{"id":470361,"date":"2025-10-03T15:57:13","date_gmt":"2025-10-03T15:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/470361\/"},"modified":"2025-10-03T15:57:13","modified_gmt":"2025-10-03T15:57:13","slug":"himmelskoerper-vagabundierender-planet-waechst-rasend-schnell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/470361\/","title":{"rendered":"Himmelsk\u00f6rper: Vagabundierender Planet w\u00e4chst rasend schnell"},"content":{"rendered":"<p>Himmelsk\u00f6rper: Vagabundierender Planet w\u00e4chst rasend schnell &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Himmelsk\u00f6rper: Vagabundierender Planet w\u00e4chst rasend schnell<\/p>\n<p>Es gibt Planeten im Universum, die sternlos umherziehen. Ein Exemplar davon legt rasant an Masse zu, wie Beobachtungen zeigen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Illustration eines Planeten, der von einer rotierenden, leuchtenden Akkretionsscheibe aus Gas und Staub umgeben ist. Die Szene zeigt intensive orange und rote Farbt\u00f6ne, die die Hitze und Energie des Prozesses darstellen. Im Hintergrund sind Sterne im Weltraum sichtbar. Diese Darstellung veranschaulicht das Wachstum eines Planeten und die Dynamik der umgebenden Materie.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/eso2516a.jpg\" title=\"Illustration eines Planeten, der von einer rotierenden, leuchtenden Akkretionsscheibe aus Gas und Staub umgeben ist. Die Szene zeigt intensive orange und rote Farbt\u00f6ne, die die Hitze und Energie des Prozesses darstellen. Im Hintergrund sind Sterne im Weltraum sichtbar. Diese Darstellung veranschaulicht das Wachstum eines Planeten und die Dynamik der umgebenden Materie.\"\/><\/p>\n<p> Die Illustration zeigt den 620\u00a0Lichtjahre entfernten Exoplaneten Cha 1107-7626, der intensiv w\u00e4chst. <\/p>\n<p>In den Weiten des Universums gibt es wahrscheinlich <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/milliarden-frei-fliegender-planeten\/1728728\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Milliarden Planeten<\/a>, die zu keinem Sonnensystem geh\u00f6ren und einsam durch das All ziehen. Diese Vagabunden\u00a0\u2013 im Englischen \u00bbrogue\u00a0planets\u00ab und im Deutschen schlicht \u00bbObjekt planetarer Masse\u00ab genannt\u00a0\u2013 sind schwer zu beobachten, doch die Gr\u00f6\u00dfe bekannter Objekte reicht von erdgro\u00df bis zur mehrfachen Masse des Jupiters. Ein besonders eindrucksvolles Exemplar ist Cha\u00a01107-7626 aus dem Sternbild Cham\u00e4leon (lateinisch: Chamaeleon, abgek\u00fcrzt: Cha) in 620\u00a0Lichtjahren Entfernung: <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.3847\/2041-8213\/ae09a8\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Laut den Erkenntnissen einer Arbeitsgruppe um V\u00edctor Almendros-Abad vom Observatorium Palermo weist der Exoplanet etwa die f\u00fcnf- bis zehnfache Masse des Jupiters auf<\/a>, er w\u00e4chst aber auch noch rekordverd\u00e4chtig schnell. <\/p>\n<p>Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) zeigen, dass dieser vagabundierende Planet Gas und Staub aus seiner Umgebung mit einer Rate von sechs Milliarden Tonnen pro Sekunde aufnimmt und damit extrem an Masse zulegt. Dies sei die bislang st\u00e4rkste Wachstumsrate, die je bei einem derartigen Einzelg\u00e4nger beziehungsweise \u00fcberhaupt bei einem Planeten beobachtet wurde,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eurekalert.org\/news-releases\/1100308\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">schreibt das Team in einer Mitteilung<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>Cha\u00a01107-7626 befindet sich also noch mitten in seiner Entstehung und einem Wachstum, das durch die ihn umgebende Akkretionsscheibe aus Gas und Staub gen\u00e4hrt wird. Die Zunahme erfolgt jedoch nicht einheitlich, sondern schubweise, wie die Daten zeigen. Im August\u00a02025 reicherte der Planet etwa achtmal schneller Materie an als noch wenige Monate zuvor: etwa sechs Milliarden Tonnen pro Sekunde, was fast der Masse des Kometen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/magazin\/67p-tschurjumow-gerasimenko-ergebnisse-der-rosetta-mission\/1427406\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">67P\/Tschurjumow-Gerassimenko<\/a> entspricht, der in den 2010er Jahren zeitweise Ziel einer europ\u00e4ischen Forschungsmission\u00a0war.