{"id":470761,"date":"2025-10-03T19:42:15","date_gmt":"2025-10-03T19:42:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/470761\/"},"modified":"2025-10-03T19:42:15","modified_gmt":"2025-10-03T19:42:15","slug":"bestattungen-hamburgs-umweltbehoerde-will-kein-liberaleres-gesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/470761\/","title":{"rendered":"Bestattungen: Hamburgs Umweltbeh\u00f6rde will kein liberaleres Gesetz"},"content":{"rendered":"<p>\n            Stand: 03.10.2025 20:53 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">In Rheinland-Pfalz ist vor kurzem ein neues Bestattungsgesetz in Kraft getreten.\u00a0Es erm\u00f6glicht etwa, die Asche Verstorbener mit nach Hause zu nehmen oder sie zu Schmuck verarbeiten zu lassen. Ein Vorbild f\u00fcr Hamburg?<\/p>\n<p class=\"\">Egal ob S\u00e4rge, Leichent\u00fccher oder Urnen &#8211; in Hamburg gilt die Friedhofspflicht. Das bedeutet, dass Verstorbene laut dem Hamburger Bestattungsgesetz auf einem Friedhof beigesetzt werden m\u00fcssen. Die Asche Verstorbener au\u00dferhalb von Begr\u00e4bnisst\u00e4tten zu verstreuen oder in einer Urne mit nach Hause zu nehmen, ist nicht erlaubt.<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr Seebestattungen sieht das Gesetz Ausnahmen vor: Demnach ist es erlaubt, die Asche von Verstorbenen auf See zu verstreuen. Allerdings muss dies au\u00dferhalb der deutschen Hoheitsgew\u00e4sser &#8211; also mindestens drei Seemeilen (etwa 5,5 Kilometer) von der K\u00fcste entfernt &#8211; erfolgen.<\/p>\n<p>    Weniger Umsatz f\u00fcr Bestattungsunternehmen<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/screenshot-30544.webp\" alt=\"Der Ohlsdorfer Friedhof aus der Vogelperspektive\" title=\"Der Ohlsdorfer Friedhof aus der Vogelperspektive | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Hier soll ausprobiert werden, wie der Naturraum gleichzeitig von Trauernden und Erholungssuchenden genutzt werden kann.<\/p>\n<p class=\"\">Mit einem Bestattungsgesetz wie in Rheinland-Pfalz k\u00f6nnten k\u00fcnftig auch auf der Elbe Seebestattungen stattfinden. Dort sind seit Ende September Flussbestattungen auf Rhein, Mosel und Saar erlaubt. Au\u00dferdem d\u00fcrfen Hinterbliebene die Asche zu Hause aufbewahren, etwa auf dem Kaminsims, oder zu Schmuck verarbeiten lassen.<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr die Bestattungsunternehmen in Hamburg w\u00fcrde ein solches Bestattungsgesetz unter Umst\u00e4nden weniger Umsatz bedeuten. Frank Kuhlmann von der Hamburger Bestatter-Innung st\u00f6rt indes eher die Anonymit\u00e4t solcher Bestattungsformen: &#8222;Was Menschen gut tut, ist generell nicht falsch&#8220;, sagt Kuhlmann im Gespr\u00e4ch mit dem Hamburg Journal. &#8222;Aber es kann anderen Menschen wiederum auch \u00fcberhaupt nicht gut tun, wenn es keinen Ort mehr gibt, wo man seinen besten Freund besuchen kann &#8211; weil es kein Grab gibt.&#8220;<\/p>\n<p>    Anonyme Beisetzungen immer beliebter<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr Pastor Heiko Jahn von der Evangelisch-Lutherischen Melanchthon-Kirchengemeinde in Gro\u00df Flottbek sind Bestattungen keine Sache des sich stets drehenden Zeitgeistes. Jahns Erfahrung nach werden anonyme Beisetzungen, etwa auf Urnenfeldern oder Friedw\u00e4ldern, immer beliebter: &#8222;Wir legen Wert darauf, dass es Orte des Gedenkens gibt, die f\u00fcr alle Menschen zug\u00e4nglich sind. Nicht nur f\u00fcr die n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen&#8220;, sagt Jahn.<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr das Bestattungswesen ist in Hamburg die Umweltbeh\u00f6rde zust\u00e4ndig. Dort sieht man keinen Bedarf f\u00fcr ein liberaleres Bestattungsgesetz: &#8222;Hamburg hat sein Bestattungsgesetz erst 2018 novelliert. Aus Sicht der Umweltbeh\u00f6rde haben sich die grundlegenden Rahmenbedingungen der Friedhofskultur in Hamburg seitdem nicht ver\u00e4ndert&#8220;, teilt die Umweltbeh\u00f6rde auf Nachfrage des NDR mit. Man sehe daher keinen Anlass f\u00fcr eine Gesetzes\u00e4nderung.<\/p>\n<p class=\"\">Ganz ohne Vorgaben kommt aber auch das rheinland-pf\u00e4lzische Bestattungsgesetz nicht aus: Wer sich f\u00fcr eine bestimmte Bestattungsform entscheidet, muss dies zu Lebzeiten schriftlich festlegen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/graeber192.webp\" alt=\"Nach einem Regengu\u00df scheint die Sonne auf eine Fl\u00e4che mit Grabsteinen und kleinen B\u00fcschen und B\u00e4umen.\" title=\"Nach einem Regengu\u00df scheint die Sonne auf eine Fl\u00e4che mit Grabsteinen und kleinen B\u00fcschen und B\u00e4umen. | NDR, Anja Deuble\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Auf dem Friedhof Ohlsdorf soll ausprobiert werden, wie Naturraum gleichzeitig von Trauernden und Erholungssuchenden genutzt werden kann.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/shmag99378.webp\" alt=\"Die Demonstration einer Reerdigung in einer Bestattungshalle.\" title=\"Die Demonstration einer Reerdigung in einer Bestattungshalle. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>In Schleswig-Holstein ist die neue Bestattungsform mit schneller Zersetzung bereits erlaubt, Hamburg k\u00f6nnte nun nachziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 03.10.2025 20:53 Uhr In Rheinland-Pfalz ist vor kurzem ein neues Bestattungsgesetz in Kraft getreten.\u00a0Es erm\u00f6glicht etwa, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":470762,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[8296,6353,13038,53393,29,30,692,109473,110830],"class_list":{"0":"post-470761","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-friedhof","9":"tag-asche","10":"tag-bestattung","11":"tag-bestattungsgesetz","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-hamburg","15":"tag-seebestattung","16":"tag-urne"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115311945183677227","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/470761","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=470761"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/470761\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/470762"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=470761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=470761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=470761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}