{"id":472,"date":"2025-03-31T07:00:30","date_gmt":"2025-03-31T07:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/472\/"},"modified":"2025-03-31T07:00:30","modified_gmt":"2025-03-31T07:00:30","slug":"korrektur-oder-baerenmarkt-trump-in-zwickmuehle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/472\/","title":{"rendered":"Korrektur oder B\u00e4renmarkt? Trump in Zwickm\u00fchle"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Trump-Aktienmaerkte-Korrektur-Baerenmarkt.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-344185 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Trump-Aktienmaerkte-Korrektur-Baerenmarkt.jpg\" alt=\"Aktienm\u00e4rkte Trump B\u00e4renmarkt\" width=\"867\"\/><\/a>Foto: Bloomberg<\/p>\n<p>Die Aktienm\u00e4rkte in den USA haben nach der Amts\u00fcbernahme von Donald Trump korrigiert, also einen jahres\u00fcblichen R\u00fcckgang von 10 Prozent, vollzogen. So wie im breiten S&amp;P 500 \u2013 beim NASDAQ 100 war es sogar noch deutlich mehr. Ursache daf\u00fcr ist nat\u00fcrlich zum einen die \u201e rabiate\u201c Wirtschaftspolitik von Donald Trump, aber auch einfach die Bewertungsfrage. Nach einem Anstieg des Weltleitindex S&amp;P 500 von 70 Prozent seit dem letzten Tief im Oktober 2022 war der Markt reif f\u00fcr ein starkes Luftablassen, insbesondere bei den Magnificent Seven, bei denen so viel Gutes in punkto k\u00fcnstlicher Intelligenz eingepreist war.<\/p>\n<p>Dann trat der neue US-Pr\u00e4sident mit einer brachialen und erratischen Zollpolitik in Aktion, die Freund und Feind zugleich in Angst und Schrecken versetzt hat. Und zu einer allgemeinen Phase erh\u00f6hter Unsicherheit f\u00fchrt, welche gerade im Unternehmensbereich besonders gehasst wird. Wird es daher noch zu einer st\u00e4rkeren Korrektur an den M\u00e4rkten kommen, zu einem B\u00e4renmarkt, ausgel\u00f6st durch eine antizipierte Rezession? Hierzu ein paar analytische Gedanken.<\/p>\n<p>Aktienm\u00e4rkte und Trump: Jeder B\u00e4renmarkt beginnt mit einer Korrektur<\/p>\n<p>Was haben wir in den letzten Tagen und Wochen gesehen, eine jahres\u00fcbliche Abgabe der Aktienm\u00e4rkte um die 10 Prozent \u2013 oder wird es weiter nach unten gehen? Nat\u00fcrlich beginnt jeder gr\u00f6\u00dfere Aktieneinbruch von 20 Prozent oder mehr (Definition des B\u00e4renmarktes) mit einer Korrektur.<\/p>\n<p>Aber nur in 13 der 39 Korrekturen in den letzten Jahrzehnten kam es anschlie\u00dfend zu einem B\u00e4renmarkt:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ISABELNET-Market-Corrections-Aktienmaerkte-Trump-scaled.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-344181 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ISABELNET-Market-Corrections-Aktienmaerkte-Trump-1024x798.jpg\" alt=\"ISABELNET Market Corrections Aktienm\u00e4rkte Trump\" width=\"640\" height=\"499\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Und genau an einer solch kritischen Marke befinden wir uns gerade im gro\u00dfen Zollkampf von Donald Trump. Wenn er ihn ohne R\u00fccksicht auf Verluste fortf\u00fchrt, wird das in einer Rezession f\u00fcr die USA enden. Dann w\u00fcrde sich aber wahrscheinlich eine Kurskorrektur der Aktienm\u00e4rkte nicht bei minus 20 Prozent auffangen lassen. Denn der Aktienmarkt ist teurer als in vorherigen B\u00e4renm\u00e4rkten, eine Enthebelung der Depots h\u00e4tte gr\u00f6\u00dfere Auswirkungen. Hier die schon \u00f6fters gezeigte Grafik, die den Zusammenhang darstellt:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Aktienmaerkte-Baerenmarkt-Trump-scaled.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-344182 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Aktienmaerkte-Baerenmarkt-Trump-1024x781.jpg\" alt=\"Aktienm\u00e4rkte B\u00e4renmarkt Trump\" width=\"640\" height=\"488\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Warum eine Rezession trotz der harten Wirtschaftsdaten (die soft data sind bereits erheblich im Abschwung begriffen) bevorstehen k\u00f6nnte, zeigen einige unmittelbar auftretende Warnzeichen:<\/p>\n<p>Aufgrund der Unsicherheit, die das \u201eZoll- hin und her\u201c von Trump verursacht, werden die Unternehmen in eine Art Schockstarre versetzt. Obwohl \u00fcber zwei Billionen Dollar an Investitionen anstehen, wartet die Industrie erst mal ab. Wie hoch werden die Z\u00f6lle f\u00fcr dringend ben\u00f6tigte Einfuhren ausfallen?