{"id":470461,"date":"2025-10-03T16:54:12","date_gmt":"2025-10-03T16:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/470461\/"},"modified":"2025-10-03T16:54:12","modified_gmt":"2025-10-03T16:54:12","slug":"friedensdemonstration-demos-in-berlin-und-stuttgart-rente-statt-raketen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/470461\/","title":{"rendered":"Friedensdemonstration \u2013 Demos in Berlin und Stuttgart: Rente statt Raketen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img312200\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/312200.jpeg\" alt=\"Zahlreiche Menschen nahmen auch auf dem Stuttgarter Schlossplatz an einer Demonstration von Friedensinitiativen teil.\"\/><\/p>\n<p>Zahlreiche Menschen nahmen auch auf dem Stuttgarter Schlossplatz an einer Demonstration von Friedensinitiativen teil.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Christoph Schmidt<\/p>\n<p>Innerhalb weniger Tage war die Stra\u00dfe Unter den Linden in Berlin zum zweiten Mal weitgehend autofrei. Am 27. September hatte dort bereits die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194350.demos-fuer-gaza-solidaritaet-mit-menschen-in-gaza-brueckenschlag-gelungen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfdemonstration \u00bbAlle Augen auf Gaza\u00ab<\/a> stattgefunden, am 3. Oktober folgte nun eine <a href=\"https:\/\/nie-wieder-krieg.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bundesweite Friedensdemonstration<\/a>. Schon am Mittag hatten sich Tausende auf dem Berliner Bebelplatz versammelt. Die Veranstalter*innen sprachen von rund 20\u2009000 Teilnehmer*innen in Berlin und 15\u2009000 in Stuttgart, wo zeitgleich ebenfalls eine Demonstration f\u00fcr Frieden und Abr\u00fcstung stattfand.<\/p>\n<p>\u00bbEs ist eine der gr\u00f6\u00dften Antikriegsdemonstrationen der letzten Jahre\u00ab, meinte Annette Schelm, die extra aus Hamburg angereist war. Ihre Begleiterin, die anonym bleiben wollte, stimmte ihr zu: \u00bbFr\u00fcher war der Bebelplatz halb leer. Heute stehen die Menschen fast bis zur Humboldt-Universit\u00e4t.\u00ab<\/p>\n<p>Weit sichtbar waren die Botschaften gegen jeden Krieg. Vorne hatte die Initiative \u00bb1 Million Unterschriften gegen den Krieg\u00ab ihren Stand aufgebaut und sammelte Unterschriften f\u00fcr Frieden und Abr\u00fcstung. Vorbild ist der <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1159745.krefelder-appell-gegen-kriegsgefahr-und-atomraketen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krefelder Appell von 1980<\/a>, f\u00fcr den damals mehrere Millionen Unterschriften gesammelt worden waren. So viel Zuspruch erhielt der Berliner Appell an diesem Freitag aber nicht. Eine Aktivistin macht daf\u00fcr den einfachen Zugang zu sozialen Medien verantwortlich: \u00bbAppelle k\u00f6nnen im Internet in Sekunden unterzeichnet werden, das verringert besonders bei jungen Menschen das Interesse, auf der Stra\u00dfe zu unterschreiben.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbArbeiter*innen schie\u00dfen nicht auf Arbeiter*innen\u00ab<\/p>\n<p>Auf Kundgebung und anschlie\u00dfender Demonstration war der Anteil junger Menschen gr\u00f6\u00dfer als in den Vorjahren. Vor allem linke Jugendverb\u00e4nde wie die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) und der Jugendverband Rebell waren mit Fahnen und Transparenten pr\u00e4sent. Auf einem Lautsprecherwagen prangte das Transparent: \u00bbArbeiter*innen schie\u00dfen nicht auf Arbeiter*innen\u00ab.<\/p>\n<p>Es sprachen Kolleg*innen aus verschiedenen Betrieben, nicht nur aus Deutschland. Eine Gru\u00dfbotschaft von drei Mitgliedern einer georgischen Bergbaugewerkschaft wurde verlesen \u2013 sie sitzen im Gef\u00e4ngnis, weil sie die Interessen ihrer Kolleginnen vertreten hatten. Auch ein ehemaliges Betriebsratsmitglied aus dem Ruhrgebiet schilderte, wie k\u00e4mpferische Gewerkschaftspolitik in Deutschland Repressalien nach sich ziehen kann: So sei er entlassen worden, nachdem er die Umweltverschmutzung seines Betriebs kritisiert hatte.<\/p>\n<p>Viele Demonstrant*innen stellten auf Schildern den Zusammenhang zwischen zunehmender Aufr\u00fcstung und fehlendem Geld f\u00fcr soziale Zwecke dar. Auf einem Schild stand: \u00bbRente statt Raketen\u00ab. Der bekannte Antimilitarist J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin illustrierte dies mit einem pers\u00f6nlichen Beispiel: Vor Jahren kaufte er recht preiswert eine Aktie des <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194049.luerssen-werften-rheinmetall-germanischer-ehrgeiz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rheinmetall-Konzerns<\/a>, um auf den Jahreshauptversammlungen Rederecht zu haben. \u00bbMittlerweile ist diese Aktie 2800 Euro wert\u00ab, emp\u00f6rte sich Gr\u00e4sslin. Er ist wohl einer der wenigen Aktion\u00e4re, die sich dar\u00fcber beschweren.<\/p>\n<p>Gr\u00e4sslin betonte, wie wichtig es sei, dass die Friedensbewegung auf der Demonstration wieder vereint auftrete. Er verwies dabei auf <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194442.anti-kriegs-proteste-friedensdemos-am-oktober-der-protest-formiert-sich.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">jahrelange Debatten<\/a> dar\u00fcber, wie rechtsoffen m\u00f6gliche B\u00fcndnispartner*innen sein d\u00fcrften. Am Rande der Demonstration kritisierte eine kleine Gruppe aber auch diesmal die Teilnahme von Parteien und Initiativen wie der Kleinstpartei \u00bb<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1170628.querdenker-partei-die-basis-schwurbel-partei-die-basis-macht-wahlkampf-in-berlin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Basis<\/a>\u00ab, die als verschw\u00f6rungsideologisch und rechtsoffen gelten. Auch einige Demonstrierende mit Deutschlandfahnen mussten ihre Banner auf Aufforderung der Ordnerinnen wieder einrollen. Zudem erinnerten Teilnehmende an die israelischen Geiseln, die weiterhin von der Hamas festgehalten werden \u2013 ein Thema, das auch auf der B\u00fchne zur Sprache kam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zahlreiche Menschen nahmen auch auf dem Stuttgarter Schlossplatz an einer Demonstration von Friedensinitiativen teil. Foto: dpa\/Christoph Schmidt Innerhalb&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":470462,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,296,3364,29,16756,30,6000,1441],"class_list":{"0":"post-470461","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-berlin","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-friedensbewegung","13":"tag-germany","14":"tag-nahost","15":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115311284763369437","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/470461","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=470461"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/470461\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/470462"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=470461"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=470461"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=470461"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}