{"id":469638,"date":"2025-10-03T09:12:12","date_gmt":"2025-10-03T09:12:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469638\/"},"modified":"2025-10-03T09:12:12","modified_gmt":"2025-10-03T09:12:12","slug":"akuter-mangel-an-pflegefamilien-in-sachsen-besonders-in-dresden-leipzig-und-chemnitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469638\/","title":{"rendered":"Akuter Mangel an Pflegefamilien in Sachsen \u2013 besonders in Dresden, Leipzig und Chemnitz"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dresden. In Sachsen fehlt es an Pflegefamilien. \u201eVielerorts werden sie h\u00e4nderingend gesucht\u201c, sagte die Sprecherin der Diakonie Sachsen, Nora K\u00f6hler. Die Lage aktuell sei kritisch, es gebe einen \u201eakuten Mangel\u201c. Vor allem in den drei Gro\u00dfst\u00e4dten Dresden, Leipzig und Chemnitz fehle es an Pflegefamilien, die sich um betroffene Kinder k\u00fcmmern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Bedarf ist in den vergangenen Jahre weiter gestiegen, berichtet auch Jan Donhauser (CDU), Bildungsb\u00fcrgermeister in Dresden. Die Landeshautstadt sucht derzeit f\u00fcr 15 M\u00e4dchen und Jungen eine Pflegefamilie. Mit Plakaten und Informationsabenden wird daf\u00fcr geworben. Und dennoch ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die bereit sind, ein Kind in Vollzeitpflege aufzunehmen, r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Nur noch selten erfolge eine Bewerbung aus karitativen Gr\u00fcnden, so Donhauser. Man setzte sich lange mit dem eigenen Familiensystem auseinander, es werde abgewogen zwischen beruflichen und pers\u00f6nlich-famili\u00e4ren Interessen, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Zunehmend Suchtprobleme und psychische Probleme<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zudem sind nach Einsch\u00e4tzung der Stadt auch die Anforderungen komplexer geworden. Die zu vermittelnden Kinder weisen zunehmend \u201eSt\u00f6rungsbilder\u201c auf, was die Auswahl geeigneter Pflegefamilien erschwert, so Donhauser. Von \u00e4hnlichen Erfahrungen berichtet auch die Diakonie. Zunehmend gebe es Suchtprobleme oder psychische Probleme bei den Herkunftseltern und schwere Verhaltensauff\u00e4lligkeiten bei den Kindern. \u201eDas erschwert es Familien zu finden, die sich dem stellen k\u00f6nnen und wollen\u201c, sagte Nora K\u00f6hler.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In Dresden leben aktuell 412 Kinder in 348 Pflegefamilien. Im vergangenen Jahr flossen den Angaben zufolge rund neun Millionen Euro in den Bereich Vollzeitpflege. Dabei handelt es sich um Pflichtleistungen, die nicht von der j\u00fcngst verh\u00e4ngten Haushaltssperre betroffen sind.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auch in Chemnitz werden aktuell Pflegefamilien f\u00fcr 15 Kinder gesucht. Vier potenzielle Pflegefamilien gibt es &#8211; sechs weitere werden gerade auf ihre Eignung getestet. Eine Warteliste gibt es nicht, entschieden wird je nach Situation. Die Zahl der Familien allein sei nicht entscheidend, so die Stadt. Der Pflegekinderdienst m\u00fcsse auch darauf schauen, dass eine Pflegefamilie und das Kind auch zusammenpassen, damit ein \u201edauerhaftes Pflegeverh\u00e4ltnis\u201c zustande kommen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Pflegefamilie und Kinder m\u00fcssen zusammenpassen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Sozialp\u00e4dagogen stehen den Familien zur Seite, zudem gibt es Fortbildungen und Workshops. Alle drei Monate treffen sich Pflegekinder und Pflegefamilien beim Spielplatztreffen, um sich zu vernetzen. In Chemnitz sind aktuell 296 Kinder in 273 Pflegefamilien untergebracht.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Nach Einsch\u00e4tzung der Diakonie ist es um die Kinder- und Jugendhilfe in Sachsen insgesamt nicht gut bestellt. Es gebe einen \u201ehistorisch beispiellosen Kostendruck\u201c, der das gesamte System destabilisiere, so Sprecherin K\u00f6hler. Einerseits steigen die Ausgaben, andererseits m\u00fcssten die Kommunen vielerorts drastische K\u00fcrzungen vornehmen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Finanzieller Anreiz eher gering<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Jugend\u00e4mter etwa m\u00fcssten nach Einsch\u00e4tzung der Diakonie fr\u00fcher eingreifen und mehr pr\u00e4ventiv mit betroffenen Familien arbeiten. Daf\u00fcr fehle es jedoch an Kapazit\u00e4ten. \u201eDie Jugend\u00e4mter arbeiten am Limit\u201c, so K\u00f6hler. Teilweise k\u00f6nne nur akut gearbeitet arbeiten &#8211; etwa, wenn es darum gehe, ein Kind in Obhut zu nehmen oder wenn Probleme eskalieren. Wenn eine Gef\u00e4hrdung erkannt werde, sei es aber oft schon zu sp\u00e4t und es bleibe nur die Unterbringung in der Pflegefamilie, sagte K\u00f6hler.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Viele Bundesl\u00e4nder orientieren sich bei der Bezahlung des Pflegegelds an Empfehlungen des Deutschen Vereins &#8211; so auch Sachsen. F\u00fcr 2025 schlug der Verein etwa 1.178 Euro an Pauschalbetr\u00e4gen f\u00fcr Kinder bis zu sechs Jahren vor. Mit \u00e4lteren Kindern steigt der Betrag.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Aus Sicht der Diakonie ist der finanzielle Anreiz damit relativ gering. Zumal die Pflegeeltern kein Elterngeld erhalten und keine Rente- oder Krankenversicherung. \u201eEs braucht dringend mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr Pflegefamilien\u201c, so Nora K\u00f6hler.<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">LVZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dresden. 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