<\/p>\n<p>Der US-Konsument, in seiner Gesamtheit, wei\u00df nat\u00fcrlich, was nach Z\u00f6llen von 25 Prozent auf Waren aus dem Ausland mit den Preisen los sein wird (als Beispiel Walmart \u2013 China). Die Inflationserwartungen der Verbraucher sind auf 5 Prozent f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr gestiegen. Das gro\u00dfe Argument f\u00fcr die Wiederwahl Donald Trumps, er werde die Inflation f\u00fcr den kleinen Mann zur\u00fcckf\u00fchren, w\u00fcrde sich in eine <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/zoelle-wall-street-quengelt-beginnt-trump-zu-zucken-marktgefluester-344110\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">knallende Ohrfeige<\/a> f\u00fcr den Amtsinhaber verwandeln.<\/p>\n<p>Donald Trump verweist zwar stets auf die grandiose Zeit unter Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_McKinley\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">McKinley<\/a> im 19. Jahrhundert, als man auf Einkommenssteuern durch die Einnahmen auf Einfuhren verzichten konnte.<\/p>\n<p>Aber er ignoriert, was in der gro\u00dfen Weltwirtschaftskrise nach 1929 geschehen ist. Damals gab es globale Z\u00f6lle von 19 Prozent, initiiert von den USA, um den gigantischen Einbruch der Wirtschaft auszugleichen. Bis vor Kurzem lag die gesamte Bezollung von G\u00fctern aus den USA bei 2,1 Prozent, aufgrund all der Ausnahmen im Freihandel. Sollte es Trump also wagen, Z\u00f6lle f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Handelspartner in den zweistelligen Bereich und f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit anzuheben, w\u00fcrde er nicht nur eine Rezession in den USA ausl\u00f6sen, sondern auch f\u00fcr eine echte Krise in der Weltwirtschaft sorgen.<\/p>\n<p>Hinzu kommen viele schwer abzuw\u00e4gende Auswirkungen seiner Politik, die weder auf Feind noch Freund R\u00fccksicht nimmt, so wie im Falle Kanadas. Ab wann k\u00e4me es zum Boykott amerikanischer Waren im gro\u00dfen Stil oder zu einem Einbruch der Tourismusindustrie in der USA? Dies d\u00fcrfte auch schnell der Hotelier Trump, zugleich Inhaber zahlreicher Golfpl\u00e4tze in der Welt sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Trump und seine erratische Wirtschaftspolitik \u2013 steuert Finanzminister Scott im Hintergrund?<\/p>\n<p>Bisher konnte man in der Wirtschaftspolitik von Trump 2.0 eine neue Maxime erkennen. Wahrscheinlich initiiert durch Finanzminister Scott Bessent, einem Ex-Hedgefondsmanager und Kenner der Anleihem\u00e4rkte. Dieser steht, wie allgemein bekannt, 2025 vor der schwierigen Aufgabe, etwa 7 Billionen Dollar an US-Staatsanleihen refinanzieren zu m\u00fcssen. Zu deutlich h\u00f6heren Konditionen als die bisherigen, die im Durchschnitt drei Prozent an Zinskosten ausmachten.<\/p>\n<p>Aber Anleihezinsen fallen nur bei einer schw\u00e4cheren Wirtschaft, begleitet von einer niedrigen Inflation. Dass dabei die Aktienkurse nach unten gehen, wurde Donald Trump, einem gl\u00fchenden Verehrer seines <a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/quote\/%5EDJI\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Dow Jones Average<\/a>, von Bessent anscheinend mit aller Macht vermittelt. Doch die ganze Taktik l\u00e4uft in ihr Gegenteil, sollte es zu einer Rezession kommen. Denn dann w\u00fcrde nicht nur die Arbeitslosigkeit ansteigen und gleichzeitig die Steuereinnahmen sinken. Vielmehr k\u00e4me zu riesigen Wohlstandsverlusten, wenn die einst 63 Billionen Dollar schweren Aktienm\u00e4rkte der USA um 20 Prozent in die Tiefe rauschen.<\/p>\n<p>Aktienm\u00e4rkte: Der Kampf um die 200-Tage-Linie im S&amp;P 500<\/p>\n<p>Die Vehemenz, die US-Pr\u00e4sident Trump bei den Z\u00f6llen gegen\u00fcber der EU, aber auch gegen Japan und S\u00fcdkorea an den Tag liegt, hat in den letzten Tagen die US-Aktienm\u00e4rkte abermals geschockt.