{"id":469535,"date":"2025-10-03T08:15:13","date_gmt":"2025-10-03T08:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469535\/"},"modified":"2025-10-03T08:15:13","modified_gmt":"2025-10-03T08:15:13","slug":"koennen-wir-das-huhn-essen-belgiens-bart-de-wever-will-antworten-zu-eingefrorenen-russischen-vermoegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469535\/","title":{"rendered":"&#8218;K\u00f6nnen wir das Huhn essen?&#8216; Belgiens Bart de Wever will Antworten zu eingefrorenen russischen Verm\u00f6gen"},"content":{"rendered":"<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Belgiens Ministerpr\u00e4sident Bart De Wever hat die Europ\u00e4ische Kommission und alle Mitgliedstaaten direkt aufgefordert, seinem Land solide Garantien zu geben, bevor sie die eingefrorenen russischen Verm\u00f6genswerte nutzen. Mit Russlands Geldern soll der Ukraine ein Darlehen in H\u00f6he von 140 Milliarden Euro gew\u00e4hrt werden &#8211; <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/09\/26\/merz-kredit-ukraine-eingefrohrenes-vermoegen-russland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>so der Plan<\/strong><\/a>, den auch der deutsche Kanzler Friedrich Merz bef\u00fcrwortet.<\/p>\n<p>&#8222;Ich will ein H\u00f6chstma\u00df an Rechtssicherheit. Ich will Solidarit\u00e4t. Und ich will Transparenz \u00fcber die Situation in den anderen L\u00e4ndern&#8220;, sagte der belgische Regierungschef De Wever am Donnerstag auf einer Pressekonferenz am Rande eines europ\u00e4ischen Gipfels in Kopenhagen.<\/p>\n<p>&#8222;Ich denke nicht, dass dies eine unangemessene Position ist.&#8220;<\/p>\n<p>Der von der Kommission ausgearbeitete Vorschlag hat Belgien ins Rampenlicht ger\u00fcckt: Das Land beherbergt Euroclear, den zentralen Wertpapierverwahrer. Bei Euroclear liegt ein Gro\u00dfteil der von den westlichen Verb\u00fcndeten zu Beginn des Ukraine-Krieges eingefrorenen Verm\u00f6genswerte der russischen Zentralbank.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/10\/02\/eu-drohnenwall-eingefrorene-russische-gelder\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Nach dem Plan<\/strong><\/a>, der sich noch im Anfangsstadium befindet, w\u00fcrde Euroclear die Barguthaben an die EU-Kommission \u00fcbertragen. Die Kommission w\u00fcrde dann ein Darlehen in H\u00f6he von 140 Milliarden Euro an die Ukraine vergeben, das schrittweise und unter bestimmten Bedingungen ausgezahlt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Ukraine m\u00fcsste das Darlehen erst dann zur\u00fcckzahlen, wenn Russland sich bereit erkl\u00e4rt, den entstandenen Schaden zu ersetzen. Daher auch der Name &#8222;Reparationsdarlehen&#8220;. Danach w\u00fcrde die EU-Kommission die Milliarden an Euroclear zur\u00fcckzahlen, und Euroclear w\u00fcrde danach an Russland zur\u00fcckzahlen.<\/p>\n<p>Da es unwahrscheinlich ist, dass der Kreml Reparationszahlungen leistet, k\u00f6nnte der Plan in der Praxis als Beschlagnahmung von Staatsverm\u00f6gen angesehen werden, was nach internationalem Recht illegal ist.<\/p>\n<p>&#8222;Niemand am Tisch, auch ich nicht, m\u00f6chte, dass dieses Geld an Wladimir Putin zur\u00fcckgegeben wird. Niemand&#8220;, sagte Bart De Wever &#8211; der auch BDW genannt wird &#8211; vor Reportern.<\/p>\n<p>Das Huhn und die goldenen Eier<\/p>\n<p>In seinen Ausf\u00fchrungen bezeichnete der belgische Ministerpr\u00e4sident die russischen Verm\u00f6genswerte wiederholt als &#8222;das Huhn&#8220; und die unerwarteten Gewinne als &#8222;die Eier&#8220;. Bislang hat die EU lediglich die Gewinne dazu genutzt, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine zu verst\u00e4rken, w\u00e4hrend das Geld selbst unangetastet blieb.