{"id":469830,"date":"2025-10-03T11:01:26","date_gmt":"2025-10-03T11:01:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469830\/"},"modified":"2025-10-03T11:01:26","modified_gmt":"2025-10-03T11:01:26","slug":"afghanistan-offline-kein-lebenszeichen-aus-der-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/469830\/","title":{"rendered":"Afghanistan offline: Kein Lebenszeichen aus der Heimat"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 02.10.2025 19:22 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Rund 48 Stunden waren in Afghanistan das Internet und Handyverbindungen nicht verf\u00fcgbar. In Kabul und einigen weiteren St\u00e4dten gibt es wieder eingeschr\u00e4nkte Verbindungen &#8211; doch die Sorge der Angeh\u00f6rigen in Deutschland bleibt gro\u00df. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr Mahnaaz aus Berlin waren die vergangenen Tage von Angst gepr\u00e4gt. Seit Montag habe sie alles versucht, um ihre Gro\u00dfeltern in Ghazni &#8211; einer Stadt im S\u00fcdosten Afghanistans &#8211; zu erreichen: &#8222;Anrufe, Nachrichten &#8211; nichts kam durch&#8220;, erz\u00e4hlt sie. So wie Mahnaaz geht es vielen Afghaninnen und Afghanen in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie berichten, dass sie N\u00e4chte voller Sorgen verbracht h\u00e4tten &#8211; ohne Nachrichten von Eltern, Geschwistern oder Freunden. In sozialen Medien schildern sie, wie sie immer wieder ihr Handy \u00fcberpr\u00fcften, in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen.<\/p>\n<p>    Zwischen Panik und Wut<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders betroffen sind j\u00fcngere Afghanen, die bisher t\u00e4glich \u00fcber soziale Netzwerke Kontakt zu Angeh\u00f6rigen hielten. Viele berichten auf Instagram und TikTok, dass sie regelrecht in Panik geraten seien. &#8222;Afghanistan ist offline&#8220;, schreibt ein Nutzer aus K\u00f6ln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine andere Frau kommentiert: &#8222;Ich erreiche meine Familie nicht. Es ist wieder wie in den 90er-Jahren, als Menschen bis nach Pakistan reisen mussten, um von dort aus ihre Eltern anzurufen.&#8220;<\/p>\n<p>    Sorge um eine Stimme und die Freiheit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr Sulaiman, der in K\u00f6ln lebt, geht es um mehr als nur die Verbindung zur Familie: &#8222;Das Internet war f\u00fcr die Menschen in Afghanistan, besonders f\u00fcr Frauen, die letzte M\u00f6glichkeit, ihre Stimme zu erheben, Bildung zu erhalten und die Welt drau\u00dfen zu erreichen. Jetzt wird versucht, ihnen auch das zu nehmen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er betont, dass die Taliban das Netz nicht nur als Informationsquelle, sondern auch als politische Waffe s\u00e4hen. Durch die Abschaltung w\u00fcrden Menschen in Afghanistan die M\u00f6glichkeit verlieren, Missst\u00e4nde \u00f6ffentlich zu machen.<\/p>\n<p>    Experten warnen vor langfristigen Folgen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Afghanistan-Experte Conrad Schetter vom International Center of Conflict Studies in Bonn beobachtet die Entwicklungen seit Jahren. Vor wenigen Wochen h\u00e4tten die Taliban im Norden Afghanistans \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen ergriffen.&#8220; Ihr Ziel ist es, Bilder und Videos zu kontrollieren und zu verhindern, dass Missst\u00e4nde nach au\u00dfen dringen. Deshalb wird das Netz teilweise auf 2G heruntergefahren &#8211; so k\u00f6nnen kaum noch Bilder oder Videos \u00fcbertragen werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die fast zweit\u00e4gige Netzsperre hatte massive Folgen f\u00fcr das Alltagsleben: Der Flugverkehr wurde gest\u00f6rt, Geld\u00fcberweisungen aus dem Ausland &#8211; f\u00fcr viele Familien \u00fcberlebenswichtig &#8211; stockten. Auch innerhalb der Taliban soll es Streit gegeben haben: Der spirituelle F\u00fchrer Haibatullah Achundsada habe den Blackout veranlasst, hei\u00dft es, w\u00e4hrend andere ranghohe Taliban emp\u00f6rt gewesen sein sollen.<\/p>\n<p>    Blick nach vorn<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwar gibt es inzwischen wieder eingeschr\u00e4nkten Zugang zum Internet &#8211; vor allem in Kabul und einigen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten. Doch viele Afghaninnen und Afghanen in Deutschland f\u00fcrchten, dass die Verbindungen jederzeit erneut gekappt werden k\u00f6nnten. &#8222;Ich habe keine Sicherheit, ob ich morgen meine Gro\u00dfeltern erreichen kann&#8220;, sagt Mahnaaz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die afghanische Diaspora bleibt die Lage bedr\u00fcckend: Die Sorge um Angeh\u00f6rige und die Angst, dass Stimmen aus Afghanistan endg\u00fcltig verstummen, pr\u00e4gen derzeit das Leben vieler Menschen in Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.10.2025 19:22 Uhr Rund 48 Stunden waren in Afghanistan das Internet und Handyverbindungen nicht verf\u00fcgbar. 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