<\/p>\n<p>Der Markt, besonders in Gestalt des S&amp;P 500, k\u00e4mpfte daher mit der 200-Tages-Linie. Also jenem Chartelement, welches an der B\u00f6rse bei den gro\u00dfen Investionen so etwas wie eine Self-fullfilling Prophecy darstellt. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt: Liegt der Markt dar\u00fcber, befinden wir uns in einem Aufw\u00e4rtstrend \u2013 und vice versa darunter in einem Abw\u00e4rtstrend. Bei einer seitw\u00e4rts verlaufenden Linie ist diese Aussage indifferent.<\/p>\n<p>Alle achten darauf, Big Money orientiert seine Asset Allocation stark an dieser Linie. Man ist bereits extrem vorsichtig wie die NAAIM Number (national Association of Active Investment Managers) aufzeigt:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/NAAIM-Number-Aktienmaerkte-scaled.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-344183 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/NAAIM-Number-Aktienmaerkte-1024x561.jpg\" alt=\"NAAIM Number Aktienm\u00e4rkte\" width=\"640\" height=\"351\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Damit stehen wir hier vor der entscheidenden Fragestellung? Kann der Markt diese Linie bald zur\u00fcckerobern, oder versetzt Donald Trump dem Markt, wider besseres Wissen, den Sto\u00df in den Abgrund?<\/p>\n<p>Hier der S&amp;P 500, an seiner entscheidenden Marke:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Datei-4-SP-500-and-200-d-line-scaled.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-344184 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Datei-4-SP-500-and-200-d-line-1024x523.jpg\" alt=\"S&amp;P 500 Aktienm\u00e4rkte\" width=\"640\" height=\"327\"  \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>An der Wall Street hie\u00df es am Freitagabend bei US-B\u00f6rsensendern: \u201eWhat Markets want is Clarity and Consistency\u201c!<\/p>\n<p>Also Klarheit und Best\u00e4ndigkeit, jene Attribute, die Donald Trump nicht liefern kann, aber auch nicht will. Er hat sich durch seine erratischen Aussagen, die er im ersten Zorn sogar noch einmal verst\u00e4rkt hat (Beispiel 200 Prozent Z\u00f6lle auf EU-Erzeugnisse), in eine psychologische Falle gebracht. Mit seinem Hin und Her, so wie beim letzten Telefonat mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney.<\/p>\n<p>Der 2. April, f\u00fcr Trump der Tag der Befreiung, wird f\u00fcr ihn vielleicht zu einer Art Schicksalstag. Verh\u00e4ngt er die hohen Z\u00f6lle mit dem Zusatz der Dauerhaftigkeit, so d\u00fcrfte er f\u00fcr weitere Kurseinbr\u00fcche der Aktienm\u00e4rkte mit hohen Verm\u00f6gensverlusten der Amerikaner verantwortlich sein \u2013 und in absehbarer Zeit auch f\u00fcr eine US-Rezession. Macht er aber an diesem Tag einen R\u00fcckzieher, w\u00fcrde er gewaltig an Schrecken verlieren, wenn die M\u00e4rkte den Eindruck gewinnen, er ziehe im letzten Moment immer wieder zur\u00fcck. So etwas klappt ein oder zweimal \u2013 aber bei zu h\u00e4ufiger Wiederholung wird man zu einer Lame Duck.<\/p>\n<p>It\u2019s Decision Day, Mr. President!<\/p>\n<p><a class=\"eoc btn\" href=\"#comments\">Kommentare lesen und schreiben, hier klicken<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Bloomberg Die Aktienm\u00e4rkte in den USA haben nach der Amts\u00fcbernahme von Donald Trump korrigiert, also einen jahres\u00fcblichen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":473,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[677,678,175,170,169,29,106,30,171,174,679,173,172],"class_list":{"0":"post-472","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-aktienmaerkte","9":"tag-bessent","10":"tag-business","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-deutschland","14":"tag-donald-trump","15":"tag-germany","16":"tag-markets","17":"tag-maerkte","18":"tag-top","19":"tag-unternehmen","20":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=472"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/472\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/473"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}