<\/p>\n<p>Der neue Plan w\u00fcrde jedoch noch weiter gehen und den gesamten Geldtopf verschieben. Dadurch k\u00f6nnten Kyjiw und seine Verb\u00fcndeten m\u00f6glicherweise ein starkes Druckmittel am Verhandlungstisch verlieren.<\/p>\n<p>&#8222;Die Frage ist nun: K\u00f6nnen wir das Huhn essen?&#8220; fragte De Wever. &#8222;Das erste Problem ist nat\u00fcrlich, dass man die goldenen Eier verliert, wenn man die H\u00fchner isst. Das muss man bedenken. Wenn man das Huhn auf den Tisch legt und es isst, dann verliert man ein goldenes Ei&#8220;.<\/p>\n<p>Der Ministerpr\u00e4sident von Belgien r\u00e4umte jedoch ein, dass die Hilfe f\u00fcr Kyjiw dringend aufgestockt werden m\u00fcsse, nachdem die USA ihre Politik ge\u00e4ndert und die Mittel praktisch gestrichen h\u00e4tten. US-Pr\u00e4sident Donald Trump hat den Ukraine-Krieg oft als ein rein europ\u00e4isches Problem dargestellt.<\/p>\n<p>Die Ukraine ben\u00f6tigt zwischen 2026 und 2027 sch\u00e4tzungsweise 60 Milliarden Euro, um sein Haushaltsdefizit auszugleichen, und einen \u00e4hnlichen Betrag, um Waffen und Munition zu beschaffen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind in akuten Schwierigkeiten. Wenn Europa, und nur Europa, f\u00fcr die Ukrainer und den Krieg zahlen muss, werden wir viel Geld brauchen&#8220;, sagte De Wever.<\/p>\n<p>&#8222;Ich verstehe den Appetit, jetzt das Huhn zu essen&#8220;.<\/p>\n<p>De Wever sagte voraus, dass die von Frankreich und Gro\u00dfbritannien angef\u00fchrte  &#8222;Koalition der Willigen&#8220;, die Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Nachkriegs-Ukraine bereitstellen soll, bald zur &#8222;Koalition der Rechnung&#8220; werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&#8222;Man muss seinen Worten auch Taten folgen lassen&#8220;, sagte der erste fl\u00e4mische Nationalist im Amt als Belgiens Regierungschef.<\/p>\n<p>Die sechs Fragen von De Wever<\/p>\n<p>In seinen Ausf\u00fchrungen am Donnerstag z\u00e4hlte De Wever sechs Fragen auf, die die Kommission und die Mitgliedstaaten seiner Meinung nach vollst\u00e4ndig kl\u00e4ren sollten, bevor sie die &#8222;Reparationsdarlehen&#8220; umsetzen.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Verwaltung der von Russland eingeleiteten Schiedsgerichtsverfahren<\/li>\n<li>Die Notwendigkeit, die vollst\u00e4ndige Einhaltung des internationalen Rechts zu gew\u00e4hrleisten<\/li>\n<li>Die Vergemeinschaftung von Risiken zwischen den Mitgliedstaaten<\/li>\n<li>Der Schutz des Euro als Reservew\u00e4hrung<\/li>\n<li>Die Verwendung der russischen Verm\u00f6genswerte au\u00dferhalb Belgiens<\/li>\n<li>Die Zukunft des laufenden G7-Darlehens, das auf Windfall Profits basiert<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8222;Wir sind bereits bereit und in der Lage, weiterzumachen. Das ist kein Problem. Aber ich will Antworten auf jede einzelne Frage, die ich stelle&#8220;, betonte De Wever.<\/p>\n<p>Der Ministerpr\u00e4sident legte besonderen Wert auf die gegenseitige Risikoverteilung, um sicherzustellen, dass Belgien, ein Land mit 11 Millionen Einwohnern und einem BIP von 664 Milliarden Euro, nicht alleine dasteht.<\/p>\n<p>Deutschland, Frankreich, die baltischen Staaten und die nordischen L\u00e4nder haben sich bereits f\u00fcr das neue System ausgesprochen.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn wir uns in unbekannte Gew\u00e4sser begeben, k\u00f6nnten wir f\u00fcr Zinsen haften. Wir k\u00f6nnten schadenersatzpflichtig werden. Und das wird uns f\u00fcr viele, viele Jahre in einen Rechtsstreit verwickeln. Jedes Land wird also anteilig f\u00fcr den Fall garantieren m\u00fcssen, dass es schief geht&#8220;, sagte de Wever.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist riskant, was wir tun werden. Ich m\u00f6chte, dass sich jeder dessen bewusst ist. Und ich will eine Unterschrift: Wir gehen mit Ihnen in dieses Boot. Egal, was es kostet, egal, wohin es segelt und egal, was ihm begegnen wird.