083,1971,119685],"class_list":{"0":"post-469007","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-den","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-hamburg","12":"tag-jahre","13":"tag-kurs","14":"tag-schleswig-holstein","15":"tag-theaterschiff"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115308095337480734","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=469007"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469007\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/469008"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=469007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=469007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=469007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}