{"id":471935,"date":"2025-10-04T06:56:11","date_gmt":"2025-10-04T06:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/471935\/"},"modified":"2025-10-04T06:56:11","modified_gmt":"2025-10-04T06:56:11","slug":"russlands-soeldner-in-mali-wagner-hat-das-sicherheitsproblem-verschaerft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/471935\/","title":{"rendered":"Russlands S\u00f6ldner in Mali: &#8222;Wagner hat das Sicherheitsproblem versch\u00e4rft&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.10.2025 08:03 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Seit Jahren sollen russische S\u00f6ldner in Mali f\u00fcr Sicherheit und Stabilit\u00e4t sorgen. Doch laut einem Bericht haben sie das Gegenteil bewirkt &#8211; und sto\u00dfen in der Bev\u00f6lkerung mittlerweile auf starke Ablehnung. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Lange schien der Erfolg Russlands in der afrikanischen Sahelzone ungebrochen. Als erstes Land in der Region schlug sich 2017 die Zentralafrikanische Republik auf die Seite Moskaus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mithilfe der S\u00f6ldnergruppe Wagner konnte Russland die von Rebellen belagerte Regierung von Pr\u00e4sident Faustin-Archange Touadera\u00a0stabilisieren. Im Gegenzug erhielten russische Firmen Zugang zu Rohstoffen wie Gold und Diamanten, die abgebaut und aus dem Land geschafft wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">2021 folgte Mali. Auch dort sollte die Regierung des durch zwei Milit\u00e4rputsche 2020 und 2021 an die Macht gekommenen Generals Assimi Go\u00efta von Wagner-S\u00f6ldnern stabilisiert werden. Die Sicherheitslage sollte verbessert werden, denn die Zentralregierung wird sowohl von islamistischen Terrormilizen wie auch von Rebellen der ethnischen Gruppe der Tuareg bek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>    Sicherheitsproblem versch\u00e4rft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aber f\u00fcr Mali scheint die Zusammenarbeit mit Russland eher ein Reinfall geworden zu sein, so ein <a href=\"https:\/\/thesentry.org\/reports\/mercenary-meltdown-wagner-failure-mali\/\" title=\"Mercenary Meltdown - The Wagner Group&#039;s Failure in Mali\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Bericht der Investigativplattform The Sentry<\/a>. Tats\u00e4chlich habe Wagner das Sicherheitsproblem im Land versch\u00e4rft, sagt die Direktorin von The Sentry, Justyna Gudzowska:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Die extreme Gewalt von Wagner hat es genau den terroristischen Gruppen, die sie eigentlich neutralisieren sollten, erm\u00f6glicht, mehr Kontrolle zu gewinnen und ihre Rekrutierung zu steigern.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wagner sei au\u00dferdem nicht in der Lage gewesen, Gebiete im Norden und Zentrum Malis unter ihre Kontrolle zu bringen, so Gudzowska. Doch auch f\u00fcr Wagner soll sich der Einsatz in Mali finanziell nicht ausgezahlt haben, so der Sentry-Bericht. Es sei der Gruppe nicht gelungen, Lizenzen f\u00fcr den Abbau von Gold zu erhalten. F\u00fcr die leeren Staatskassen der malischen Regierung sind in dem von Importen abh\u00e4ngigen Land die Devisen, die durch das Gold eingenommen werden, einfach zu wichtig.<\/p>\n<p>    Vertrauensverlust in der Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der wichtigste Faktor f\u00fcr das Scheitern sei jedoch das tief sitzende Misstrauen der malischen Bev\u00f6lkerung, erkl\u00e4rt Gudzowska. &#8222;Dieses Misstrauen ist in erster Linie auf die weit verbreiteten Berichte \u00fcber Misshandlungen und \u00dcbergriffe durch K\u00e4mpfer der Wagner-Gruppe gegen\u00fcber Zivilisten zur\u00fcckzuf\u00fchren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Solche Vorf\u00e4lle h\u00e4tten das Vertrauen nicht nur in Wagner, sondern auch in die malischen Streitkr\u00e4fte stark besch\u00e4digt, sagt Ulf L\u00e4ssing, Leiter des Regionalprogramms zur Sahel der Konrad-Adenauer-Stiftung in Mali.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn die malischen Streitkr\u00e4fte w\u00fcrden entweder als mitschuldig angesehen oder als unf\u00e4hig gelten, ihre ausl\u00e4ndischen Partner unter Kontrolle zu halten. &#8222;Infolgedessen ist das f\u00fcr erfolgreiche Sicherheitsoperationen so wichtige Verh\u00e4ltnis zwischen Milit\u00e4r und Bev\u00f6lkerung massiv gest\u00f6rt.&#8220;<\/p>\n<p>    Neue Akteure bringen neue Waffen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der eigentliche Gewinner der Situation sei die T\u00fcrkei, sagt L\u00e4ssing. Im Kampf gegen Milizen setzt Mali mittlerweile auf Drohnen der t\u00fcrkischen Firma Baykar. &#8222;Die T\u00fcrkei hat mehrfach Drohnen verkauft, die bei der malischen Regierung sehr beliebt sind, weil sie damit ihren Fl\u00e4chenstaat zum ersten Mal richtig kontrollieren oder zumindest \u00fcberwachen k\u00f6nnen. Das war vorher immer ein Problem&#8220;, so L\u00e4ssing.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Russland habe auch Jets und Hubschrauber geliefert, von denen einige abgest\u00fcrzt seien. &#8222;Die t\u00fcrkischen Drohnen sind einfacher zu handhaben, und sie erlauben es dann, relativ gro\u00dfe R\u00e4ume im Norden Malis in der W\u00fcste besser zu \u00fcberwachen.&#8220;<\/p>\n<p>    Neue Optionen f\u00fcr Diplomatie?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Juni <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/afrika\/wagner-mali-afrika-soeldner-100.html\" title=\"Wagner-S\u00f6ldner wollen aus Mali abziehen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hatte die Wagner-Gruppe das Land offiziell verlassen<\/a> und wurde durch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/afrika\/russlands-afrika-korps-100.html\" title=\"Russlands Afrikakorps: Putins neue Milit\u00e4rstrategie f\u00fcr Afrika\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das russische &#8222;Afrikakorps&#8220;<\/a> ersetzt, das offiziell als Ausbilder auftritt. Dass sich die Sicherheitslage dadurch verbessern wird, gilt als unwahrscheinlich.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Gegenteil: Im September zerst\u00f6rte eine mit der Terrorgruppe Al-Kaida verbundene Miliz zahlreiche Lastwagen mit Treibstoff und rief zur Umsetzung einer Treibstoffblockade des stark von Kraftstoffimporten abh\u00e4ngigen Binnenlandes auf.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit dem Abzug ihrer Truppen aus Mali ist das Verh\u00e4ltnis Malis zu Europa und vor allem zu Frankreich belastet.\u00a0Doch der Bericht von The Sentry geht von einem fehlenden Verst\u00e4ndnis der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr die Situation in Mali aus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die EU habe heute m\u00f6glicherweise ein veraltetes Bild von der St\u00e4rke und den Taktiken der Russen im Land. Und dies k\u00f6nne neue diplomatische Optionen f\u00fcr europ\u00e4ische Akteure bieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.10.2025 08:03 Uhr Seit Jahren sollen russische S\u00f6ldner in Mali f\u00fcr Sicherheit und Stabilit\u00e4t sorgen. 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