{"id":469217,"date":"2025-10-03T05:22:11","date_gmt":"2025-10-03T05:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469217\/"},"modified":"2025-10-03T05:22:11","modified_gmt":"2025-10-03T05:22:11","slug":"saarbruecken-tag-der-einheit-merz-will-nach-vorne-blicken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469217\/","title":{"rendered":"Saarbr\u00fccken | Tag der Einheit: Merz will nach vorne blicken"},"content":{"rendered":"<p>Saarbr\u00fccken (dpa) &#8211; Zum 35. Jahrestag der Deutschen Einheit will Bundeskanzler Friedrich Merz eine nach vorne gerichtete Rede halten. Er wolle beim zentralen Festakt in Saarbr\u00fccken nicht so viel zur\u00fcckschauen, sondern Themen anschneiden, \u00abdie ich zur L\u00f6sung der Probleme in unserem Land als dringlich ansehe\u00bb, hat der CDU-Vorsitzende angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>So hatte sich Merz am Mittwoch nach der Kabinettsklausur ausgedr\u00fcckt, als er gefragt wurde, ob er eine \u00abRuck-Rede\u00bb halten wolle. Der Begriff geht zur\u00fcck auf eine Ansprache des damaligen Bundespr\u00e4sidenten Roman Herzog von 1997. Er sagte damals: \u00abDurch Deutschland muss ein Ruck gehen. Wir m\u00fcssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzst\u00e4nden.\u00bb Der Appell wurde danach oft zitiert.\u00a0<\/p>\n<p>Merz will Stimmung drehen<\/p>\n<p>Merz m\u00fcht sich seit Monaten sowohl um eine bessere Stimmung im Land als auch um R\u00fcckhalt f\u00fcr Reformen etwa der Sozialsysteme. \u00abH\u00f6ren wir doch mal auf, so larmoyant und so wehleidig zu sein in diesem Land\u00bb, sagte der Kanzler schon vor ein paar Tagen in einer Rede bei der Mittelstandsunion.<\/p>\n<p>Auch das Kabinett befasste bei seiner ersten Klausurtagung in der Villa Borsig intensiv mit der Frage, wie man die Stimmung drehen und Freude am Wandel erzeugen k\u00f6nnte. \u00abIm Prinzip ist unser Hauptgegner die Laune\u00bb, wurde Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) von Teilnehmern zitiert.\u00a0<\/p>\n<p>Man sei sich einig gewesen, dass ein Kulturwandel n\u00f6tig sei, um eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen, hie\u00df es. Und am Rande der Klausur wurde gestreut, dass der Auftritt des Kanzlers in Saarbr\u00fccken eine \u00abneue Ruck-Rede\u00bb werden k\u00f6nnte.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abZukunft durch Wandel\u00bb<\/p>\n<p>Der zentrale Festakt zum Jubil\u00e4um der Einheit findet dieses Jahr in Saarbr\u00fccken statt, weil das Land den Vorsitz der L\u00e4nder f\u00fchrt. Ministerpr\u00e4sidentin Anke Rehlinger (SPD) wird als Bundesratspr\u00e4sidentin bei der Feier, die gegen Mittag beginnt, ebenfalls eine Rede halten. Als Ehrengast soll zudem Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron zu Wort kommen. Begleitet wird der Festakt von einem B\u00fcrgerfest, Kunst, Musik und Diskussionen. Die Feiern tragen das Motto \u00abZukunft durch Wandel\u00bb und \u00abFeiern, was uns verbindet\u00bb. Morgens gibt es einen \u00f6kumenischen Gottesdienst.<\/p>\n<p>Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) \u00e4u\u00dferte sich vorab in einem ZDF-Interview kritisch mit Blick auf die G\u00e4steliste. Es sei klar, dass Merz als Bundeskanzler und Rehlinger als Bundesratspr\u00e4sidentin spr\u00e4chen. Sie selbst sch\u00e4tze auch Pr\u00e4sident Macron. \u00abAber vielleicht h\u00e4tte man auch jemanden aus Osteuropa oder aus Ostdeutschland als Gastredner nehmen k\u00f6nnen, anl\u00e4sslich von 35 Jahren Deutscher Einheit\u00bb, sagte Merkel.\u00a0<\/p>\n<p>Am 3. Oktober 1990 hatten sich die beiden deutschen Staaten nach mehr als 40 Jahren Teilung nach Regeln des westdeutschen Grundgesetzes vereinigt, rund ein Jahr nach der friedlichen Revolution in der DDR und der \u00d6ffnung der deutsch-deutschen Grenze. Obwohl sich die Lebensverh\u00e4ltnisse nach und nach angeglichen haben, herrscht Umfragen zufolge bei vielen Menschen heute Ern\u00fcchterung.<\/p>\n<p>Wenig Gemeinsamkeiten?<\/p>\n<p>So sagten bundesweit 30 Prozent in einer YouGov-Umfrage, dass Ost- und Westdeutsche mehr trennt als eint. Nur 16 Prozent glauben, dass Gemeinsamkeiten \u00fcberwiegen. Von den befragten Ostdeutschen sagten YouGov zufolge sogar 43 Prozent, dass Ost- und Westdeutsche mehr trennt als eint. Nur 11 Prozent meinen, dass die Gemeinsamkeiten \u00fcberwiegen.\u00a0<\/p>\n<p>Im neuen ZDF-Politbarometer gaben zwar neun von zehn Befragten an, sie f\u00e4nden die deutsche Vereinigung grunds\u00e4tzlich richtig. Zugleich sagten aber 47 Prozent im Westen und 57 Prozent im Osten, die Probleme der Wiedervereinigung seien zu einem gro\u00dfen Teil noch ungel\u00f6st. Im aktuellen ARD-\u00abDeutschlandtrend\u00bb zeigten sich 61 Prozent mit dem Stand der deutschen Einheit sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden, 34 Prozent weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden.\u00a0<\/p>\n<p>Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner meinte zum Jahrestag: \u00abDas Land ist derzeit nur geeint in dem Gef\u00fchl, dass es bergab geht.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Dagegen zog die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, Evelyn Zupke, ein eindeutig positives Fazit. \u00abF\u00fcr mich ist der Tag der Deutschen Einheit ein Tag des Gl\u00fccks und ein Tag der Dankbarkeit\u00bb, sagte die fr\u00fchere B\u00fcrgerrechtlerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Alle M\u00fchen und Herausforderungen der Wiedervereinigung h\u00e4tten sich f\u00fcr jeden einzelnen befreiten politischen H\u00e4ftling gelohnt.<\/p>\n<p>Singen bei Kerzenschein<\/p>\n<p>Merz wird am Abend (18.30 Uhr) auch zu einer besonderen musikalischen Veranstaltung in Halle an der Saale erwartet: Bei Kerzenschein soll die Aktion \u00abDeutschland singt &amp; klingt\u00bb, die an mehr als 200 Orten bundesweit zeitgleich stattfindet, an die Friedensgebete und die Friedliche Revolution von 1989 erinnern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Saarbr\u00fccken (dpa) &#8211; Zum 35. 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