<\/p>\n<p>Neben den Daten des VLT nutzten Almendros-Abad und Co auch weitere des James-Webb-Teleskops. Sie konnten damit die Spektren vor und w\u00e4hrend\u00a0des Akkretionsausbruchs sammeln, als der Planet besonders schnell wuchs. Dabei spielte offensichtlich magnetische Aktivit\u00e4t eine starke Rolle, was bisher nur bei Sternen beobachtet wurde. Die im Vergleich dazu relativ massearmen planetaren Objekte k\u00f6nnen also dennoch \u00fcber starke Magnetfelder verf\u00fcgen, die solche Akkretionsereignisse antreiben. Spektroskopische Aufnahmen zum Zeitpunkt des Ausbruchs legen zudem nahe, dass sich die chemische Zusammensetzung der Scheibe um den Planeten ver\u00e4nderte: W\u00e4hrend des Schauspiels konnte Wasserdampf nachgewiesen werden, zuvor jedoch nicht. Dieses Ph\u00e4nomen war bislang ebenfalls nur bei Sternen, nicht jedoch bei Planeten egal welcher Art beobachtet worden.<\/p>\n<p>\u00bbDiese Entdeckung verwischt die Grenze zwischen Sternen und Planeten und erlaubt uns einen Blick in die fr\u00fchesten Entwicklungsphasen von Einzelg\u00e4ngerplaneten\u00ab, sagt die an der Studie beteiligte Astronomin Belinda Damian von der University of St\u00a0Andrews. Dabei ist noch ungekl\u00e4rt, wie die Vagabunden \u00fcberhaupt entstehen, etwa ob sie aus ihrem urspr\u00fcnglichen Sternensystem herausgeschleudert werden. Oder ob sie sich ohne ein solches unabh\u00e4ngig im All bilden, indem sie wie Sterne nach und nach Materie anlagern. Cha\u00a01107-7626 deutet darauf hin, dass Letzteres zumindest f\u00fcr einige dieser Objekte zutrifft. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chefredakteur bei Spektrum der Wissenschaft. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p> Almendros-Abad, V. et al., The Astrophysical Journal Letters 10.3847\/2041\u20138213\/ae09a8, 2025 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/6069e5689f624d7ba873b61e1274b80a.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Himmelsk\u00f6rper: Vagabundierender Planet w\u00e4chst rasend schnell &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltHimmelsk\u00f6rper: Vagabundierender Planet w\u00e4chst rasend schnell Es&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":470362,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[3251,64633,29,119871,25079,30,80239,119870,190,189,194,191,594,119869,193,192],"class_list":{"0":"post-470361","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-astronomie","9":"tag-astrophysik","10":"tag-deutschland","11":"tag-einzelgaengerplanet","12":"tag-exoplaneten","13":"tag-germany","14":"tag-himmelskoerper","15":"tag-rogue-planet","16":"tag-science","17":"tag-science-technology","18":"tag-technik","19":"tag-technology","20":"tag-universum","21":"tag-vagabundierende-planeten","22":"tag-wissenschaft","23":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115311060372857343","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/470361","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=470361"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/470361\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/470362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=470361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=470361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=470361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}