&#8220;<\/p>\n<p>Sein Appell erfolgte, nachdem Russland ein Dekret zur Beschleunigung der Umverteilung von Verm\u00f6genswerten innerhalb des Landes verabschiedet hatte, das als Grundlage f\u00fcr Vergeltungsma\u00dfnahmen dienen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Kreml spricht von Diebstahl<\/p>\n<p>&#8222;Wir sprechen \u00fcber Pl\u00e4ne zur illegalen Beschlagnahmung von russischem Eigentum. Auf Russisch nennen wir das einfach Diebstahl&#8220;, sagte Sprecher Dmitri Peskow und f\u00fcgte hinzu: &#8222;Die beteiligten Personen werden auf die eine oder andere Weise strafrechtlich verfolgt werden, sie werden alle zur Rechenschaft gezogen werden&#8220;.<\/p>\n<p>Am Mittwoch versuchte Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen, die Bedenken zu beschwichtigen und sagte: &#8222;Es ist absolut klar, dass Belgien nicht der einzige Mitgliedstaat sein kann, der das Risiko tr\u00e4gt, aber die Risiken m\u00fcssen auf breitere Schultern gelegt werden.&#8220;<\/p>\n<p>Beamte der Kommission sagen, ihre bevorzugte Option w\u00e4re es, den EU-Haushalt als ultimative Absicherung zu nutzen, aber dies w\u00fcrde die Einstimmigkeit aller 27 Hauptst\u00e4dte erfordern.<\/p>\n<p>De Wever gab offen zu, dass er h\u00f6chstens die Unterst\u00fctzung der 25 anstrebt, eine offensichtliche Anspielung auf Ungarn und die Slowakei, zwei lautstarke Kritiker der Ukraine-Politik der EU.<\/p>\n<p>Der Premierminister \u00e4rgerte sich auch \u00fcber die Tatsache, dass das &#8222;Wiedergutmachungsdarlehen&#8220; ausschlie\u00dflich auf den bei Euroclear verwahrten Geldern basiert, obwohl die russischen Staatsgelder in geringerem Umfang auch von anderen Verb\u00fcndeten wie dem Vereinigten K\u00f6nigreich, der Schweiz, den USA und Japan eingefroren wurden.<\/p>\n<p>&#8222;Lasst uns alle H\u00fchner essen, nicht nur meine. Es wird ein KFC-Moment f\u00fcr Europa sein&#8220;, sagte er. &#8222;Meines ist ein gro\u00dfes Huhn. Aber es gibt auch noch einige andere, wenn ich richtig informiert bin.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das Mindeste, was ich von meinen Kollegen verlangen kann, ist, transparent zu sein.&#8220;<\/p>\n<p>Auf die \u00c4u\u00dferungen von De Wever angesprochen, erkl\u00e4rte ein Sprecher der Kommission, der Vorschlag sei noch in Arbeit und werde das politische Feedback ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind offen f\u00fcr solche Diskussionen im Zusammenhang mit den G7-Treffen&#8220;, sagte der Sprecher. &#8222;Was andere Akteure tun, ist ihre Entscheidung.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WERBUNG Belgiens Ministerpr\u00e4sident Bart De Wever hat die Europ\u00e4ische Kommission und alle Mitgliedstaaten direkt aufgefordert, seinem Land solide&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":469536,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,110555,1423,548,663,158,3934,3935,13,14,15,307,12,317,306],"class_list":{"0":"post-469535","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-bart-de-wever","11":"tag-belgien","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-russland","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-ukraine","23":"tag-wladimir-putin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115309243915197086","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=469535"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469535\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/469536"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=469535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=469535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=469535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}