{"id":469509,"date":"2025-10-03T08:00:10","date_gmt":"2025-10-03T08:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469509\/"},"modified":"2025-10-03T08:00:10","modified_gmt":"2025-10-03T08:00:10","slug":"hitze-ernstfall-formel-1-regel-greift-erstmals-in-singapur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469509\/","title":{"rendered":"Hitze-Ernstfall: Formel-1-Regel greift erstmals in Singapur"},"content":{"rendered":"<p>Singapur (dpa) &#8211; In der brutalen Dampfsauna von Singapur ruft die Formel 1 zum ersten Mal den Hitze-Ernstfall aus. Wegen der Extremwetter-Prognose f\u00fcr den Grand-Prix-Sonntag verf\u00fcgte die Rennleitung die Premiere einer neuen Regel zum Schutz der Gesundheit der Fahrer. Mehr als 31 Grad Lufttemperatur sind selbst f\u00fcr die Abendstunden in Singapur noch vorhergesagt, die enorme Luftfeuchtigkeit macht den 18. Saisonlauf zur Tortur. Daher ist es den Piloten erlaubt, im Rennen K\u00fchlwesten zu tragen, die Autos m\u00fcssen daf\u00fcr zwingend umger\u00fcstet werden.<\/p>\n<p>\u00abWenn man bei 90 Prozent Luftfeuchte f\u00e4hrt und es in den Cockpits bis zu 60 Grad hei\u00df wird, ist das ein bisschen wie Sauna im Auto. Also begr\u00fc\u00dfen wir diese Ma\u00dfnahme\u00bb, sagte Mercedes-Fahrer George Russell, einer der Sprecher der Fahrergewerkschaft. Pflicht wird das Tragen von K\u00fchlwesten unter solchen Bedingungen zwar erst im kommenden Jahr, aber einen Vorteil bringt es den Teams in Singapur schon jetzt nicht mehr, darauf zu verzichten.\u00a0<\/p>\n<p>Entscheidet sich ein Fahrer gegen die K\u00fchlweste, muss er als Ausgleich in seinem Dienstwagen Ballastgewichte von 500 Gramm mitnehmen. In jedem Fall m\u00fcssen die Rennst\u00e4lle ihre Autos gem\u00e4\u00df der Verordnung von Renndirektor Rui Marques mit einem K\u00fchlmittelbeh\u00e4lter, Pumpen und einem W\u00e4rmetauscher f\u00fcr den m\u00f6glichen Einsatz der Weste ausr\u00fcsten. Das erforderliche Minimumgewicht der Autos wird f\u00fcr das Rennen um 5 Kilo auf 805 Kilogramm erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>\u00abWenn es kaputtgeht oder nicht funktioniert, mache ich mir keine Sorgen. Aber wenn es l\u00e4uft, dann ist es besser, weil man dann ein bisschen weniger leidet\u00bb, sagte Williams-Fahrer Carlos Sainz. Mit der Dauer von oft zwei Stunden auf dem holprigen Marina Bay Street Circuit im schw\u00fclhei\u00dfen Singapur gilt das Nachtrennen als wohl h\u00e4rteste Pr\u00fcfung f\u00fcr die Formel-1-Piloten.\u00a0<\/p>\n<p>Regel\u00e4nderung nach Katar-Qualen<\/p>\n<p>Eingef\u00fchrt wurde die neue Hitze-Regel allerdings wegen einer anderen Extrem-Erfahrung, dem Gro\u00dfen Preis von Katar vor zwei Jahren. Die Bedingungen dort seien \u00ab\u00fcber der Grenze\u00bb gewesen, klagten viele Fahrer im Anschluss. Mehrere Piloten mussten sich in medizinische Betreuung begeben, weil sie dehydriert waren oder Symptome eines Hitzschlags zeigten.\u00a0<\/p>\n<p>Der damalige Alpine-Fahrer Esteban Ocon verriet, er habe sich in seinen Helm \u00fcbergeben m\u00fcssen. Lance Stroll f\u00fchlte sich in seinem Aston Martin nah an der Bewusstlosigkeit. Logan Sargeant, damals f\u00fcr Williams unterwegs, gab das Rennen auf, weil er die Umst\u00e4nde nicht l\u00e4nger ertragen konnte.<\/p>\n<p>\u00dcberhitzung ist ein Risiko f\u00fcr die Formel-1-Piloten. Neben Helm, Balaclava und Rennanzug tragen sie aus Sicherheitsgr\u00fcnden mehrere Schichten feuerfester W\u00e4sche. Zudem erw\u00e4rmt sich bei Rennen wie in Singapur das Wasser aus ihren Trinkflaschen so stark, das manche es als \u00abhei\u00dfen Tee\u00bb und sogar untrinkbar beschreiben. Ohnehin ist in den Flaschen nur ein Liter Fl\u00fcssigkeit, die Fahrer verlieren in Singapur aber bis zu f\u00fcnf Liter.<\/p>\n<p>Fahrer klagen \u00fcber unbequeme K\u00fchlwesten<\/p>\n<p>Ausgereift ist das System mit den K\u00fchlwesten aber zumindest bei einigen Teams noch nicht. Laut Vorgabe m\u00fcssten sie eigentlich das ganze Rennen wirken, bei testweisen Eins\u00e4tzen in diesem Jahr waren sie teils aber schon nach 20 Minuten \u00fcberfordert und wurden zu warm.\u00a0<\/p>\n<p>Die Rennst\u00e4lle experimentieren mit unterschiedlichen Designs und technischen L\u00f6sungen. Mancher Fahrer klagte dar\u00fcber, die K\u00fchlr\u00f6hrchen in den Westen w\u00fcrden im ohnehin engen Cockpit vor allem in schnellen Kurven schmerzhaft an die Rippen dr\u00fccken. \u00abNat\u00fcrlich ist es ein Kompromiss. Es ist etwas weniger bequem, wenn man f\u00e4hrt, aber daf\u00fcr ein bisschen k\u00fchler\u00bb, sagte Altstar Fernando Alonso.\u00a0<\/p>\n<p>Dennoch werden wohl noch nicht alle Fahrer am Sonntag (14.00 Uhr\/Sky) zur K\u00fchlweste greifen. Mit speziellen Trainingseinheiten in der Sauna f\u00fchlen sich manche zumindest besser auf die Hitze-Qualen in Singapur vorbereitet, wie Ferrari-Pilot Charles Leclerc berichtete. \u00abEs war schon letztes Jahr sehr hart und sehr hei\u00df, aber ich erwarte, dass es noch machbar sein wird\u00bb, sagte der Monegasse.\u00a0<\/p>\n<p>Routinier Nico H\u00fclkenberg sieht es dagegen wie so oft pragmatisch. \u00abMan muss ja den Ballast sowieso ins Auto nehmen. Dann kann man doch auch die Weste anziehen\u00bb, sagte der 38 Jahre alte Sauber-Pilot.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Singapur (dpa) &#8211; In der brutalen Dampfsauna von Singapur ruft die Formel 1 zum ersten Mal den Hitze-Ernstfall&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":469510,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,1572,30,984,1575,8970,1209,698,1973],"class_list":{"0":"post-469509","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-formel-1","11":"tag-germany","12":"tag-international","13":"tag-motorsport","14":"tag-muenster","15":"tag-nordrhein-westfalen","16":"tag-singapur","17":"tag-wetter"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115309185096739953","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469509","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=469509"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469509\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/469510"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=469509"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=469509"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=469509"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}