{"id":471761,"date":"2025-10-04T05:12:18","date_gmt":"2025-10-04T05:12:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/471761\/"},"modified":"2025-10-04T05:12:18","modified_gmt":"2025-10-04T05:12:18","slug":"chaos-am-airport-muenchen-erneuter-drohnenalarm-zwingt-zu-betriebseinstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/471761\/","title":{"rendered":"Chaos am Airport M\u00fcnchen: Erneuter Drohnenalarm zwingt zu Betriebseinstellung"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Chaos am Airport M\u00fcnchen: Erneuter Drohnenalarm zwingt zu Betriebseinstellung<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Den zweiten Abend infolge stellt der Flughafen M\u00fcnchen wegen Drohnenalarms seinen Betrieb ein. Tausende Reisende sind betroffen und m\u00fcssen die Nacht auf Samstag am Airport verbringen. Die Bundespolizei sprach von zwei Drohnensichtungen im Bereich der Nord- und der S\u00fcdbahn. Bundespolizisten h\u00e4tten sie am Freitag kurz vor 23:00 Uhr gesehen. &#8222;Die Drohnen entfernten sich sofort, noch bevor sie identifiziert werden konnten&#8220;, teilte ein Sprecher mit.<\/p>\n<p>Am Samstagmorgen informierte der Flughafen auf seiner <a href=\"https:\/\/www.munich-airport.de\/#flightsearch\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Webseite<\/a> \u00fcber Verz\u00f6gerungen aufgrund der Drohnensichtungen. Zahlreiche Fl\u00fcge hatten am Samstagmorgen eine Versp\u00e4tung von einer Stunde und mehr (Stand: 4. Oktober, 6:19 Uhr) oder fielen aus.<\/p>\n<p>Dem Flughafenbetreiber zufolge wurden am Freitagabend 23 ankommende Maschinen umgeleitet, 12 weitere annulliert. 46 geplante Starts h\u00e4tten nicht stattfinden k\u00f6nnen, sagte der Sprecher. Davon seien 6.500 Passagiere betroffen. Sie sollen nun vor Ort versorgt werden. &#8222;Es wurden Feldbetten aufgestellt, sowie Decken, Getr\u00e4nke und Snacks ausgereicht&#8220;, hei\u00dft es auf der Internetseite.<\/p>\n<p>Vor der Abfluganzeige standen in der Nacht mehrere Gruppen gestrandeter Reisenden mit ihrem Gep\u00e4ck und berieten sich, wie ein dpa-Reporter berichtete. Andere legten sich auf die Sitzb\u00e4nke.<\/p>\n<p>Drohnen unbekannter Herkunft hatten bereits am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag den Flugbetrieb am zweitgr\u00f6\u00dften deutschen Flughafen empfindlich gest\u00f6rt. Zahlreiche Fl\u00fcge fielen aus oder mussten auf benachbarte Flugh\u00e4fen wie N\u00fcrnberg oder Stuttgart umgeleitet werden. Rund 3.000 Passagiere waren davon betroffen. Hunderte Menschen mussten die Nacht auf in den Terminals aufgestellten Feldbetten verbringen. Im Laufe des Freitags hatte es dann keine gr\u00f6\u00dferen Behinderungen mehr gegeben.<\/p>\n<p>Auch Drohnen \u00fcber Bundeswehr-Gel\u00e4nde<\/p>\n<p>\u00dcber einer Bundeswehr-Einrichtung nahe dem M\u00fcnchner Flughafen ist am Freitag ebenfalls eine Drohne gesichtet worden. Das best\u00e4tigte eine Sprecherin des operativen F\u00fchrungskommandos der Bundeswehr in Berlin. Zuerst hatte die &#8222;Bild&#8220;-Zeitung berichtet. Ob es einen Zusammenhang mit der Sichtung von Drohnen auf dem Flughafengel\u00e4nde gibt, sagte die Sprecherin nicht.<\/p>\n<p>Die Sprecherin nannte unter Verweis auf Sicherheitsaspekte keine weiteren Details. Drohensichtungen hatten am M\u00fcnchner Flughafen f\u00fcr erhebliche St\u00f6rungen gesorgt, 3.000 Passagiere waren betroffen.<\/p>\n<p>Konsequenzen gefordert<\/p>\n<p>Als Konsequenz aus den Drohnensichtungen will die Politik einen besseren Schutz von Airports durchsetzen. &#8222;Wir brauchen schnell eine funktionierende Drohnenabwehr&#8220;, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. &#8222;Unsere Sicherheitsbeh\u00f6rden m\u00fcssen handlungsf\u00e4higer und moderner werden.&#8220; Eine pauschale Antwort, ob eine Drohne abgeschossen werden solle, k\u00f6nne nicht gegeben werden, sagte Reul. F\u00fcr einen m\u00f6glichen Abschuss sei entscheidend, dass die Ma\u00dfnahmen &#8222;rechtlich sauber, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig und technisch wirksam&#8220; seien.<\/p>\n<p>Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will, dass die Landespolizei im Freistaat im Zweifelsfall auch Drohnen abschie\u00dfen darf. &#8222;Wir wollen die rechtlichen M\u00f6glichkeiten der bayerischen Polizei deutlich erweitern, damit sie sofort und effektiv gegen Drohnen vorgehen kann. Das bedeutet auch, dass die Polizei bei akuter Gefahr Drohnen sofort abschie\u00dfen darf.