{"id":469577,"date":"2025-10-03T08:39:11","date_gmt":"2025-10-03T08:39:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469577\/"},"modified":"2025-10-03T08:39:11","modified_gmt":"2025-10-03T08:39:11","slug":"vorwuerfe-gegen-stuttgarter-bar-dreiste-copycats-bar-aus-madrid-prueft-rechtliche-mittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469577\/","title":{"rendered":"Vorw\u00fcrfe gegen Stuttgarter Bar: Dreiste Copycats? Bar aus Madrid pr\u00fcft rechtliche Mittel"},"content":{"rendered":"<p>Die spanische Bar Gilda Haus wirft einer Stuttgarter Bar eine Verletzung des Urheberrechts vor. Die Betreiberinnen erreichten sogar Solidarit\u00e4tsbekundungen aus Stuttgart.<\/p>\n<p>Jeder kennt das ber\u00fchmte Telekom-Magenta \u2013 diese knallige Farbe, die man sofort mit Handyvertr\u00e4gen und Werbespots mit \u00fcbertrieben fr\u00f6hlichen Menschen verbindet. 1995 hat die Telekom den Farbton RAL 4010 Magenta als konturlose Farbmarke f\u00fcr Telekommunikationswaren und -Dienstleistungen beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen. Warum ist die Farbe gesch\u00fctzt? Weil die Telekom irgendwann festgestellt hat, dass sie mit diesem Farbton einen wahnsinnigen Wiedererkennungswert hat. <\/p>\n<p>David Hockney malt Bilder, die Telekom sichert sich Magenta <\/p>\n<p>Bei speziellen Farbkonzepten und Interiordesign ist die rechtliche Lage nicht so eindeutig wie etwa bei einem Logo oder einem urheberrechtlich gesch\u00fctzten Kunstwerk. Ein blo\u00dfes Farbkonzept oder ein gew\u00f6hnliches Interieur f\u00e4llt oft nicht darunter. Au\u00dfer, wenn ein Architekt, Designer oder K\u00fcnstler ein sehr individuelles, originelles Raumkonzept entworfen hat, kann dieses urheberrechtlich gesch\u00fctzt sein. W\u00fcrde man unter diesen Gesichtspunkten kopieren, w\u00e4re es eine Urheberrechtsverletzung, so die deutsche Rechtssetzung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Bar\" title=\"Bar\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bar<\/a>-Betreiberin aus <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Madrid\" title=\"Madrid\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Madrid<\/a>: \u201eF\u00fchlte mich wie vergewaltigt\u201c   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.e4f9bf90-a8ab-4eae-b8ac-5008b103ba7f.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Bar Gilda Haus verwandelt sich nahtlos von einer gem\u00fctlichen Cocktailbar in einen lebhaften Treffpunkt.    Foto: Gilda Haus    <\/p>\n<p>Genau um diese Pr\u00fcfung geht es nun Cristina Bonaga. Die spanische Gastronomin betreibt das Gilda Haus, eine Mischung aus Bar und Bistro im Szeneviertel Chueca in Madrid. Durch Zufall hatte sie im Fr\u00fchjahr dieses Jahres von einem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Design\" title=\"Design\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Design<\/a>-Zwilling in Deutschland erfahren. Ein Gast hatte Cristina Bonaga und ihrer Gesch\u00e4ftspartnerin Yajaira Malav\u00e9 den Instagram-Account einer Stuttgarter Bar vorgelegt, der die beiden Spanierinnen sprachlos und w\u00fctend zugleich machte. Die damals neu er\u00f6ffnete Stuttgarter Bar, 1376,6 Kilometer Luftlinie entfernt von der spanischen Hauptstadt, sieht n\u00e4mlich fast genau so aus wie ihr Lokal, das im Dezember 2023 er\u00f6ffnet und sogar in der spanischen Vogue vorgestellt wurde.<\/p>\n<p>Cristina Bonaga war damals wie versteinert. \u201eIch f\u00fchlte mich wie vergewaltigt\u201c, schildert sie in drastischen Worten ihre Empfindungen. \u201eNeben dem Farbkonzept, den Texturen, dem DJ-Booth und den Lampen haben sie sogar die Bar aus Stahl und Kristallen eins zu eins kopiert\u201c, so die spanische Gastronomieunternehmerin, die mehrere Lokale in Madrid betreibt. Bonaga war fassungslos, kontaktierte die Bar, unsere Zeitung und machte ihrem \u00c4rger auf Soical Media Luft. Sie forderte eine Stellungnahme \u2013 und Konsequenzen. \u201eEs ist ok, wenn man sich Inspiration sucht, aber gleich eine ganze Bar zu kopieren, geht einfach zu weit.\u201c <\/p>\n<p>Kein echter Austausch mit Betreibern der Bar in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>? <\/p>\n<p>Nun sind Monate seit ihrer Entdeckung vergangen. Die Betreiber der Bar haben sich weder bei Bonaga und ihrer Gesch\u00e4ftspartnerin entschuldigt, sondern die beiden auf allen Kan\u00e4len blockiert. Die Kommunikation der Stuttgarter Bar wurde dahingehend gedeutet, dass sie pl\u00f6tzlich die Opfer w\u00e4ren, fasst Bonaga die Eskalation nach ihrer Entdeckung zusammen. Einen richtigen Austausch gab es seither nicht mehr. Bonagas Fazit? \u201eWir sind mit mehreren Anw\u00e4lten im Gespr\u00e4ch\u201c, so die Gastronomin, die vier Jahre lang in Berlin gewohnt und einen Erasmus-Aufenthalt in Hannover verbracht hat. \u201eWir m\u00f6chten nun einfach abkl\u00e4ren, was nach deutschem Recht m\u00f6glich w\u00e4re.\u201c <\/p>\n<p>Bonaga hat sich informiert: Ein Interiordesign kann urheberrechtlich als Werk der angewandten Kunst anerkannt werden, wenn es gen\u00fcgend kreative Eigenleistung zeigt und ausgezeichnet wurde. Ihr Gilda Haus hat bis auf eine Auszeichnung des Frame Magazines, ein internationales Magazin, das herausragende Leistungen in den Bereichen Innenarchitektur und Produktdesign w\u00fcrdigt, bisher noch keine offiziellen Design- oder Gastronomiepreise gewonnen. Allerdings hat die Bar in Fachkreisen und Medien gro\u00dfes Lob f\u00fcr ihr innovatives Konzept und Design erhalten. Wie geht es nun weiter? \u201eWir pr\u00fcfen, was m\u00f6glich ist, und werden dann gegebenfalls weitere Schritte einleiten\u201c, so Bonaga.<\/p>\n<p> Positive Nachrichten aus Stuttgart <\/p>\n<p> Ganz unverhofft erfuhren Cristina Bonaga und ihre Gesch\u00e4ftspartnerin Yajaira Malav\u00e9 in der Krise R\u00fcckhalt und positives Feedback, das die beiden Frauen st\u00e4rkte. \u201eWir haben total viele liebe und aufmunternde Nachrichten aus Stuttgart bekommen \u2013 sogar von anderen Gastronomen und Unternehmern, die uns f\u00fcr unseren Mut gelobt haben \u2013 das hat richtig gut getan\u201c, so die Spanierin. Momentan wird die originale Bar Gilda Haus aufwendig renoviert. Im Oktober soll es wieder frisch losgehen im Szeneviertel Chueca.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die spanische Bar Gilda Haus wirft einer Stuttgarter Bar eine Verletzung des Urheberrechts vor. 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