&#8220;<\/p>\n<p>Drohnen sollen auch Thema eines Treffens von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit mehreren Kollegen aus europ\u00e4ischen L\u00e4ndern heute in M\u00fcnchen sein. Am Freitag k\u00fcndigte er an, die Bundeswehr solle im Zuge von Amtshilfe am Kampf gegen Drohnen beteiligt werden. Bisher ist das Sache der Polizei von Bund und L\u00e4ndern. Dazu will Dobrindt schon bald nach eigenen Angaben einen Entwurf f\u00fcr ein neues Luftsicherheitsgesetz vorlegen.<\/p>\n<p>Drahtzieher sind unklar<\/p>\n<p>Unklar ist, wer hinter den Drohnenfl\u00fcgen steckt und welche Motive vorliegen. Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der (CSU) stellte am Donnerstag den Vorfall in M\u00fcnchen in eine Reihe mit weiteren Drohnensichtungen in Europa. &#8222;Das war jetzt kein Einzelfall&#8220;, sagte S\u00f6der bei Welt TV. &#8222;Es ist die Sicherheitslage, in der wir stehen&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p>NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) schloss auch Trittbrettfahrer nicht aus. &#8222;Ich bin sicher: Nicht jede Drohne steuert der Kreml &#8211; aber jede einzelne spielt (Pr\u00e4sident Wladimir) Putin in die Karten&#8220;, sagte Reul. &#8222;Wer leichtfertig eine Drohne steigen l\u00e4sst, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein.&#8220; Er rief aber zur Besonnenheit auf: &#8222;Verunsicherung zu verbreiten, ist genau das Ziel, das etwa Russland mit solchen Aktionen verfolgt.&#8220;<\/p>\n<p>Experte fordert Kennzeichnungspflicht f\u00fcr &#8222;legale Drohnen&#8220;<\/p>\n<p>Luftfahrtexperten fordern eine Pflicht zum Kennzeichnen von Drohnen als Konsequenz aus den j\u00fcngsten Zwischenf\u00e4llen an Flugh\u00e4fen. &#8222;Wir brauchen eine komplette und verpflichtende Sichtbarkeit aller legalen Drohnen, damit sie schnell von illegalen unterschieden werden k\u00f6nnen&#8220;, sagte der Vorsitzende des Europ\u00e4ischen Verbands f\u00fcr unbemannte Luftfahrt, Gerald Wissel, der Deutschen Presse-Agentur.<\/p>\n<p>Er sieht Flugh\u00e4fen in Deutschland nicht vor Drohnen gesch\u00fctzt. Da schwer einzusch\u00e4tzen sei, wohin eine Drohne fliege, m\u00fcsse ein &#8222;virtueller Zaun&#8220; an allen Flugh\u00e4fen errichtet werden, damit sie nicht weiterfliegen.<\/p>\n<p>Zahl der St\u00f6rungen mit Drohnen stark gestiegen<\/p>\n<p>St\u00f6rungen mit Drohnen an den Flugh\u00e4fen hierzulande haben nach Angaben der Deutschen Flugsicherung deutlich zugenommen. Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Bund geh\u00f6rt, mitgeteilt, im laufenden Jahr 2025 seien bis Ende August bereits 144 Behinderungen durch Drohnen registriert worden. Allein in M\u00fcnchen hatte es bis August 6 Sichtungen gegeben, am Frankfurter Flughafen 35. Im Vorjahr seien es im selben Zeitraum bundesweit 113 Vorkommnisse gewesen, im Jahr 2023 nur 99.<\/p>\n<p>Erst vergangene Woche <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Drohnen-spionieren-Kiel-aus-10692302.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">waren \u00fcber Schleswig-Holstein Drohnen gesichtet worden<\/a>. Die Beh\u00f6rden pr\u00fcfen den Verdacht, wonach die Drohnen \u00fcber kritische Infrastruktur geflogen sind. Ermittler untersuchen einem Medienbericht zufiolge <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Drohnensichtungen-ueber-Kiel-Russische-Schattenflotte-unter-Verdacht-10711719.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen m\u00f6glichen Bezug zu einem Frachtschiff der russischen Schattenflotte<\/a>, welches sich zu dem Zeitpunkt in der N\u00e4he aufhielt und von dem Starts und Landungen technisch m\u00f6glich w\u00e4ren.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn der Flugbetrieb durch Drohnen lahmgelegt wird, ist das nicht nur ein Sicherheitsproblem &#8211; es besch\u00e4digt das Vertrauen in die Zuverl\u00e4ssigkeit des Luftverkehrs. Die Passagiere erwarten zu Recht, dass Flugh\u00e4fen sicher sind &#8211; in der Luft wie am Boden&#8220;, teilte der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, mit. Er verlangte ein Kompetenzzentrum f\u00fcr die Abwehr unbemannter Flugobjekte.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nen@heise.de\" title=\"Niklas Jan Engelking\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nen<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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